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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/061

Sta­tis­ti­ken zum in­ter­na­tio­na­len Frau­en­tag

Die Ar­muts­ge­fähr­dung von Frau­en hat in den letz­ten Jah­ren zu­ge­nom­men und die Ge­halts­lü­cke zu den Män­nern ist in Deutsch­land so groß wie in fast kei­nem an­de­ren EU-Staat
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08.03.2018. (dpa/wie) - Ak­tu­el­le Da­ten an­läss­lich des in­ter­na­tio­na­len Frau­en­tags zei­gen Licht und Schat­ten hin­sicht­lich der Si­tua­ti­on von Frau­en in der Ar­beits­welt.

Auf der ei­nen Sei­te konn­ten 72 Pro­zent der 25- bis 55-jäh­ri­gen Frau­en in Deutsch­land im Jahr 2016 ih­ren Le­bens­un­ter­halt aus ei­ge­ner Er­werbs­tä­tig­keit be­strei­ten.

Das sind acht Pro­zent mehr als noch zehn Jah­re zu­vor, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt am Mitt­woch mit­teil­te.

Die Schat­ten­sei­te zeigt je­doch, dass im sel­ben Jahr 17,8 Pro­zent der Frau­en (7,3 Mil­lio­nen) von Ar­mut be­droht wa­ren. Im Jahr 2006 wa­ren es noch 13 Pro­zent (5,4 Mil­lio­nen). Als ar­muts­ge­fähr­det gel­ten Men­schen, die we­ni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren Ein­kom­mens ver­die­nen (1.063,75 Eu­ro in 2016). Die Quo­te der ar­muts­ge­fähr­de­ten Män­ner ist mit 15,2 Pro­zent deut­lich nied­ri­ger und die fi­nan­zi­el­le Selbst­stän­dig­keit durch die ei­ge­ne Er­werbs­tä­tig­keit um 14 Pro­zent hö­her, als die der Frau­en.

In Be­zug auf den Lohn­un­ter­schied zwi­schen Män­nern und Frau­en liegt Deutsch­land im EU-wei­ten Ne­ga­tiv­ran­king mit 21,5 Pro­zent auf Platz drei. Le­dig­lich für Est­land (25,3 Pro­zent) und Tsche­chi­en (21,8 Pro­zent) wur­de ei­ne hö­he­re Ge­halts­lü­cke er­mit­telt. Auch den EU-Durch­schnitt von 16,2 Pro­zent über­trifft die Bun­des­re­pu­blik deut­lich. Den nied­rigs­ten un­be­rei­nig­ten Gen­der Pay Gap konn­ten Ru­mä­ni­en (5,2 Pro­zent), Ita­li­en (5,3 Pro­zent) und Lu­xem­burg (5,5 Pro­zent) vor­wei­sen, wie aus Zah­len von Eu­ro­s­tat her­vor­geht.

Ka­ta­ri­na Bar­ley (SPD), Bun­des­mi­nis­te­rin für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frau­en und Ju­gend, stell­te fest, dass "si­cher ge­glaub­te Fort­schrit­te wie­der in Fra­ge ge­stellt wer­den" und be­ton­te, dass Gleich­stel­lung nicht von al­lein pas­sie­re. Sa­bi­ne Zim­mer­mann, So­zi­al­ex­per­tin der Links­frak­ti­on, sag­te der Deut­schen Pres­se-Agen­tur, dass Frau­en durch nied­ri­ge Löh­ne und un­frei­wil­li­ge Teil­zeit be­nach­tei­ligt wür­den.

El­ke Han­nack, stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Deut­schen Ge­werk­schafts­bunds (DGB), warn­te un­ter­des­sen vor ei­nem "Zu­rück zum Heim­chen am Herd und dem Mann als Al­lein­ver­die­ner" und ver­wies da­bei auf die im Grund­ge­setz fest­ge­schrie­be­ne Gleich­be­rech­ti­gung. Gleich­zei­tig for­der­te sie die künf­ti­ge Bun­des­re­gie­rung zum Ab­bau von Gleich­be­rech­ti­gungs­hür­den, wie der "Ent­gelt­lü­cke", der "Ar­beits­zeit­lü­cke" und der "Ren­ten­lü­cke" zwi­schen Frau­en und Män­nern auf.


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Letzte Überarbeitung: 23. Oktober 2018

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