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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/048

Win­ters­hall DEA plant Stel­len­ab­bau

Im Zu­ge der Fu­si­on von Win­ters­hall und DEA sol­len 800 von 2.000 Ar­beits­plät­zen in Deutsch­land ge­stri­chen wer­den
Maschinenbauer arbeiten an Gasturbine

21.02.2019. (dpa/fle) - Das künf­ti­ge Öl- und Gas­för­der­un­ter­neh­men Win­ters­hall DEA will nach dem Ab­schluss des lau­fen­den Fu­si­ons­pro­zes­ses 800 Ar­beits­plät­ze in Deutsch­land strei­chen.

Mehr als die Hälf­te des Per­so­nal­ab­baus sei an den Kon­zern­zen­tra­len in Ham­burg und Kas­sel vor­ge­se­hen, ein wei­te­rer Teil an För­der­stand­or­ten, teil­ten die bei­den Fu­si­ons­part­ner Win­ters­hall und DEA am Don­ners­tag mit.

Da­mit ent­fällt nach An­ga­ben des Be­triebs­rats bei­na­he je­der zwei­te Ar­beits­platz des neu­en Un­ter­neh­mens in Deutsch­land.

Wei­te­re 200 Stel­len wer­de Win­ters­hall DEA in Nor­we­gen ab­bau­en und da­mit ins­ge­samt 1.000 von 4.200 Ar­beits­plät­zen welt­weit, heißt es in der Mit­tei­lung. Die Ge­werk­schaft IG BCE kün­dig­te Wi­der­stand ge­gen die Plä­ne an. "In ih­rem Ehr­geiz, das neue Un­ter­neh­men hübsch für den Bör­sen­gang zu ma­chen, sind die Vor­stän­de um Län­gen übers Ziel hin­aus­ge­schos­sen", sag­te Mi­cha­el Wink­ler, der für die Ge­werk­schaft im Auf­sichts­rat der Win­ters­hall sitzt. "Das kön­nen und wer­den wir uns nicht ge­fal­len las­sen." Ein Stel­len­ab­bau in die­ser Grö­ßen­ord­nung dro­he den Be­trieb der Un­ter­neh­men zu ge­fähr­den.

Der DEA-Stand­ort im nie­der­säch­si­schen Wiet­ze soll nach An­ga­ben des Un­ter­neh­mens ge­schlos­sen wer­den; das dort vor­han­de­ne La­bor und Bohr­kern­la­ger zie­hen nach Barn­storf um, eben­falls in Nie­der­sach­sen. Bis zum 30.06.2020 ha­ben Win­ters­hall und DEA ga­ran­tiert, auf be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen und Stand­ort­schlie­ßun­gen zu ver­zich­ten. Der Be­triebs­rat ist skep­tisch, zu­mal der Stand­ort Ham­burg be­reits meh­re­re Run­den Per­so­nal­ab­bau hin­ter sich ha­be.

"Die Plä­ne schwä­chen den Stand­ort Deutsch­land", sag­te der Vor­sit­zen­de des DEA-Ge­samt­be­triebs­rats, Gün­ther Prien. Ar­beits­plät­ze wür­den ins Aus­land ver­la­gert, nach Me­xi­ko, Sta­van­ger oder Abu Dha­bi, ob­wohl die ent­spre­chen­den Ar­bei­ten auch in Deutsch­land er­le­digt wer­den könn­ten.

Hin­ter­grund sei auch die Er­schöp­fung der kon­ven­tio­nel­len Öl- und Gas­res­sour­cen in Deutsch­land, die künf­tig zu ei­ner rück­läu­fi­gen För­de­rung im In­land füh­ren wür­den. Da­mit fin­de das ge­plan­te Wachs­tum des Un­ter­neh­mens aus­schließ­lich im Aus­land statt. Das lie­ge auch dar­an, dass die Fracking-Tech­no­lo­gie, mit der wei­te­re Öl- und Gas­re­ser­ven mo­bi­li­siert wer­den könn­ten, in Deutsch­land ge­sell­schaft­lich nicht ak­zep­tiert wer­de.

Win­ters­hall und DEA hat­ten im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber ih­re Fu­si­on be­sie­gelt und er­war­ten den Ab­schluss des Pro­zes­ses im ers­ten Halb­jahr 2019. Da­mit ent­steht ein deut­scher Roh­stoff­kon­zern mit rund fünf Mil­li­ar­den EUR Um­satz, der welt­weit an Öl- und Gas­för­der­pro­jek­ten be­tei­ligt ist. Er wird zu­nächst zu 67 Pro­zent zu BASF und zu 33 Pro­zent zu Let­ter One ge­hö­ren, ei­ner Dach­ge­sell­schaft des rus­si­schen Olig­ar­chen Mi­chail Fri­d­man. Spä­ter steigt der BASF-An­teil auf 72,7 Pro­zent, be­vor ein Bör­sen­gang ge­plant ist.

Das neue Un­ter­neh­men will die Öl- und Gas­pro­duk­ti­on bis 2023 um 40 Pro­zent von 575.000 auf täg­lich 800.000 Bar­rel Öl­äqui­va­lent stei­gern und 200 Mil­lio­nen EUR pro Jahr bei Be­trieb, In­ves­ti­tio­nen und Per­so­nal ein­spa­ren.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 2. Juli 2019

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