HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/277

Pau­sen­los durch den Tag

Mehr als je­der vier­te Be­schäf­tig­te ar­bei­tet durch
Überforderung und Stress im Job, Burnout

14.11.2018. (dpa/fle) - Mehr als je­der vier­te Be­schäf­tig­te in Deutsch­land ar­bei­tet oh­ne Pau­se durch.

Das geht aus ei­ner Ant­wort des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne An­fra­ge der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag her­vor. Als Grund nen­nen die meis­ten Be­frag­ten (je­weils 63 Pro­zent) ne­ben zu viel Ar­beit, dass die Aus­zeit nicht in den Ar­beits­ab­lauf pas­se.

Mehr als ein Vier­tel (26 Pro­zent) gab an, ein­fach kei­ne Pau­se ma­chen zu wol­len. 14 Pro­zent er­klär­ten, die Pau­se für ei­nen frü­he­ren Fei­er­abend auf­ge­spart zu ha­ben.

Die Be­frag­ten konn­ten meh­re­re Grün­de nen­nen und wa­ren nicht auf ei­ne Ant­wort­mög­lich­keit be­schränkt. Am häu­figs­ten kom­men Pau­sen­aus­fäl­le den An­ga­ben nach im Gast­ge­wer­be, in der Pfle­ge­bran­che so­wie im Er­zie­hungs- und Un­ter­richts­be­reich vor. Dies hän­ge mit un­rea­lis­ti­schen Ziel­vor­ga­ben und zu we­nig Per­so­nal zu­sam­men, er­klär­te An­ne­lie Bun­ten­bach aus dem Vor­stand des Deut­schen Ge­werk­schafts­bunds (DGB). Da­für sei­en die­se Bran­chen be­rühmt-be­rüch­tigt.

Bei Ar­beit­neh­mern zwi­schen 15 und 29 Jah­ren liegt der An­teil dem­nach mit 31 Pro­zent noch hö­her als im Ge­samt­schnitt. Das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um be­zieht sich auf Da­ten der "Ar­beits­zeit­be­fra­gung 2017" der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­zeit­me­di­zin.

Pau­sen sei­en nicht nur wich­tig für die Ge­sund­heit, son­dern auch für die Pro­duk­ti­vi­tät, er­klärt Di­plom-Psy­cho­lo­ge Jo­han­nes Wend­sche von der Baua. Das hät­ten zahl­rei­che Er­he­bun­gen ge­zeigt. "Je län­ger man am Stück ar­bei­tet, des­to un­pro­duk­ti­ver wird man." Ge­ra­de bei ho­her Be­las­tung sei­en Pau­sen be­son­ders wich­tig. "So­gar kur­ze Aus­zei­ten kön­nen schon hel­fen."

Laut Ar­beits­zeit­ge­setz dür­fen Be­schäf­tig­te nicht län­ger als sechs St­un­den oh­ne Pau­se ar­bei­ten. Ar­beit­neh­mern ste­hen dem­nach in der Re­gel min­des­tens 30 Mi­nu­ten zu. "Vie­le Ar­beit­ge­ber igno­rie­ren of­fen­sicht­lich ih­re ge­setz­li­chen Schutz- und Sorg­falts­pflich­ten und neh­men da­mit Ge­sund­heits­ge­fähr­dun­gen ih­rer Be­schäf­tig­ten in Kauf", kri­ti­sier­te die Spre­che­rin der Links­frak­ti­on für Ar­beit 4.0, Jes­si­ca Tat­ti.

Die Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA) er­klär­te, dass Be­schäf­tig­te na­tür­lich ein Recht auf Pau­sen hät­ten. Häu­fig ge­be es in Be­trie­ben fes­te Re­ge­lun­gen da­zu. "Der Ar­beit­ge­ber ist al­ler­dings nicht die Pau­sen­po­li­zei."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 29. November 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de