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LAG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 26.03.2013, 17 Sa 602/12

   
Schlagworte: Mobbing: Schmerzensgeld, Mobbing
   
Gericht: Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Aktenzeichen: 17 Sa 602/12
Typ: Urteil
Entscheidungsdatum: 26.03.2013
   
Leitsätze:
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Solingen, Urteil vom 03.02.2012, 3 Ca 1050/10
   


Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf, 17 Sa 602/12


Te­nor:

Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts So­lin­gen vom 03.02.2012 - 3 Ca 1050/10 - wird kos­ten­pflich­tig zu­rück­ge­wie­sen.

Die Re­vi­si­on wird nicht zu­ge­las­sen.

TAT­BESTAND: 1

Die Par­tei­en strei­ten über die Zah­lung ei­nes Schmer­zens­gel­des we­gen Mob­bing so­wie über ei­ne Vergütung der Kläge­rin nach Ent­gelt­grup­pe E 13, Stu­fe 6 TVöD (Un­ter­schieds­be­trag: EUR 699,45).

2

Die am 30.06.1960 ge­bo­re­ne Kläge­rin ist Di­plom-Öko­no­min und seit dem 01.07.1995 für die Be­klag­te tätig. In der Zeit vom 01.07.1995 bis 31.10.1997 wur­de sie als be­triebs­wirt­schaft­li­che Kos­ten­rech­ne­rin für die Städti­schen Kli­ni­ken der Be­klag­ten ein­ge­setzt. Zum 01.11.1997 wech­sel­te die Kläge­rin vom Kli­ni­kum zum Re­vi­si­ons­dienst der Be­klag­ten als vom Rat be­stell­te be­triebs­wirt­schaft­li­che Prüfe­rin. Auf das Ar­beits­verhält­nis fin­det der TVöD (VKA) An­wen­dung. Die Kläge­rin erhält ei­ne Vergütung nach Ge­halts­stu­fe E 11 TVöD.

3

Die Kläge­rin hat ei­ne fle­xi­ble Ar­beits­zeit. Sie kann sie, so­fern dies mit den dienst­li­chen Be­lan­gen ver­ein­bar ist, frei ge­stal­ten. Be­ginn und En­de der tägli­chen Ar­beits­zeit wer­den nicht er­fasst. Die Kläge­rin gibt auf mo­nats­be­zo­ge­nen For­mu­la­ren le­dig­lich als Plus- oder Mi­nus­wert an, in wel­chem Um­fang ih­re Ta­ges­ar­beits­zeit von der Sol­l­ar­beits­zeit ab­weicht.

4

Die Par­tei­en strit­ten in der Ver­gan­gen­heit über die rich­ti­ge Ein­grup­pie­rung der Kläge­rin. Am 14.08.2000 schlos­sen die Par­tei­en vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Düssel­dorf (- 10 Sa 596/00 -) ei­nen ge­richt­li­chen Ver­gleich, in dem die Par­tei­en ver­ein­bar­ten, dass die Kläge­rin in die VG III Fg. 1d. ein­grup­piert ist. Sie wur­de so­dann in die Ge­halt­stu­fe EG 11 TVöD über­ge­lei­tet.

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Im Zu­sam­men­hang mit der Um­stel­lung des kom­mu­na­len Haus­halts­rechts auf das NKF/Dop­pik wur­de der Auf­ga­ben­be­reich für die Kläge­rin zum 01.01.2008 neu ge­fasst. Der Ent­wurf der vorläufi­gen Geschäfts­ver­tei­lung für Ap. 12 (BI. 213 d. A.) hat fol­gen­den In­halt: Prüfung, Wirt­schafts­prüfung und Rech­nungs­we­sen der Son­der­vermögen 801 und 802; be­triebs­wirt­schaft­li­che Prüfun­gen und Be­ra­tun­gen im Kon­zern Stadt So­lin­gen (Mit­wir­kung); Prüfung Eröff­nungs­bi­lanz/Jah­res­ab­schluss Stadt So­lin­gen (Mit­wir­kung); lfd. Prüfung Ge­samt­ab­schluss (Kon­zern Stadt So­lin­gen) ( Mit­wir­kung); lfd. Prüfung der Vorgänge der Fi­nanz­buch­hal­tung; Vor­be­rei­tung der Prüfung des Jah­res­ab­schlus­ses (Mit­wir­kung): Teil­nah­me an größeren Prüfun­gen im Team; Be­ar­bei­tung der sons­ti­gen Auf­ga­ben nach der Re­vi­si­ons­ord­nung.

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Die Kläge­rin führ­te von 2008 bis 2010 u.a. fol­gen­de Prüfun­gen durch (BI. 282/284 d. A.). 7

2008 Be­schaf­fung von Ma­schi­nen und Fahr­zeu­gen im Vermögens­be­trieb der Be­klag­ten VWS 8 im Jahr 2007

8
2009 Prüfung der Eröff­nungs­bi­lanz (Ak­ti­va/Um­lauf­vermögen) li­qui­de Mit­tel 9
Grund­la­ge­nermitt­lung (sons­ti­ge Vermögens­ge­genstände) 10
Prüfung der Schul­gi­ro­kon­ten (Teil von li­qui­den Mit­teln) 11
Li­qui­de Mit­tel 12
Prüfung der Eröff­nungs­bi­lanz (Ak­ti­va/Um­lauf­vermögen) von Vorräten 13
2010 Prüfung der Ab­rech­nung von Vorschüssen (Kli­ni­kum) 14
Prüfung der Ab­rech­nung von Über­stun­den und Mehr­ar­beit 15
Prüfung der Ab­rech­nung von Rei­se­kos­ten 16
Prüfung der Ab­rech­nung von Bei­hil­fen 17

Die Kläge­rin sieht sich seit 2008 zu­neh­mend Schi­ka­nen aus­ge­setzt, die nach ih­rer Auf­fas­sung ins­ge­samt als Mob­bing ge­wer­tet wer­den müss­ten. Sie be­zieht sich im We­sent­li­chen auf fol­gen­de Sach­ver­hal­te:

18

Am 03.01.2008 konn­te Herr L. (ehe­ma­li­ger Lei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes) die Kläge­rin nach­mit­tags nicht er­rei­chen. In ei­nem Te­le­fon­gespräch vom 04.01.2008 wies die Kläge­rin dar­auf hin, dass sie Gespräche mit dem ehe­ma­li­gen VBS geführt und ge­gen 14:00 Uhr nach Hau­se ge­fah­ren sei. Mit Schrei­ben vom 07.01.2008 for­der­te Herr L. die Kläge­rin auf, zu dem Vor­gang noch­mals Stel­lung zu neh­men. In ei­ner schrift­li­chen Ant­wort vom glei­chen Tag teil­te die Kläge­rin mit, dass sie das doch be­reits erläutert ha­be, dass sie am 03.01.2008 star­ke Zahn­schmer­zen ge­habt und ih­re Ta­blet­ten ver­ges­sen ha­be. Sie sei des­halb ge­gen 14:00 Uhr nach Hau­se ge­fah­ren. Herr L. und die Kol­le­gen sei­en um die­se Uhr­zeit nicht zu er­rei­chen ge­we­sen. An die Möglich­keit ei­ner E- Mail ha­be sie nicht ge­dacht. Es sei dienst­lich nicht not­wen­dig ge­we­sen, am Nach­mit­tag an­we­send zu sein. Zu­gleich ent­schul­dig­te sie sich für die un­ter­las­se­ne E- Mail.

19

Am 20.01.2009 fand zwi­schen der Kläge­rin, Herrn L. und Herr C. (zuständi­ger Sach­be­ar­bei­ter beim Per­so­nal­ma­nage­ment) ein Gespräch u.a. we­gen Er­kran­kun­gen der Kläge­rin statt.

