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Wei­te­rer Rück­gang der Leih­ar­beit

Seit gut zwei Jah­ren gel­ten stren­ge­re Re­ge­lun­gen und seit­dem gibt es in Thü­rin­gen we­ni­ger Leih­ar­bei­ter. Der Rück­gang hat aber auch an­de­re Grün­de
Leiharbeit, Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassung

16.10.2019. (dpa/fle) - Fach­kräf­te­man­gel, kon­junk­tu­rel­le Schwä­chen und neue Rah­men­be­din­gun­gen ha­ben die Zahl der Leih­ar­bei­ter in Thü­rin­gen wei­ter sin­ken las­sen.

Sie ging bin­nen ei­nes Jah­res um 9 Pro­zent auf 29.600 im März 2019 zu­rück, wie die Ar­beits­agen­tur am Mitt­woch mit­teil­te.

Be­reits 2018 war sie nach jah­re­lan­gen Zu­wäch­sen rück­läu­fig ge­we­sen. Im März 2017 wa­ren in Thü­rin­gen noch 33.700 Men­schen als Leih­ar­bei­ter tä­tig.

Ei­ner der Haupt­grün­de für die Ent­wick­lung aus Sicht der Ar­beits­agen­tur: We­gen des Fach­kräf­te­man­gels ge­hen im­mer mehr Un­ter­neh­men da­zu über, Leih­ar­bei­ter fest ein­zu­stel­len. Au­ßer­dem wir­ke sich in be­stimm­ten Bran­chen die Schwä­che­pha­se der Kon­junk­tur aus, sag­te der Chef der Re­gio­nal­di­rek­ti­on der Ar­beits­agen­tur, Kay Se­ni­us.

Die Zahl der Me­tall-Leih­ar­bei­ter ver­rin­gert sich bin­nen ei­nes Jah­res - von März 2018 bis März 2019 - um 27 Pro­zent. Bei den Me­cha­tro­nik- und Elek­tro­be­ru­fen sind ein Fünf­tel we­ni­ger Leih­ar­bei­ter tä­tig. Me­tall- und Elek­tro­be­ru­fe fän­den sich über­wie­gend im pro­du­zie­ren­den Ge­wer­be, das stark von der Kon­junk­tur ab­hän­gig sei, so der Agen­tur­chef. Hier ma­che sich ein Ab­schwung zu­erst in der Leih­ar­beit be­merk­bar. "Be­vor Un­ter­neh­men ih­re Stamm­be­leg­schaft frei­set­zen, re­du­zie­ren sie in der Re­gel die In­an­spruch­nah­me von Zeit­ar­beit", er­klär­te Se­ni­us.

An­ders sieht es in der Ge­sund­heits- und Pfle­ge­bran­che aus: Hier stieg die Zahl der auf Leih­ba­sis Be­schäf­tig­ten um 3,4 Pro­zent. In der vom boo­men­den On­line­han­del pro­fi­tie­ren­den Lo­gis­tik­bran­che wa­ren 2,2 Pro­zent mehr Leih­ar­bei­ter als vor Jah­res­frist be­schäf­tigt.

Aus Sicht von Se­ni­us wir­ken sich auch Ge­set­zes­än­de­run­gen auf die Leih­ar­beit aus. So dür­fen Zeit­ar­bei­ter seit April 2017 in der Re­gel nicht mehr län­ger als 18 Mo­na­te in ei­nem Be­trieb be­schäf­tigt wer­den. Au­ßer­dem ha­ben sie nach neun Mo­na­ten An­spruch auf glei­che Be­zah­lung wie die Stamm­be­leg­schaft.

Ge­stie­gen ist in Thü­rin­gen die Zahl aus­län­di­scher Leih­ar­bei­ter. Sie leg­te im Jah­res­ver­gleich um 14 Pro­zent zu. Das hat Se­ni­us zu­fol­ge vor al­lem mit der Be­schäf­ti­gung von Ge­flüch­te­ten zu tun. Mehr als je­der vier­te Be­schäf­tig­te, der als Asyl­su­chen­der nach Thü­rin­gen kam und hier ei­nen Job ge­fun­den hat, sei Leih­ar­bei­ter. Von den deut­schen Be­schäf­tig­ten sei­en es nur 2,4 Pro­zent.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 16. Oktober 2019

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