HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL

21/019a Ver­stoß ge­gen Un­ter­rich­tungs­pflicht ge­gen­über der Ar­beits­agen­tur bei Mas­sen­ent­las­sung

Er­hält die Ar­beits­agen­tur kei­ne Ab­schrift der In­for­ma­ti­on des Be­triebs­rats über ei­ne ge­plan­te Mas­sen­ent­las­sung, führt dies nicht zur Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gun­gen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 24.02.2021, 17 Sa 890/20
leeres Büro wegen Massenentlassung, Massenentlassungsanzeige

07.04.2021. Plant ein grö­ße­rer Be­trieb ei­ne Mas­sen­ent­las­sung, muss er vor Aus­spruch der Kün­di­gun­gen den Be­triebs­rat kon­sul­tie­ren und die Ar­beits­agen­tur in­for­mie­ren.

Da­durch soll die Ar­beits­agen­tur auf den be­vor­ste­hen­den Zu­gang vie­ler neu­er Ar­beits­su­chen­der früh­zei­tig in­for­miert wer­den, so­dass sich die­se vor­be­rei­ten kann.

Gleich­zei­tig mit der schrift­li­chen In­for­ma­ti­on des Be­triebs­rats muss der Ar­beit­ge­ber zu­nächst ei­ne Ab­schrift die­ses Schrei­bens an die Ar­beits­agen­tur über­mit­teln. In ei­nem zwei­ten Schritt muss er dann ei­ne Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge bei der Ar­beits­agen­tur ein­rei­chen.

In­for­miert der Ar­beit­ge­ber nicht den Be­triebs­rat bzw. un­ter­lässt er die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge, so sind die spä­te­ren Kün­di­gun­gen un­wirk­sam. Frag­lich war je­doch, ob die­se stren­ge Rechts­fol­ge auch dann ein­tritt, wenn der Ar­beit­ge­ber es nur un­ter­lässt, die Ab­schrift des Schrei­bens an den Be­triebs­rats an die Ar­beits­agen­tur zu über­mit­teln.

Dies al­lein be­grün­det noch kei­ne Un­wirk­sam­keit der Kün­di­gun­gen, so das Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen in ei­ner ak­tu­el­len Ent­schei­dung: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nie­der­sach­sen, Ur­teil vom 24.02.2021, 17 Sa 890/20.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 07|2021 LAG Nie­der­sach­sen: In­for­ma­ti­on der Ar­beits­agen­tur über den Be­ginn der Mas­sen­ent­las­sungs­ge­sprä­che.

Letzte Überarbeitung: 23. August 2021

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gern:

Nina Wesemann
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Arbeitsrecht

HENSCHE Rechtsanwälte, Fachanwälte für Arbeitsrecht
Kanzlei Hannover

Georgstraße 38, 30159 Hannover
Telefon: 0511 - 89 97 701
Telefax: 0511 - 89 97 702
E-Mail: hannover@hensche.de

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Für Personaler, betriebliche Arbeitnehmervertretungen und andere Arbeitsrechtsprofis: "Update Arbeitsrecht" bringt Sie regelmäßig auf den neusten Stand der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung. Informationen zu den Abo-Bedingungen und ein kostenloses Ansichtsexemplar finden Sie hier:

Alle vierzehn Tage alles Wichtige
verständlich / aktuell / praxisnah

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2021:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de