20

Da­nach war die Kläge­rin vom 21.01.2009 bis 11.02.2009 ar­beits­unfähig er­krankt. Ih­rer Ein­las­sung nach hat­te sie ei­nen Ner­ven­zu­sam­men­bruch er­lit­ten. Ur­sa­che sei­en mas­si­ve Be­schimp­fun­gen bei ei­nem Gespräch mit Herrn L. und Herrn C. ge­we­sen. Ihr sei un­ter­stellt wor­den, nicht zu ar­bei­ten. Herr L. und Herr C. hätten erklärt: "Sie ma­chen null." Nach der Schil­de­rung der Kläge­rin hat­te sie das Ver­hal­ten ih­res Vor­ge­setz­ten in Pa­nik ver­setzt und sich vor ih­rer schrift­li­chen Erklärung an­walt­lich be­ra­ten las­sen. In ei­nem von der Kläge­rin in Ko­pie zu den Ak­ten ge­reich­ten Schrei­ben vom 21.01.2009 an Frau Rechts­anwältin X., de­ren Hil­fe sie da­mals in An­spruch nahm, führt die Kläge­rin u.a. aus:

21

"Da das Gespräch kei­ne an­de­re Wen­dung nahm, nur Vorwürfe und ich noch ein­mal sag­te, ich könne die Vorwürfe so nicht hin­neh­men, da ich mich sehr an­ge­strengt ha­be, um die Auf­ga­be zu lösen. Aber auch die bes­te Mit­ar­bei­te­rin könne oh­ne Prüfungs­un­ter­la­gen kein Er­geb­nis lie­fern. Ich wuss­te kei­nen Aus­weg mehr und ha­be wei­nend das Büro von Herrn L. ver­las­sen. Zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen traf ich im Vor­raum, de­nen ich laut sag­te, dass ich nun mit mei­nem Au­to ge­gen ei­nen Baum fah­re, weil ich kei­nen Aus­weg mehr wis­se. Ich wer­de genötigt, et­was zu prüfen, wo ich zur­zeit kei­ne Un­ter­la­gen er­hal­ten kann, da die Ge­gen­sei­te auch Schwie­rig­kei­ten bei der Ausführung ih­rer Ar­beit hat.

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Ich ging dann in mein Büro, ge­folgt von Herrn C.. Herr C. sag­te mir, dass das auch kei­ne Lösung sei etc. Er sah mei­ne drei Auf­ga­ben­stel­lun­gen hin­sicht­lich der Bi­lanz­prüfung von Herrn G. auf mei­nem Tisch lie­gen und mein­te, ob ich die­se Prüfung mit ei­ner Kol­le­gin ma­chen müsse. Ich be­jah­te. Dar­auf­hin rief er Herrn L. an, dass er in mein Büro kom­men sol­le, er wol­le ei­ne Ab­spra­che mit mir täti­gen. Herr L. erklärte sich nur wi­der­wil­lig be­reit, von der Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung (An­la­gen­buch­hal­tung) ab­zu­se­hen und mich nun ein­mal mit ei­ner Kol­le­gin zu­sam­men die ge­stell­ten Auf­ga­ben von Herrn G. be­ar­bei­ten zu las­sen. Herr L. sag­te mir so­fort bei Be­tre­ten mei­nes Rau­mes, dass ich krank sei. Er würde es be­grüßen, wenn ich dem Amts­arzt vor­ge­stellt wer­de, da­mit mir ge­hol­fen wer­den kann. Fer­ner frag­te er mich, ob ich denn über­haupt noch in der La­ge wäre, mei­ner Auf­ga­be im Re­vi­si­ons­dienst nach­zu­kom­men. Ich sag­te ihm dar­auf, dass, wenn man im Glas­haus sitzt, nicht mit St­ei­nen wer­fen sol­le. Er würde sei­nen Führungs­auf­ga­ben mir ge­genüber auch nicht nach­kom­men. Ich hätte über­dies nicht nur Pflich­ten, son­dern auch Rech­te. Der Ar­beit­ge­ber hat auch ei­ne Fürsor­ge­pflicht zu erfüllen. Ob er nun sein Ziel er­reicht hat und nun zu­frie­den wäre, mich so zu se­hen. Herr L. ver­ließ nun mein Büro".

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Mit Schrei­ben der Be­klag­ten vom 28.01.2009 wur­de die Kläge­rin ge­be­ten, zur Prüfung ih­rer Ar­beits-/Ein­satzfähig­keit am 13.02.2009 im Stadt­dienst Ge­sund­heit - Gut­ach­ter­li­cher Dienst vor­zu­spre­chen. Die städti­sche Me­di­zi­nal­di­rek­to­rin Frau Dr. S. fasst das Er­geb­nis die­ser Un­ter­su­chung im Schrei­ben vom 13.02.2009 (BI. 164 ff. d. A.) wie folgt zu­sam­men:

24
Zu­sam­men­fas­sen­de Be­ur­tei­lung: 25

Auf­grund des ak­tu­el­len Ge­sund­heits­zu­stan­des er­ge­ben sich aus me­di­zi­ni­scher Sicht kei­ne An­halts­punk­te für das Vor­lie­gen chro­ni­scher körper­li­cher oder geis­ti­ger Er­kran­kun­gen, die die in­tel­lek­tu­el­le und psy­chofunk­tio­na­le Leis­tungsfähig­keit be­ein­träch­ti­gen könn­ten.

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Ei­ne Ob­jek­ti­vie­rung der Leis­tungsfähig­keit ist hier man­gels Test­ver­fah­rens je­doch nicht möglich. Bei Be­darf könn­te ei­ne sol­che Un­ter­su­chung im Neu­ro­lo­gi­schen The­ra­pie­cen­trum in Köln durch­geführt wer­den. Die­se Un­ter­su­chung würde laut te­le­fo­ni­scher Aus­kunft am­bu­lant an drei Ta­gen durch­geführt wer­den und mit Kos­ten in Höhe von ca. 500,00 bis 600,00 EUR ver­bun­den sein.

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Die Be­trof­fe­ne erklärte sich ein­ver­stan­den mit der Über­prüfung ih­rer Leis­tungsfähig­keit. 28

Im Zu­sam­men­hang mit die­ser Be­gut­ach­tung schick­te Herr L. der Kläge­rin un­ter dem 16.02.2009 ei­ne E-Mail und bat um Mit­tei­lung, "wie es in Ih­rem Fall nun wei­ter­ge­hen soll." In ei­ner wei­te­ren E- Mail vom 18.02.2009 rügte er, dass er noch kei­ne Ant­wort er­hal­ten ha­be und setz­te der Kläge­rin ei­ne Frist bis zum 19.02.2009. In bei­den Mails ist von ei­ner "an­ge­schla­ge­nen Ge­sund­heit" der Kläge­rin die Re­de ("Wie ich gehört ha­be, sind Sie zwar heu­te im Dienst, je­doch ge­sund­heit­lich an­ge­schla­gen" und "Ich hat­te Ih­nen am 16.02.2009 mit Rück­sicht auf Ih­re an­ge­schla­ge­ne Ge­sund­heit ei­ne Mail ge­schickt ...")

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Mit Schrei­ben des Neu­ro­lo­gi­schen The­ra­pie­cen­trums in Köln vom 25.02.2009 wur­den der Kläge­rin zwei Ter­mi­ne für "ih­re neu­ro­psy­cho­lo­gi­sche Tes­tung" mit­ge­teilt. Mit An­walts­schrei­ben vom 11.03.2009 ließ die Kläge­rin die For­de­rung nach ei­ner neu­ro­lo­gi­schen Tes­tung zurück­wei­sen. Für ei­ne sol­che Tes­tung be­ste­he kein An­lass. Wei­te­re Un­ter­su­chun­gen fan­den dar­auf­hin nicht statt.

