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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/101

Stu­die: Min­dest­lohn reicht nicht zum Le­ben in Groß­städ­ten

Der Hans-Böck­ler-Stif­tung zu­fol­ge sind die Le­bens­hal­tungs­kos­ten in deut­schen Groß­städ­ten zu hoch, um sie mit ei­ner Be­schäf­ti­gung zum ak­tu­el­len Min­dest­lohn zu de­cken
Mindestlohn Geldmünzen 8,84 Euro

24.04.2018. (dpa/wie) - Die ge­werk­schafts­na­he Hans-Böck­ler-Stif­tung hat ei­ne Stel­lung­nah­me für die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on hin­sicht­lich der An­pas­sung der ge­setz­li­chen Min­dest­ver­gü­tung im kom­men­den Jahr ab­ge­ge­ben.

Ba­sie­rend auf Da­ten des stif­tungs­ei­ge­nen In­sti­tuts für Ma­kro­öko­no­mie und Kon­junk­tur­for­schung so­wie des eben­falls zur Stif­tung ge­hö­ren­den Wirt­schafts- und So­zi­al­wis­sen­schaft­li­chen In­sti­tuts be­rech­ne­te die Stif­tung den Min­dest­lohn, der not­wen­dig wä­re, um die Le­bens­hal­tungs­kos­ten in den deut­schen Groß­städ­ten de­cken zu kön­nen.

Un­ter Be­zug­nah­me von Zah­len der ört­li­chen Job­cen­ter und der Bun­des­agen­tur für Ar­beit zu Mie­te und Heiz­kos­ten heißt es in der Stel­lung­nah­me, dass in 15 der 20 un­ter­such­ten Städ­te mehr als 9,50 Eu­ro pro St­un­de not­wen­dig wä­ren, um nicht auf zu­sätz­li­che Leis­tun­gen an­ge­wie­sen zu sein. Der ak­tu­el­le Min­dest­stun­den­lohn liegt bei 8,84 Eu­ro. "Wer zum Min­dest­lohn be­schäf­tigt ist, kann in vie­len Groß­städ­ten auch als Al­lein­ste­hen­der oft kein Le­ben oh­ne zu­sätz­li­chen Hartz-IV-Be­zug füh­ren", so die For­scher.

Laut der Stel­lung­nah­me des In­sti­tuts reicht der ak­tu­ell gül­ti­ge Min­dest­lohn un­ter den un­ter­such­ten Groß­städ­ten nur in Leip­zig aus, um mit ei­ner Wo­chen­ar­beits­zeit von 37,5 St­un­den le­ben zu kön­nen, oh­ne mit Hartz IV auf­sto­cken zu müs­sen. 37,5 St­un­den sind die durch­schnitt­lich in Ta­rif­ver­trä­gen ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit pro Wo­che.

Die Städ­te mit den höchs­ten not­wen­di­gen Min­dest­ver­gü­tun­gen sind dem­nach Mün­chen (12,77 Eu­ro), Köln (11,20 Eu­ro) und Bonn (10,84 Eu­ro). Für die Haupt­stadt wur­de ein Ent­gelt von min­des­tens 9,35 Eu­ro pro St­un­de be­rech­net.

Be­währt ha­be sich die Ein­füh­rung des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns laut der Au­to­ren den­noch. Es ha­be kei­ne ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf das Wirt­schafts­wachs­tum und die Be­leg­schaft ge­habt. Zu­dem sei ein deut­li­cher An­stieg der Ver­gü­tung im Nied­rig­lohn­sek­tor ver­zeich­net wor­den.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 2. Juli 2018

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