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VW über­rascht mit gu­ten Zah­len

Ob­wohl VW in den ers­ten sechs Mo­na­ten we­ni­ger Fahr­zeu­ge aus­ge­lie­fert hat, über­rascht der Kon­zern mit gu­ten Zah­len
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25.07.2019. (dpa/fle) - Der Volks­wa­gen-Kon­zern hat trotz der Kri­sen­stim­mung in der Au­to­bran­che im zwei­ten Quar­tal ein über­ra­schend gu­tes Er­geb­nis ein­ge­fah­ren.

Die Sport­wa­gen­toch­ter Por­sche und auch die Kern­mar­ke VW ha­ben ih­re Er­geb­nis­se ge­gen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum ge­stei­gert.

Der Kon­zern pro­fi­tiert zu­dem da­von, dass der An­teil pro­fi­ta­bler SUV-Mo­del­le am Ab­satz grö­ßer wird und mehr Mo­del­le auf der glei­chen Platt­form - und so­mit kos­ten­güns­ti­ger - ge­baut wer­den.

"Der Volks­wa­gen-Kon­zern hat sich im ers­ten Halb­jahr in ei­nem sich ins­ge­samt ab­schwä­chen­den Ge­samt­markt sehr gut ge­schla­gen", sag­te VW-Fi­nanz­vor­stand Frank Wit­ter am Don­ners­tag bei der Zah­len­vor­la­ge in Wolfs­burg. Beim Aus­blick blie­ben er und Kon­zern­chef Her­bert Diess al­ler­dings vor­sich­tig. Ob­wohl nach ei­nem hal­ben Jahr die um Son­der­ein­flüs­se be­rei­nig­te Um­satz­ren­di­te des ope­ra­ti­ven Er­geb­nis­ses bei 8 Pro­zent liegt, bleibt das Jah­res­ziel beim Kor­ri­dor von 6,5 bis 7,5 Pro­zent.

Der Quar­tals­um­satz stieg im Vor­jah­res­ver­gleich trotz we­ni­ger Aus­lie­fe­run­gen um 6,6 Pro­zent auf 65,2 Mil­li­ar­den EUR. Von April bis Ju­ni hat­te Volks­wa­gen mit sei­nen zwölf Fahr­zeug­mar­ken 2,76 Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge an Kun­den aus­ge­lie­fert, das wa­ren 2,8 Pro­zent we­ni­ger als ein Jahr zu­vor. Ins­be­son­de­re die Flau­te in Chi­na macht dem Kon­zern da­bei zu schaf­fen. Das um Son­der­ein­flüs­se be­rei­nig­te Er­geb­nis vor Zin­sen und Steu­ern fiel um 8,1 Pro­zent auf 5,13 Mil­li­ar­den EUR, Ex­per­ten hat­ten aber mit noch we­ni­ger ge­rech­net.

Un­ter dem Strich stieg der VW-Ge­winn so­gar um fast ein Vier­tel auf 4,1 Mil­li­ar­den EUR. Vor ei­nem Jahr hat­te die Die­sel­af­fä­re mit 1,6 Mil­li­ar­den EUR Son­der­kos­ten be­las­tet. Ins­ge­samt hat Volks­wa­gen seit Be­kannt­wer­den der Soft­ware-Ma­ni­pu­la­ti­on von Die­sel­mo­to­ren schon 30 Mil­li­ar­den EUR für Ver­glei­che, Stra­fen und an­de­re Kos­ten im Zu­sam­men­hang mit der Af­fä­re ver­bucht. Im zwei­ten Quar­tal 2019 muss­te VW da­für aber kein wei­te­res Geld an die Sei­te le­gen.

Der Ab­gas­skan­dal be­schäf­tig­te das Un­ter­neh­men den­noch auch am Don­ners­tag: Das Ar­beits­ge­richt Braun­schweig soll­te über die Kün­di­gung ei­ner ehe­ma­li­gen VW-Füh­rungs­kraft ur­tei­len, die in die Die­sel­af­fä­re ver­wi­ckelt sein soll. Die frü­he­re Ab­tei­lungs­lei­te­rin ist auch ei­ne der Be­schul­dig­ten im Er­mitt­lungs­ver­fah­ren der Staats­an­walt­schaft Braun­schweig. Volks­wa­gen wirft der Frau vor, sie ha­be an der Ma­ni­pu­la­ti­on von Ab­gas­soft­ware mit­ge­wirkt und Da­ten ge­löscht.

Ei­nen wich­ti­gen An­teil an den gu­ten Halb­jah­res­zah­len des Kon­zerns hat Por­sche. Die Sport­wa­gen­toch­ter ver­zeich­ne­te in der Au­to­mo­bil­spar­te ein Um­satz­plus von fast 30 Pro­zent. Im zwei­ten Quar­tal hol­te Por­sche vor al­lem in Chi­na auf, Pre­mi­um- und Lu­xus­au­tos lau­fen auch auf dem der­zeit schwa­chen chi­ne­si­schen Markt noch gut. Das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis klet­ter­te um rund 15 Pro­zent auf 1,29 Mil­li­ar­den EUR.

Aber auch die lan­ge ren­di­te­schwa­che Kern­mar­ke Volks­wa­gen Pkw konn­te Er­fol­ge vor­wei­sen. Das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis leg­te um gut 9 Pro­zent auf 1,37 Mil­li­ar­den EUR zu.

Die Ent­schei­dung über ein neu­es VW-Werk in Süd­ost­eu­ro­pa ist der­weil wei­ter of­fen. Be­rich­ten zu­fol­ge hat die Tür­kei bes­te Chan­cen, aber auch Bul­ga­ri­en soll im Ren­nen sein. In bei­den Län­dern sind die Per­so­nal­kos­ten nied­ri­ger als in Deutsch­land.

Wäh­rend es sich bei dem ge­plan­ten Werk um ei­ne Mil­li­ar­den­in­ves­ti­ti­on han­deln dürf­te, läuft bis En­de 2020 noch ein Spar­pro­gramm, das VW im Herbst 2016 mit der Ar­beit­neh­mer­sei­te ver­ab­re­det hat­te. Es sieht den welt­wei­ten Ab­bau von 30.000 Stel­len vor, 23.000 da­von in Deutsch­land.

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Letzte Überarbeitung: 25. Juli 2019

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