HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 22/047

Ur­laubs­an­spruch wäh­rend der El­tern­zeit

Die Re­ge­lun­gen des Bun­des­ur­laubs­ge­set­zes gel­ten nicht wäh­rend der El­tern­zeit: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 05.07.2022, 9 AZR 341/21
Mutter, Vater und Kind, Familie, Elternzeit, Elterngeld

21.11.2022. Nach § 7 Abs.3 Bun­des­ur­laubs­ge­setz (BUrlG) ha­ben Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land ei­nen ge­setz­li­chen Min­des­t­ur­laubs­an­spruch pro Ka­len­der­jahr, der in der Re­gel am En­de des je­wei­li­gen Jah­res ver­fällt. Nur in Son­der­fäl­len, die be­trieb­lich be­dingt sind oder in der Per­son des Ar­beit­neh­mers lie­gen, kann aus­nahms­wei­se ei­ne Über­tra­gung auf das nächs­te Ka­len­der­jahr ge­recht­fer­tigt sein, wo­bei die über­tra­ge­nen Ur­laubs­ta­ge dann in den ers­ten drei Mo­na­ten ge­nom­men wer­den soll­ten. 

Die­se in § 7 Abs. 3 BurlG ge­re­gel­ten Fris­ten für die In­an­spruch­nah­me von Ur­laub und die Über­tra­gung von Rest­ur­laub aus dem Vor­jahr gel­ten je­doch nicht wäh­rend der El­tern­zeit. Statt­des­sen grei­fen vor­ran­gig die Son­der­re­ge­lun­gen in § 17 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Bun­des­el­tern­geld- und El­tern­zeit­ge­setz (BEEG). Dem­nach kann der Ar­beit­ge­ber für je­den vol­len Ka­len­der­mo­nat der El­tern­zeit den Ur­laubs­an­spruch nach § 17 Abs. 1 Satz 1 BEEG um ein Zwölf­tel schrift­lich kür­zen. 

Als wei­te­re Aus­nah­me muss der Ar­beit­ge­ber Rest­ur­laub, der zu Be­ginn der El­tern­zeit nicht oder nicht voll­stän­dig ge­nom­men wur­de, ge­mäß § 17 Abs. 2 BEEG nach der El­tern­zeit im lau­fen­den oder nächs­ten Ur­laubs­jahr ge­wäh­ren. Wenn al­so die ent­spre­chen­den Ur­laubs­ta­ge nicht (wirk­sam) ge­kürzt wur­den, kann der Ar­beit­neh­mer sie im Fol­ge­jahr neh­men, un­ab­hän­gig von et­wai­gen Aus­schluss­klau­seln im Ar­beits­ver­trag. Dies hat nun auch das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil be­stä­tigt (BAG, Ur­teil vom 05.07.2022, 9 AZR 341/21).

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­ser Ent­schei­dung fin­den Sie hier: Up­date Ar­beits­recht 23/2022 BAG: Vor­rang der ur­laubs­recht­li­chen Re­ge­lun­gen im El­tern­zeit­recht ge­gen­über dem Bun­des­ur­laubs­ge­setz. 
 

Letzte Überarbeitung: 25. November 2022

Weitere Auskünfte erteilen Ihnen gern:

Dr. Martin Hensche
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Kontakt:
030 / 26 39 620
hensche@hensche.de
Christoph Hildebrandt
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Kontakt:
030 / 26 39 620
hildebrandt@hensche.de
Nora Schubert
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Kontakt:
089 / 21 56 88 63
schubert@hensche.de
Nina Wesemann
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Kontakt:
040 / 69 20 68 04
wesemann@hensche.de

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Für Personaler, betriebliche Arbeitnehmervertretungen und andere Arbeitsrechtsprofis: "Update Arbeitsrecht" bringt Sie regelmäßig auf den neusten Stand der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung. Informationen zu den Abo-Bedingungen und ein kostenloses Ansichtsexemplar finden Sie hier:

Alle vierzehn Tage alles Wichtige
verständlich / aktuell / praxisnah

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2022:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de