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Ver­di for­dert sechs Pro­zent mehr Lohn für Lan­des­be­diens­te­te

Nach den kräf­ti­gen Ta­rif­lohn­er­hö­hun­gen für Bun­des- und Kom­mu­nal­an­ge­stell­te möch­te Ver­di ein ähn­lich gu­tes Er­geb­nis für den öf­fent­li­chen Dienst der Bun­des­län­der er­rei­chen
Feuerwehrmann Polizist Arzt

21.12.2018. (dpa/fle) - Im öf­fent­li­chen Dienst der Bun­des­län­der zeich­nen sich schwie­ri­ge Ta­rif­ver­hand­lun­gen ab.

Die Ge­werk­schaf­ten for­der­ten am Don­ners­tag sechs Pro­zent mehr Ge­halt für die rund ei­ne Mil­li­on An­ge­stell­ten, min­des­tens aber ein Plus von mo­nat­lich 200 EUR.

An­ge­sichts der Steu­er­ein­nah­men sei­en deut­li­che Ein­kom­mens­er­hö­hun­gen sehr gut fi­nan­zier­bar, er­klär­te der Vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft Ver­di, Frank Bsirs­ke.

Die Ar­beit­ge­ber si­gna­li­sier­ten deut­li­chen Wi­der­stand. Bei ei­ner In­fla­ti­ons­ra­te von et­wa zwei Pro­zent sei die For­de­rung "völ­lig über­zo­gen", er­klär­te der Ver­hand­lungs­füh­rer der Län­der, Ber­lins Fi­nanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz (SPD). "Auch wenn die Steu­er­ein­nah­men noch sta­bil sind, gibt es doch ers­te An­zei­chen ei­nes Ab­schwungs." Die Ver­hand­lun­gen zwi­schen den Ge­werk­schaf­ten und der Ta­rif­ge­mein­schaft deut­scher Län­der (TdL) be­gin­nen am 21.01.2019 in Ber­lin.

Ins­ge­samt geht es dort um 2,3 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­te, denn die an­ge­streb­te Ta­rif­ei­ni­gung für die gut ei­ne Mil­li­on An­ge­stell­ten soll an­schlie­ßend auf die 1,2 Mil­lio­nen Be­am­ten von Län­dern und Kom­mu­nen über­tra­gen wer­den so­wie dar­über hin­aus auch auf et­wa ei­ne Mil­li­on Pen­sio­nä­re. Hes­sen ist als ein­zi­ges Bun­des­land kein Mit­glied der TdL, über­nimmt aber in der Re­gel die ver­ein­bar­ten Ab­schlüs­se weit­ge­hend.

Der For­de­rungs­ka­ta­log, auf den sich die Ta­rif­kom­mis­sio­nen von Ver­di und dem dbb Be­am­ten­bund jetzt ver­stän­digt ha­ben, sieht ei­ne zwölf­mo­na­ti­ge Lauf­zeit des Ta­rif­ver­trags vor. Ne­ben dem sechs­pro­zen­ti­gen Ge­halts­zu­wachs wer­den auch deut­li­che Ver­bes­se­run­gen für Pfle­ge­kräf­te an­ge­peilt so­wie ein mo­nat­li­ches Plus von 100 EUR für al­le Aus­zu­bil­den­den.

Bsirs­ke er­klär­te, im Wett­be­werb mit der Pri­vat­wirt­schaft um gut aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te müs­se der öf­fent­li­che Dienst ein at­trak­ti­ver Ar­beit­ge­ber sein. Der dbb-Vor­sit­zen­de Ul­rich Sil­ber­bach sag­te, we­gen der al­ters­be­ding­ten Ab­gän­ge und des ho­hen Per­so­nal­be­darfs in den kom­men­den Jah­ren sei­en schnel­le Maß­nah­men nö­tig, um den öf­fent­li­chen Dienst zu ret­ten. "In den Leh­rer­zim­mern, Kli­ni­ken und Wachstu­ben brennt es lich­ter­loh."

Bei der bis­her letz­ten Ta­rif­run­de für die Län­der ei­nig­ten sich Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­ber An­fang 2017 nach meh­re­ren Warn­streiks auf ins­ge­samt 4,35 Pro­zent mehr Lohn bin­nen zwei Jah­ren (Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/054 Ei­ni­gung im Län­der-Ta­rif­streit - mehr Geld in zwei Stu­fen). Die Richt­schnur von Ver­di-Chef Bsirs­ke ist aber eher der jüngs­te Ta­rif­ab­schluss für den öf­fent­li­chen Dienst von Bund und Kom­mu­nen. Dort war im Früh­jahr ein Ein­kom­mens­zu­wachs von ins­ge­samt 7,5 Pro­zent in zwei­ein­halb Jah­ren ver­ab­re­det wor­den (Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/098 Durch­bruch bei Ta­rif­ver­hand­lun­gen im öf­fent­li­chen Dienst). Die­ses Er­geb­nis sei "rich­tungs­wei­send", be­ton­te Bsirs­ke.

Er räum­te al­ler­dings auch ein: "Ein­fach wer­den die Ver­hand­lun­gen nicht." Zu­min­dest das se­hen die Län­der ähn­lich. "Ich er­war­te sehr schwie­ri­ge Ta­rif­ver­hand­lun­gen", sag­te Kol­latz.

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Letzte Überarbeitung: 7. November 2019

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