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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/089

Zahl der Azu­bis wie­der leicht ge­stie­gen

Nach­dem es bei der Zahl der Aus­zu­bil­den­den ei­nen Jah­re an­dau­ern­den Ab­wärts­trend gab, ha­ben in 2017 wie­der mehr Jun­ge Leu­te ei­ne Aus­bil­dung be­gon­nen
duale Ausbildung, Meister bildet Azubis aus

11.04.2018. (dpa/wie) - Im Jahr 2016 hat die Zahl der neu­en Aus­zu­bil­den­den in Deutsch­land mit 510.900 ein his­to­ri­sches Tief er­reicht. Nun scheint sich die La­ge je­doch wie­der zu bes­sern.

Wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt auf Ba­sis vor­läu­fi­ger Zah­len am Mitt­woch in Wies­ba­den mit­teil­te, be­gan­nen in 2017 rund 514.900 jun­ge Men­schen ei­ne Leh­re. Das be­deu­tet zwar nur ei­nen klei­nen Zu­wachs von ei­nem Pro­zent. Den­noch en­de­te da­mit der jah­re­lan­ge Ab­wärts­trend, der in der Wirt­schaft die Sor­ge vor dem Fach­kräf­te­man­gel noch ver­stärk­te.

Als Grün­de für den Man­gel an neu­en Azu­bis in der Ver­gan­gen­heit gal­ten all­ge­mein das grö­ße­re In­ter­es­se am Stu­die­ren und die schrump­fen­den Jahr­gän­ge als Re­sul­tat des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels. Das nun wie­der mehr Lehr­ver­trä­ge ab­ge­schlos­sen wur­den, sei auch auf die zu­neh­men­de Aus­bil­dung von Flücht­lin­gen zu­rück­zu­füh­ren, so das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt. Be­le­gen las­se sich dies je­doch nicht.

Al­ler­dings hat­te die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) erst kürz­lich mit­ge­teilt, dass sich tat­säch­lich im­mer mehr Flücht­lin­ge für ei­ne dua­le Aus­bil­dung ent­schei­den (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/088 Mehr Flücht­lin­ge in dua­ler Aus­bil­dung).

Den größ­ten Zu­wachs bei neu­en Azu­bis ver­zeich­ne­te der öf­fent­li­che Dienst mit 6,5 Pro­zent. Im Hand­werk gab es 2,8 Pro­zent mehr Lehr­lin­ge. In­dus­trie und Han­del so­wie die Land­wirt­schaft konn­ten da­ge­gen kei­ne Stei­ge­rung fest­stel­len. Zu­dem war der Zu­wachs in den neu­en Bun­des­län­dern in­klu­si­ve Ber­lin mit 1,5 Pro­zent stär­ker als im Wes­ten Deutsch­lands (0,9 Pro­zent).

Ge­ne­rell stün­den die Chan­cen auf ei­nen Aus­bil­dungs­platz der­zeit gut, wie der Ar­beit­ge­ber­ver­band DBA be­ton­te. Dem­nach ha­be es zum zehn­ten Mal in Fol­ge mehr un­be­setz­te Lehr­stel­len als un­ver­sorg­te Be­wer­ber ge­ge­ben. Ob­wohl es in 2017 we­ni­ger Schul­ab­sol­ven­ten gab, hät­ten die Be­trie­be über 10.000 Aus­bil­dungs­plät­ze mehr be­reit­ge­stellt als im Vor­jahr.

Be­denk­lich sei je­doch nach wie vor die ho­he Zahl un­be­setz­ter Lehr­stel­len (50.000). "Das sind feh­len­de Fach­kräf­te von mor­gen", so die Ar­beit­ge­ber. Um dem ent­ge­gen­zu­wir­ken, müs­se die rea­li­täts­na­he Be­rufs­ori­en­tie­rung, auch an Gym­na­si­en, wei­ter aus­ge­baut wer­den. Ei­ne Min­dest­aus­bil­dungs­ver­gü­tung, wie sie im Ko­ali­ti­ons­ver­trag the­ma­ti­siert wur­de, sei aber laut BDA der fal­sche Weg.


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Letzte Überarbeitung: 19. April 2018

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