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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/052

Ta­rif­kon­flikt im öf­fent­li­chen Dienst spitzt sich zu

Es­ka­la­ti­ons­dro­hung durch Ver­di-Chef Bsirs­ke und Ar­beits­nie­der­le­gun­gen: Die Ta­rif­run­de im öf­fent­li­chen Dienst bleibt an­ge­spannt
Streik viele Streikende

26.02.2019. (dpa/fle) - Im Ta­rif­streit um den öf­fent­li­chen Dienst ha­ben die Ge­werk­schaf­ten mit mas­si­ven Warn­streiks und Groß­kund­ge­bun­gen den Druck auf die Ar­beit­ge­ber er­höht.

In Ber­lin blie­ben vie­le Ki­tas am Diens­tag ge­schlos­sen. Al­lein in der Haupt­stadt gin­gen mehr als 10.000 Lan­des­be­schäf­tig­te, vor al­lem Er­zie­her und Leh­rer, für mehr Geld auf die Stra­ße.

Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke schloss am Ran­de ei­ner Kund­ge­bung in Düs­sel­dorf ei­ne Aus­wei­tung der Aus­stän­de nicht aus: "Bei wei­te­rer Blo­cka­de­hal­tung der Ar­beit­ge­ber ist ei­ne Es­ka­la­ti­on der Streiks nicht aus­zu­schlie­ßen."

Am Don­ners­tag star­ten die Ge­werk­schaf­ten und die Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL) in Pots­dam in die drit­te und wo­mög­lich ent­schei­den­de Ver­hand­lungs­run­de. Ei­ne Ei­ni­gung am Wo­chen­en­de wird nicht aus­ge­schlos­sen.

In Ber­lin star­te­ten vor al­lem Leh­rer, Ki­ta- und Hort-Er­zie­her in ei­nen zwei­tä­gi­gen Warn­streik, da­zu An­ge­stell­te aus Hoch­schu­len, Ju­gend­äm­tern und an­de­ren Be­hör­den. Mit Trö­ten und Tril­ler­pfei­fen mach­ten die Pro­tes­tie­ren­den auf der Stra­ße ih­rem Un­mut über die Ar­beits­be­din­gun­gen Luft. Ge­werk­schaf­ter brüll­ten auf ei­ner klei­nen Büh­ne ins Mi­kro­fon. "Gu­te Bil­dung kos­tet Geld", rief ei­ner.

In Bay­ern de­mons­trier­ten rund 7.000 Be­schäf­tig­te für mehr Geld. Auch in Nord­rhein-West­fa­len de­mons­trier­ten tau­sen­de Be­schäf­tig­te. Mit Tril­ler­pfei­fen, Trom­meln und Trö­ten zo­gen mehr als 10.000 Men­schen durch Düs­sel­dorf. Tau­sen­de leg­ten auch in Uni­kli­ni­ken, Be­hör­den, Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len ih­re Ar­beit nie­der.

In Ba­den-Würt­tem­berg wa­ren un­ter an­de­rem Zen­tren für Psych­ia­tri­en von den Streiks be­trof­fen, in Sach­sen-An­halt Be­rufs­schu­len, Bi­blio­the­ken und Stra­ßen­bau­be­hör­den, im Saar­land Lan­des­ver­wal­tun­gen, die Uni­ver­si­täts­kli­nik und ge­werb­lich-tech­ni­sche Lan­des­be­trie­be und in Rhein­land-Pfalz Uni­ver­si­tä­ten und Lan­des­kran­ken­häu­ser.

"Wann, wenn nicht jetzt, gibt es den Raum für die über­fäl­li­gen, deut­li­chen Ge­halts­ver­bes­se­run­gen", sag­te Bsirs­ke. Doch noch lie­ge man in al­len we­sent­li­chen Punk­ten mit den Ar­beit­ge­bern aus­ein­an­der.

Die Ge­werk­schaf­ten for­dern für die rund ei­ne Mil­li­on Ta­rif­be­schäf­tig­ten der Län­der au­ßer Hes­sen un­ter an­de­rem sechs Pro­zent mehr Geld, min­des­tens aber 200 EUR mehr im Mo­nat. Der Ab­schluss sol­le zu­dem auf rund 2,3 Mil­lio­nen Be­am­te und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger über­tra­gen wer­den. Auch für Aus­zu­bil­den­de und Prak­ti­kan­ten soll es Ver­bes­se­run­gen ge­ben (Wir be­rich­te­ten in 18/311 Ver­di for­dert sechs Pro­zent mehr Lohn für Lan­des­be­diens­te­te).

Die Län­der wei­sen die For­de­run­gen als über­zo­gen zu­rück. Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Län­der, Ber­lins Fi­nanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz (SPD), mahn­te im Deutsch­land­funk, am En­de müs­se "das Pa­ket aus­ba­lan­ciert sein". Er zeig­te sich je­doch zu­ver­sicht­lich, dass ein ra­scher Ta­rif­ab­schluss mög­lich ist.

Auch am Mitt­woch ge­hen die Warn­streiks wei­ter. Ki­tas, Schu­len und Tei­le der Ver­wal­tung wer­den in Ber­lin be­streikt. Be­schäf­tig­te aus Nie­der­sach­sen und Bre­men wer­den zu ei­ner Groß­kund­ge­bung in Bre­men er­war­tet, bei der auch Bsirs­ke er­neut spricht. In Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Ba­den-Würt­tem­berg wer­den laut Ver­di ein­zel­ne Dienst­stel­len be­streikt, in Hes­sen die Uni­kli­nik Frank­furt. In Bay­ern sol­len eben­falls Uni­kli­ni­ken be­streikt wer­den.

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Letzte Überarbeitung: 30. März 2019

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