HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/062

Staat­li­che In­ves­ti­tio­nen in Er­wach­se­nen­bil­dung zu ge­ring?

Bil­dung im Er­wach­se­nen­al­ter ge­winnt zu­neh­mend an Be­deu­tung. Den­noch in­ves­tiert der Staat we­ni­ger Geld als noch vor 25 Jah­ren
berufliche Weiterbildung, Schulung, Jung und Alt

11.03.2019. (dpa/fle) - Ob­wohl der Staat seit Mit­te der 1990er-Jah­re im­mer mehr Geld in den Bil­dungs­sek­tor in­ves­tiert hat, hat er sich ei­ner neu­en Un­ter­su­chung zu­fol­ge aus der Fi­nan­zie­rung von Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men stark zu­rück­ge­zo­gen.

Wie ei­ne Stu­die der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Es­sen im Auf­trag der Ber­tels­mann-Stif­tung zeigt, sind die In­ves­ti­tio­nen der öf­fent­li­chen Hand für die Er­wach­se­nen­bil­dung zwi­schen 1995 und 2015 um ins­ge­samt 43 Pro­zent ge­sun­ken.

Dies kom­pen­sie­ren dem­nach Be­trie­be und die Ler­nen­den selbst. In an­de­re Bil­dungs­be­rei­che - von der Ki­ta bis zur Hoch­schu­le - sei­en hin­ge­gen im­mer mehr Mit­tel ge­flos­sen.

Der Groß­teil der Wei­ter­bil­dungs­aus­ga­ben wird laut der Stu­die pri­vat ge­tra­gen: 11,1 Mil­li­ar­den EUR schul­ter­ten im Jahr 2015 die Be­trie­be. 9,5 Mil­li­ar­den EUR tru­gen die Teil­neh­mer von Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­ten selbst. Bund, Län­der und Kom­mu­nen in­ves­tier­ten den Da­ten zu­fol­ge mit rund 6,3 Mil­li­ar­den EUR im Ver­gleich den kleins­ten An­teil.

Ak­tu­el­le­re Ge­samt­da­ten las­sen sich den Stu­di­en­au­to­ren zu­fol­ge nicht er­mit­teln, weil ei­ni­ge da­für not­wen­di­ge Da­ten­grund­la­gen erst mit gro­ßer zeit­li­cher Ver­zö­ge­rung ver­öf­fent­licht wer­den.

Zwar ste­cken Bund, Län­der und Kom­mu­nen laut Stu­die seit dem Tief­punkt 2012 (4,9 Mrd. EUR) in­zwi­schen wie­der ge­ring­fü­gig mehr in Wei­ter­bil­dungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men. "Ei­ne deut­li­che Trend­wen­de kön­nen wir aber nicht er­ken­nen", sag­te Bil­dungs­ex­per­te Mar­tin Noack von der Ber­tels­mann-Stif­tung. Die seit­her ver­stärk­ten Maß­nah­men kä­men vor al­lem kurz­zei­tig Ar­beits­lo­sen, aber nur sel­ten Ge­ring­qua­li­fi­zier­ten und Hartz-IV-Emp­fän­gern zu Gu­te.

Die Stu­di­en­au­to­ren äu­ßer­ten die Be­fürch­tung, dass vor al­lem Ge­ring­qua­li­fi­zier­te auf der Stre­cke blie­ben. Die­se näh­men schon jetzt deut­lich sel­te­ner an be­ruf­li­chen Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men teil als der Durch­schnitts­bür­ger. Ih­nen fehl­ten ei­ner­seits die Mit­tel, um Wei­ter­bil­dun­gen aus ei­ge­ner Ta­sche zu zah­len. An­de­rer­seits wür­den sie sel­te­ner vom Ar­beit­ge­ber ge­för­dert. "Bei ei­ner zum Groß­teil pri­va­ti­sier­ten Wei­ter­bil­dung er­le­ben wir, was wir das Mat­thä­us­prin­zip in der Bil­dung nen­nen: "Wer hat, dem wird ge­ge­ben", die an­de­ren ge­hen leer aus. Das ver­fes­tigt Un­gleich­hei­ten", sag­te Noack.

Im Som­mer wol­len das Bil­dungs- und das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um den Ex­per­ten zu­fol­ge die na­tio­na­le Wei­ter­bil­dungs­stra­te­gie vor­le­gen. Die po­li­ti­sche For­de­rung, mehr und ziel­grup­pen­ge­nau­er in le­bens­lan­ges Ler­nen zu in­ves­tie­ren, will die Stif­tung da­her auch als Bei­trag zur po­li­ti­schen De­bat­te ver­stan­den wis­sen. "Ge­ra­de im Zeit­al­ter der vor­an­schrei­ten­den Di­gi­ta­li­sie­rung müs­sen die Men­schen mehr Chan­cen ha­ben, sich wei­ter­zu­qua­li­fi­zie­ren", be­ton­te Stif­tungs­vor­stand Jörg Drä­ger. Staat­li­che Un­ter­stüt­zung bei der Wei­ter­bil­dung müs­se da­bei den 4,6 Mil­lio­nen Ge­ring­qua­li­fi­zier­ten in Deutsch­land mehr als bis­her zu Gu­te kom­men.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. Mai 2019

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2019:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de