HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

KontaktKONTAKT
NEWSLETTER
Anrede
Vorname
Nachname
Email
Abmelden
MITGLIEDSCHAFTEN
  • m_dav
  • logo_vdj


RATGEBER GEBÜHREN

Ge­büh­ren und Kos­ten im Ar­beits­recht und beim Ar­beits­ge­richt

In­for­ma­tio­nen zum The­ma Ge­büh­ren und Kos­ten im Ar­beits­recht und beim Ar­beits­ge­richt: von Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Münzen, Münzhaufen

Auf die­ser Sei­te fin­den Sie In­for­ma­tio­nen zu der Fra­ge, wie An­walts­ge­büh­ren be­rech­net wer­den, auf wel­cher Grund­la­ge sich der sog. Streit­wert be­rech­net, wel­che ver­schie­de­nen Ge­büh­ren der Rechts­an­walt ab­rech­nen kann und wer die Ge­büh­ren letzt­lich be­zah­len muss, wenn bei ei­ner recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung An­wäl­te hin­zu­ge­zo­gen wer­den.

Au­ßer­dem fin­den Sie Hin­wei­se da­zu, wie die Ge­büh­ren­er­stat­tung im ar­beits­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren ge­re­gelt ist, wel­che Rechts­an­walts­kos­ten und wel­che Ge­richts­ge­büh­ren auf die Pro­zess­par­tei­en vor dem Ar­beits­ge­richt zu­kom­men, ob man vom Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz (RVG) ab­wei­chen­de Ge­büh­ren ver­ein­ba­ren kann und un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Zeitho­no­rar sinn­voll ist.

von Rechts­an­walt Dr. Mar­tin Hen­sche, Fach­an­walt für Ar­beits­recht, Ber­lin

Wie wer­den An­walts­gebühren be­rech­net?

Die Gebühren für an­walt­li­che Leis­tun­gen sind in Deutsch­land ge­setz­lich fest­ge­legt, nämlich im Rechts­an­walts­vergütungs­ge­setz (RVG). Bis zum 30.06.2004 galt lan­ge Jah­re das Vorgänger­ge­setz, die Bun­des­gebühren­ord­nung für Rechts­anwälte (BRA­GO).

In zi­vil­recht­li­chen, ver­wal­tungs­recht­li­chen und ar­beits­recht­lich­den An­ge­le­gen­hei­ten bil­det der Ge­gen­stands­wert die Grund­la­ge für die Be­rech­nung der Gebühren. Bei ei­nem ge­richt­li­chen Ver­fah­ren wird der Ge­gen­stands­wert als Streit­wert be­zeich­net.

Soll der Rechts­an­walt zum Bei­spiel 5.000,00 EUR ein­kla­gen oder soll er sei­nen Auf­trag­ge­ber ge­gen ei­ne sol­che Kla­ge ver­tei­di­gen, so beträgt der Streit­wert 5.000,00 EUR.

Wie wird der Streit­wert be­rech­net, wenn es nicht um Geld geht?

Strei­tet man nicht um die Zah­lung ei­ner be­stimm­ten Geld­sum­me, son­dern um ei­nen an­de­ren Ge­gen­stand, ist die Er­mitt­lung sei­nes Wer­tes manch­mal schwie­rig. Für häufig vor­kom­men­de Strei­tig­kei­ten hat die Recht­spre­chung fes­te Re­geln für die Fest­set­zung des Ge­gen­stands- bzw. Streit­wer­tes ent­wi­ckelt.

So beträgt der Streit­wert z.B. nach der Recht­spre­chung bei ei­nem Streit um

die Wirk­sam­keit ei­ner Kündi­gung  3 Mo­nats­gehälter 
die Wirk­sam­keit ei­ner Be­fris­tung 3 Mo­nats­gehälter 
die Be­rech­ti­gung ei­ner Ab­mah­nung 1 Mo­nats­ge­halt
die Pflicht zur Zeug­nis­er­tei­lung 1 Mo­nats­ge­halt 
die Pflicht zur Zeug­nis­kor­rek­tur 1 Mo­nats­ge­halt  

Wel­che ver­schie­de­nen Gebühren kann der Rechts­an­walt ab­rech­nen?

