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ARBEITSRECHT
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ENTSCHEIDUNGSREPORT FÜR DIE BETRIEBLICHE PRAXIS 08|2025

Update Arbeitsrecht 08|2025 vom 31.08.2025

Arbeit und Soziales

Erwerbsbeteiligung der 2015 zugewanderten Flüchtlinge

Die Integration der im Jahr 2015 zugewanderten Flüchtlinge auf dem deutschen Arbeitsmarkt bietet ein gemischtes Bild.

31.08.2025. Zehn Jahre nach Merkels berühmtem Wir-schaffen-das-Satz fragen sich viele, ob diese optimistische Prognose zutreffend war oder nicht.

In einem aktuellen Beitrag beleuchten Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) die Eingliederung der vor zehn Jahren nach Deutschland gekommenen Schutzsuchenden in den deutschen Arbeitsmarkt.

Im Jahr 2024 lag die Beschäftigungsquote der 2015 zugezogenen Flüchtlinge bei 64 Prozent, während der bundesdeutsche Durchschnitt mit 70 Prozent nicht mehr allzu deutlich darüber liegt. 

Allerdings ist der mittlere Verdienst der Zuwanderer des Jahres 2015 deutlich geringer als der der deutschen Beschäftigten und bewegt sich nur knapp oberhalb der Niedriglohnschwelle.

Dementsprechend beträgt der Anteil der Zuwanderer, die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt beziehen (SGB II, Bürgergeld bzw. Grundsicherung), im Jahr 2023 immer noch 34 Prozent und ist damit deutlich höher als der Bevölkerungsdurchschnitt.

Zwischen der Erwerbsbeteiligung der Männer und der Frauen bestehen deutliche Unterschiede. 

Im Jahr 2024 lag die Beschäftigungsquote der männlichen Migranten mit 76 Prozent leicht über dem Durchschnitt der männlichen Bevölkerung in Deutschland, der 72 Prozent beträgt. Hierbei ist allerdings auch das deutlich geringere Durchschnittsalter der 2015 zugewanderten Personen zu berücksichtigen.

Im Unterschied zu der Beschäftigungsquote der Männer ist die der Frauen mit 35 Prozent gering. Sie beträgt etwa die Hälfte der weiblichen Beschäftigung im Bevölkerungsdurchschnitt, die bei 69 Prozent liegt.

Auffällig sind auch regionale Unterschiede der Integration auf dem Arbeitsmarkt. Je größer die Nachfrage nach Arbeitskräften auf den regionalen Arbeitsmärkten, desto höher ist die Erwerbsbeteiligung und der Verdienst.

Während in wirtschaftlich eher schwachen Bundesländern wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt die mittlere jährliche Beschäftigungsquote fünf bis zehn Jahre nach dem Zuzug bei 49 Prozent lag, lag sie in Baden-Württemberg bei 66 Prozent.

Auch der durchschnittliche Tagesverdienst ist in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit eher 33 EUR eher gering, in Baden-Württemberg mit 63 EUR beinahe doppelt so hoch.

Herbert Brücker, Philipp Jaschke, Yuliya Kosyakova, Haben wir es geschafft? Eine Analyse aus Sicht des Arbeitsmarktes, IAB-Kurzbericht Nr.17, 25.08.2025

 

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