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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/008

Wie­der Warn­streiks bei der Flug­ha­fen­si­cher­heit

Nach­dem am Mon­tag die Ber­li­ner Flug­hä­fen be­streikt wur­den, gibt es nun auch Warn­streiks in Düs­sel­dorf, Köln/Bonn und Stutt­gart
Sicherheitskontrolle am Flughafen

09.01.2019. (dpa/fle) - Die Warn­streiks an drei gro­ßen deut­schen Air­ports dürf­ten an die­sem Don­ners­tag zu zahl­rei­chen Flug­aus­fäl­len füh­ren. Zehn­tau­sen­de Rei­sen­de könn­ten be­trof­fen sein.

An den Stand­or­ten Düs­sel­dorf, Köln/Bonn und Stutt­gart wer­de es zu ganz­tä­gi­gen Ar­beits­nie­der­le­gun­gen der Si­cher­heits­be­schäf­tig­ten kom­men, teil­te die Ge­werk­schaft Ver­di am Mitt­woch mit.

Da­mit schal­tet die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung im lau­fen­den Ta­rif­kon­flikt ei­nen Gang hö­her: Zu Wo­chen­be­ginn hat­te ein et­wa vier­stün­di­ger Warn­streik an den Ber­li­ner Flug­hä­fen da­zu ge­führt, dass et­wa acht Pro­zent der Flü­ge an die­sem Tag aus­fie­len. Die Ar­beit­ge­ber kri­ti­sier­ten das Vor­ha­ben als "völ­lig über­zo­gen".

Ins­ge­samt wer­den für die Flü­ge an den drei Air­ports et­wa 111.000 Rei­sen­de er­war­tet. Al­lein in Düs­sel­dorf sind es nach Flug­ha­fen­an­ga­ben et­wa 58.600 Pas­sa­gie­re, dort wa­ren für Don­ners­tag 570 Lan­dun­gen und Ab­flü­ge ge­plant. In Köln/Bonn sind es 199 und in Stutt­gart 270. Wie vie­le die­ser Ver­bin­dun­gen ge­stri­chen wer­den müs­sen, war un­klar.

Die Ta­rif­ge­sprä­che wa­ren schon im Herbst ge­star­tet, oh­ne zu ei­nem Er­geb­nis zu füh­ren. Der­zeit sind die Fron­ten ver­här­tet. Es geht um das pri­va­te Si­cher­heits­per­so­nal, das die Pas­sa­gie­re, die Fracht, Wa­ren und die Flug­ha­fen­be­schäf­tig­ten über­prüft. Bei der Be­zah­lung gibt es gro­ße re­gio­na­le Un­ter­schie­de. In Ost­deutsch­land sind es nach Ar­beit­ge­ber­an­ga­ben bei Pas­sa­gier­kon­trol­leu­ren 14,70 EUR und im Wes­ten bis zu 17,16 EUR pro St­un­de. An­ge­stell­te, die nur für die Fracht und das Flug­ha­fen­per­so­nal zu­stän­dig sind, be­kom­men we­ni­ger. Hier liegt die Un­ter­gren­ze bei 12,90 EUR - so viel wird in Thü­rin­gen ge­zahlt. Hin­zu kom­men Zu­schlä­ge für Sonn­tags­diens­te oder Nacht­ar­beit.

Ver­di for­dert ei­ne Be­zah­lung von bun­des­weit 20,00 EUR pro St­un­de für die rund 23.000 Be­schäf­tig­ten der Flug­si­cher­heit. Nach Rech­nung der Ar­beit­ge­ber be­deu­tet die Ver­di-For­de­rung ei­ne An­he­bung des Lohns um bis zu 44 Pro­zent und sei da­mit "völ­lig un­rea­lis­tisch". Sie bie­ten nach ei­ge­ner Dar­stel­lung ein Plus von bis zu 6,4 Pro­zent. Das sei "de­fi­ni­tiv ver­hand­lungs­fä­hig", so der Bun­des­ver­band der Luft­si­cher­heits­un­ter­neh­men (BDLS).

Ver­di sieht das an­ders - aus Sicht der Ge­werk­schaft ist das An­ge­bot so nied­rig, dass ein Ta­rif­kom­pro­miss nicht mög­lich ist. Für die meis­ten Be­schäf­tig­ten wä­re das Ar­beit­ge­ber­an­ge­bot nach Ver­di-Rech­nung nur ein Plus von 2 Pro­zent. "Die Be­schäf­tig­ten der Luft­si­cher­heits­un­ter­neh­men müs­sen für ih­re schwe­re und ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be ei­ne deut­lich hö­he­re Ent­loh­nung er­hal­ten", sag­te Ver­di-Ver­hand­lungs­füh­rer Ben­ja­min Ro­scher.

Von den Warn­streiks sind die Flug­zeu­ge samt Tower zwar nicht di­rekt be­trof­fen. Da die Pi­lo­ten und Flug­be­glei­ter so­wie die Pas­sa­gie­re und das Tower-Per­so­nal je­doch nicht oder nur sehr spät durch die Si­cher­heits­schleu­sen kom­men könn­ten, dürf­ten zahl­rei­che Flü­ge ge­stri­chen wer­den - zu­mal die Ma­schi­nen wohl nicht wie üb­lich mit Kof­fern und Ver­pfle­gung be­la­den wer­den kön­nen.

Es sei "mit er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gun­gen des Flug­be­triebs wie Flug­aus­fäl­len und Ver­spä­tun­gen zu rech­nen", teil­te der Flug­ha­fen Köln/Bonn mit. Vom Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen hieß es, man ha­be sich zwar "best­mög­lich auf den Streik vor­be­rei­tet". Den­noch sei mit lan­gen War­te­zei­ten und Flug­aus­fäl­len zu rech­nen. Pas­sa­gie­re wer­den ge­be­ten, sich vor An­rei­se bei der Air­line zu in­for­mie­ren und früh los­zu­fah­ren. Hand­ge­päck sol­le auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert wer­den, um die Kon­trol­len zu be­schleu­ni­gen. Auch am Stutt­gar­ter Air­port rech­net man mit "er­heb­li­chen Ein­schrän­kun­gen".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 21. Juni 2019

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