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Am 04.09.2009 fand ei­ne Dienst­be­spre­chung des Re­vi­si­ons­diens­tes statt, in dem u.a. der Um­struk­tu­rie­rungs­pro­zess zur Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des Re­vi­si­ons­diens­tes ein The­ma war. Die Kläge­rin hat be­haup­tet, dass sie von Herr G. vor dem ge­sam­ten Kol­le­gen­kreis des Re­vi­si­ons­diens­tes mit den Wor­ten gerügt wor­den sei: "Um das zu ver­ste­hen, reicht ihr geis­ti­ger Ho­ri­zont nicht aus". Die Be­klag­te hat be­haup­tet, dass sich die Kläge­rin zur Dar­stel­lung des Um­struk­tu­rie­rungs­pro­zes­ses in schar­fer Form äußer­te. Es sei nur vom "dienst­li­chen Ho­ri­zont" die Re­de ge­we­sen. Herr G. ha­be die­sen Aus­druck im Zu­sam­men­hang da­mit ge­braucht, dass er der Kläge­rin vor­ge­hal­ten ha­be, dass sie an all den, den Um­struk­tu­rie­rungs­pro­zess be­glei­ten­den Be­spre­chun­gen nicht teil­ge­nom­men ha­be und ihr so­mit der nöti­ge Be­ur­tei­lungs­rah­men feh­len würde. Die Dis­kus­si­on ha­be mit dem Vor­wurf ge­en­det, dass der Kom­plex der Neu­or­ga­ni­sa­ti­on ih­ren Ho­ri­zont über­schrei­ten dürf­te.

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Mit Schrei­ben vom 19.10.2009 kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis frist­los. Be­gründet wur­de die­se Kündi­gung da­mit, dass die Kläge­rin un­rich­ti­ge An­ga­ben über ih­re Ar­beits­zei­ten ge­macht ha­be. Die Be­klag­te be­zog sich auf ei­nen Ver­gleich von Be­ob­ach­tun­gen, die der Lei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes und des­sen Ver­tre­ter ge­macht hätten und den von der Kläge­rin in der Zeit­sum­men­kar­te für Sep­tem­ber 2009 ge­mach­ten An­ga­ben. Im Zu­sam­men­hang mit der Kündi­gung er­teil­te die Be­klag­te der Kläge­rin das Zeug­nis vom 20.10.2009 (BI. 22 d. A.).

32

Ge­gen die Kündi­gung er­hob die Kläge­rin ei­ne Kündi­gungs­schutz­kla­ge. Mit Ur­teil vom 28.05.2010 - 3 Ca 2221/09 - stell­te das Ar­beits­ge­richt So­lin­gen nach Be­weis­auf­nah­me die Un­wirk­sam­keit der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung fest. Be­gründet wur­de die­ses Ur­teil im We­sent­li­chen da­mit, dass der Kläge­rin ei­ne nach der Ver­neh­mung der Zeu­gen L. und G. über de­ren Be­ob­ach­tun­gen über das En­de der Ar­beits­zeit der Kläge­rin am 07.09.2009 in den Pro­zess ein­geführ­te Ein­las­sung, auf­grund de­rer es möglich er­schien, dass die Kläge­rin das Dienst­gebäude doch noch ein­mal hätte be­tre­ten können, oh­ne dass die Zeu­gen die­ses hätten be­mer­ken müssen, letzt­lich nicht zu wi­der­le­gen war. Ge­gen die­ses Ur­teil, das die Be­klag­te auch zur Wei­ter­beschäfti­gung der Kläge­rin zu "un­veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen" als "Prüfe­rin im Be­reich des Re­vi­si­ons­diens­tes" ver­ur­teil­te, hat die Be­klag­te kein Rechts­mit­tel ein­ge­legt.

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Mit An­walts­schrei­ben vom 11.06.2010 ließ die Kläge­rin der Be­klag­ten mit­tei­len, dass sie am "kom­men­den Mon­tag" (= 14.06.2010) ih­ren Dienst wie­der an­tre­ten wer­de. In dem Schrei­ben wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Kläge­rin ei­nen An­spruch dar­auf ha­be, zu un­veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen als Prüfe­rin im Be­reich des Re­vi­si­ons­diens­tes beschäftigt zu wer­den. Die Kläge­rin bat per E-Mail vom 11.06.2010 um Si­cher­stel­lung, dass ihr Büro im Re­vi­si­ons­dienst zu dem Zeit­punkt wie­der zur Verfügung steht. Per E-Mail vom 11.06.2010 ant­wor­te­te Herr L., dass sie am Mon­tag den Dienst im Re­vi­si­ons­dienst nicht wie­der an­tre­ten könne. Sie brau­che nicht zum Dienst zu er­schei­nen. Herr C. vom Per­so­nal­ma­nage­ment wer­de sich kurz­fris­tig mit ihr in Ver­bin­dung set­zen, um das wei­te­re Vor­ge­hen zu be­spre­chen.

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Mit Schrei­ben vom 14.06.2010 wur­den die Mit­glie­der des Rech­nungs­prüfungs­aus­schus­ses über die In­hal­te der Sit­zung des Rech­nungs­prüfungs­aus­schus­ses in­for­miert. Als Punkt 7. des öffent­li­chen Teils der Sit­zung war auf der Ta­ges­ord­nung auf­geführt, "Ab­be­ru­fung ei­ner Prüfe­rin beim Re­vi­si­ons­dienst der Stadt So­lin­gen". Die Kläge­rin, die da­von aus­ging, dass es dort um ih­re Ab­be­ru­fung ging, wand­te sich mit Schrei­ben vom 17.06.2010 an den Oberbürger­meis­ter persönlich und setz­te ihn von ih­rer Auf­fas­sung in Kennt­nis, dass der Rat, soll­te er ei­nen sol­chen Be­schluss fas­sen, ge­gen gel­ten­des Recht han­deln würde, da das Ge­richts­ur­teil ja ei­ne Wie­der­ein­stel­lung in den Re­vi­si­ons­dienst for­de­re.

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Am 28.06.2010 überg­ab die Kläge­rin vor der Sit­zung des Rech­nungs­prüfungs­aus­schus­ses dem Vor­sit­zen­den G. die im Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren vor dem Ar­beits­ge­richt So­lin­gen - 3 Ca 2221/09 - pro­to­kol­lier­ten Zeu­gen­aus­sa­gen und das Ur­teil. Die Kläge­rin hat be­haup­tet, dass ih­re Bit­te, Aus­sa­gen und Ur­tei­le an al­le Aus­schuss­mit­glie­der über­rei­chen zu dürfen, vom Aus­schuss­vor­sit­zen­den ab­schlägig be­schie­den wor­den sei. Der Vor­sit­zen­de ha­be sie ge­be­ten, den Sit­zungs­raum vor der Sit­zung zu ver­las­sen und ihr auch mit­ge­teilt, dass die Ab­be­ru­fung erst im Sep­tem­ber 2010 er­fol­gen sol­le. Die Kläge­rin hat wei­ter be­haup­tet, dass sie von den Her­ren L. und G. be­wusst igno­riert wor­den sei. Bei­de hätten al­le An­we­sen­den mit Aus­nah­me der Kläge­rin mit Hand­schlag be­grüßt. Auch hätten sie dem Vor­sit­zen­den G. durch Zei­chen­spra­che si­gna­li­siert, er sol­le die Kläge­rin aus der - öffent­li­chen Sit­zung ­her­aus­wer­fen.