Auf der Grund­la­ge des Streit­werts be­rech­nen sich die Gebühren des Rechts­an­walts je nach­dem, wel­che Tätig­keit er dem Auf­trag gemäß ent­fal­tet.

So erhält der Rechts­an­walt z.B.

  • für die Er­he­bung der Kla­ge ei­ne Ver­fah­rens­gebühr in Höhe des 1,3fachen ei­ner Gebühr,
  • für die Ter­mins­wahr­neh­mung vor Ge­richt ei­ne wei­te­re Gebühr, die Ter­mins­gebühr in Höhe des 1,2fachen ei­ner Gebühr.

Wird der Pro­zess dann durch ein Ur­teil be­en­det, kann der Rechts­an­walt folg­lich 2,5 Gebühren ab­rech­nen, nämlich ei­ne Ver­fah­rens­gebühr (1,3) und ei­ne Ter­mins­gebühr (1,2). Außer­dem erhält er ei­ne Aus­la­gen­pau­scha­le in Höhe von 20,00 EUR für Post- und Te­le­fon­kos­ten so­wie 19 % Mehr­wert­steu­er. Ins­ge­samt be­tra­gen die Gebühren da­her bei ei­ner Kla­ge auf Zah­lung von rückständi­gem Ar­beits­lohn von 5.000,00 EUR und bei strei­ti­ger Ent­schei­dung, d.h. ei­ner Ver­fah­ren­ser­le­di­gung durch Ur­teil, 919,28 EUR. Die Kos­ten­rech­nung für die­ses Bei­spiel fin­den Sie hier.

Je höher der Ge­gen­stands- oder Streit­wert ist, des­to höher sind auch die Gebühren. Der Grund hierfür liegt dar­in, dass der Rechts­an­walt bei der Be­ar­bei­tung ei­nes Fal­les mit höhe­rem Streit­wert ei­ne größere Ver­ant­wor­tung und dem­gemäß ein höhe­res Haf­tungs­ri­si­ko trägt.

Die Erhöhung der Gebühren in Abhängig­keit vom Ge­gen­stands­wert er­folgt da­bei al­ler­dings nicht eins zu eins ("li­ne­ar"), son­dern ab­ge­bremst ("de­gres­siv"): Der An­walt erhält da­her für die Er­he­bung ei­ner Kla­ge auf Zah­lung von 200.000,00 EUR nicht et­wa das Dop­pel­te des­sen, was er für die Er­he­bung ei­ner Kla­ge über 100.000,00 EUR be­kommt, son­dern un­gefähr das 1,3-fa­che. Der An­stieg der Gebühren ist in ei­ner Gebühren­ta­bel­le (An­la­ge 2 zu § 13 Abs.1 RVG) fest­ge­legt.

Wer muss die Gebühren letzt­lich zah­len?

Mit der Be­auf­tra­gung ei­nes Rechts­an­wal­tes wird ein Ver­trag zwi­schen dem Auf­trag­ge­ber, dem "Man­dan­ten", und dem An­walt ab­ge­schlos­sen. Aus die­sem Ver­trag ist der Auf­trag­ge­ber dem An­walt zur Zah­lung der ver­ein­bar­ten Gebühren ver­pflich­tet, und zwar un­abhängig da­von, wie die An­ge­le­gen­heit aus­geht. Die Ver­ein­ba­rung ei­nes Er­folgs­ho­no­rars ist in Deutsch­land, an­ders als in den USA zum Bei­spiel, recht­lich un­zulässig.

Wird kei­ne Gebühren­ver­ein­ba­rung ge­trof­fen, rich­ten sich die Gebühren nach dem RVG, d.h. in ar­beits­recht­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten in al­ler Re­gel nach dem Streit­wert und nach der auf Grund­la­ge des Streit­wer­tes ab­zu­rech­nen­den ein­zel­nen Tätig­kei­ten des Rechts­an­walts.

Al­ler­dings hat der Auf­trag­ge­ber, wenn die An­walts­gebühren für die Ver­tre­tung in ei­nem Pro­zess an­fal­len und der Pro­zess ge­won­nen wird, oft ei­nen ge­setz­li­chen An­spruch ge­gen den un­ter­le­ge­nen Pro­zess­geg­ner auf Er­stat­tung der An­walts­kos­ten. Der An­spruch auf Kos­ten­er­stat­tung wird in dem Ur­teil mit aus­ge­spro­chen.

