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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/026

Stu­die: Leh­rer ar­bei­ten län­ger als ver­gleich­ba­re Be­schäf­tig­te im öf­fent­li­chen Dienst

Im Streit um die Ar­beits­zeit von Lehr­kräf­ten in Deutsch­land hat die Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) ei­ne bun­des­wei­te Stu­die ver­öf­fent­licht
Lehrerin in einer Grundschulklasse mit Schülern, Schule

29.01.2018. (dpa/wie) – Be­reits im Au­gust 2016 ver­öf­fent­lich­te die Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) ei­ne Stu­die zur Ar­beits­zeit von Lehr­kräf­ten (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 16/242 GEW-Stu­die Gym­na­si­al­leh­rer ar­bei­ten drei St­un­den pro Wo­che zu­viel). Da­mals wur­de die Stu­die auf nie­der­säch­si­sche Gym­na­si­al­leh­rer be­schränkt, die den Er­geb­nis­sen zu­fol­ge im Schnitt drei St­un­den und fünf Mi­nu­ten zu viel ar­bei­te­ten.

Auch das nie­der­säch­si­sche Kul­tus­mi­nis­te­ri­um mach­te im ver­gan­ge­nen Jahr ei­ne ent­spre­chen­de Un­ter­su­chung und kam für al­le Leh­rer der Re­gi­on durch­schnitt­lich auf 46,5 Ar­beits­stun­den pro Wo­che und da­mit 6,5 St­un­den mehr, als das Be­am­ten­ge­setz vor­sah (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/270 Ar­beits­zeit­ana­ly­se an Schu­len).

Nun hat die GEW ei­ne bun­des­wei­te Stu­die über die Ar­beits­zei­ten von Lehr­kräf­ten ver­öf­fent­licht, die von der Ge­org-Au­gust-Uni­ver­si­tät durch­ge­führt wur­de. Dem­nach ar­bei­ten Leh­rer in Deutsch­land un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Schul­fe­ri­en pro Wo­che ei­ne St­un­de und 40 Mi­nu­ten län­ger als ver­gleich­ba­re Be­schäf­tig­te im öf­fent­li­chen Dienst.

Laut der GEW-Bun­des­vor­sit­zen­den, Mar­lis Te­pe, sei das auf stän­dig neue Auf­ga­ben für Leh­rer und ei­ne teil­wei­se Er­hö­hung der Pflicht­stun­den über die letz­ten 20 Jah­re zu­rück­zu­füh­ren. Dies be­deu­te auch ei­ne Ge­fähr­dung der Ge­sund­heit der Leh­rer, wes­halb ei­ne Ent­las­tung drin­gend not­wen­dig sei.

Auch der Göt­tin­ger So­zi­al­wis­sen­schaft­ler Frank Muß­mann, der die Un­ter­su­chung lei­te­te, hält die ak­tu­el­len Zeit­vor­ga­ben für ei­ne Schlech­ter­stel­lung ge­gen­über ver­gleich­ba­ren Mit­ar­bei­tern im öf­fent­li­chen Dienst. „Die Ar­beits­zeit­ver­kür­zun­gen der letz­ten Jahr­zehn­te ka­men nur ver­spä­tet und nicht voll­stän­dig an“, er­klär­te Muß­mann. Auf­grund ei­ner qua­si ob­li­ga­to­ri­schen Sie­ben-Ta­ge-Wo­che in­ner­halb der Schul­zeit und der re­gel­mä­ßi­gen Auf­lö­sung von Ar­beits­zeit­gren­zen feh­le es laut dem Wis­sen­schaft­ler auch an Er­ho­lungs­pau­sen für die Lehr­kräf­te.


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Letzte Überarbeitung: 16. Oktober 2018

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