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En­de Ju­ni 2010 fan­den zwi­schen der Kläge­rin und Herrn C. meh­re­re Te­le­fon­gespräche über die Fort­set­zung der Tätig­keit statt. Am 29.06.2010 wur­de ihr bei der Be­klag­ten von Herrn C. der Prüfungs­auf­trag vom 25.06.2010 über­ge­ben, der die Prüfung der Ab­rech­nung von Rei­se­kos­ten, Bei­hil­fen, Vorschüssen, Über­stun­den und Mehr­ar­beit im Städt. Kli­ni­kum T. gGmbH vor­sah. Nach dem Be­klag­ten­vor­trag wur­de die Kläge­rin dar­auf hin­ge­wie­sen, dass man das Ar­beits­verhält­nis be­frie­det fort­set­zen wol­le und es sich bei dem Ein­satz um ei­ne anfäng­li­che räum­li­che Dis­tanz han­de­le, um ei­ne ent­spann­te wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit zu ermögli­chen. Ei­ne Rück­kehr zum al­ten Ar­beits­platz sol­le er­fol­gen. Die Kläge­rin rügte in dem Zu­sam­men­hang mit der Überg­a­be des Prüfauf­tra­ges die feh­len­de Un­ter­schrift des Prüfauf­tra­ges, und dass Herr C. nicht be­fugt sei, ihr den Prüfauf­trag zu er­tei­len.

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Am 30.06.2010 nahm die Kläge­rin ih­ren Dienst im Kli­ni­kum auf. Ihr wur­de ein Zim­mer im Kli­ni­kum zur Verfügung ge­stellt. Ihr ursprüng­li­ches Zim­mer hat­te Herr L., der neue Ab­tei­lungs­lei­ter er­hal­ten. Die von der Kläge­rin im Büro ge­nutz­ten Ak­ten und Un­ter­la­gen hat­te die Be­klag­te im Zu­sam­men­hang mit der Kündi­gung zu­vor in Kis­ten ver­stau­en und ins Ar­chiv brin­gen las­sen. Die Kläge­rin rügt in­so­weit, dass wich­ti­ge Auf­zeich­nun­gen von ihr und auch ein pri­va­tes Fach­buch nicht auf­find­bar sei­en und die Be­klag­te sich bis heu­te wei­ge­re, die Kos­ten für das ver­schwun­de­ne pri­va­te Fach­buch zu er­stat­ten.

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Anläss­lich der Wie­der­auf­nah­me der Tätig­keit im Kli­ni­kum rügte die Kläge­rin die da­mit ver­bun­de­nen Ar­beits­be­din­gun­gen (Aushändi­gung ei­ner Chip­kar­te zum Be­tre­ten der Räum­lich­kei­ten und Be­ginn der Ar­beits­zeit erst ab 7:30 Uhr) so­wie die Aus­stat­tung des Büros. Am 02.07.2010 be­such­ten Herr L. und Herr L. den Ar­beits­platz der Kläge­rin. Per E-Mail vom 05.03.2010 fass­te die Kläge­rin ih­re wich­tigs­ten Punk­te aus dem Gespräch vom 02.07.2010 zu­sam­men (1. Benötig­tes Büro­ma­te­ri­al, 2. Te­le­fon er­le­digt, 3. EDV-Aus­stat­tung, 4. Stel­lung ei­nes Dienst­lap­tops, 5. Ur­laubs-und Über­stun­den­ansprüche 2009, 6. Post, 7. Ab­gren­zung von Kol­le­gen. 8. Ak­ten im Kel­ler (feh­len­der Zu­gang), 9. Führung ei­ner Klad­de bzgl. Ar­beits­zeit, 10 Dienst­zeit ab 6 Uhr mor­gens, 11. Un­ter­schrift un­ter Prüfauf­trag, 12. Ar­beits­er­geb­nis­se). In der Fol­ge­zeit kam es zwi­schen der Kläge­rin und Herrn L. zu ei­nem um­fang­rei­chen E-Mail­ver­kehr über die Er­le­di­gung bzw. Nich­ter­le­di­gung der von der Kläge­rin an­ge­spro­che­nen Kri­tik­punk­te. Aus­zugs­wei­se wird auf die E- Mails u.a. vom 02.07.10, 05.07.10, 08.07.2010, 13.07.10,14.07.2010 (C.) Be­zug ge­nom­men. Da die Auf­ga­ben nach Auf­fas­sung der Kläge­rin nicht in vol­lem Um­fang er­le­digt wur­den, ver­folg­te die Kläge­rin die of­fe­nen Streit­punk­te mit der am 15.07.2010 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen vor­lie­gen­den Kla­ge wei­ter. Auf die Anträge, die nach der Kla­ge­er­wei­te­rung vom 16.07.2010 auch die Er­tei­lung ei­nes Zwi­schen­zeug­nis­ses und die Ent­fer­nung des Zeug­nis­ses von 20.10.2009 zum In­halt hat­ten wird Be­zug ge­nom­men. Die Kläge­rin rügte das Zwi­schen­zeug­nis als teil­wei­se nicht ak­zep­ta­bel und als Ohr­fei­ge. Die Anträge hat die Kläge­rin mit Schrift­satz vom 18.11.2010 für er­le­digt erklärt.

39

Per E-Mail vom 30.08.2010 teil­te Herr L. der Kläge­rin u.a. mit, das vor­ge­se­hen sei, ihr das al­te Büro wie­der zur Verfügung zu stel­len. Der dort un­ter­ge­brach­te Herr L. wer­de An­fang Ok­to­ber nach Aus­schei­den von Herrn K. in des­sen Büro be­zie­hen. Die Maßnah­me wur­de so­dann um­ge­setzt und die Kläge­rin be­zog wie­der ihr Büro im Ver­wal­tungs­gebäude.

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Im Güte­ter­min vom 27.08.2010 reg­te der Vor­sit­zen­de der Kam­mer ei­ne Me­dia­ti­on an. Per E- Mail vom 30.08.2010 wand­te sich Herr C. in dem Zu­sam­men­hang an Frau L.-M. und wies dar­auf hin, dass die Kläge­rin we­gen ei­nes Ar­beits­zeit­be­tru­ges gekündigt wor­den sei, die Be­klag­te aber letzt­lich den Be­weis nicht ha­be er­brin­gen können. Die Gespräche soll­ten da­zu die­nen, ver­lo­re­nes Ver­trau­en wie­der zu ge­win­nen. Frau L.-M. schlug zunächst ein Gespräch zwi­schen der Kläge­rin und Herrn G. vor. Per E-Mail vom 13.09.2010 an Herr C. kri­ti­sier­te die Kläge­rin die Vor­ein­ge­nom­men­heit von Frau L.-M., weil sie durch sei­ne E-Mail vom 30.08.2010 feh­ler­haft in­for­miert wor­den sei, ins­be­son­de­re weil un­ter­schwel­lig an­ge­deu­tet wer­de, dass sie aus Man­gel an Be­wei­sen wie­der ein­zu­stel­len ge­we­sen sei. Am 17.09.2010 fand zwi­schen der Me­dia­to­rin Frau L.-M., der Kläge­rin und Herrn G. ein Gespräch statt. Per E-Mail vom 20.09.2010 teil­te die Kläge­rin Frau L.-M. mit, dass die An­re­gung des Vor­sit­zen­den ge­schei­tert sei, weil Herr G. in dem Gespräch nicht be­reit ge­we­sen sei, sei­ne Mob­bing­hand­lun­gen ihr ge­genüber ein­zuräum­en. Er ha­be die An­sicht ver­tre­ten, sich kor­rekt ver­hal­ten zu ha­ben und hier­zu le­dig­lich All­tags­si­tua­tio­nen auf­geführt. Per E-Mail vom 24.09.2010 leg­te Frau L.-M. ihr Amt als Ver­mitt­le­rin nie­der. Hierüber wur­de die Kläge­rin in­for­miert.

