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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/200

Ost­deut­sche Ta­rif­ver­trä­ge mit län­ge­ren Ar­beits­zei­ten als im Wes­ten

Noch im­mer un­ter­schei­den sich die Ar­beits­be­din­gun­gen in Ost und West teils deut­lich - bei der Wo­chen­ar­beits­zeit müs­sen die neu­en Bun­des­län­der län­ger ran.
Ost West Deutschland Schilder,  Unterschied

27.07.2017. (dpa/wie) - Ein Ost-West-Ge­fäl­le gibt es in Deutsch­land auch 27 Jah­re nach der Deut­schen Ein­heit noch in vie­len Be­rei­chen. Nicht zu­letzt beim durch­schnitt­li­chen Lohn oder bei der Ren­te (mehr da­zu in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 16/223 Be­richt: Nah­les will Ost­ren­te bis 2020 auf West­ni­veau an­he­ben).

Geht es um ta­rif­ver­trag­lich ge­re­gel­te Ar­beits­zei­ten, so be­steht auch hier ein deut­li­cher Un­ter­schied. Laut der Aus­wer­tung von Ta­rif­ver­trä­gen aus 25 Bran­chen durch das Ta­rif­ar­chiv des Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­chen In­sti­tuts (WSI) der Hans-Böck­ler-Stif­tung be­trägt die durch­schnitt­li­che Wo­chen­ar­beits­zeit in den neu­en Bun­des­län­dern 38,7 St­un­den. Das ist über ei­ne St­un­de mehr als Ta­rif­be­schäf­tig­te im Wes­ten in ei­ner Wo­che ar­bei­ten müs­sen (37,6 St­un­den).

Die Span­ne der ver­ein­bar­ten Ar­beits­zei­ten reicht von 34 St­un­den bei der Deut­schen Te­le­kom AG bis 40 St­un­den pro Wo­che im Bau­haupt­ge­wer­be oder in der Land­wirt­schaft. Die bun­des­wei­te ta­rif­li­che Wo­chen­ar­beits­zeit liegt bei 37,7 St­un­den.

Bei vier von zehn Ta­rif­be­schäf­tig­ten in Ost­deutsch­land ist ei­ne Ar­beits­zeit von 40 St­un­den pro Wo­che ver­ein­bart. Im Wes­ten müs­sen da­ge­gen nur noch 8,3 Pro­zent so lan­ge ar­bei­ten. Da­für kommt fast ein Vier­tel von ih­nen in den Ge­nuss ei­ner 35-St­un­den-Wo­che. Im Os­ten trifft das auf we­ni­ger als zehn Pro­zent der Ta­rif­be­schäf­tig­ten zu.

Da­von zu un­ter­schei­den sind die tat­säch­lich ge­leis­te­ten Ar­beits­stun­den der Deut­schen. Die­se la­gen laut der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin (BAuA) in 2016 bei 43,5 St­un­den. „Zum ei­nen ha­ben nicht-ta­rif­ge­bun­de­ne Ar­beit­neh­mer in vie­len Fäl­len län­ge­re Ar­beits­zei­ten als Be­schäf­tig­te mit Ta­rif­ver­trag“, er­klär­te der Lei­ter des WSI-Ta­rif­ar­chivs, Thors­ten Schul­ten. Au­ßer­dem ge­be es et­li­che ta­rif­li­che Aus­nah­me­re­ge­lun­gen und Mil­lio­nen be­zahl­te und un­be­zahl­te Über­stun­den.

Ins­ge­samt ha­be sich die durch­schnitt­li­che ta­rif­li­che Ar­beits­zeit in den letz­ten knapp 30 Jah­ren kaum ge­än­dert. Le­dig­lich im öf­fent­li­chen Dienst gab es ei­ne Ar­beits­zeit­ver­län­ge­rung. Im Os­ten ha­be sich die Wo­chen­ar­beits­zeit da­ge­gen seit 1994 um ei­ne St­un­de ver­kürzt.


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Letzte Überarbeitung: 7. August 2018

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