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ARBEITSRECHT AKTUELL

21/020a Un­rich­ti­ge An­ga­be von Ar­beits­zei­ten bei Al­ko­hol­ab­hän­gig­keit

Pflicht­ver­stö­ße, die ty­pisch für Al­ko­hol­ab­hän­gi­ge sind, recht­fer­ti­gen kei­ne Kün­di­gung, wenn die al­ko­hol­kran­ke Per­son the­ra­pie­wil­lig ist: Thü­rin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 03.03.2021, 4 Sa 154/19
Alkoholsucht, Alkoholiker, Alkoholabhängigkeit

21.04.2021. Täuscht ein Ar­beit­neh­mer durch fal­sche An­ga­ben über die er­brach­ten Ar­beits­stun­den, kann dies re­gel­mä­ßig ei­ne ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung recht­fer­ti­gen. Denn da­durch zer­stört der Täu­schen­de das Ver­trau­ens­ver­hält­nis zum Ar­beit­ge­ber, der sich nicht mehr auf die Red­lich­keit und Zu­ver­läs­sig­keit sei­nes Ar­beit­neh­mers ver­las­sen kann.

Aus­nahms­wei­se ist ei­ne Kün­di­gung je­doch nicht zu­läs­sig, wenn die Falsch­an­ga­ben auf­grund ei­ner krank­haf­ten Sucht, ins­be­son­de­re ei­ner Al­ko­hol­krank­heit, ge­tä­tigt wer­den. Ist die al­ko­hol­ab­hän­gi­ge Per­son be­reit, sich ei­ner The­ra­pie zu un­ter­zie­hen, und be­steht das Ar­beits­ver­hält­nis schon lan­ge und stö­rungs­frei, über­wiegt ihr In­ter­es­se am Fort­be­stand des Ar­beits­ver­hält­nis­ses: Thü­rin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 03.03.2021, 4 Sa 154/19.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 08|2021 Thü­rin­ger LAG: Ver­hal­tens­be­ding­te Kün­di­gung we­gen Pflicht­ver­let­zung in­fol­ge Al­ko­hol­krank­heit.

Letzte Überarbeitung: 28. September 2021

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Christoph Hildebrandt
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Arbeitsrecht

HENSCHE Rechtsanwälte, Fachanwälte für Arbeitsrecht
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