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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/024

Warn­streik an den Uni-Kli­ni­ken im Nor­den

Ein Warn­streik von Pfle­ge­kräf­ten bringt die Ab­läu­fe an den Uni-Kli­ni­ken im Nor­den durch­ein­an­der. Die For­de­rung: mehr Per­so­nal
Krankenschwester untersucht Kind, Kinderarzt, Krankenpflege, Pflegeberuf

03.02.2020. (dpa/fle) - Ein Warn­streik hat am Mon­tag die Ar­beit der Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken in Kiel und Lü­beck be­hin­dert.

Nach An­ga­ben von Ver­di-Streik­lei­ter Stef­fen Küh­hirt be­traf die Ar­beits­nie­der­le­gung al­le Be­rei­che. Es ha­be nur Not­ope­ra­tio­nen ge­ge­ben.

Die Ge­werk­schaft Ver­di will mit der zwei­tä­gi­gen Ak­ti­on den Druck auf den UKSH-Vor­stand er­hö­hen, um deut­li­che Ent­las­tun­gen der Pfle­ge­kräf­te durch­zu­set­zen. Küh­hirt sprach von knapp 350 Warn­streik­teil­neh­mern aus der Früh­schicht in Lü­beck und 250 in Kiel. Ein UKSH-Spre­cher be­zif­fer­te am spä­ten Vor­mit­tag die Ge­samt­zahl der strei­ken­den Mit­ar­bei­ter auf et­wa 300.

Laut UKSH sind im Kli­ni­kum ins­ge­samt rund 3.300 Pfle­ge­kräf­te be­schäf­tigt. Von sei­nem Warn­streik-Auf­ruf hat­te Ver­di nur die sta­tio­nä­ren Kin­der­bet­ten und die ge­schlos­se­nen Be­rei­che am Zen­trum für in­te­gra­ti­ve Psych­ia­trie aus­ge­nom­men.

Die sechs­te Ver­hand­lungs­run­de in dem Ta­rif­streit am Kli­ni­kum ist für die­sen Don­ners­tag und nächs­ten Mon­tag an­ge­setzt. Ver­di hat in den Mit­tel­punkt die For­de­rung nach deut­lich mehr Pfle­ge­per­so­nal ge­stellt. Die Mit­ar­bei­ter sei­en völ­lig über­las­tet. Das Kli­ni­kum hat bis­her an­ge­bo­ten, 182 zu­sätz­li­che Mit­ar­bei­ter ein­zu­stel­len. Aus Ver­di-Sicht wer­den 420 Mit­ar­bei­ter mehr be­nö­tigt, um ei­ne an­ge­mes­se­ne Pfle­ge zu ge­währ­leis­ten.

Ver­di-Streik­lei­ter Küh­hirt wer­te­te die Teil­nah­me an dem Warn­streik als sehr gut. "Wir ha­ben den Druck spür­bar er­höht", sag­te er. "Wir er­war­ten vom Vor­stand, dass er jetzt ernst­haf­ten Ver­hand­lungs­wil­len zeigt", sag­te er im Blick auf die an­ste­hen­de nächs­te Ver­hand­lungs­run­de. "Wenn der Vor­stand wei­ter al­les blo­ckiert, wird es wei­te­re Ak­tio­nen ge­ben."

"Das ist ins­ge­samt kei­ne ganz leich­te Si­tua­ti­on", sag­te UKSH-Spre­cher Oli­ver Grie­ve. Es ge­be Not­dienst­be­set­zun­gen, aber Ver­di schi­cke we­ni­ger Per­so­nal als ver­ein­bart. Es ge­be kei­ne ge­ein­ten Per­so­nal­zah­len, sag­te da­ge­gen Streik­lei­ter Küh­hirt. Das UKSH ha­be Ge­sprä­che dar­über ein­sei­tig ver­las­sen. "Wir ha­ben gro­ßes In­ter­es­se an ei­nem ge­re­gel­ten Not­dienst", be­ton­te Küh­hirt.

Ver­di will den Warn­streik der Pfle­ge­kräf­te am Diens­tag fort­set­zen. Für die­sen Tag hat die Ärz­te­ge­werk­schaft Mar­bur­ger Bund auch rund 1.600 UKSH-Ärz­te zu ei­nem ein­tä­gi­gen Warn­streik auf­ge­ru­fen. Hier geht es eben­falls um For­de­run­gen nach bes­se­ren Ar­beits­be­din­gun­gen und nach mehr Geld. An­lass ist die Fort­set­zung der Ta­rif­ver­hand­lun­gen mit der Ta­rif­ge­mein­schaft der Län­der.

Der Mar­bur­ger Bund ver­langt, die Ar­beits­be­las­tung der Ärz­te deut­lich zu sen­ken. In ei­ner Um­fra­ge hat­ten 22 Pro­zent der Me­di­zi­ner an den Uni-Kli­ni­ken ei­ne Ar­beits­be­las­tung von mehr als 60 St­un­den pro Wo­che be­klagt. Die tat­säch­li­che Ar­beits­zeit lie­ge oft jen­seits der er­laub­ten Gren­ze des Ar­beits­zeit­ge­set­zes. Der Mar­bur­ger Bund for­dert ei­ne ver­läss­li­che Dienst­plan­ge­stal­tung, ei­ne Be­gren­zung der Be­reit­schafts­diens­te und ei­ne Ge­halts­er­hö­hung von sechs Pro­zent.

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Letzte Überarbeitung: 3. Februar 2020

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