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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/020

Thys­sen­krupp will zu­rück zu den Wur­zeln

Thys­sen­krupp will sich wie­der ver­stärkt auf das Stahl­ge­schäft kon­zen­trie­ren. Doch für den Um­bau braucht es Geld
Stahlkocher, Stahlindustrie

28.01.2020. (dpa/fle) - Thys­sen­krupp will sich ganz oder in Tei­len von der pro­fi­ta­blen Auf­zugs­spar­te tren­nen, um den Kon­zern­um­bau fi­nan­zie­ren zu kön­nen.

Da­zu wird auch ein Bör­sen­gang ge­prüft.

Ei­ne Ent­schei­dung soll bis zum En­de des ers­ten Quar­tals fal­len, mög­li­cher­wei­se schon En­de Fe­bru­ar.

Der fin­ni­sche Kon­kur­rent Ko­ne hat am Diens­tag be­stä­tigt, ein An­ge­bot für die Auf­zugs­spar­te ab­ge­ge­ben zu ha­ben. Es han­de­le sich um ei­ne nicht-bin­den­de Of­fer­te, er­klär­ten die Fin­nen. An der Bör­se in Hel­sin­ki wur­de der Han­del mit Ko­ne-Ak­ti­en am Abend aus­ge­setzt.

Zum An­ge­bots­preis äu­ßer­te sich Ko­ne nicht. Der Wert der Of­fer­te lie­ge aber na­he dem Wert, der in Me­di­en kol­por­tiert wer­de, hieß es. Zu­vor hat­te die Nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg un­ter Be­ru­fung auf mit der Si­tua­ti­on ver­trau­te Per­so­nen be­rich­tet, dass Ko­ne zu­sam­men mit dem Fi­nanz­in­ves­tor CVC rund 17 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­bo­ten und da­mit das höchs­te An­ge­bot für die Thys­sen­krupp-Auf­zugs­spar­te ab­ge­ge­ben ha­be. Ein Thys­sen­krupp-Spre­cher woll­te die In­for­ma­tio­nen nicht kom­men­tie­ren.

Die Ge­sprä­che mit Thys­sen­krupp sei­en nicht-ex­klu­siv, hieß es von Ko­ne. Es ge­be kei­ne Ge­wiss­heit, dass es zu ei­ner Trans­ak­ti­on kom­men wer­de. Am Mon­tag war die Frist zur Vor­la­ge ei­ner Of­fer­te für Wett­be­wer­ber der Auf­zug­s­par­te aus­ge­lau­fen. Fi­nanz­in­ves­to­ren hat­ten ih­re An­ge­bo­te be­reits frü­her vor­le­gen müs­sen. Die Ak­tie von Thys­sen­krupp schloss am Diens­tag mit ei­nem Plus von über fünf Pro­zent.

Bei ei­nem Ver­kauf der Auf­zugs­spar­te des Thys­sen­krupp-Kon­zerns darf aber nach An­sicht der IG Me­tall nicht nur die Hö­he des Kauf­prei­ses den Aus­schlag ge­ben. Ent­schei­dend sei­en auch Si­cher­hei­ten für Be­schäf­tig­te, Stand­or­te und die üb­ri­gen Tei­le des Stahl- und In­dus­trie­kon­zerns, sag­te der NRW-Be­zirks­vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft, Knut Gies­ler, am Diens­tag in Düs­sel­dorf.

Bei ei­nem mög­li­chen Ver­kauf an Ko­ne sieht Ge­werk­schaft­ler Gies­ler, der auch stell­ver­tre­ten­der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der der Auf­zugs­spar­te ist, kar­tell­recht­li­che Pro­ble­me, da mit gro­ßem Ab­stand die Num­mer eins auf dem Auf­zugs­markt ent­ste­hen wür­de. Thys­sen­krupp ha­be aber kei­ne Zeit für ein lang­wie­ri­ges Kar­tell­ver­fah­ren.

Die Auf­zug­s­par­te ist das pro­fi­ta­bels­te Ge­schäft von Thys­sen­krupp und trägt den Lö­wen­an­teil zum Er­geb­nis bei. Thys­sen­krupp will sich künf­tig wie­der ver­stärkt auf das Stahl­ge­schäft kon­zen­trie­ren. Am Frei­tag hat das Un­ter­neh­men zur Haupt­ver­samm­lung ge­la­den.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 28. Januar 2020

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