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Po­li­zei­ge­werk­schaft ge­gen un­ter­schied­li­che Min­dest­grö­ßen

In vie­len Bun­des­län­dern gibt es noch im­mer ver­schie­de­ne Min­dest­grö­ßen für Män­ner und Frau­en als Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung für den Po­li­zei­dienst
Polizeibeamter, Polizei, Polizist, Polizeieinsatz

10.07.2018. (dpa/wie) - Die nie­der­säch­si­sche Po­li­zei­ge­werk­schaft hat kri­ti­siert, dass zwi­schen Män­nern und Frau­en noch im­mer un­ter­schied­li­che Maß­stä­be in Be­zug auf die Min­dest­grö­ße als Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zung an­ge­legt wer­den. Dem­nach müss­ten Frau­en min­des­tens 1,63 Me­ter groß sein wäh­rend Män­ner ei­ne Kör­per­grö­ße von min­des­tens 1,68 Me­ter vor­wei­sen müs­sen.

"War­um soll­te ein Mann, der 1,65 Me­ter groß ist, we­ni­ger ge­eig­net sein als ei­ne Frau die­ser Grö­ße?", sagt die Spre­che­rin der Ge­werk­schaft der Po­li­zei Nie­der­sach­sen, An­ge­la Hübsch. Auch die Deut­sche Po­li­zei­ge­werk­schaft teilt die­se Mei­nung. "Ei­ne ge­schlechts­un­ab­hän­gi­ge Min­dest­grö­ße hal­ten wir bei 1,63 Me­ter für rich­tig, da hier aus un­se­rer Sicht nie­mand dis­kri­mi­niert wird", er­klär­te der stell­ver­tre­ten­de Lan­des­vor­sit­zen­de der Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft, Chris­ti­an Wulf.

Die Min­dest­grö­ßen va­ri­ie­ren je nach Bun­des­land. So müs­sen et­wa Po­li­zis­ten und Po­li­zis­tin­nen in Ba­den-Würt­tem­berg, Ham­burg und Hes­sen min­des­tens 1,60 Me­ter groß sein und in Bay­ern 1,65 Me­ter. In Bre­men, Bran­den­burg und Meck­len­burg-Vor­pom­mern gibt es gar kei­ne Min­dest­grö­ße.

Das In­nen­mi­nis­te­ri­um be­rät nach ei­ge­nen An­ga­ben der­zeit über ei­ne Än­de­rung der Min­dest­grö­ßen­re­ge­lung. Grund sei­en meh­re­re Ur­tei­le zur Min­dest­grö­ße von Po­li­zis­ten (z.B. Eu­ro­päi­scher Ge­richts­hof (EuGH), Ur­teil vom 18.10.2017, C-409/16 (Ma­ria-Ele­ni Kal­li­ri), wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/267 EuGH zur Min­dest­grö­ße für Po­li­zis­ten).

Dass ei­ne Min­dest­grö­ße über­haupt not­wen­dig ist, recht­fer­tig­te Wulf da­mit, dass ein ent­spre­chen­des kör­per­li­ches Er­schei­nungs­bild Wi­der­stands­hand­lun­gen be­reits im Vor­feld vor­beu­gen kön­ne. Pro­fes­sor Ra­fa­el Behr von der Po­li­zei­aka­de­mie Ham­burg ist je­doch an­de­rer Mei­nung. "Im Po­li­zei­all­tag ha­ben klei­ne Po­li­zis­ten ge­ne­rell kei­ne Nach­tei­le - sie kön­nen Kon­flik­te oft so­gar bes­ser mit Kom­mu­ni­ka­ti­on und Ein­fühl­sam­keit de­es­ka­lie­ren als grö­ße­re Kol­le­gen", so der For­scher. Zu­dem wür­den Stu­di­en be­le­gen, dass eher grö­ße­re Po­li­zis­ten an­ge­grif­fen wer­den, da sich die Tä­ter von ih­nen eher be­droht fühl­ten.

Ge­werk­schafts­spre­che­rin Hübsch sag­te, dass man ei­ne bun­des­weit ein­heit­li­che Re­ge­lung be­grü­ßen wür­de. "Es ist nicht plau­si­bel, dass man in dem ei­nen Land 1,63 Me­ter und in ei­nem an­de­ren Land 1,60 Me­ter groß sein muss."


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Letzte Überarbeitung: 10. Juli 2018

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