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ARBEITSRECHT AKTUELL // 22/030

kein pri­va­ter Dienst­wa­gen für Be­triebs­rat

Über­las­sung ei­nes Dienst­wa­gens an ein Be­triebs­rats­mit­glied kann ge­gen Be­güns­ti­gungs­ver­bot ver­sto­ßen: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nürn­berg, Ur­teil vom 05.04.2022, 7 Sa 238/21
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22.07.2022. Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen sind all­ge­mei­ne, d.h. für al­le Ar­beit­neh­mer des Be­triebs oder für be­stimm­te Ar­beit­neh­mer­grup­pen gel­ten­de Re­ge­lun­gen, die auf ei­nem Ver­trag zwi­schen Ar­beit­ge­ber und Be­triebs­rat be­ru­hen. Ge­mäß § 77 Abs. 4 Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (Be­trVG) gel­ten Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen grund­sätz­lich un­mit­tel­bar und zwin­gend, die ver­bind­li­che Wir­kung ent­fällt je­doch, wenn die Be­triebs­part­ner selbst die Wir­kung ein­schrän­ken oder in­di­vi­du­al­ver­trag­lich ver­ein­bar­te Re­ge­lun­gen für den Ar­beit­neh­mer güns­ti­ger sind.  

Für Be­triebs­rats­mit­glie­der gilt zu­dem ge­mäß § 78 Be­trVG ein Be­güns­ti­gungs­ver­bot. Wenn al­so ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung ei­ne Per­son auf­grund ih­rer Be­triebs­rat­s­tä­tig­keit be­güns­tigt, ist die Ver­ein­ba­rung un­zu­läs­sig und da­mit nich­tig. Dies be­stä­tig­te nun auch das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Nürn­berg in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil vom 05.04.2022 (7 Sa 238/21). Ein frei­ge­stell­ter Be­triebs­rats­vor­sit­zen­der hat­te zu­nächst vor dem Ar­beits­ge­richt (AG) Würz­burg auf Über­las­sung ei­nes Dienst­wa­gens auch zur pri­va­ten Nut­zung ge­klagt. Er be­rief sich hier­bei auf ei­ne Be­triebs­rats­ver­ein­ba­rung. So­wohl das AG Würz­burg (Ur­teil vom 27. Mai 2021, 4 Ca 74/21) als auch das LAG Nürn­berg hiel­ten dies je­doch nach § 78 Be­trVG für un­wirk­sam, da kein sach­li­cher Grund für die Über­las­sung er­sicht­lich war.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 14/2022 LAG Nürn­berg: Un­zu­läs­si­ge Be­güns­ti­gung ei­nes Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den durch Stel­lung ei­nes Dienst­wa­gens

Letzte Überarbeitung: 29. Juli 2022

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