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ARBEITSRECHT AKTUELL // 21/048

Kei­ne Ver­gü­tung für Mi­ni­job­be­rin bei be­hörd­li­cher La­den­schlie­ßung in der Pan­de­mie

Das Ar­beits­aus­fall­ri­si­ko, wenn auf­grund be­hörd­li­cher An­ord­nung na­he­zu flä­chen­de­ckend Be­trie­be ge­schlos­sen wer­den, trägt nicht der Ar­beit­ge­ber: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 13.10.2021, 5 AZR 211/21
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20.10.2021. Auf­grund der Be­triebs­schlie­ßun­gen im "har­ten Lock­down" zu Be­ginn der Co­ro­na-Pan­de­mie konn­ten vie­le Ar­beit­neh­mer ih­rer Be­schäf­ti­gung nicht mehr nach­kom­men.

Um die Ver­gü­tung von Ar­beit­neh­mern und die Sol­venz von Ar­beit­ge­bern zu si­chern, hat die Bun­des­re­gie­rung die An­for­de­run­gen für den Be­zug von Kurz­ar­bei­ter­geld ver­ein­facht. Da­durch konn­ten so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Be­schäf­tig­te Kurz­ar­bei­ter­geld be­zie­hen.

Ge­ring­fü­gig Be­schäf­tig­te, al­so Mi­ni­job­ber, da­ge­gen konn­ten kein Kurz­ar­bei­ter­geld be­zie­hen, da sie nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig be­schäf­tigt sind (§ 98 Abs.1 Nr.1 SGB III). So­mit liegt ei­ne Lü­cke in der fi­nan­zi­el­len Ab­si­che­rung für ge­ring­fü­gig Be­schäf­tig­te vor.

Ein Ver­gü­tungs­an­spruch von Mi­ni­job­bern kann je­doch ge­mäß § 615 Satz 3 Bür­ger­li­ches Ge­setz­buch (BGB) be­ste­hen, wenn die Schlie­ßung des Be­trie­bes in den Ri­si­ko­be­reich des Ar­beit­ge­bers und nicht des Ar­beit­neh­mers fällt. Bis­her war die­se Fra­ge un­ter Ge­rich­ten um­strit­ten.

Jetzt hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt klar­ge­stellt: Die Be­triebs­schlie­ßung durch ho­heit­li­chen Ein­griffs, mit dem ei­ne die Ge­sell­schaft ins­ge­samt tref­fen­de Ge­fah­ren­la­ge be­kämpft wird, ist kein Be­triebs­ri­si­ko im Sin­ne des § 615 Satz 3 BGB, so­dass der Ar­beit­ge­ber nicht zur Ver­gü­tung ver­pflich­tet ist: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 13.10.2021, 5 AZR 211/21.

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 21|2021 BAG: Kein An­spruch auf An­nah­me­ver­zugs­lohn bei Be­triebs­schlie­ßun­gen we­gen Co­ro­na-Lock­downs.

Letzte Überarbeitung: 26. Oktober 2021

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Nina Wesemann
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Arbeitsrecht

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