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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/035

Warn­streiks im öf­fent­li­chen Dienst an­ge­kün­digt

Die Be­schäf­tig­ten im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der dro­hen mit bun­des­wei­ten Warn­streiks, um die ins Sto­cken ge­ra­te­nen Ver­hand­lun­gen an­zu­kur­beln
Streik sechs Streikende

07.02.2019. (dpa/fle) - We­gen des Ta­rif­kon­flikts im öf­fent­li­chen Dienst der Län­der dro­hen in den nächs­ten Wo­chen bun­des­weit Ein­schrän­kun­gen in Äm­tern, Schu­len und Uni­kli­ni­ken.

Mit wei­te­ren Warn­streiks wol­len die Ge­werk­schaf­ten den Druck in den Ge­sprä­chen für rund ei­ne Mil­li­on Be­schäf­tig­te er­hö­hen.

"Man muss sa­gen, dass wir von ei­nem Durch­bruch mei­len­weit ent­fernt sind", sag­te Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke nach mehr als sie­ben­stün­di­gen Ge­sprä­chen am Don­ners­tag in Pots­dam.

In zen­tra­len Fra­gen ge­be es noch über­haupt kei­ne An­nä­he­rung. In der nächs­ten Ver­hand­lungs­run­de am 28. Fe­bru­ar und 1. März müs­se aber ein Durch­bruch er­reicht wer­den.

Der Ver­hand­lungs­füh­rer der Län­der, Ber­lins Fi­nanz­se­na­tor Mat­thi­as Kol­latz (SPD), sag­te, für Warn­streiks be­ste­he kei­ne Not­wen­dig­keit. "Wir ha­ben kon­struk­tiv nach We­gen ge­sucht, wo es Mög­lich­kei­ten gibt, auf­ein­an­der zu­zu­ge­hen." Ein Pa­ket kön­ne man erst schnü­ren, wenn man wei­te­re Fra­gen er­ör­tert ha­be. So weit sei man nun nach der zwei­ten Run­de noch nicht. Die Ar­beit­ge­ber sei­en an ei­ner Ver­hand­lungs­lö­sung in­ter­es­siert und streb­ten dies für die nächs­te Run­de an.

Ver­di und der Be­am­ten­bund dbb for­dern für die Be­schäf­tig­ten der Län­der au­ßer Hes­sen sechs Pro­zent mehr Geld, min­des­tens aber 200 EUR mehr im Mo­nat. Sie ver­wei­sen auf spru­deln­de Steu­er­ein­nah­men. Die Lauf­zeit ei­nes neu­en Ta­rif­ver­trags soll ein Jahr be­tra­gen. Die Län­der wei­sen die For­de­run­gen als über­zo­gen zu­rück. Ein An­ge­bot ha­ben sie noch nicht vor­ge­legt. Ers­te Warn­streiks hat es schon ge­ge­ben.

In den nächs­ten Wo­chen sei mit Ar­beits­nie­der­le­gun­gen in al­len Län­dern et­wa in der Steu­er­ver­wal­tung, bei Lehr­kräf­ten und in Uni­kli­ni­ken zu rech­nen, sag­te Bsirs­ke. In Ber­lin sei­en in der nächs­ten Wo­che auf je­den Fall Ak­tio­nen ge­plant. Der Chef des Be­am­ten­bunds dbb, Ul­rich Sil­ber­bach, warf der Ar­beit­ge­ber­sei­te nach der am Mitt­woch be­gon­ne­nen zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de Hin­hal­te­tak­tik vor: "Fort­schrit­te gibt es kei­ne." Über Ein­kom­mens­er­hö­hun­gen sei nicht ge­re­det wor­den. Der dbb will nun Pro­test­ak­tio­nen, De­mons­tra­tio­nen und Warn­streiks aus­wei­ten. Mit Ein­schrän­kun­gen zu rech­nen sei et­wa auch bei Stra­ßen­meis­te­rei­en.

Bsirs­ke hob als ein wich­ti­ges Ziel her­vor, Ver­bes­se­run­gen für drin­gend ge­such­te Kräf­te in der Kran­ken­pfle­ge zu er­rei­chen. Hier müs­se "echt was pas­sie­ren", um den Be­ruf auf­zu­wer­ten und at­trak­ti­ver zu ma­chen. Es gel­te die Vor­la­ge zu nut­zen, dass Ta­rif­ver­bes­se­run­gen künf­tig kom­plett von den Kran­ken­kas­sen fi­nan­ziert wer­den. Kol­latz be­ton­te, dass hier­mit ver­ant­wor­tungs­be­wusst um­zu­ge­hen sei. Nur weil es die Län­der nichts kos­te, kön­ne man nicht ir­gend­et­was ma­chen.

Die Ta­rif­ver­hand­lun­gen hat­ten En­de Ja­nu­ar be­gon­nen. Ein Ab­schluss soll auf 2,3 Mil­lio­nen Be­am­te und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger in Län­dern und Kom­mu­nen über­tra­gen wer­den. Hes­sen führt ei­ge­ne Ta­rif­ge­sprä­che.

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Letzte Überarbeitung: 21. September 2019

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