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Wind­an­la­gen­bau­er Sen­vi­on wird auf­ge­teilt

Nach mo­na­te­lan­ger Zit­ter­par­tie ist nun klar, dass der Wind­an­la­gen­bau­er Sen­vi­on sein In­sol­venz­ver­fah­ren nur stark ge­schrumpft über­ste­hen wird

28.08.2019. (dpa/fle) - Der in­sol­ven­te Wind­kraft­werks­bau­er Sen­vi­on wird auf­ge­teilt und muss Tei­le sei­nes Ge­schäfts­be­triebs still­le­gen.

Ins­be­son­de­re für die Tur­bi­nen­fer­ti­gung in Bre­mer­ha­ven mit 200 Mit­ar­bei­tern se­hen die Per­spek­ti­ven sehr schlecht aus, wie die Ge­schäfts­lei­tung bei Be­triebs­ver­samm­lun­gen an den Sen­vi­on-Stand­or­ten am Mitt­woch mit­teil­te.

"Für den Tur­bi­nen­be­reich sind trotz in­ten­si­ver und welt­wei­ter Su­che kei­ne An­ge­bo­te für den ge­sam­ten Be­reich ein­ge­gan­gen", heißt es in ei­ner Mit­tei­lung des Un­ter­neh­mens.

Ge­gen­wär­tig kön­ne der Be­reich noch ei­ni­ge Pro­jek­te ab­ar­bei­ten, die der Be­leg­schaft bis En­de des Jah­res Be­schäf­ti­gung ge­ben, teils auch et­was län­ger. Die Ge­halts­zah­lun­gen für Sep­tem­ber und bis zum Ab­schluss des Ver­kaufs­pro­zes­ses sei­en für die ge­sam­te Be­leg­schaft des Un­ter­neh­mens ge­si­chert. Eben­falls im Sep­tem­ber wer­den je­doch die ers­ten Kün­di­gun­gen aus­ge­spro­chen, die zum Jah­res­en­de wirk­sam wer­den.

In­ter­es­sen­ten ge­be es für den Ser­vice-Be­reich eben­so wie für ein­zel­ne Län­der­ge­sell­schaf­ten, et­was in Por­tu­gal und In­di­en. Über die An­ge­bo­te wer­de die Gläu­bi­ger­ver­samm­lung am 10. Sep­tem­ber be­ra­ten. Für die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer wer­den So­zi­al­plä­ne aus­ge­han­delt und ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft ein­ge­rich­tet. Noch im­mer bleibt un­klar, wie vie­le der rund 1.800 Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land ih­ren Ar­beits­platz ver­lie­ren wer­den. "Wir ste­hen nun kurz vor ei­ner Lö­sung für we­sent­li­che Kern­be­rei­che des Un­ter­neh­mens", sag­te Sen­vi­on-Vor­stands­chef Yves Ran­nou.

Für die IG Me­tall Küs­te hat sich da­mit die La­ge wei­ter zu­ge­spitzt. "Der Ver­kauf des Un­ter­neh­mens als Gan­zes ist ge­schei­tert", sag­te Be­zirks­lei­ter Mein­hard Gei­ken. "Da­durch dro­hen hun­der­te Ent­las­sun­gen und die Schlie­ßung von Stand­or­ten." Nun ge­he es dar­um, mög­lichst vie­le Ar­beits­plät­ze so­wie ta­rif­li­che Ar­beits­be­din­gun­gen bei ei­nem Ver­kauf des Ser­vice-Ge­schäfts zu si­chern. Da­zu er­war­te die Ge­werk­schaft kon­kre­te Ver­ein­ba­run­gen mit der In­sol­venz­ver­wal­tung so­wie Zu­sa­gen von mög­li­chen Er­wer­bern.

"Das ist für die Stand­or­te in Schles­wig-Hol­stein schon durch­aus ei­ne bit­te­re Pil­le", sag­te Wirt­schafts­mi­nis­ter Bernd Buch­holz (FDP). Es be­deu­te ei­nen nicht un­er­heb­li­chen Ar­beits­platz­ver­lust, wenn ins­be­son­de­re das Tur­bi­nen­ge­schäft in Os­ter­rön­feld so nicht wei­ter­ge­führt wer­den kön­ne, weil sich kein In­ves­tor fin­de. "Dar­auf ha­ben wir uns aber ge­mein­sam mit der Ar­beits­agen­tur ein­ge­rich­tet." Er wol­le ge­mein­sam mit der Ge­schäfts­füh­rung, den Un­ter­neh­mens­ver­bän­den und der IG Me­tall da­zu bei­tra­gen, dass so vie­le Ar­beits­plät­ze mit hoch qua­li­fi­zier­ten Fach­leu­ten wie mög­lich im Land ge­hal­ten wer­den kön­nen, sag­te Buch­holz.

Sen­vi­on hat­te im April In­sol­venz in Ei­gen­ver­wal­tung an­ge­mel­det. Das Ge­schäft ist der­zeit für die ge­sam­te Wind­kraft­bran­che schwie­rig. In Deutsch­land sind im ers­ten Halb­jahr 2019 kaum neue An­la­gen an Land ge­baut wor­den. Welt­weit ist der Kon­kur­renz­kampf hart und für klei­ne­re Her­stel­ler oh­ne Groß­kon­zern im Hin­ter­grund schwer zu ge­win­nen. Sen­vi­on hat das In­di­en­ge­schäft be­reits in ei­ne ei­ge­ne ope­ra­ti­ve Ge­sell­schaft aus­ge­glie­dert.

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Letzte Überarbeitung: 7. November 2019

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