Von die­sem An­spruch auf Kos­ten­er­stat­tung hat die sieg­rei­che Par­tei je­doch manch­mal nichts, nämlich ins­be­son­de­re dann, wenn der an­de­re zah­lungs­unfähig ist oder un­ter­taucht. Das wirt­schaft­li­che Ri­si­ko, trotz ei­nes voll­streck­ba­ren Er­stat­tungs­an­spruchs auf den ei­ge­nen An­walts­kos­ten "sit­zen­zu­blei­ben", trägt der Auf­trag­ge­ber.

Wie ist die Gebühren­er­stat­tung im ar­beits­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren ge­re­gelt?

Von der Re­gel, dass der, der den Pro­zes ver­liert, die An­walts­kos­ten des ob­sie­gen­den Geg­ners er­stat­ten muss, gibt es ei­ne prak­tisch be­son­ders wich­ti­ge Aus­nah­me:

Im ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils­ver­fah­ren ers­ter In­stanz hat man auch dann, wenn man den Pro­zess ge­winnt, kei­nen An­spruch auf Er­stat­tung sei­ner An­walts­kos­ten (§ 12a Abs.1 Satz 1 Ar­beits­ge­richts­ge­setz).

Der Grund für die­se Aus­nah­me liegt dar­in, dass Ar­beit­neh­mer, die sich in in ar­beits­ge­richt­li­chen Pro­zes­sen meist auf der Kläger­sei­te be­fin­den, nicht mit dem Ri­si­ko be­las­tet wer­den sol­len, im Fal­le des Un­ter­lie­gens die Kos­ten für den An­walt des Ar­beit­ge­bers tra­gen zu müssen. Die­se Ent­las­tung ist sinn­voll, wenn Ar­beit­neh­mer Rechts­schutz der Ge­werk­schaft in An­spruch neh­men können oder rechts­schutz­ver­si­chert sind.

Die Kehr­sei­te die­ser Me­dail­le ist al­ler­dings, dass Ar­beit­neh­mer auch dann kei­nen An­spruch auf Er­stat­tung der ei­ge­nen An­walts­kos­ten ha­ben, wenn sie ei­nen Pro­zess ge­win­nen. Wer zum Bei­spiel ei­nen Lohnrück­stand von 5.000,00 EUR durch ei­nen Rechts­an­walt vor dem Ar­beits­ge­richt ein­kla­gen lässt, ist mit An­walts­kos­ten von 919,28 EUR be­las­tet und hat auch im Fal­le des Ob­sie­gens kei­nen An­spruch ge­gen den Ar­beit­ge­ber auf Kos­ten­er­stat­tung.

Von da­her stellt sich die Fra­ge, wel­che Kos­ten auf Sie zu­kom­men, wenn Sie sich in ei­nem ar­beits­ge­richt­li­chen Pro­zeß ver­tre­ten las­sen wol­len.

Wel­che Rechts­an­walts­kos­ten kom­men auf Sie vor dem Ar­beits­ge­richt zu?

Da man bei Strei­tig­kei­ten vor dem Ar­beits­ge­richt un­abhängig vom Pro­zess­aus­gang sei­nen Rechts­an­walt selbst zah­len muss, stellt sich die Fra­ge, wie man mit die­ser Kos­ten­si­tua­ti­on am bes­ten um­geht. Hier gibt es im Prin­zip fünf Möglich­kei­ten:

