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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/314

Sie­mens-Chef wehrt sich ge­gen Kri­tik

Der Chef des Elek­tro­kon­zerns, Joe Ka­e­ser, ver­tei­digt den ge­plan­ten Stel­len­ab­bau und for­dert die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter zu Ver­hand­lun­gen auf
Stellenabbau, Entlassungen, Entlassungswelle

21.12.2017. (dpa/wie) - Nach­dem im Ok­to­ber Plä­ne über ei­nen Stel­len­ab­bau beim Elek­tro­kon­zern Sie­mens be­kannt ge­wor­den sind, hat­te die Ge­werk­schaft IG Me­tall und der Sie­mens-Be­triebs­rat die man­gel­haf­te Kom­mu­ni­ka­ti­on des Un­ter­neh­mens kri­ti­siert (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/283a Sie­mens: Ge­werk­schaft und Be­triebs­rat kri­ti­sie­ren Kon­zern­füh­rung).

Mit­te No­vem­ber kün­dig­te Sie­mens dann of­fi­zi­ell an, in den Kraft­werks- und An­triebs­spar­ten 6.900 Ar­beits­plät­ze zu strei­chen, die Hälf­te da­von in Deutsch­land. Die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter hat­ten dar­auf­hin Ge­sprä­che über Be­triebs­schlie­ßun­gen und be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen ab­ge­lehnt und Streiks an­ge­droht.

In ei­ner Pres­se­mel­dung vom 30.11.2017 sprach die IG Me­tall dann von Ge­sprä­chen mit der Fir­men­lei­tung, um "Be­we­gung in die fest­ge­fah­re­ne Si­tua­ti­on zu brin­gen". Um Ver­hand­lun­gen han­de­le es sich je­doch nicht, so die Ge­werk­schaft.

Sie­mens-Chef, Joe Ka­e­ser, kri­ti­sier­te die­se Un­ter­schei­dung am Mon­tag in Mün­chen. "Der ein­zi­ge Grund, war­um die­ses Haar­spal­ten jetzt ge­macht wird, ist, dass man sich nicht kor­ri­gie­ren muss. Weil man ein­mal ge­sagt hat, wir ver­han­deln mit de­nen nicht, be­vor sie die Schlie­ßungs­plä­ne nicht zu­rück­neh­men." Er for­der­te den Be­triebs­rat und die Ge­werk­schaft des­halb auf, ih­ren Wi­der­stand ge­gen Ver­hand­lun­gen über Stel­len­ab­bau und Werks­schlie­ßun­gen auf­zu­ge­ben.

Ka­e­ser zeig­te je­doch auch Ver­ständ­nis für die Kri­tik: "Es gab ei­ni­ge Din­ge, die nicht so toll wa­ren, dass man Re­kord­er­geb­nis­se ver­kün­det, und drei Wo­chen spä­ter kommt die Re­struk­tu­rie­rung." Er be­ton­te, dass der Ge­winn bei Sie­mens nicht das ein­zi­ge Kri­te­ri­um sei. "Der Wert der In­te­gra­ti­on der Ge­sell­schaft ist hö­her als ein Punkt Mar­ge oder zwei", so Ka­e­ser.

Zu­dem üb­te der Chef des Elek­tro­kon­zerns Kri­tik an den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern und de­ren ver­meint­li­che Ver­wei­ge­rungs­hal­tung. "Wenn man's ganz harsch for­mu­liert: Was bis­her in die­ser Sie­mens-Dis­kus­si­on zum Aus­druck ge­kom­men ist, ist das Ver­sa­gen der So­zi­al­part­ner, sich auf Trans­for­ma­ti­on ge­mein­schaft­lich ein­zu­stel­len", sag­te Ka­e­ser. Au­ßer­dem warf er so­wohl der Ge­werk­schaft als auch der SPD man­geln­de Be­tei­li­gung auf­grund an­der­wei­ti­ger Be­schäf­ti­gun­gen wie Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen und Ta­rif­aus­ein­an­der­set­zun­gen vor.


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Letzte Überarbeitung: 28. März 2018

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