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Der hierüber wei­ter geführ­te E-Mail­ver­kehr wird aus­zugs­wei­se wie­der­ge­ge­ben. 42

Per E-Mail vom 11.10.2010 an Herrn C. kri­ti­sier­te die Kläge­rin ei­ne feh­len­de Gesprächs­be­reit­schaft und dass sich ih­re Vor­setz­ten nicht an­satz­wei­se um ei­ne Ent­span­nung bemüht hätten. Auf die Ein­la­dung von Herrn C. zu wei­te­ren Gesprächen wies u.a. sie dar­auf hin, dass sie nicht wis­se, was be­spro­chen wer­den sol­le und das Ziel nicht de­fi­niert sei. Außer­dem teil­te sie mit, dass die vor­ge­schla­ge­nen Ter­mi­ne we­gen Fris­t­ar­bei­ten und des be­vor­ste­hen­den Ur­laubs nicht wahr­ge­nom­men wer­den könn­ten. Mit Schrei­ben vom 14.10.2010 bestätig­te Herr C. ei­ne Re­de und Klärungs­be­reit­schaft der Be­klag­ten und wies dar­auf hin, dass für das ers­te Gespräch die Kläge­rin und Herr L. vor­ge­se­hen sei. Sie könne vor­ab ein Gespräch mit dem Me­dia­tor Herrn 0. führen. Per E-Mail vom 20.10.2010 bat die Kläge­rin um Ver­mitt­lung ei­nes Vor-ab­gesprächs mit dem Me­dia­tor. Per E- Mail vom 11.11.2010 teil­te Herr C. Ort und Zeit der vor­ge­se­he­nen Ter­mi­ne mit dem Me­dia­tor Herrn 0. mit. Per E-Mail vom 06.12.2010 teil­te die Kläge­rin u.a. mit, dass sie ein wei­te­res Kla­ge­ver­fah­ren bei Ge­richt ein­ge­lei­tet ha­be und es des­halb nach ih­rer Auf­fas­sung zum jet­zi­gen Zeit­punkt kei­nen Sinn ma­che, Gespräche auf frei­wil­li­ger Ba­sis zu führen. Sie wies wei­ter dar­auf hin, dass in der Ver­gan­gen­heit kei­ne Gesprächs­be­reit­schaft be­stan­den ha­be und die vom Ge­richt vor­ge­schla­ge­ne Ver­fah­rens­wei­se al­lein durch Herrn L. und G. ver­schul­det sei. Außer­dem ha­be man ih­ren Wunsch nicht erfüllt, vor­ab mit dem Me­dia­tor zu re­den. Sie bit­te des­halb dar­um, die Gespräche ab­zu­sa­gen.

43

Am 22.10.2010 leg­te die Kläge­rin die Prüfbe­rich­te bezüglich des Kli­ni­kums vor. Vom 29.10.2010 bis 03.12.2010 war sie in Ur­laub. Der Prüfbe­richt, der nach der Dienst­an­wei­sung von dem Vor­ge­setz­ten ge­gen­ge­zeich­net wird, wur­de von Herrn L. we­gen ei­nes feh­len­den Schluss­gesprächs nicht ge­gen­ge­zeich­net. Dies rügt die Kläge­rin.

44

In dem Zu­sam­men­hang führ­ten die Kläge­rin und Herr L. im We­sent­li­chen fol­gen­den E-Mail- Ver­kehr.

45

Per E-Mail vom 03.12.2010 wies Herr L. die Kläge­rin dar­auf hin, dass die Be­rich­te ans Kli­ni­kum über­sandt sei­en und ei­ne Rückäußerung bezüglich ei­ner Schluss­be­spre­chung aus­ste­he. Über die Prüfbe­rich­te der Kläge­rin fan­den zu­dem zwi­schen dem Kli­ni­kum und Herrn L. am 01.12.2010 und 05.01.2011 Gespräche statt. Mit Schrei­ben vom 05.01.2011 wand­te sich der Per­so­nal­di­rek­tor Herr C. an Herrn L. und kri­ti­sier­te das Ver­hal­ten der Kläge­rin. We­gen der Äußerun­gen teil­te die Kläge­rin der Be­klag­ten mit, dass sie be­ab­sich­tig­te, ge­gen Herr C. Straf­an­zei­ge zu er­stel­len. Nach der An­wei­sung von Herrn L., ei­ne Schluss­be­spre­chung über die Prüfbe­rich­te an­zu­be­rau­men, bat die Kläge­rin per E-Mail vom 10.02.2011 die Gespräche bis zur Klärung der Vorgänge im Kli­ni­kum zurück­zu­stel­len. Sie kündig­te an, die­se so­wie das Ver­hal­ten der Be­klag­ten zum Ge­gen­stand ei­nes ge­richt­li­chen Ver­fah­rens zu ma­chen. Per E-Mail vom 16.02.2010 lud sie so­dann zu ei­ner Schluss­be­spre­chung im Ver­wal­tungs­gebäude ein. Per E-Mail vom 17.02.2011 teil­te Herr L. mit, dass das Kli­ni­kum ge­be­ten ha­be, den Ter­min zu ver­schie­ben. Er wies auch dar­auf hin, dass die Be­spre­chun­gen übli­cher­wei­se in den Räum­en des zu prüfen­den Be­trie­bes statt­fin­den und bat, ei­nen neu­en Ter­min ab­zu­stim­men. Über die Um­set­zung die­ser Mit­tei­lung fand ein wei­te­rer Schrift­ver­kehr statt. Per-E-Mail vom 04.03.2011 wehr­te sich die Kläge­rin ge­gen den Vor­wurf von Herrn L. in ei­ner E-Mail vom 24.02.2011, dass sie das Ar­beits­kli­ma durch Vor­be­hal­te und Un­ter­stel­lun­gen be­las­te und verschärfe und bat die Un­ter­stel­lun­gen zu un­ter­las­sen. Sie wies dar­auf hin, dass sie be­reits in vier Be­rich­ten aus­geführt ha­be, dass sie ei­ne Schluss­be­spre­chung nicht für er­for­der­lich hal­te und nach der Dienst­an­wei­sung al­lei­ne ent­schei­den könne. Im Übri­gen wies sie dar­auf hin, dass der Vor­ge­setz­te ver­pflich­tet sei, den Be­richt zu un­ter­zeich­nen. Der Auf­for­de­rung die Be­rich­te wie­der bei ihm ab­zu­ho­len, kom­me sie nur bei sei­ner An­we­sen­heit nach. Zu­dem neh­me sie die Be­rich­te nur in Emp­fang, wenn sie von ihm ord­nungs­gemäß ent­spre­chend der Dienst­an­wei­sung un­ter­zeich­net sei

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Im Ja­nu­ar 2011 führ­te Herr L. in Ab­stim­mung mit dem Per­so­nal­rat ein Ab­we­sen­heits­buch für die Mit­ar­bei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes ein. Hierüber wur­den die Mit­ar­bei­ter mit Schrei­ben vom 20.01.2011 in­for­miert. Die Kläge­rin wand­te sich bezüglich der Führung des An­we­sen­heits­buchs an den Per­so­nal­rat.

47

Die Kläge­rin trug im Ab­we­sen­heits­buch für Ge­werk­schafts­be­su­che am 25.01.2011, 1 h:10 min, für den 10.05.2011, 1 h: 30 min, für den 15.06.2011, 1 h: 15 min und für den 16.06.2011, 5: 50 min ein. Die mo­nat­li­chen Ein­tra­gun­gen wur­den zunächst vom Vor­ge­setz­ten ab­ge­zeich­net. Im Ok­to­ber 2011 kürz­te die Be­klag­te nach Über­prüfung im Ar­beits­zeit­kon­to die Ar­beits­zei­ten um die Be­suchs­zei­ten bei ver.di. (Sal­do +3,2 auf -1,8; neu­er Sal­do 5,3 statt 10,3 h). Die Be­klag­te er­mit­tel­te ei­nen Ge­samt­wert von 4 St­un­den und 50 Mi­nu­ten = 4,83 h. Ursprüng­lich ge­stri­che­nen 1,2 h für Ja­nu­ar 2011, wur­den im Nach­hin­ein wie­der gut­ge­schrie­ben.