  • Ers­te Möglich­keit: Sie las­sen sich nicht ver­tre­ten, d.h. Sie führen den Pro­zess selbst. Das ist in der ers­ten In­stanz, d.h. vor dem Ar­beits­ge­richt, zwar recht­lich möglich, aber bei den meis­ten Kla­gen nicht sinn­voll, da man leicht Feh­ler ma­chen kann, die letzt­lich viel mehr Geld als die An­walts­gebühren kos­ten. So ist ei­ne Selbst­ver­tre­tung vor al­lem bei Kündi­gungs­schutz­kla­gen, bei Ent­fris­tungs­kla­gen oder bei an­de­ren Strei­tig­kei­ten, bei de­nen es um den Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses geht, sehr gefähr­lich und da­her nicht zu emp­feh­len. Geht es da­ge­gen um Lohn­kla­gen und ist der rückständi­ge Lohn eher ge­ring, kann man über­le­gen, sich selbst zu ver­tre­ten.
  • Zwei­te Möglich­keit: Sie sind Mit­glied ei­ner Ge­werk­schaft oder Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des. Dann ha­ben Sie die Möglich­keit, sich kos­ten­los von ei­nem ge­werk­schaft­li­chen Rechts­se­kretär bzw. von ei­nem Ver­bands­ju­ris­ten des Ar­beit­ge­ber­ver­bands ver­tre­ten zu las­sen.
  • Drit­te Möglich­keit: Sie sind rechts­schutz­ver­si­chert und las­sen sich durch ei­nen Rechts­an­walt ver­tre­ten. Dann über­nimmt die Rechts­schutz­ver­si­che­rung die Kos­ten für Ih­ren Rechts­an­walt.
  • Vier­te Möglich­keit: Sie sind nicht rechts­schutz­ver­si­chert, aber fi­nan­zi­ell schlecht ge­stellt, so dass Sie Ih­ren An­walt nicht be­zah­len können. Dann ha­ben Sie An­spruch auf Pro­zess­kos­ten­hil­fe. Die­se be­an­tragt Ihr An­walt zu­sam­men mit der Kla­ge­er­he­bung beim Ar­beits­ge­richt. Wird Ih­nen Pro­zess­kos­ten­hil­fe gewährt, über­nimmt der Staat vorläufig die Kos­ten für Ih­ren Rechts­an­walt. Sie müssen al­ler­dings da­mit rech­nen, dass Sie ei­ni­ge Jah­re lang im­mer wie­der der Ge­richts­kas­se Aus­kunft über Ih­re Ein­kom­mens- und Vermögens­si­tua­ti­on ge­ben müssen, da die Ge­richts­kas­se bei ei­ner Bes­se­rung Ih­rer fi­nan­zi­el­len Verhält­nis­se ei­ne Be­tei­li­gung an den vom Staat vor­ab ver­aus­lag­ten Rechts­an­walts­kos­ten ver­langt.
  • Fünf­te Möglich­keit: Sie sind nicht rechts­schutz­ver­si­chert, ha­ben aber kei­nen An­spruch auf Pro­zess­kos­ten­hil­fe, weil sie über aus­rei­chen­de Mit­tel zur Be­zah­lung ei­nes An­walts verfügen. Dann stellt sich die Fra­ge, wie hoch die An­walts­gebühren bei ei­nem Pro­zess sind und ob sich ei­ne an­walt­li­che Ver­tre­tung für Sie rech­net.

Wenn Sie an ei­ner an­walt­li­chen Ver­tre­tung vor Ge­richt durch un­se­re Kanz­lei in­ter­es­siert sind, kal­ku­lie­ren wir je nach La­ge des Fal­les ger­ne mit Ih­nen vor­ab, ob sich ei­ne Tätig­keit un­se­rer Kanz­lei für Sie rech­net.

Mit wel­chen Ge­richts­gebühren müssen Sie beim Ar­beits­ge­richt rech­nen?

Ab­ge­se­hen von den Kos­ten für den ei­ge­nen Rechts­an­walt sind bei ei­nem Kla­ge­ver­fah­ren vor dem Ar­beits­ge­richt im­mer auch die Ge­richts­gebühren in Rech­nung zu stel­len. Hier gilt wie vor je­dem Ge­richt:

  • Wer den Pro­zess ver­liert, zahlt die Ge­richts­gebühren.
  • Wer den Pro­zess ge­winnt, zahlt kei­ne Ge­richts­gebühren.
  • Wer den Pro­zess teil­wei­se ge­winnt und teil­wei­se ver­liert, zahlt Ge­richts­gebühren in dem Verhält­nis, in dem er ge­won­nen bzw. ver­lo­ren hat.

