HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/044

Zahl der pri­va­ten Spen­der ge­sun­ken

Ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen und Kir­chen wa­ren lan­ge an ei­ne Viel­zahl an Spen­den ge­wöhnt, doch die Zei­ten än­dern sich
Geld schenken, Geldscheine übergeben

03.03.2020. (dpa/fle) - In Deutsch­land ge­ben im­mer we­ni­ger Pri­vat­leu­te Geld für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke.

Im ver­gan­ge­nen Jahr spen­de­ten hoch­ge­rech­net 19,5 Mil­lio­nen Men­schen für ge­mein­nüt­zi­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen und Kir­chen, ei­ne Mil­li­on we­ni­ger als 2018 und fast zehn Mil­lio­nen we­ni­ger als 2006.

Das geht aus der "Bi­lanz des Hel­fens" des Deut­schen Spen­den­ra­tes her­vor, die am Diens­tag in Ber­lin vor­ge­stellt wur­de. Es han­delt sich dem­nach um die nied­rigs­te Spen­der­zahl seit Be­ginn der Er­he­bung 2005.

Auch die ge­spen­de­te Sum­me schrumpf­te: Ins­ge­samt ka­men 5,1 Mil­li­ar­den EUR zu­sam­men (2018: 5,3). Selbst der tra­di­tio­nell spen­den­star­ke Mo­nat De­zem­ber fiel mau aus. Die Ein­nah­men bra­chen im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat um 15 Pro­zent ein. Mitt­ler­wei­le kom­men fast 41 Pro­zent der Ein­nah­men auf dem Spen­den­markt von Men­schen aus der Grup­pe der Über-70-Jäh­ri­gen.

Der Trend der ver­gan­ge­nen Jah­re hin zu im­mer we­ni­ger Spen­dern zei­ge sich "im­mer dra­ma­ti­scher", er­klär­te Spen­den­rat-Ge­schäfts­füh­rer Max Mäl­zer. Für die Zu­kunft sei mit er­heb­lich sin­ken­den Spen­den­vo­lu­mi­na zu rech­nen. Der Groß­teil der Ge­samt-Spen­den­sum­me floss 2019 in die hu­ma­ni­tä­re Hil­fe. Wäh­rend die­ser Be­reich - eben­so wie Kul­tur- und Denk­mal­pfle­ge, Tier­schutz und Sport - im Ver­gleich zum Vor­jahr teils deut­lich we­ni­ger Zu­wen­dun­gen be­kam, ver­zeich­ne­te der Um­welt- und Na­tur­schutz im­mer­hin ei­nen Zu­wachs von vier Mil­lio­nen EUR.

Vor ei­nem schlech­te­ren Er­geb­nis be­wahrt wer­den die Or­ga­ni­sa­tio­nen durch re­gel­mä­ßi­ge und ver­gleichs­wei­se groß­zü­gi­ge Ga­ben der Men­schen, die oh­ne­hin spen­den: Im Schnitt spen­det je­der Spen­der sie­ben­mal im Jahr - so oft wie noch nie seit Er­he­bungs­be­ginn. Durch­schnitt­lich ge­ben die Men­schen pro Spen­de 37 EUR (2006: 27 EUR).

Dass zu­letzt meh­re­ren Or­ga­ni­sa­tio­nen aus ver­schie­de­nen Grün­den die Ge­mein­nüt­zig­keit ab­er­kannt wur­de, spielt aus Sicht des Spen­den­rats für die Bi­lanz eher kei­ne Rol­le. Wie Ge­schäfts­füh­rer Mäl­zer auf An­fra­ge er­klär­te, va­ri­iert das Ge­samt­s­pen­den­vo­lu­men im­mer ein we­nig. "Der Rück­gang der Spen­der ist je­doch ein Lang­zeit­trend, der eher vom de­mo­gra­fi­schen Wan­del und ei­ner an­de­ren Men­ta­li­tät dem The­ma Spen­den ge­gen­über be­dingt ist", so Mäl­zer.

Ei­ne Ver­mu­tung von Ex­per­ten ist, dass die nun ins ty­pi­sche Spen­den­al­ter kom­men­den Ba­by­boo­mer wo­mög­lich an­de­re Prio­ri­tä­ten als die ei­ge­nen El­tern ha­ben, die selbst im Krieg Leid er­fuh­ren und ger­ne et­was zu­rück­ge­ben woll­ten. Ein Fak­tor dürf­te aber auch sein, dass man­che Men­schen heut­zu­ta­ge auf an­de­ren We­gen Gu­tes tun - was aber nicht un­ter die Kri­te­ri­en des Spen­den­rats fällt. Zum Bei­spiel mit Sach­spen­den oder per Spen­den­auf­ruf in so­zia­len Me­di­en.

Die "Bi­lanz des Hel­fens" ba­siert auf mo­nat­li­chen Selbst­aus­künf­ten von 10.000 Men­schen ab 10 Jah­ren in Deutsch­land, er­ho­ben von der Ge­sell­schaft für Kon­sum­for­schung (GfK). Erb­schaf­ten, Spen­den von Un­ter­neh­men und an Par­tei­en so­wie Groß­spen­den wer­den nicht er­fasst. Der Spen­den­rat ist der Dach­ver­band von 68 Or­ga­ni­sa­tio­nen, die Spen­den sam­meln.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 3. März 2020

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Für Personaler, betriebliche Arbeitnehmervertretungen und andere Arbeitsrechtsprofis: "Update Arbeitsrecht" bringt Sie regelmäßig auf den neusten Stand der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung. Informationen zu den Abo-Bedingungen und ein kostenloses Ansichtsexemplar finden Sie hier:

Alle vierzehn Tage alles Wichtige
verständlich / aktuell / praxisnah

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2020:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de