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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/217

Ver.di prüft Ar­beits­be­din­gun­gen auf Han­dels­schif­fen

Die Ge­werk­schaft Ver.di und die In­ter­na­tio­na­le Trans­port­ar­bei­ter-Fö­de­ra­ti­on (ITF) kon­trol­lie­ren ei­ne Wo­che lang u.a. Ar­beits­zei­ten von See­leu­ten an deut­schen Hä­fen
Containerschiff Hafen Hamburg

03.09.2018. (dpa/wie) - Seit 1948 wer­den auf Initia­ti­ve der In­ter­na­tio­na­len Trans­port­ar­bei­ter-Fö­de­ra­ti­on (ITF) welt­weit Han­dels­schif­fe auf die Ein­hal­tung von Stan­dards für Ar­beits­be­din­gun­gen und Ta­rif­ver­trä­gen kon­trol­liert.

Im Zu­ge der "Bal­tic Week" sind vom heu­ti­gen Mon­tag bis Frei­tag die deut­schen Hä­fen an der Rei­he. Von Wil­helms­ha­ven über Bre­mer­ha­ven und Bre­men, Ham­burg, Lü­beck und Wis­mar bis Ros­tock wer­den Mit­glie­der der Ge­werk­schaft Ver.di in Deutsch­land fest­ge­mach­te Schif­fe u.a. auf die Ein­hal­tung von Ar­beits­zei­ten hin über­prüft.

Hin­ter­grund der Kam­pa­gne ist der Kampf ge­gen So­zi­al­dum­ping an Bord so­ge­nann­ter "Bil­lig­flag­gen"-Schif­fe. Da­bei han­delt es sich um Ree­der, die sich durch das Fah­ren un­ter den Flag­gen von z.B. Li­be­ria oder Mal­ta mit ge­rin­ge­ren So­zi­al- und Lohn­stan­dards ei­nen Wett­be­werbs­vor­teil ver­schaf­fen wol­len, so die Ver­di- Bun­des­vor­stands­mit­glied Chris­ti­ne Beh­le.

Von den 2.720 Schif­fen der deut­schen Han­dels­flot­te fuh­ren 2017 nach An­ga­ben des Ver­bands Deut­scher Ree­der (VDR) le­dig­lich 178 Schif­fe un­ter deut­scher Flag­ge. Die meis­ten (686) wa­ren in Li­be­ria, dem welt­weit größ­ten Schiffs­re­gis­ter mit rund 4.200 Schif­fen, ein­ge­tra­gen. Auf Platz zwei folg­te An­ti­gua und Bar­bu­da mit 672 deut­schen Schif­fen. Grün­de da­für sind ho­he Kos­ten und en­ge Be­schäf­ti­gungs­vor­schrif­ten in Deutsch­land. Dar­auf­hin hat­te der Ge­setz­ge­ber Er­leich­te­run­gen be­schlos­sen, so­dass seit Mit­te 2016 deut­sche Ree­der die Lohn­steu­er der See­leu­te kom­plett statt nur zu 40 Pro­zent be­hal­ten dür­fen. Auch die Ver­ord­nung über die Schiffs­be­set­zung wur­de ge­lo­ckert und in­ter­na­tio­na­len Stan­dards an­ge­passt.

Als Ta­rif­part­ner der Ge­werk­schaft Ver.di hat­te der VDR er­klärt, dass die See­leu­te von ei­nem so­zia­len Netz aus Ta­rif­ver­trä­gen, ei­nem welt­wei­ten Min­dest­lohn und ver­bind­li­chen Ar­beits- und So­zi­al­stan­dards pro­fi­tie­ren wür­den. "Frü­he­re Bil­lig­flag­gen sind zu Qua­li­täts­flag­gen ge­wor­den", sag­te VDR-Prä­si­di­ums­mit­glied Ralf Na­gel.


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Letzte Überarbeitung: 3. September 2018

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