Die Ge­richts­gebühren sind al­ler­dings aus fol­gen­den Gründen bei ei­nem Ver­fah­ren vor dem Ar­beits­ge­richt ein eher zweit­ran­gi­ges The­ma:

Ers­tens wird die Kla­ge auch oh­ne Vor­schuss für die Ge­richts­bebühren zu­ge­stellt. Das Ge­richt ver­langt al­so - an­ders als zum Bei­spiel das Amts- oder Land­ge­richt in ei­ner zi­vil­recht­li­chen An­ge­le­gen­heit - kei­ne "Vor­kas­se", son­dern er­bringt sei­ner­seits ei­ne zunächst ein­mal gebühren­freie Vor­leis­tung.

Zwei­tens fal­len die Gebühren nicht an, wenn man den ge­sam­ten Pro­zess durch ei­nen Ver­gleich er­le­digt, d.h. das Ge­richt will in die­sem Fall kein Geld. Das glei­che gilt im Fal­le der Rück­nah­me der Kla­ge vor Stel­lung der Anträge.

Drit­tens sind die vom Ar­beits­ge­richt er­ho­be­nen Gebühren ge­rin­ger als die gewöhn­lich, d.h. vom Amts- oder Land­ge­richt er­ho­be­nen Gebühren.

Tipp: Vor­ab Kos­ten kal­ku­lie­ren

Auch wenn Sie kei­ne Rechts­schutz­ver­si­che­rung ha­ben noch Pro­zess­kos­ten­hil­fe in An­spruch neh­men können, müssen Sie nicht aus Kos­ten­gründen auf ei­ne kom­pe­ten­te Ver­tre­tung durch ei­nen Rechts­an­walt ver­zich­ten. Sie soll­ten al­ler­dings vor­ab mit Hil­fe Ih­res An­walts kal­ku­lie­ren, ob sich ei­ne an­walt­li­che Ver­tre­tung rech­net.

Bei Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren sind die An­walts­kos­ten zu­meist gut an­ge­leg­tes Geld, da man hier je nach Dau­er der Beschäfti­gung und je nach­dem, wie "halt­bar" die Kündi­gung er­scheint, mit dem rea­lis­ti­schen Ziel kla­gen kann, ei­ne gu­te Ab­fin­dung aus­zu­han­deln.

BEISPIEL: Hat der Ar­beit­ge­ber ei­nem un­ter das Kündi­gungs­schutz­ge­setz (KSchG) fal­len­den Ar­beit­neh­mer mit 15jähri­ger Be­triebs­zu­gehörig­keit und ei­nem Brut­to­mo­nats­ver­dienst von zu­letzt 2.500,00 EUR gekündigt und ist die Wirk­sam­keit die­ser Kündi­gung recht­lich zwei­fel­haft, dann kann man bei pro­fes­sio­nel­ler Führung des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses da­mit rech­nen, dass ei­ne Ab­fin­dung von et­wa 18.750,00 EUR (= ein hal­ber Brut­to­mo­nats­ver­dienst pro Beschäfti­gungs­jahr) oder mehr aus­ge­han­delt wird. Da der Rechts­an­walt für den Ab­schluss ei­nes ge­richt­li­chen Ver­gleichs 3,5 Gebühren erhält (1,3 Ver­fah­rens­gebühr, 1,2 Ter­mins­gebühr und 1,0 Ver­gleichs­gebühr), be­lau­fen sich die An­walts­gebühren in die­sem Bei­spiels­fall auf 1.739,78 EUR, falls kei­ne wei­te­ren Streit­ge­genstände hin­zu­kom­men wie z.B. ein Zeug­nis, strei­ti­ge Son­der­zah­lun­gen, ei­ne Ur­laubs­ab­gel­tung oder der­glei­chen.

Die Kos­ten­rech­nung für die­ses Bei­spiel fin­den Sie hier. Ei­ne sol­che In­ves­ti­ti­on dürf­te sich an­ge­sichts ei­ner Ab­fin­dung in der o.g. Größen­ord­nung loh­nen. Das gilt natürlich auch bei an­de­ren sog. Be­stands­strei­tig­kei­ten, d.h. Ge­richts­pro­zes­sen we­gen des (Fort-)Be­stands ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses wie z.B. ei­ner Kla­ge ge­gen ei­ne Be­fris­tung (Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge, Ent­fris­tungs­kla­ge).

