HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/269

Weih­nachts­geld für 87 Pro­zent der Ta­rif­be­schäf­tig­ten in 2018

Ein Groß­teil der Ta­rif­be­schäf­tig­ten kann sich ge­gen En­de des Jah­res über ein Weih­nachts­geld freu­en. Auch hier gibt es Un­ter­schie­de
Weihnachtsmann auf Geldscheinen

06.11.2018. (dpa/fle) - Al­le Jah­re wie­der le­sen Ar­beit­neh­mer im No­vem­ber ih­re Ge­halts­ab­rech­nung be­son­ders auf­merk­sam. Ei­ne Mehr­heit fin­det dort Son­der­zah­lun­gen in un­ter­schied­li­cher Hö­he, die et­wa für Weih­nachts­ge­schen­ke hoch­will­kom­men sind.

Vor al­lem Ta­rif­be­schäf­tig­te kön­nen sich auf die Zu­satz­zah­lung zum Jah­res­en­de ver­las­sen, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt am Mon­tag be­rich­te­te.

87 Pro­zent die­ser Grup­pe er­hal­ten da­nach im Schnitt 2.583 EUR zu­sätz­lich. Im Os­ten sind es durch­schnitt­lich et­was we­ni­ger, im Wes­ten et­was mehr.

Al­ler­dings sind den IAB-For­schern der Ar­beits­agen­tur zu­fol­ge nur noch rund 54 Pro­zent der Be­schäf­tig­ten in Un­ter­neh­men tä­tig, die an ei­nen Flä­chen- oder Haus­ta­rif­ver­trag ge­bun­den sind. Die Ten­denz ist wei­ter rück­läu­fig. Rund die Hälf­te der nicht ta­rif­ge­bun­de­nen Be­trie­be ori­en­tiert sich aber an den ak­tu­el­len Ver­trä­gen zwi­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­den und Ge­werk­schaf­ten und zahlt dann dem­ent­spre­chend auch Jah­res­son­der­leis­tun­gen. Nicht sel­ten aber un­ter dem Vor­be­halt der Be­triebs­treue oder er­reich­ter Er­folgs­zie­le.

Denn hin­ter dem volks­tüm­li­chen Be­griff Weih­nachts­geld ver­ber­gen sich so un­ter­schied­li­che Din­ge wie Er­folgs- und Treue­prä­mi­en, frei­wil­li­ge Bo­ni eben­so wie ta­rif­lich fest­ge­schrie­be­ne Ent­gelt­an­sprü­che der Be­schäf­tig­ten. Die Wies­ba­de­ner Sta­tis­ti­ker er­fas­sen bei­spiels­wei­se al­le zu­sätz­li­chen Jah­res­zah­lun­gen, die laut Ta­rif­ver­trag im No­vem­ber oder De­zem­ber aus­ge­zahlt wer­den müs­sen.

Min­des­tens je­der vier­te Ar­beit­neh­mer be­kommt gar kei­ne zu­sätz­li­chen Zah­lun­gen. Kein Weih­nachts­geld er­hal­ten bei­spiels­wei­se hun­dert­tau­sen­de Ge­bäu­de­rei­ni­ger. Die IG Bau­en-Agrar-Um­welt rüs­tet be­reits zu Streiks, soll­ten die bis­lang hart­lei­bi­gen Ar­beit­ge­ber nicht in die­ser Wo­che noch ein­len­ken. Ge­lun­gen ist das im lau­fen­den Jahr be­reits beim ost­deut­schen Bau­haupt­ge­wer­be. "Die Ge­werk­schaf­ten schlie­ßen die Lü­cken beim Weih­nachts­geld", be­fin­det der Chef des WSI-Ta­rif­ar­chivs bei der ge­werk­schaft­li­chen Böck­ler-Stif­tung, Thors­ten Schul­ten. Aus sei­ner Sicht sind Son­der­zah­lun­gen ein wich­ti­ges Ar­gu­ment im Kampf um die bes­ten Fach­kräf­te.

Beim ar­beit­ge­ber­na­hen In­sti­tut der deut­schen Wirt­schaft (IW) in Köln geht Ex­per­te Chris­toph Schrö­der hin­ge­gen von ei­nem weit­ge­hend gleich blei­ben­den Etat aus. Mehr als 50 Mil­li­ar­den Eu­ro brut­to wür­den in den kom­men­den Wo­chen zu­sätz­lich an die Be­schäf­tig­ten aus­ge­schüt­tet, rund ein Drit­tel da­von leis­tungs- und er­folgs­ab­hän­gig. Soll­te sich die Kon­junk­tur dau­er­haft ab­schwä­chen, ste­cken hier die ers­ten An­satz­punk­te der Be­trie­be für Ein­spa­run­gen, er­war­tet Schul­ten.

Die ta­rif­li­chen Weih­nachts­gel­der sind meist als Pro­zent­satz ei­nes Mo­nats­ge­hal­tes ver­an­kert, so dass die Emp­fän­ger von den Lohn­zu­wäch­sen in ih­rer Bran­che auch hier pro­fi­tie­ren. Dem ste­hen ei­ni­ge Ver­trä­ge mit Fest­be­trä­gen et­wa in der Land­wirt­schaft oder im St­ein­koh­le­berg­bau ge­gen­über. Laut Bun­des­amt wer­den die an­tei­lig höchs­ten Weih­nachts­gel­der in den Spar­ten Erd­öl- und Erd­gas­för­de­rung, bei Rund­funk­ver­an­stal­tern und bei den En­er­gie­ver­sor­gern ge­zahlt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 22. November 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de