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ARBEITSRECHT
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ENTSCHEIDUNGSREPORT FÜR DIE BETRIEBLICHE PRAXIS 07|2025

Update Arbeitsrecht 07|2025 vom 31.07.2025

Arbeit und Soziales

Diskussion über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche schlägt eine Erhöhung des Rentenalters auf 70 Jahre vor, um die demographischen Lücken am Arbeitsmarkt zu schließen.

31.07.2025. Die gesetzliche Rentenversicherung steht unter Druck. Aufgrund der in den vergangenen Jahrzehnten gestiegenen Lebenserwartung und wegen des ungünstigen Altersaufbaus der Erwerbsbevölkerung hat sich das Verhältnis von Beschäftigten und Rentnern zugunsten der Rentner verschoben.

Vor diesem Hintergrund ist Wirtschaftsministerin Reiche der Meinung, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Aktivrenten nicht reichen wird, um die Finanzierung der Rentenversicherung zu stabilisieren.

Mit dem politischen Vorhaben einer künftigen Aktivrente soll das Weiterarbeiten im Rentenalter durch steuerliche Anreize gefördert werden. Bis zu 2.000,00 EUR monatlich bzw. bis zu 24.000,00 EUR im Jahr sollen Rentner künftig steuerfrei hinzuverdienen können.

Zu wenig, so Reiche unter Verweis auf die - angeblich - im internationalen Vergleich eher geringen durchschnittlichen Arbeitsstunden, die Arbeitnehmer in Deutschland jährlich leisten. So stehen durchschnittlich 1.340 Stunden pro Jahr in Deutschland durchschnittlich 1.800 Stunden in den USA gegenüber.

Allerdings liegt das geringere durchschnittliche Arbeitspensum pro Jahr auch an der in Deutschland weit verbreiteten Teilzeitarbeit, die es in anderen Ländern nicht so oft gibt. Dadurch werden Pro-Kopf-Vergleiche verzerrt.

Prompt erntete Reiche Kritik aus den eigenen Reihen. Wer als Wirtschaftsministerin beim internationalen Vergleich von durchschnittlichen Jahresarbeitszeiten die hohe Teilzeitquote in Deutschland nicht realisiere, sei eine „Fehlbesetzung“, beschwerte sich Christian Bäumler, Bundesvize der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).

Auch von Gewerkschaften und Sozialverbänden kam, wie üblich beim Thema einer Erhöhung des Rentenalters, Kritik. Besser als eine verkappte Rentenkürzung sei es, durch eine Einbeziehung von Beamten und Selbständigen die Einnahmenseite zu verbessern, so die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi.

Unterstützung für Reiches Vorschlag kam dagegen von Ökonomen wie von Bernd Raffelhüschen. Er verweist auf die langfristig eingetretene Erhöhung der Renten infolge des durchschnittlich längeren Rentenbezugs.

So oder so erhöht sich bereits jetzt das Renteneintrittsalter stetig um zwei Monate pro Jahrgang, bis im Jahr 2031 das Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreicht ist.

Ob dies zusammen mit der geplanten Aktivrente angesichts der bereits stattfindenden Berentung der geburtenstarken Jahrgänge ausreicht, um die Finanzierungsprobleme der Rentenversicherung zu lösen, ist allerdings fraglich.

Frankfurter Rundschau, CDU-Ministerin Reiche will Rente mit 70 für Babyboomer – zwei weitere Gruppen im Fokus, 31.07.2025

Versicherungsbote, Renteneintrittsalter - Wirtschaftsministerin Katherina Reiche: „Die Lebensarbeitszeit muss steigen“, 28.07.2025

Frankfurter Rundschau, Finanzprofessor überzeugt: Es ist „höchste Zeit“ für Rente mit 70, 31.07.2025

tagesschau.de, Wer schließt die Boomer-Lücke?, Stand: 28.07.2025

zdfheute.de, Nach Vorstoß von Reiche. Rentenalter: Schwarz-Rot plant keine Anhebung, 28.07.2025

 

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