48

We­gen der Führung ei­nes Ab­we­sen­heits­buchs und Strei­chung der St­un­den wand­te sich die Kläge­rin so­wohl an die Ar­beit­ge­be­rin als auch an den Per­so­nal­rat. Per E-Mail vom 17.11.2011 ver­wies der Per­so­nal­rat dar­auf, dass das Führen der Ab­we­sen­heitsbücher in vie­len Be­rei­chen üblich und von den Kol­le­gen nicht be­an­stan­det wor­den sei. Er ver­wies auf das ver­ein­bar­te Gespräch mit Herrn L. und die Be­reit­schaft des Per­so­nal­rats, ei­ne Per­son des Ver­trau­ens zu dem Gespräch zu ent­sen­den. Per E-Mail vom 22.11.2011 an den Per­so­nal­rat rügte die Kläge­rin, dass nicht genügend ge­tan wer­de, um ei­nen Miss­brauch des Ab­we­sen­heits­buchs zu ver­hin­dern. Das an­ge­spro­che­ne Gespräch lehn­te sie ab, weil ihr St­un­den oh­ne Rück­spra­che ge­stri­chen wor­den sei­en, und da­durch das Ver­trau­ens­verhält­nis gestört sei.

49

Die Kläge­rin rügt zu­dem die feh­len­de Be­reit­schaft ih­res Vor­ge­setz­ten zur Führung ei­nes persönli­chen Gesprächs bzw. Mit­ar­bei­ter­gesprächs. Auf die For­de­rung der Kläge­rin zu ei­nem Gespräch per E-Mail 05.05.2011 teil­te Herr L. der Kläge­rin mit, dass ihm sein Rechts­an­walt den Rat ge­ge­ben ha­be, mit ihr kein 4-Au­gen­gespräch zu führen. Zu den Be­din­gun­gen der E-Mail 04.05.2011 sei er zu ei­nem Ziel­ver­ein­ba­rungs­gespräch be­reit.

50

Per E-Mail vom 05.05.2011 wand­te sich die Kläge­rin an den Oberbürger­meis­ter der Stadt So­lin­gen und warf dar­in ih­ren Führungs­kräften mas­si­ves Mob­bing vor. Die An­fra­ge der Kläge­rin zu ei­nem Mit­ar­bei­ter­gespräch be­ant­wor­te­te Herr L. per E-Mail vom 06.06.2011 da­hin­ge­hend, dass Mit­ar­bei­ter­gespräche im Be­reich der Kern­ver­wal­tung ge­ne­rell nicht mehr geführt würden. Da­ge­gen wand­te sich die Kläge­rin un­ter Hin­weis auf die Dienst­an­wei­sung per E-Mail vom 07.06.2011. Per E-Mail vom 07.06.2011 an Herrn X. vom Per­so­nal­ma­nage­ment warf die Kläge­rin Herrn L. ei­nen mas­si­ven Ver­s­toß ge­gen Dienst­vor­schrif­ten vor.

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Be­reits am 21.09.2010 er­hielt die Kläge­rin von Herrn L. den Auf­trag zur un­terjähri­gen Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tun­gen. Per E-Mail vom 23.09.2010 wies die Kläge­rin u.a. dar­auf hin, dass der Auf­trag dem aus dem Jah­re 2008 ent­spre­che und sie schon da­mals dar­auf hin­ge­wie­sen ha­be, dass sie zur Auf­ga­ben­er­le­di­gung nicht in der La­ge sei und das Gespräch da­mals zu ih­rem Ner­ven­zu­sam­men­bruch geführt. In der Mail heißt es wei­ter, dass sie fest­stel­len müsse, dass Herr L. nicht ge­willt sei, die Vorfälle der letz­ten Mo­na­te und auch die Mob­bing­vorwürfe zu rea­li­sie­ren. Außer­dem sei­en um­fang­rei­che und de­tail­lier­te SAP-Kennt­nis­se er­for­der­lich, die sie nicht be­sit­ze und die Stadt ihr kei­ne Schu­lun­gen ermöglicht ha­be. Sie ha­be ins­be­son­de­re kei­ne fi­nanz­buch­hal­te­ri­sche Aus­bil­dung. Auf die Schu­lungs­for­de­rung wies Herr L. per E-Mail vom 11.02.2011 u.a. dar­auf hin, dass die Kläge­rin Schu­lun­gen in SAP und der im Re­vi­si­ons­dienst ein­ge­setz­ten Prüfungs­soft­ware so­wie di­ver­se Ein­zel­schu­lun­gen er­hal­ten ha­be und wei­te­re Schu­lun­gen aus Gründen der Gleich­be­hand­lung nicht ge­neh­migt würden und sie ge­be­ten wer­de, die Prüfung fort­zu­set­zen. Die­se Prüfaufträge wur­den zunächst nicht um­ge­setzt.

52

Mit Schrei­ben vom 07.07.2011 er­teil­te Herr L. der Kläge­rin er­neut zwei Prüfaufträge zur lau­fen­den Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung und dau­ern­den Über­wa­chung der Zah­lungs­ab­wick­lung der Ge­mein­de, mit der Bit­te um Er­le­di­gung bis zum 31.08.2011. We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Auf­tra­ges und Hin­wei­sen zur Auf­trags­er­le­di­gung wird auf das Schrei­ben (BI. 772 d. A.) Be­zug ge­nom­men. Zwi­schen­zeit­lich hat­te sich die Kläge­rin per E-Mail vom 14.07.2011 an den Oberbürger­meis­ter ge­wandt und die Zu­wei­sung des Prüfauf­trags und die feh­len­de Zu­wei­sung an­de­rer Prüfaufträge gerügt. In dem Schrei­ben heißt es wei­ter, "In­ter­es­siert es Sie als Oberbürger­meis­ter, Ver­wal­tungs­chef und di­rek­ter Fach­vor­ge­setz­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes nicht, wenn Ge­halt ge­zahlt wird, vom Mit­ar­bei­ter aber dafür kei­ne Leis­tung er­bracht wird".

53

Mit Schrei­ben vom 12.09.2011 in­for­mier­te das Per­so­nal­ma­nage­ment den Per­so­nal­rat darüber, dass be­ab­sich­tigt sei, das Ver­hal­ten der Kläge­rin ab­zu­mah­nen, da sie den Auf­trag zur Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tun­gen wei­ter­hin ab­leh­ne. Mit Schrei­ben vom 22.09.2011 bat der Per­so­nal­rat von der Ab­mah­nung im Hin­blick auf das ge­richt­li­che Ver­fah­ren ab­zu­se­hen. Dem folg­te die Be­klag­te.