Wenn Sie an ei­ner Be­ra­tung oder Ver­tre­tung durch un­se­re Kanz­lei in­ter­es­siert sind, spre­chen Sie uns bit­te un­ver­bind­lich auf die Kos­ten­fra­ge an.

Wie­viel kos­tet es, wenn man sich nur be­ra­ten las­sen möch­te?

Anwälte le­ben vom Ver­kauf recht­li­cher In­for­ma­tio­nen. Auch ei­ne außer­ge­richt­li­che Be­ra­tung durch ei­nen Rechts­an­walt kos­tet da­her Geld. Ei­ne se­riöse An­walts­kanz­lei wird dem­zu­fol­ge nicht be­reit sein, un­ver­bind­lich bzw. oh­ne vor­he­ri­ge rechtsgülti­ge Be­auf­tra­gung recht­li­che Rat­schläge zu er­tei­len. Ei­ne for­mel­le Be­auf­tra­gung un­ter An­ga­be der Per­so­nal­da­ten des Man­dan­ten und des Geg­ners ist auch des­halb zwin­gend er­for­der­lich, weil Rechts­anwälte bei der Man­dats­an­nah­me ei­ne Dop­pel­ver­tre­tung, d.h. ei­ne Ver­tre­tung bei­der Kon­flikt­par­tei­en strikt ver­mei­den müssen. Oh­ne Kennt­nis der Per­son des Man­dan­ten und des Geg­ners kann ein Rechts­an­walt da­her kei­ne Be­ra­tungs­leis­tun­gen er­brin­gen.

Nach den Be­stim­mun­gen des RVG soll der Rechts­an­walt auf ei­ne Gebühren­ver­ein­ba­rung hin­wir­ken, d.h. es ist ei­ne - frei aus­zu­han­deln­de - Gebühren­ver­ein­ba­rung zwi­schen Rechts­an­walt und Auf­trag­ge­ber ab­zu­sch­ließen (§ 34 Abs.1 Satz 1 RVG). Wird ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Be­ra­tungs­gebühr nicht ge­trof­fen, erhält der Rechts­an­walt gemäß § 34 Abs.1 Satz 2 RVG "Gebühren nach den Vor­schrif­ten des bürger­li­chen Rechts". Da­mit ist die "übli­che Vergütung" (§ 612 Abs.2 Bürger­li­ches Ge­setz­buch - BGB) ge­meint, d.h. das marktübli­che Be­ra­tungs­ho­no­rar, das ein Rechts­an­walt un­ter ver­gleich­ba­ren Umständen (Größe der Kanz­lei, Grad der Spe­zia­li­sie­rung und der Er­fah­rung, Be­deu­tung und Schwie­rig­keit der An­ge­le­gen­heit) "übli­cher­wei­se" ver­langt.

Die­ser sehr un­kla­re Maßstab ist für bei­de Par­tei­en - Auf­trag­ge­ber wie An­walt - un­brauch­bar, so dass ei­ne aus­drück­li­che Ver­ein­ba­rung drin­gend an­zu­ra­ten ist. Die Gebühren­ver­ein­ba­rung kann

  • ei­nen St­un­den­satz vor­se­hen oder
  • ei­ne pau­scha­le Gebühr oder aber
  • ei­nen Ver­weis auf das RVG in der Fas­sung vom 30.06.2006 (d.h. vor Ab­schaf­fung der ge­setz­li­chen Be­ra­tungs­gebühr).

Wird kei­ne ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­rung ge­trof­fen, ist die Be­ra­tungs­gebühr auf die Gebühren an­zu­rech­nen, die der An­walt für wei­te­re Tätig­kei­ten in die­ser An­ge­le­gen­heit ent­fal­tet, d.h. auf die Gebühren für ei­ne späte­re Pro­zessführung, ein späte­res Mahn­schrei­ben u.s.w. Ver­tritt der An­walt den Auf­trag­ge­ber z.B. in der An­ge­le­gen­heit, in der er ihn zunächst nur be­ra­ten hat, vor Ge­richt, muss der Auf­trag­ge­ber die Be­ra­tung im All­ge­mei­nen nicht ge­son­dert be­zah­len, d.h. er zahlt letzt­lich nur für die ge­richt­li­che Ver­tre­tung.

