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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/036

Ver­die­nen Aka­de­mi­ker am bes­ten?

Laut ei­ner ak­tu­el­len Stu­die ha­ben in den meis­ten Le­bens­pha­sen an­de­re Grup­pen beim Ein­kom­men die Na­se vorn
Einstiegsgehalt für Absolventen, Studium, Akademiker

20.02.20. (dpa/fle) - Meis­ter und Tech­ni­ker lie­gen beim Ge­samt­ein­kom­men die meis­te Zeit ih­res Le­bens vorn.

Erst mit An­fang 60 wer­den sie von den Aka­de­mi­kern über­holt, die dann durch­schnitt­lich ein hö­he­res Le­bens­ein­kom­men ha­ben.

Das geht aus ei­ner Un­ter­su­chung des Tü­bin­ger In­sti­tuts für An­ge­wand­te Wirt­schafts­for­schung (IAW) her­vor, die der Ba­den-Würt­tem­ber­gi­sche In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer­tag (BWIHK) am Don­ners­tag in Stutt­gart vor­stell­te.

Für die Stu­die un­ter­such­ten die Wis­sen­schaft­ler des IAW das Le­bens­ein­kom­men von 12.453 Per­so­nen der Jahr­gän­ge 1948 bis 1986, al­so das Geld, das sie bis zu ei­nem be­stimm­ten Al­ter ins­ge­samt ver­dient hat­ten. Die Wis­sen­schaft­ler hat­ten Zu­griff auf die an­ony­mi­sier­ten So­zi­al­ver­si­che­rungs­mel­dun­gen der Un­ter­such­ten und konn­ten da­her ex­akt be­rech­nen, wie viel Men­schen mit ei­ner be­stimm­ten Bil­dungs­bio­gra­fie zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt ver­dien­ten.

Ein Stu­di­um hat sich dem­nach in der Ver­gan­gen­heit erst mit Mit­te 30 fi­nan­zi­ell ge­lohnt: Bis zu ei­nem Al­ter von 35 hat­ten Aka­de­mi­ker we­ni­ger Le­bens­ein­kom­men an­ge­sam­melt als Men­schen mit Aus­bil­dung. Die hät­ten in der Pha­se die Na­se vorn, in der Haus­bau und Fa­mi­li­en­grün­dung wich­tig sei­en, sag­te BWIHK-Prä­si­dent Wolf­gang Gren­ke. Mit 35 hat­ten Men­schen mit Aus­bil­dung und Stu­di­um um die 260.000 EUR ver­dient, Meis­ter und Tech­ni­ker ka­men zu dem Zeit­punkt schon auf rund 355.000 EUR.

Be­lie­ßen es Men­schen bei ei­ner Aus­bil­dung und mach­ten kei­ne Wei­ter­bil­dung, fie­len sie laut der Stu­die aber im Lau­fe des Ar­beits­le­bens zu­rück und ver­dien­ten ins­ge­samt rund ein Drit­tel we­ni­ger als Aka­de­mi­ker so­wie Tech­ni­ker und Meis­ter. Mit 65 hat­ten Men­schen nur mit Aus­bil­dung ins­ge­samt rund 962.000 EUR, Meis­ter und Tech­ni­ker rund 1,41 Mil­lio­nen EUR und Aka­de­mi­ker rund 1,45 Mil­lio­nen EUR brut­to ver­dient.

Die Stu­die un­ter­schei­det nicht nach ein­zel­nen Be­ru­fen, au­ßer­dem sind et­wa auch Per­so­nen ein­ge­rech­net, die zwar ei­nen Ab­schluss er­war­ben, dann aber ar­beits­los wur­den oder aus an­de­ren Grün­den lan­ge nicht ar­bei­te­ten. Die ab­so­lu­ten Zah­len sind laut dem Stu­di­en­au­tor To­bi­as Bränd­le vom IAW da­her we­ni­ger aus­sa­ge­kräf­tig als ihr Ver­hält­nis zu­ein­an­der.

Laut der Stu­die hat­ten Per­so­nen, die erst ei­ne Aus­bil­dung mach­ten und dann noch ein Stu­di­um drauf­setz­ten, am En­de fast ge­nau­so viel Le­bens­ein­kom­men an­ge­sam­melt wie die­je­ni­gen, die di­rekt stu­dier­ten.

Per­so­nen oh­ne Ab­schluss ver­dien­ten dem­nach am En­de des Ar­beits­le­bens rund 822.000 EUR und da­mit knapp 15 Pro­zent we­ni­ger als Men­schen mit Aus­bil­dung. In die Ka­te­go­rie "oh­ne Ab­schluss" fal­len auch et­wa Stu­di­en­ab­bre­cher, die ten­den­zi­ell ei­nen gu­ten Bil­dungs­hin­ter­grund ha­ben. Un­ge­lern­te konn­ten laut der Stu­die frü­her vor al­lem in der In­dus­trie noch gut ver­die­nen. Ten­den­zi­ell loh­ne sich ei­ne Aus­bil­dung heu­te mehr als frü­her, sag­te Bränd­le vom IAW.

Nach Ein­schät­zung des Zen­trums für Bil­dungs­öko­no­mik am Münch­ner ifo In­sti­tut deu­tet vie­les dar­auf hin, dass künf­tig vor al­lem Rou­ti­ne-Tä­tig­kei­ten ge­fähr­det sei­en, zum Bei­spiel me­cha­ni­sche Tä­tig­kei­ten, aber auch Bü­ro­jobs mit rou­ti­ni­sier­ba­ren Tä­tig­kei­ten im Ban­ken- oder Ver­si­che­rungs­sek­tor. Da­ge­gen dürf­ten Tä­tig­kei­ten pro­fi­tie­ren, für die so­zia­le oder krea­ti­ve Kom­pe­ten­zen nö­tig sei­en.

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Letzte Überarbeitung: 24. Februar 2020

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