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Wachs­tums­ra­te des In­ter­net­han­dels auch 2018 zwei­stel­lig

Der Ein­zel­han­del wird di­gi­tal. Auch im Le­bens­mit­tel­ge­schäft wird der Kauf per Klick im In­ter­net im­mer wich­ti­ger
Lebensmittelverkauf am Tresen mit Kasse

22.01.2019. (dpa/fle) - Be­klei­dung, Elek­tro- und Com­pu­ter­ar­ti­kel blei­ben der Ren­ner, Uh­ren und Schmuck, Tier­be­darf und Blu­men sind im Kom­men: Der Han­del über das In­ter­net hat 2018 wie­der kräf­tig zu­ge­legt.

Mit ei­nem Wachs­tum von 11,4 Pro­zent wur­de das durch­schnitt­li­che Wachs­tum der drei Vor­jah­re noch über­trof­fen, teil­te der Bun­des­ver­band E-Com­mer­ce und Ver­sand­han­del (bevh) mit.

Ins­ge­samt be­stell­ten die Ver­brau­cher in Deutsch­land für 65,1 Mil­li­ar­den EUR Wa­ren im In­ter­net. Mit Dienst­leis­tun­gen so­wie klas­si­schem Ver­sand­han­del lag das Um­satz­vo­lu­men bei 85,5 Mil­li­ar­den EUR. Da­mit ent­fal­len rund 14 Pro­zent des deut­schen Ein­zel­han­dels auf den Ver­sand­han­del, so viel wie noch nie.

Im kom­men­den Jahr er­war­tet der Ver­band aber­mals ein zwei­stel­li­ges Wachs­tum und da­mit ei­nen On­line-Um­satz von rund 72 Mil­li­ar­den EUR mit Wa­ren. "Die Di­gi­ta­li­sie­rung be­deu­tet für den Ver­brau­cher mehr Trans­pa­renz, mehr Aus­wahl und ei­ne grö­ße­re Ein­kaufs­macht", sag­te Ver­bands­prä­si­dent Ge­ro Furch­heim. Der sta­tio­nä­re Ein­zel­han­del nut­ze zum Teil sei­ne Chan­cen, eben­falls über das In­ter­net zu ver­kau­fen. Die Ein­zel­händ­ler müss­ten aber neue Ge­schäfts­mo­del­le ent­wi­ckeln. "Der Kon­kur­renz­druck in der Bran­che war schon im­mer hoch", sa­ge Furch­heim. "Ver­än­de­rungs­be­reit­schaft ist die Vor­aus­set­zung für den Er­folg."

Die Spar­te mit dem höchs­ten Zu­wachs war im ver­gan­ge­nen Jahr der Han­del mit Le­bens­mit­teln, der um 20,3 Pro­zent auf 1,36 Mil­li­ar­den EUR zu­leg­te. Das ist im­mer noch ein ge­rin­ger An­teil von ein bis zwei Pro­zent am Ge­samt­um­satz des Le­bens­mit­tel-Ein­zel­han­dels hier­zu­lan­de. Doch der Ver­band rech­net mit ei­ner Ver­drei­fa­chung in den nächs­ten Jah­ren. "Der In­ter­net-Han­del wird zu ei­nem Teil der Grund­ver­sor­gung", sag­te Haupt­ge­schäfts­füh­rer Chris­toph Wenk-Fi­scher.

Der Fla­schen­hals für die wei­te­re Ent­wick­lung sei die in­ner­städ­ti­sche Lo­gis­tik und die Zu­stel­lung auf der "letz­ten Mei­le". Das dau­er­haf­te und ste­ti­ge Wachs­tum der Bran­che sei auch der Leis­tung der Lo­gis­tik­zen­tren und Zu­stell­fir­men und ih­rer Mit­ar­bei­ter zu ver­dan­ken.

Die Bran­che setzt sich ver­stärkt mit Kri­tik am zu­neh­men­den In­ter­net-Han­del aus­ein­an­der und will The­men wie Um­welt, Nach­hal­tig­keit und ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung be­ar­bei­ten. So sei es nicht zu­tref­fend, dass die Ar­beit­neh­mer im On­line-Han­del, der über­wie­gend nicht ta­rif­ge­bun­den sei, we­ni­ger ver­dien­ten als im üb­ri­gen Ein­zel­han­del.

"Es sind zum Teil an­de­re Be­ru­fe, wir ha­ben kei­ne Ver­käu­fer und Kas­sie­rer", sag­te Wenk-Fi­scher. Ver­gleich­ba­re Tä­tig­kei­ten wür­den je­doch ähn­lich be­zahlt, teils gar bes­ser. Die Un­ter­neh­men des elek­tro­ni­schen Han­dels be­schäf­ti­gen rund 182.000 Mit­ar­bei­ter. Das sind deut­lich we­ni­ger als es ih­rem Um­satz­an­teil am Ein­zel­han­del ent­spricht.

Für Be­zah­lung und Ar­beits­be­din­gun­gen der Zu­stel­ler sei nicht der Han­del ver­ant­wort­lich, son­dern die Pa­ket­diens­te, sag­te Furch­heim. Die Kos­ten für die Zu­stel­lung, die Ge­büh­ren je Pa­ket, sei­en in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ste­tig ge­stie­gen. Was da­von bei den Zu­stel­lern an­kom­me, lie­ge nicht in der Hand der Händ­ler. Bei al­len Über­le­gun­gen, wie künf­tig die Wa­ren aus­ge­lie­fert wer­den, ob über Sam­mel­punk­te, Pa­ket­käs­ten in den Wohn­häu­sern oder au­to­nom fah­ren­den Fahr­zeu­gen: "Es bleibt ein zen­tra­les Ver­spre­chen un­se­res Ge­schäfts­mo­dells, dass die be­stell­te Wa­re dem Kun­den nach Hau­se ge­lie­fert wird."

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Letzte Überarbeitung: 27. November 2019

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