Sind die Gebühren für ei­ne "ers­te Be­ra­tung" auf 190,00 EUR be­grenzt?

Nein, ei­ne sol­che Be­gren­zung gibt es nicht, wenn An­walt und Auf­trag­ge­ber ei­ne Ver­ein­ba­rung über das Be­ra­tungs­ho­no­rar ge­trof­fen ha­ben.

Ei­ne Be­ra­tungs­gebühr kann da­her auch dann, wenn nur ein ers­tes Be­ra­tungs­gespräch durch­geführt wird und der Auf­trag­ge­ber Ver­brau­cher ist, höher als 190,00 EUR zzgl. Um­satz­steu­er sein.

Kann man vom RVG ab­wei­chen­de Gebühren ver­ein­ba­ren?

Es ist recht­lich zulässig und in vie­len Fällen sinn­voll, Gebühren zu ver­ein­ba­ren, die von den Re­ge­lun­gen des RVG ab­wei­chen. Ei­ne Ho­no­rar­ver­ein­ba­rung hat vor al­lem den Vor­teil, für bei­de Sei­ten Klar­heit über die Höhe der Gebühren oder des Streit­wer­tes zu schaf­fen, d.h. Klar­heit in Fra­gen, die auf­grund vie­ler Un­ge­nau­ig­kei­ten des Gebühren­rechts und der Streit­wert­recht­spre­chung der Ge­rich­te an­sons­ten un­klar wären.

Bei ge­richt­li­chen Ver­fah­ren dürfen ver­ein­bar­te Gebühren nur höher als die ge­setz­li­chen Gebühren sein. Nach un­ten ab­wei­chen­de Ver­ein­ba­run­gen sind hier un­wirk­sam.

In außer­ge­richt­li­chen An­ge­le­gen­hei­ten können da­ge­gen auch Pau­schal­vergütun­gen oder Zeitho­no­ra­re ver­ein­bart wer­den, die nied­ri­ger als die ge­setz­li­chen Gebühren sind. Bei ein­fa­chen und/oder ein­ma­li­gen Be­ra­tungs­leis­tun­gen ist es oft sinn­voll, die Be­ra­tungs­gebühr vor­ab pau­schal auf ei­nen für bei­de Sei­ten ak­zep­ta­blen Be­trag fest­zu­set­zen.

Wann ist die Ver­ein­ba­rung ei­nes Zeitho­no­rars sinn­voll?

Die Ver­ein­ba­rung ei­nes Zeitho­no­rars kann für Auf­trag­ge­ber und An­walt sinn­voll sein, wenn der Streit­wert hoch und die vor­aus­sicht­lich auf­zu­wen­den­de Ar­beits­leis­tung des An­walts am An­fang sei­ner Tätig­keit noch nicht ge­nau ab­zuschätzen ist. Dann erhält der Auf­trag­ge­ber zunächst nied­ri­ge­re Rech­nun­gen, als er auf Grund­la­ge des RVG er­hal­ten würde. Um­ge­kehrt hat der An­walt, wenn die Er­le­di­gung der An­ge­le­gen­heit länger dau­ert oder sehr ar­beits­auf­wen­dig ist, nicht das frus­trie­ren­de Gefühl, ab ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt um­sonst zu ar­bei­ten. Ein Vor­teil für bei­de Be­tei­lig­ten liegt dar­in, daß die an­fal­len­den Gebühren je­der­zeit ein­fach kal­ku­lier­bar sind.

Ei­ne stun­den­wei­se Ab­rech­nung ist auch dann sinn­voll, wenn der der An­walt für den Auf­trag­ge­ber meh­re­re An­ge­le­gen­hei­ten gleich­zei­tig be­treut, die nicht klar von­ein­an­der ab­ge­grenzt wer­den können und/oder de­ren Streit­wert nicht ge­nau zu er­mit­teln ist. Auch hier schafft ei­ne Ho­no­rar­ver­ein­ba­rung ei­ne für bei­de Sei­ten si­che­re Ab­rech­nungs­grund­la­ge.

