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"Se­xua­li­ty Pay Gap" - Schwu­le Män­ner ver­die­nen we­ni­ger

Ei­ne neue Stu­die des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung be­sagt, dass ho­mo­se­xu­el­le Män­ner schlech­ter be­zahlt wer­den als ih­re he­te­ro­se­xu­el­len Kol­le­gen.
Regenbogenflagge Homosexualität, Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung

31.08.2017. (dpa/wie) - Schät­zun­gen des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW) zu­fol­ge, be­zeich­nen sich et­wa zwei Pro­zent der Er­wach­se­nen in Deutsch­land als ho­mo- oder bi­se­xu­ell.

Die Män­ner aus die­ser Grup­pe wer­den laut ei­ner ak­tu­el­len Stu­die deut­lich schlech­ter be­zahlt als ih­re he­te­ro­se­xu­el­len Kol­le­gen.

Das DIW wer­te­te Da­ten ei­ner deutsch­land­weit durch­ge­führ­ten be­völ­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ven Um­fra­ge (So­zio-öko­no­mi­scher Pa­nel) aus, bei der ne­ben Be­ruf und Bil­dung auch An­ga­ben zu Ein­kom­men und se­xu­el­ler Iden­ti­tät ge­macht wur­den. Im Er­geb­nis lag der rea­le Brut­to-St­un­den­lohn ei­nes schwu­len Man­nes im Durch­schnitt um 2,14 Eu­ro nied­ri­ger als der ei­nes He­te­ro­se­xu­el­len. Be­rei­nigt um Fak­to­ren wie Bran­che, Bil­dung und Al­ter be­tra­ge die Dif­fe­renz so­gar 2,64 Eu­ro, so der Be­richt. Dies be­zeich­nen die Stu­di­en­au­to­ren um Mar­tin Kroh als "Se­xua­li­ty Pay Gap".

Di­rek­te Rück­schlüs­se auf ei­ne Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der se­xu­el­len Ori­en­tie­rung woll­te das DIW je­doch nicht be­stä­ti­gen. "Das ist erst­mal nur ein In­di­ka­tor", so Kroh. "Ver­mut­lich gibt es ei­ne Rei­he von Er­klä­run­gen für die Lohn­lü­cke." Ein Bei­spiel sei, dass ho­mo­se­xu­el­le Män­ner mehr Über­stun­den leis­ten wür­den, was den St­un­den­lohn sen­ke.

Die Aus­wer­tung er­gab auch, das of­fen ho­mo­se­xu­el­le Men­schen im Schnitt bes­ser aus­ge­bil­det sind als He­te­ro­se­xu­el­le. Die Au­to­ren be­män­gel­ten al­ler­dings, dass es noch im­mer zu we­nig Da­ten über Schwu­le und Les­ben ge­be, da die So­zi­al­be­rich­te der Bun­des­re­gie­rung die­ses Merk­mal nicht be­rück­sich­tig­ten.

In­ter­es­san­ter­wei­se ging aus der Ana­ly­se eben­falls her­vor, dass les­bi­sche Frau­en so­gar rund zwei Eu­ro mehr ver­die­nen als ih­re he­te­ro­se­xu­el­len Kol­le­gin­nen. Die­se Da­ten sind laut Kroh al­ler­dings kaum be­last­bar, da sie sta­tis­ti­schen Un­ge­nau­ig­kei­ten un­ter­wor­fen sind.

Die Ge­schäfts­füh­re­rin der Deut­schen Ge­sell­schaft für Per­so­nal­füh­rung, Ka­tha­ri­na Heu­er for­dert "ei­ne fai­re und ge­rech­te Be­zah­lung, un­ab­hän­gig von Ge­schlecht, Her­kunft oder eben auch se­xu­el­ler Ori­en­tie­rung" und ap­pel­liert an die Un­ter­neh­men: "In Zei­ten des Fach­kräf­te­man­gels kann sich kein Ar­beit­ge­ber Dis­kri­mi­nie­rung, in wel­cher Hin­sicht auch im­mer, leis­ten."


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 31. August 2017

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