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Per­so­nal­su­che in der di­gi­ta­len Ar­beits­welt

Die Di­gi­ta­li­sie­rung be­ein­flusst das Re­cruit­ing. Ne­ben Xing und Whats­app kom­men auch Chat­bots zum Ein­satz
Handy, Smartphone, Erreichbarkeit im Job

26.10.2018. (dpa/fle) - Be­wer­bung mit nur ei­nem Klick, Soft­ware für den ers­ten Kan­di­da­ten­check, Han­dy­vi­de­os statt An­schrei­ben: Die Di­gi­ta­li­sie­rung ver­än­dert die Su­che nach Ar­beits­kräf­ten und die Art und Wei­se, wie Stel­len ver­mit­telt wer­den.

Der Trend geht weg von klas­si­schen Be­wer­bungs­un­ter­la­gen samt An­schrei­ben und Le­bens­lauf.

Per­so­na­ler sind jetzt ver­stärkt selbst ge­fragt. In der Fach­welt spricht man von "Ac­tive Sour­cing". Re­crui­ter oder Head­hun­ter ma­chen sich selbst auf die Su­che nach ge­eig­ne­ten Kan­di­da­ten. Das pas­siert vor al­lem über di­gi­ta­le Netz­wer­ke. "Im aka­de­mi­schen Be­reich sind hier Xing oder Lin­ke­din be­lieb­te We­ge", sagt Prof. Ar­min Trost, der an der Busi­ness School der Hoch­schu­le Furt­wan­gen (Ba­den-Würt­tem­berg) Per­so­nal­ma­nage­ment lehrt.

Die­se Netz­wer­ke die­nen spe­zi­ell der Pfle­ge von be­ruf­li­chen und ge­schäft­li­chen Kon­tak­ten. "Wer Per­so­na­ler auf sich auf­merk­sam ma­chen möch­te, soll­te sein Pro­fil in je­dem Fall gut pfle­gen", rät Trost. Ent­steht auf die­sem Weg ein Kon­takt, tau­schen die Be­tei­lig­ten zu­nächst Eck­da­ten zur of­fe­nen Stel­le aus. Man äu­ßert per Klick In­ter­es­se an ei­nem Job und das Un­ter­neh­men kann re­agie­ren. Das kön­ne Be­wer­bern viel Ar­beit spa­ren, die auf dem klas­si­schen Weg erst ein in­di­vi­du­el­les An­schrei­ben for­mu­lie­ren und den Le­bens­lauf an­pas­sen müs­sen.

Be­wer­ber, die sich ak­tiv auf ei­ne Stel­le mel­den, kön­nen auch neue di­gi­ta­le Dia­log-Ka­nä­le nut­zen. Ei­ni­ge Un­ter­neh­men bie­ten po­ten­zi­el­len Kan­di­da­ten die Mög­lich­keit, über den Mes­sa­ging-Dienst Whats­app In­ter­es­se an ei­nem Job zu äu­ßern und Fra­gen zu stel­len. An­de­re Ar­beit­ge­ber ha­ben auf ih­ren Web­sites Chat­bots, d.h. Com­pu­ter­pro­gram­me, die au­to­ma­ti­siert mit dem An­wen­der kom­mu­ni­zie­ren und Fra­gen be­ant­wor­ten.

Zu­dem ha­ben di­gi­ta­le Be­wer­ber­platt­for­men vie­le Pro­zes­se ver­ein­facht und neue Mög­lich­kei­ten er­öff­net. Wer sich zum Bei­spiel on­line bei Sie­mens be­wirbt, hat die Op­ti­on, das An­schrei­ben weg­zu­las­sen. Der Le­bens­lauf und ein Link zum Lin­ke­din-Pro­fil ge­nü­gen. Der Ver­sand­händ­ler Ot­to möch­te eben­falls kein An­schrei­ben - statt­des­sen be­ant­wor­ten Kan­di­da­ten on­line ei­ni­ge Mo­ti­va­ti­ons­fra­gen.

Vi­deo­in­ter­views sind für jun­ge Be­wer­ber oft das Mit­tel der Wahl. Die Be­wer­ber kön­nen so schon vor dem per­sön­li­chen Ge­spräch ei­nen um­fas­sen­den Ein­druck von sich er­mög­li­chen.

Ei­ne so­ge­nann­te One-Click-Be­wer­bung kann ein noch di­rek­te­rer Weg von Be­wer­ber zu Un­ter­neh­men sein. Kan­di­da­ten la­den mit dem Klick auf ei­nen But­ton in der Stel­len­an­zei­ge den vor­be­rei­te­ten Le­bens­lauf hoch oder ver­sen­den ei­nen Link zu ih­rem Pro­fil in ei­nem Busi­ness-Netz­werk. Die­se Form der Be­wer­bung eta­bliert sich zu­neh­mend. Da­mit die One-Click-Be­wer­bung Vor­tei­le bringt, müs­sen Un­ter­neh­men ih­re idea­le Be­wer­ber­grup­pe ge­zielt an­spre­chen. An­dern­falls kom­me es zu Frust auf bei­den Sei­ten. Re­crui­ter müss­ten vie­le un­pas­sen­de Be­wer­bun­gen be­ar­bei­ten und die Be­wer­ber zwangs­läu­fig län­ger auf ei­ne Ant­wort war­ten.

Der Blick in die Zu­kunft zeigt, dass die Stel­len­ver­mitt­lung bald noch stär­ker au­to­ma­ti­siert ab­lau­fen kann. Und zwar dann, wenn künst­li­che In­tel­li­genz zum Ein­satz kommt. Dies sei et­wa der Fall beim so ge­nann­ten "Matching", al­so dem au­to­ma­ti­schen Ab­gleich von Kan­di­da­ten­pro­fi­len und Un­ter­neh­mens­an­for­de­run­gen. Hier ste­he die Ent­wick­lung je­doch noch am An­fang. Auch wer­de ei­ne gro­ße Men­ge an Da­ten von dem Be­wer­ber be­nö­tigt.

Ins­ge­samt gilt zu be­ach­ten, dass sol­che Pro­zes­se ins­be­son­de­re die Zu­ar­beit er­leich­tern. Die Ent­schei­dung über ei­nen Kan­di­da­ten müs­se am En­de im­mer ein Mensch tref­fen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 27. Oktober 2018

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