Sch­ließlich ist ein Zeitho­no­rar auch sinn­voll, wenn der Streit­wert so ge­ring ist, dass sich ein verhält­nismäßig ho­her Ar­beits­auf­wand der Rechts­an­walts­kanz­lei nicht lohnt, wie z.B. beim Streit um ei­ne Zeug­nis­be­rich­ti­gung. Hier geht es in der Re­gel um vie­le De­tails des Ar­beits­verhält­nis­ses, in die sich der An­walt un­ver­meid­lich ver­tie­fen muss, wo­hin­ge­gen der Streit­wert ei­ner Zeug­nis­be­rich­ti­gungs­strei­tig­keit nach der Recht­spre­chung nur ein Mo­nats­ge­halt beträgt. Oh­ne ei­ne die ge­setz­li­chen Gebühren über­stei­gen­de Ho­no­rar­ver­ein­ba­rung ist ei­ne an­walt­li­che Be­fas­sung mit ei­ner Zeug­nis­be­rich­ti­gungs­strei­tig­keit da­her wirt­schaft­lich nicht trag­bar und müss­te da­her un­ter­blei­ben, falls kei­ne Ho­no­rar­ver­ein­ba­rung ge­trof­fen würde.

Wie­viel kos­tet ei­ne Be­ra­tung durch ei­nen Rechts­an­walt un­se­rer Kanz­lei?

Wenn Sie sich durch uns le­dig­lich be­ra­ten las­sen wol­len, schla­gen wir wir Ih­nen vor, die Gel­tung der Alt­fas­sung des RVG zu ver­ein­ba­ren (s. oben) und zu­gleich ei­nen an­ge­mes­se­nen Ge­gen­stands­wert fest­zu­set­zen, so dass die Gebühr auf die­ser Grund­la­ge für bei­de Sei­ten ein­deu­tig be­stimmt ist.

BEISPIEL: Es geht um ei­ne Ab­mah­nung und der ab­ge­mahn­te Ar­beit­neh­mer ver­dient 3.000,00 EUR brut­to pro Mo­nat, so beträgt die Be­ra­tungs­gebühr auf Grund­la­ge des RVG in der am 30.06.2006 gel­ten­den Fas­sung des Ge­set­zes auf der Ba­sis ei­nes Streit­wer­tes von ei­nem Brut­to­mo­nats­ge­halt bei ei­ner ver­ein­bar­ten 1,0-Be­ra­tungs­gebühr 189,00 EUR net­to. Hin­zu kom­men Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­kos­ten von 20,00 EUR und die Um­satz­steu­er, so dass die Ge­samt­kos­ten der Be­ra­tung in die­sem Bei­spiels­fall 248,71 EUR be­tra­gen. Die Kos­ten­rech­nung für die­ses Bei­spiel fin­den Sie hier.

Ger­ne be­rech­nen wir für Sie vor­ab, wel­che Kos­ten auf Sie zu­kom­men würden. Ist ein Zeitho­no­rar sinn­voll, ma­chen wir un­se­ren St­un­den­satz von der wirt­schaft­li­chen Be­deu­tung der An­ge­le­gen­heit und un­se­rem dem­gemäß be­ste­hen­den Haf­tungs­ri­si­ko, der Schwie­rig­keit der Sach- und Rechts­la­ge so­wie von der mehr oder min­der großen Eil­bedürf­tig­keit der An­ge­le­gen­heit abhängig.

Sol­len wir Sie außer­ge­richt­lich im We­ge von Ver­hand­lun­gen mit der Ge­gen­sei­te ver­tre­ten, sind wir in der Re­gel auf der Grund­la­ge des RVG (KV Nr.2400) tätig. So­weit dies sinn­voll und bei­der­seits gewünscht ist, können wir un­se­re Tätig­keit auch in sol­chen Fällen auf der Grund­la­ge ei­nes ver­ein­bar­ten St­un­den­sat­zes ab­rech­nen.

Wo fin­den Sie mehr zum The­ma Gebühren und Kos­ten im Ar­beits­recht und beim Ar­beits­ge­richt?

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Gebühren und Kos­ten im Ar­beits­recht und beim Ar­beits­ge­richt in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier: 

Letzte Überarbeitung: 27. September 2012

Bewertung:

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2014:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de