54

Mit Schrei­ben vom 10.02.2012 for­der­te Herr L. die Kläge­rin un­ter Hin­weis dar­auf, nun­mehr nach Ab­schluss der ers­ten In­stanz ei­nen nor­ma­len Be­rufs­all­tag zu ge­stal­ten auf, die Prüfung vom 07.07.2011 (Fi­nanz­buch­hal­tung) zum 17.02.2012 an­zu­mel­den. Er wies gleich­zei­tig auf die An­re­gun­gen des Vor­sit­zen­den des Ar­beits­ge­richts hin, dass sie die Möglich­keit ha­be, ihn während der Prüfung an­zu­spre­chen. Per E- Mail vom 13.02.2012 wies die Kläge­rin dar­auf hin, dass sie ei­nen an­de­ren Ab­lauf als vor­ge­ge­ben für sinn­vol­ler hal­te und bat um ei­nen Gesprächs­ter­min, um die Schu­lun­gen und Prüfauf­ga­be noch­mals münd­lich zu erörtern. Sie hielt es auch für sinn­voll, die Prüfung auf­grund vor­ran­gi­ger Jah­res­ab­schluss­prüfun­gen ter­min­lich nach hin­ten zu ver­schie­ben. Per E- Mail vom 14.02.2012 bestätig­te Herr L. die Vor­ran­gig­keit der von der Kläge­rin an­ge­spro­che­nen an­de­ren Prüfun­gen und bat dar­um, dann am 02.04.2012 mit den Prüfun­gen zu be­gin­nen. Gleich­zei­tig erklärte er sich zu ei­nem Gespräch nach Be­ginn der Prüfun­gen un­ter An­we­sen­heit ei­ner Ver­trau­ens­per­son der Kläge­rin ab Mit­te April be­reit. Per E- Mail vom 15.02.2012 teil­te die Kläge­rin mit, dass sie den Ter­min für zu spät hal­te und schlug zu­dem ein 4-Au­gen­gespräch vor. Dem ent­sprach Herr L. nicht (E-Mail vom 16.02.2012 ). Per E-Mail vom 17.02.2012 schlug die Kläge­rin meh­re­re Se­mi­na­re vor, um die Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung bei Herrn X. durch­zuführen. Per E-Mail vom 23.02.2012 lehn­te Herr L. die Vor­schläge, die nach sei­nen Be­rech­nun­gen Ge­samt­kos­ten von bis zu 10.000,00 € ver­ur­sach­ten, ab, weil die­se Größen­ord­nung auf­grund der wirt­schaft­li­chen La­ge der Stadt außer­halb je­der Rea­lität lie­ge. Das Fort­bil­dungs­bud­get lie­ge für die Re­vi­si­ons­ab­tei­lung bei 1.700,00 € von dem 2012 schon ei­ne Be­trag von 758,00 € für 2012 ver­plant sei. Er wies zu­dem dar­auf hin, dass er sich bemühe, ei­ne haus­in­ter­ne Hil­fe­stel­lung (Schu­lung SAP) zu or­ga­ni­sie­ren.

55

In der Fol­ge­zeit führ­ten die Kläge­rin und Herr L. ei­nen um­fang­rei­chen E-Mail-Ver­kehr über die Not­wen­dig­keit und die Art von Schu­lun­gen so­wie Lernmöglich­kei­ten zur Er­le­di­gung des Prüfauf­trags im Selbst­stu­di­um, der nur im We­sent­li­chen wie­der­ge­ge­ben wird. Per E-Mail vom 28.02.2012 wies Herr L. dar­auf hin, dass auf NKF-In­tra­net­sei­ten Schu­lungs­un­ter­la­gen für die zen­tra­le Fi­nanz­buch­hal­tung veröffent­licht sei­en. Die sei­en für ein Selbst­stu­di­um ge­eig­net. Zu­dem bie­te sich das Hand­buch (275 Sei­ten) an, da die Ab­wick­lung im We­sent­li­chen im SAP -Mo­dul Geschäfts­part­ner­buch­hal­tung er­fol­ge. Er bat sie, Kon­takt zu Herrn X. (Fi­nanz­ma­nage­ment) auf­zu­neh­men. Er bat sie, die Schu­lun­gen par­al­lel vor­zu­neh­men. Dem wi­der­sprach die Kläge­rin per E-Mail vom 01.03.2012 und bat um Zurück­stel­lung des Auf­trags, bis sie durch das Selbst­stu­di­um aus­rei­chend ge­schult sei. Den Zeit­raum könne sie noch nicht abschätzen. Per E-Mail vom 05.03.2012 wi­der­sprach dem Herr L. und hielt an dem Prüfungs­be­ginn fest. Er ver­wies auf ei­ne an­de­re Hand­ha­bung des Selbst­stu­di­ums. Gleich­zei­tig bot er ihr ei­ne Fort­bil­dung am 26. und 27.07.2012 (Die Prüfung des kas­senmäßigen Voll­zugs des Haus­halts nach ka­me­ra­lem Haus­halts­recht und der Dop­pik an (Kos­ten 260,--€). Per E-Mail vom 06.03.2012 lehn­te die Kläge­rin das Se­mi­nar als nicht aus­rei­chend ab, da es auf Er­fah­run­gen auf­baue, die sie nicht be­sit­ze. Mit Hil­fe des Selbst­stu­di­ums sei es unmöglich, die Kennt­nis­se zu er­wer­ben. Sie sei un­ter den Be­din­gun­gen nicht ge­willt, den Prüfauf­trag durch­zuführen, da sie ihn nicht ord­nungs­gemäß er­le­di­gen könne. Mit Schrei­ben vom 14.03.2012 wand­te sich der kläge­ri­sche An­walt we­gen der Aus­ein­an­der­set­zun­gen an den Oberbürger­meis­ter der Be­klag­ten.

56
Der Prüfauf­trag wur­de nicht um­ge­setzt. 57

Die Kläge­rin rügt wei­ter­hin das Ver­hal­ten der Be­klag­ten im Zu­sam­men­hang der Gewährung ei­nes Leis­tungs­ent­gelts als Schi­ka­ne. Mit Schrei­ben der Ge­werk­schaft vom 17.06.2011 an die Per­so­nal­ver­wal­tung rügte die Kläge­rin für 2010 ei­ne feh­len­de Ziel­ver­ein­ba­rung und for­der­te ei­ne Teil­prämie. Mit Schrei­ben vom 28.06.2011 rügte die Be­klag­te, dass auch die Kläge­rin kein Ziel­ver­ein­ba­rungs­gespräch in­iti­iert ha­be, die be­trieb­li­che Kom­mis­si­on aber am 04.05.11 trotz­dem ent­schie­den ha­be, ihr ei­nen LOB-Be­trag auf der Ba­sis von 18 Punk­ten zu­kom­men zu las­sen. Ei­ne Kla­ge ge­gen ei­ne höhe­re Prämie wur­de nach dem Be­klag­ten­vor­trag am 13.12.2011 (1 Ca 1271/119) vom Ar­beits­ge­richt ab­ge­wie­sen.

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Per E-Mail vom 02.02.2012 teil­te Herr L. den Mit­ar­bei­tern des Re­vi­si­ons­diens­tes mit, dass mit LOB 2012 ge­star­tet wer­den könne und for­der­te sie auf, ihn über ei­ne Teil­nah­me zu in­for­mie­ren und ge­eig­ne­te Zie­le vor­zu­schla­gen. Im Zu­sam­men­hang mit der Gewährung ei­ner Prämie nach der Leis­tungs­ord­nung be­gehr­te die Kläge­rin eben­falls ein persönli­ches Gespräch mit Herrn L.. Nach dem Kam­mer­ter­min in ers­ter In­stanz wies Herr L. die Kläge­rin per E-Mail vom 14.02.2012 dar­auf hin, dass das gewünsch­te dienst­li­che Gespräch ne­ben der Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung auch die LOB 2012 zum In­halt ha­ben soll­te. Der Wie­der­auf­bau ei­ner Zu­sam­men­ar­beit im be­ruf­li­chen All­tag könne aber nur in klei­nen Schrit­ten er­fol­gen. Er schla­ge da­her vor, auch um mögli­che Miss­verständ­nis­se aus­zu­sch­ließen, zu dem Gespräch Mit­te April ei­ne Per­son des Ver­trau­ens zusätz­lich ein­zu­la­den. Dem wi­der­sprach die Kläge­rin per E-Mail vom 15.02.2012 und wies dar­auf hin, dass sie ein Gespräch un­ter 4-Au­gen für er­for­der­lich hal­te. Per E-Mail vom 16.02.2012 ver­wies Herr L. le­dig­lich auf sei­ne ge­trof­fe­nen Fest­le­gun­gen und bot ein Gespräch Mit­te April 2012 an.

