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ARBEITSRECHT AKTUELL // 21/002

Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ja­nu­ar 2021

Ge­set­ze zur Ar­beits­markt- und So­zi­al­po­li­tik: Was än­dert sich im neu­en Jahr?
Speditionskalender

05.01.2020. Im Fol­gen­den fin­den Sie ei­nen kur­zen Über­blick über die Ge­set­zes­än­de­run­gen zur Ar­beits­markt- und So­zi­al­po­li­tik, die im neu­en Jahr 2013 in Kraft tre­ten.

Ins­be­son­de­re die Co­ro­na-Kri­se hat die Neu­re­ge­lun­gen für die­ses Jahr be­ein­flusst: Wie auch im ver­gan­ge­nem Jahr sind Kurz­ar­beit und der Um­gang mit der Pan­de­mie ein be­herr­schen­des The­ma der Ge­setz­ge­bund.

Im Üb­ri­gen stei­gen die Hartz-IV-Re­gel­sät­ze und Min­dest­lohn für das neue Jahr. Auch die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen und Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­zen wur­den an­ge­passt.

 

Ar­beits­schutz in der Fleisch­wirt­schaft

Zum neu­en Jahr sind Werk­verträge und ab April auch Zeit­ar­beit in der Fleisch­in­dus­trie ver­bo­ten. Aus­ge­nom­men da­von sind Be­trie­be mit we­ni­ger als 50 Beschäftig­ten. Je­doch ist auf­grund ei­ner drei Jah­re be­fris­te­ten Aus­nah­me­re­ge­lung es auf Grund ei­nes Ta­rif­ver­trags möglich, Auf­trags­spit­zen bei der Fleisch­ver­ar­bei­tung durch Leih­ar­beit zu bewälti­gen.

Auch die Un­terkünf­te der Ar­beit­neh­mer sol­len bes­ser aus­ge­stat­tet sein. Zu­dem sol­len durch Be­sich­ti­gun­gen der Be­trie­be und Erhöhung des Bußgeld­rah­mens auf 30.000 EUR ei­ne Miss­ach­tung der neu­en Re­ge­lun­gen ver­mie­den wer­den 

Di­gi­ta­le Be­triebs­rats­ver­samm­lun­gen

Auf­grund der Co­ro­na-Kri­se wur­de durch Ände­rung des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes (Be­trVG) Ver­samm­lun­gen des Be­triebs­rats als Vi­deo- oder Te­le­fon­kon­fe­renz ermöglicht (Da­zu Ar­beits­recht ak­tu­ell: 20/100 Di­gi­ta­le Be­triebs­rat­ver­samm­lung we­gen Co­ro­na-Kri­se). Die­se Möglich­keit wur­de bis zum 30. Ju­ni 2021 verlängert.

Harzt IV

Die Re­gelsätze bei der Grund­si­che­rung und So­zi­al­hil­fe sind zum Jah­res be­ginn ge­stie­gen. So­mit gel­ten fol­gen­de neu­en Sätze:

Per­so­nen­grup­pe  Höhe 
Al­lein­ste­hen­de / Al­lein­er­zie­hen­de 446 €
Paa­re je Part­ner / Be­darfs­ge­mein­schaf­ten 401 €
Voll­jäh­ri­ge in Ein­rich­tun­gen (nach SGB XII) 357 €
nicht-er­werbs­tä­ti­ge Er­wach­se­ne un­ter 25
Jah­re im Haus­halt der El­tern
357 €
Ju­gend­li­che von 14 bis 17 Jah­ren 373 €
Kin­der von 6 bis 13 Jah­ren 309 €
Kin­der von 0 bis 5 Jah­ren 283 €

Ent­spre­chend wur­den auch die Re­gelsätze nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz an­ge­passt.

Kin­der­geld und Kin­der­zu­schlag

Auch das Kin­der­geld erhöht sich zum neu­en Jahr auf 219 EUR für das ers­te und zwei­te Kind, 225 EUR für das drit­te Kind und 250 EUR für je­des wei­te­re.

