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Ver­dienst­lü­cke bleibt wei­ter­hin be­stän­dig

Die Ver­dients­lü­cke zwi­schen Män­nern und Frau­en hat sich zwar ver­klei­nert, be­steht je­doch wei­ter­hin fort - mit Un­ter­schie­den zwi­schen Ost und West
Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen, Gender Pay Gap

15.03.2019. (dpa/fle) - Frau­en ver­die­nen trotz Auf­hol­jagd auf dem Ar­beits­markt wei­ter­hin we­ni­ger als Män­ner und ar­bei­ten oft in Jobs, für die sie über­qua­li­fi­ziert sind.

Das ist das Er­geb­nis ei­ner von der Ber­tels­mann Stif­tung ge­för­der­ten Lang­zeit­stu­die ei­nes For­scher­teams der FU Ber­lin, die am Mon­tag in Gü­ters­loh vor­ge­stellt wer­den soll.

Frau­en sei­en "Auf­stei­ge­rin­nen der letz­ten 40 Jah­re" und hät­ten bei Aus­bil­dung und Ein­kom­men seit den 1970er Jah­ren deut­lich zu­ge­legt, hieß es vor­ab am Frei­tag zum "Equal Pay Day" (18.03.2019).

Zwi­schen 1970 und 2013 sei der An­teil der weib­li­chen Hoch­schul­ab­sol­ven­ten in West­deutsch­land stark ge­stie­gen, die Zahl der er­werbs­tä­ti­gen Frau­en ha­be sich in den al­ten Bun­des­län­dern auf rund 12 Mil­lio­nen ver­dop­pelt. Der Bil­dungs­er­folg der Frau­en spieg­le sich aber noch im­mer nicht in den aus­ge­üb­ten Tä­tig­kei­ten wi­der. So ar­bei­te­ten Frau­en viel häu­fi­ger in Teil­zeit als Män­ner.

Und Frau­en sei­en oft in Jobs tä­gig, für die sie for­mal über­qua­li­fi­ziert sei­en - das galt der Un­ter­su­chung zu­fol­ge für 61 Pro­zent der Frau­en mit Hoch­schul­ab­schluss im Jahr 2012 bun­des­weit. Wäh­rend männ­li­che Aka­de­mi­ker im Schnitt nach Steu­ern und Trans­fers über rund 3.800 EUR Ein­kom­men - 2013 und in West­deutsch­land - ver­füg­ten, wa­ren es bei den Aka­de­mi­ke­rin­nen nur 2.050 EUR mo­nat­lich.

Laut Sta­ti­schem Bun­des­amt hat­ten Frau­en 2018 bun­des­weit im Schnitt 21 Pro­zent we­ni­ger auf dem Ge­halts­zet­tel als Män­ner - auch weil sie oft in Teil­zeit oder Mi­ni­jobs tä­tig sei­en und sel­te­ner in Füh­rungs­po­si­tio­nen.

In Bran­den­burg ist die Lohn­lü­cke zwi­schen Män­nern und Frau­en im ver­gan­ge­nen Jahr mit nur zwei Pro­zent auf den nied­rigs­ten Wert al­ler Bun­des­län­der ge­sun­ken. Frau­en ver­dien­ten dort im Durch­schnitt 16,08 EUR brut­to pro St­un­de, wäh­rend Män­ner ei­nen Brut­to­stun­den­ver­dienst von 16,49 EUR hat­ten, wie das Amt für Sta­tis­tik Ber­lin-Bran­den­burg am Frei­tag mit­teil­te. Da­mit set­ze sich ein Trend fort: Seit 2014 sei der Lohn­ab­stand kon­ti­nu­ier­lich um ins­ge­samt 5 Pro­zent­punk­te ge­sun­ken.

Da­ge­gen wuchs die Lohn­lü­cke in Ber­lin ver­gan­ge­nes Jahr ge­gen­über 2017 wie­der um ei­nen Pro­zent­punkt auf 14 Pro­zent. Den größ­ten Ab­stand wies Ba­den-Würt­tem­berg mit 26 Pro­zent aus.

Ei­ne grö­ße­re Ge­halts­lü­cke zwi­schen Män­nern und Frau­en sei vor al­lem im Wes­ten Deutsch­lands ver­brei­tet, er­läu­ter­ten die Sta­tis­ti­ker. Ein wich­ti­ger Fak­tor sei­en die in der Re­gi­on an­ge­sie­del­ten Un­ter­neh­men. So ver­dien­ten an In­dus­trie­stand­or­ten Män­ner in der Re­gel deut­lich mehr als Frau­en. Au­ßer­dem sei­en die Ver­diens­te der Män­ner in Ost­deutsch­land nach wie vor er­heb­lich ge­rin­ger als im Wes­ten.

Rech­net man die ge­rin­ge­re Be­zah­lung zeit­lich in Ta­ge um, ar­bei­ten Frau­en in die­sem Jahr bis zum 18.03.2019 un­be­zahlt. Dies bil­det den Aus­gangs­punkt zum sog. Equal Pay Day. Auch die­ses Jahr wol­len bun­des­weit Men­schen auf die Stra­ße ge­hen und für ei­ne ge­rech­te­re Be­zah­lung de­mons­trie­ren.

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Letzte Überarbeitung: 17. März 2019

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