HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/022

Ta­rif­ei­ni­gung beim Bay­ri­schen Rund­funk

Nach ei­nem zä­hen Rin­gen auf bei­den sei­ten konn­te ei­ne Ta­rif­ei­ni­gung beim Bay­ri­schen Rund­funk er­reicht wer­den
Radiohören am Schreibtisch

30.01.2020. (dpa/fle) - Beim Baye­ri­schen Rund­funk gibt es nach mo­na­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen und erst­mals auch Sen­de­aus­fäl­len durch Streiks ei­ne Ta­rif­ei­ni­gung.

Die Be­schäf­tig­ten er­hal­ten ei­nen Ge­halts­zu­wachs in drei Stu­fen, wie der öf­fent­lich-recht­li­che Sen­der am Don­ners­tag­abend in Mün­chen mit­teil­te. Die ARD-An­stalt ver­pflich­tet sich zu­dem, bis En­de 2024 auf be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen zu ver­zich­ten.

Die Ta­rif­ei­ni­gung be­trifft nach An­ga­ben des Baye­ri­schen Rund­funks (BR) rund 3.500 fes­te Mit­ar­bei­ter, knapp 1.700 ar­beit­neh­mer­ähn­li­che freie Mit­ar­bei­ter und gut 400 Ga­gen­emp­fän­ger. Auf Ge­werk­schafts­sei­te be­stä­tig­te der Baye­ri­sche Jour­na­lis­ten-Ver­band (BJV) ei­ne Ei­ni­gung.

Die Ta­rif­ge­häl­ter der fes­ten Mit­ar­bei­ter wer­den nach BR-An­ga­ben rück­wir­kend zum April ver­gan­ge­nen Jah­res um 2,1 Pro­zent an­ge­ho­ben. Ab dem kom­men­den April gibt es wei­te­re 2,4 Pro­zent mehr und ein Jahr spä­ter noch ein­mal ein Plus von 2,25 Pro­zent.

Glei­ches gel­te für den Ho­no­rar-Rah­men der ar­beit­neh­mer­ähn­li­chen frei­en Mit­ar­bei­ter so­wie der Ga­gen­emp­fän­ger. Die Lauf­zeit der Ver­ein­ba­rung be­tra­ge 36 Mo­na­te mit ei­nem Son­der­kün­di­gungs­recht zum 31. März 2021.

Die Po­si­tio­nen hat­ten sich im ver­gan­ge­nen Jahr über meh­re­re Mo­na­te hin­weg durch ei­ne Rei­he von Streiks in Ra­dio, TV und den di­gi­ta­len An­ge­bo­ten ver­här­tet. In der BR-Ge­schich­te wa­ren es die ers­ten der­ar­ti­gen Ar­beits­nie­der­le­gun­gen. Auch in an­de­ren ARD-An­stal­ten gab es Streiks.

BR-Ver­wal­tungs­di­rek­tor Al­brecht Fren­zel zeig­te sich an­ge­sichts der Ei­ni­gung er­leich­tert: "Ich freue mich, dass wir uns nach zä­hem Rin­gen auf bei­den Sei­ten am En­de doch noch al­le auf­ein­an­der zu­be­wegt und ei­ne Lö­sung er­mög­licht ha­ben, mit der, glau­be ich, jetzt al­le gut le­ben kön­nen."

Für den BJV sag­te Ver­hand­lungs­füh­rer Den­nis Amour: "Wir sind zwar hin­ter un­se­ren Zie­len zu­rück­ge­blie­ben, konn­ten uns aber mit ei­ni­gen so­zia­len Kom­po­nen­ten durch­set­zen." Da­durch sei die Ei­ni­gung ins­ge­samt trag­bar. Die Ge­werk­schaft Ver­di be­ton­te, dass die­ser Ab­schluss nur durch Streiks mit emp­find­li­chen Aus­wir­kun­gen auf das Pro­gramm ha­be er­zielt wer­den kön­nen.

Der ak­tu­el­le Ta­rif­kon­flikt fand auch vor dem Hin­ter­grund der of­fe­nen Ent­schei­dung zur Hö­he des Rund­funk­bei­tra­ges statt. Er be­stimmt die Ein­nah­men der Sen­der und da­mit auch den Spiel­raum für Ge­häl­ter und Ho­no­ra­re.

Der Rund­funk­bei­trag liegt der­zeit bei 17,50 EUR pro Haus­halt im Mo­nat. Die un­ab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on zur Er­mitt­lung des Fi­nanz­be­darfs der Rund­funk­an­stal­ten (KEF) hat in ei­nem vor­läu­fi­gen Ent­wurf ei­ne An­he­bung auf 18,36 EUR vor­ge­schla­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. Januar 2020

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Für Personaler, betriebliche Arbeitnehmervertretungen und andere Arbeitsrechtsprofis: "Update Arbeitsrecht" bringt Sie regelmäßig auf den neusten Stand der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung. Informationen zu den Abo-Bedingungen und ein kostenloses Ansichtsexemplar finden Sie hier:

Alle vierzehn Tage alles Wichtige
verständlich / aktuell / praxisnah

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2020:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de