Zusätz­lich zu dem Kin­der­geld wird Fa­mi­li­en mit klei­nen Ein­kom­men der Kin­der­zu­schlag ge­zahlt. Die­ser steigt von 185 EUR auf 205 EUR pro Mo­nat.

Kran­ken­ver­si­che­rung und Ren­ten­ver­si­che­rung

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze liegt ab dem 01.01.2021 nun in der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­se bei 58.050 EUR. Dies ent­spricht mo­nat­lich 4.837,50 EUR. Bis zu die­ser Gren­ze ist das Ein­kom­men bei­trags­pflich­tig.

Die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze in der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­se erhöht sich die­ses Jahr auf 64.350 EUR, das ent­spricht ei­nem Mo­nats­ge­halt von 5.362,50 EUR. Bis zu die­sem Be­trag müssen sich die Beschäftig­ten ge­setz­lich kran­ken­ver­si­chern, wer mehr ver­dient kann ei­ne pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung ab­sch­ließen.

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze für die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung steigt in den west­li­chen Bun­desländern auf 7.100 EUR im Mo­nat, in den öst­li­chen auf 6.700 EUR. In der knapp­schaft­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung lie­gen die Gren­zen bei 8.700 bzw. 8.250 EUR im Mo­nat

Kurz­ar­beit

Auf­grund der Co­ro­na-Kri­se wur­den im letz­ten Jahr ei­ni­ge Son­der­re­geln zur Kurz­ar­beit er­las­sen. Die­se sol­len nun auch wei­ter­hin gel­ten, dies re­gelt das neue Beschäfti­gungs­si­che­rungs­ge­setz.

Die Erhöhung des Kurz­ar­bei­ter­gel­des wur­de bis En­de des Jah­res verlängert. Das Kurz­ar­bei­ter­geld beträgt 70 bzw. 77 Pro­zent ab dem vier­ten und 80 bzw. 87 Pro­zent ab dem sieb­ten Mo­nat.

Auch die Hin­zu­ver­dienst­re­ge­lun­gen wur­den bis En­de 2021 verlängert: Ent­gel­te aus Mi­ni­jobs, die während der Kurz­ar­beit auf­ge­nom­men wur­den, blei­ben an­rech­nungs­frei.

Die So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge wer­den bis zum 30. Ju­ni 2021 vollständig und bis En­de des Jah­res zur Hälf­te für Be­trie­be in Kurz­ar­beit er­stat­tet.

Min­dest­lohn

Der ge­setz­li­che Min­dest­lohn steigt zum 1. Ja­nu­ar auf 9,50 EUR und wird ab Ju­li wei­ter auf 9,60 EUR stei­gen. Lang­fris­tig soll der Min­dest­lohn noch wei­ter stei­gen: zum Ja­nu­ar 2022 auf 9,82 EUR und zum Ju­li 2022 auf 10,45 EUR. Die­se Erhöhun­gen hat­te die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on vor­ge­schla­gen. Der Min­dest­lohn gilt für al­le Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer über 18 Jah­re un­abhängig von Ar­beits­zeit und Um­fang der Beschäfti­gung.

Un­terstützung so­zia­ler Ein­rich­tun­gen

So­zia­le Ein­rich­tun­gen wie bei­spiels­wei­se Be­hin­der­ten­werkstätte sol­len auch wei­ter­hin un­terstützt wer­den. Das So­zi­al­dienst­leis­ter-Ein­satz­ge­setz gilt so­mit in mo­di­fi­zier­ter Fas­sung wei­ter bis En­de März. Je­doch wer­den Zuschüsse nur aus­ge­zahlt, wenn die Ein­rich­tun­gen tatsächlich von den Co­ro­na-Schutz­maßnah­men be­trof­fen sind.

Ge­zahlt wer­den bis zu 75 Pro­zent der zu­vor durch die Leis­tungs­träger ge­zahl­ten Leis­tun­gen, ver­pflich­tet sind un­ter an­de­rem die So­zi­alämter, die Bun­des­agen­tur für Ar­beit und So­zia­les und die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung.

 

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 11. Januar 2021

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