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Nun doch Streiks bei Luft­han­sa?

Der Dau­er­zwist zwi­schen Luft­han­sa und der Ge­werk­schaft Ufo wird här­ter. Die Ufo Mit­glie­der stim­men für Streiks
Kabinenpersonal im Flugzeug, Flugbegleiter, Stewardess

01.11.2019. (dpa/fle) - Bei der Luft­han­sa dro­hen un­be­fris­te­te Streiks der Flug­be­glei­ter.

In Ur­ab­stim­mun­gen der Ka­bi­nen­ge­werk­schaft Ufo ha­ben Be­schäf­tig­te der Luft­han­sa-Kern­mar­ke so­wie von vier deut­schen Toch­ter­be­trie­ben grund­sätz­lich für un­be­fris­te­te Ar­beits­nie­der­le­gun­gen vo­tiert.

Die Zu­stim­mung ha­be je nach Be­trieb zwi­schen 77 und 96 Pro­zent be­tra­gen, hieß es in ei­ner Mit­tei­lung der Ge­werk­schaft.

Ei­nen ge­nau­en Streik­plan woll­te die Ge­werk­schaft am Frei­tag­abend in Frank­furt nicht nen­nen. De­tails zum Ar­beits­kampf hat sie für den Mon­tag­mit­tag an­ge­kün­digt. Mög­lich sind sie nun bei der Luft­han­sa mit 86,9 Pro­zent Zu­stim­mung zu Streiks, der Luft­han­sa Ci­ty­Line (77,5), der Eu­ro­wings Deutsch­land (82,3), der Ger­manwings (95,1) und der Su­n­Ex­press Deutsch­land (96,2).

Für je­den ein­zel­nen Flug­be­trieb hat die Ufo se­pa­ra­te Ta­rif­for­de­run­gen auf­ge­stellt. Die Be­trie­be sind für ver­schie­de­ne Air­line-Mar­ken des Kon­zerns un­ter­wegs. "Wir wer­den nun mit aus­ge­wei­te­ten Streiks die ta­rif­li­chen Zie­le der Ta­rif­kom­mis­sio­nen in je­dem ein­zel­nen Be­trieb durch­set­zen", er­klär­te die Ufo-Vor­sit­zen­de Syl­via de la Cruz.

Luft­han­sa woll­te die Er­geb­nis­se der Ver­samm­lung nicht kom­men­tie­ren. Auf An­fra­ge sag­te ein Spre­cher: "Ufo-in­ter­ne An­ge­le­gen­hei­ten kom­men­tie­ren wir nicht." Das Un­ter­neh­men er­kennt den Ge­werk­schafts­vor­stand nicht als ver­tre­tungs­be­rech­tigt an und lehnt Ver­hand­lun­gen seit Mo­na­ten ab.

In der Dau­er­aus­ein­an­der­set­zung hat­te Ufo be­reits am 20. Ok­to­ber ei­nen 19-stün­di­gen Warn­streik bei vier Luft­han­sa-Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ver­an­stal­tet und da­bei mehr als 100 Flü­ge aus­fal­len las­sen. Der letz­te re­gu­lä­re Ufo-Streik bei der Luft­han­sa-Kern­ge­sell­schaft da­tiert aus dem Jahr 2015.

Be­reits am Nach­mit­tag hat­ten die Ufo-Mit­glie­der ih­ren nur noch aus zwei Per­so­nen be­ste­hen­den Rumpf­vor­stand im Amt be­stä­tigt. Vor er­heb­li­chen in­ner­ge­werk­schaft­li­chen Que­re­len hat­ten dem Gre­mi­um noch sie­ben Mit­glie­der an­ge­hört. Bei der Ver­samm­lung wur­de ein Ab­wahl­an­trag ge­gen die Ufo-Vor­sit­zen­de de la Cruz und ih­ren Stell­ver­tre­ter Da­ni­el Flohr mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit ab­ge­lehnt, wie ein Ufo-Spre­cher er­klär­te. Für die Ab­wahl hät­ten nur drei Mit­glie­der ge­stimmt.

De la Cruz und Flohr sol­len die Spar­ten­ge­werk­schaft bis zur be­reits ein­ge­lei­te­ten Neu­wahl am 14. Fe­bru­ar 2020 wei­ter­füh­ren. Sie wer­den aber vom Luft­han­sa-Kon­zern nicht als ver­tre­tungs­be­rech­tigt an­er­kannt. Das Un­ter­neh­men will zu­dem vor Ge­richt über­prü­fen las­sen, ob Ufo über­haupt noch be­rech­tigt ist, ver­bind­li­che Ta­rif­ver­trä­ge ab­zu­schlie­ßen.

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Letzte Überarbeitung: 1. November 2019

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