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Über die an­zu­set­zen­den Zie­le kam es zwi­schen der Kläge­rin und Herrn L. eben­falls zu ei­nem um­fang­rei­chen E-Mail Ver­kehr u. a. im Fe­bru­ar und März 2012 (u.a. BI. 809-828 d. A.), der nur im We­sent­li­chen dar­ge­stellt wird. Da kei­ne vollständi­ge Ei­ni­gung er­zielt wer­den konn­te, schlug Herr L. un­ter Hin­weis auf die Dienst­ver­ein­ba­rung über ei­ne leis­tungs­ori­en­tier­te Be­zah­lung die Ein­schal­tung ei­ner Ver­mitt­lungs­per­son vor. Er be­nann­te zunächst Frau E. Gleich­stel­lungs­be­auf­trag­te per E-Mail vom 06.03.2012 und nach der E-Mail der Kläge­rin eben­falls vom 06.03.2012 per E-Mail vom 08.03.2012 Herrn T.. Er wies dar­auf­hin, dass Herr T. seit Jah­ren als Kon­flikt­lot­se im Kon­zern der Stadt So­lin­gen tätig sei. Per E-Mail vom 09.03.2012 rügte die Kläge­rin zum wie­der­hol­ten Ma­le, dass kei­ne Gründe für die Ab­leh­nung ih­res Vor­schlags ge­nannt sei­en. Per E-Mail vom 12.03.2012 wies Herr L. dar­auf hin, dass die Klärung der je­wei­li­gen Ab­leh­nungs­gründe Auf­ga­be des Kon­flikt­lot­sen sei. Per E-Mail vom 12.03.2012 wun­der­te sich die Kläge­rin über die Ände­rung der Ver­mitt­lungs­per­son und bat Herrn T. aus dem Ver­tei­ler­kreis her­aus­zu­neh­men, da sie sich als zuständi­ge Prüfe­rin für den Be­reich von Herrn T. bloßge­stellt fühle. Im Übri­gen heißt es: Ich stel­le fest, dass sich nach dem Ge­richts­ur­teil nichts geändert hat. Sie hal­ten wei­ter an ih­rer al­ten Fahr­wei­se fest. Ei­ne Ab­leh­nung oh­ne Be­gründung hal­te ich für Willkür. Per E-Mail vom 12.03.2012 wies Herr L. dar­auf hin, dass Frau E. aus dienst­li­chen Gründen nicht zur Verfügung ste­he und for­der­te die Kläge­rin auf, ei­ne Ver­trau­ens­per­son zu be­nen­nen. Per E-Mail vom 13.03.2012 be­gehr­te sie wie­der­um die An­ga­be von Gründen zur Ab­leh­nung ih­res Vor­schlags, oh­ne ei­ne Ver­mitt­lungs­per­son zu be­nen­nen. Per E-Mail vom 26.03.2012 wand­te sich die Kläge­rin er­neut an Herrn L. und the­ma­ti­sier­te sein völlig un­zuläng­li­ches Ver­hal­ten, wo­bei im Ver­tei­ler der Mail Führungs­kräfte, bzw. Ver­tre­ter des Per­so­nal­rats auf­geführt wa­ren.

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Außer­dem strit­ten die Par­tei­en über die von der be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on vor­ge­schla­ge­ne Be­gren­zung der Punkt­zahl auf 18 Punk­te. Am 04.09.2012 fand un­ter Be­tei­li­gung der Kläge­rin, des Per­so­nal­rats­mit­glieds I. und Herrn G. ein Ziel­ver­ein­ba­rungs­gespräch statt. Man verständig­te sich auf ei­nen Be­wer­tungs­maßstab. Per E-Mail vom 04.09.2012 teil­te Herr G. der Kläge­rin mit, dass kei­ne Einwände ge­gen das nun­mehr von der Kläge­rin vor­ge­schla­ge­ne Ziel 3 beständen und ei­ne schrift­li­che Ziel­ver­ein­ba­rung mor­gen un­ter­schrie­ben wer­den könne. Er wies dar­auf hin, dass nach Rück­spra­che mit Herr C. - Geschäfts­stel­le der be­trieb­li­chen Kom­mis­si­on LOB-Ziel 3 - die Erfüllungs­frist bis zum 15.10.2012 verlängert wer­de und sie 18 Punk­te für die­ses Ziel er­hal­te. Per E-Mail vom 04.09.2012 bat die Kläge­rin um Ver­schie­bung des Ter­mins, da Herr I., der an dem Ter­min teil­neh­men soll­te, nicht zu er­rei­chen sei. Da­mit war Herr G. ein­ver­stan­den. Per E-Mail vom 06.09.2012 an Herrn G. und C. rügte die Kläge­rin die Be­gren­zung der Punkt­zahl auf ma­xi­mal 18 statt 30. Per E-Mail vom 07.09.2012 an die Kläge­rin wies Herr C. auf das Gespräch hin und erläuter­te per E-Mail vom 10.09.2012, dass sei­ne E-Mail als Be­ra­tung zu ver­ste­hen sei, dass Sie das Recht ha­be, sich, bei nach Auf­fas­sung der Kläge­rin be­ste­hen­den Mängeln, an die be­trieb­li­che Kom­mis­si­on zu wen­den.

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Per E-Mail vom 11.09.2012 an Herrn C. rügte die Kläge­rin noch­mals die Be­gren­zung der Punkt­zahl. In dem Schrei­ben heißt es ein­lei­tend: "Ich ver­tre­te, nach wie vor die An­sicht, dass Sie kein Freund von "kla­ren" Wor­ten sind und "das Kind nicht gern beim Na­men nen­nen"....Es en­det da­mit , dass sie da­von aus­geht, dass das in "böser" Ab­sicht ge­schieht. Per E-Mail vom 12.09.2012 wand­te sich die Kläge­rin an Herrn C. und schil­der­te den E-Mail­ver­kehr mit Herr L. und rügte das Ver­hal­ten ihr ge­genüber. Gleich­zei­tig rügte sie die Be­gren­zung der Punkt­zahl auf 18 auf sei­nen Vor­schlag als Ver­s­toß ge­gen die Dienst­ver­ein­ba­rung und wies dar­auf­hin, dass nur durch Ein­grei­fen des Per­so­nal­rats (Herr I.) ei­ne Erhöhung der Punkt­zahl er­reicht wor­den sei.

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Am 30.11.2011 fand bei der Be­klag­ten ei­ne Per­so­nal­ver­samm­lung statt. Die Kläge­rin be­ab­sich­tig­te, ih­re Si­tua­ti­on dar­stel­len. In dem Zu­sam­men­hang sprang Herr X. auf und sag­te, dass sie die gan­ze Wahr­heit sa­gen sol­le und nicht nur Halb­wahr­hei­ten.

63

Mit der am 15.07.2010 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge be­gehr­te die Kläge­rin u.a. die Beschäfti­gung im Ver­wal­tungs­gebäude des Re­vi­si­ons­diens­tes und die Un­ter­las­sung von Ver­hal­tens­wei­sen ih­rer Vor­ge­setz­ten. Auf die An­trag­schrift wird Be­zug ge­nom­men. Mit der Kla­ge­er­wei­te­rung vom 16.07.2010 be­gehr­te sie die Er­tei­lung ei­nes Zwi­schen­zeug­nis­ses und die Ent­fer­nung des Zeug­nis­ses vom 20.10.2009 aus der Per­so­nal­ak­te. Nach Er­le­di­gung die­ser Anträge be­gehrt die Kläge­rin nun­mehr mit der An­trags­er­wei­te­rung vom 18.11.2010, die Zah­lung ei­nes Schmer­zens­gel­des und die Zah­lung ei­ner Vergütung nach der

Ent­gelt­grup­pe 13, Stu­fe 6) .

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Die Kläge­rin hat die An­sicht ver­tre­ten, dass sie ge­mobbt wer­de. Be­ginn der Schi­ka­nen sei die un­zulässi­ge und sach­lich nicht mehr nach­voll­zieh­ba­re Hin­ter­fra­gung ih­rer Ar­beits­zeit seit 2008 ge­we­sen. Der Ver­such, sie durch Kri­tik an ih­rer Leis­tung sys­te­ma­tisch zu zermürben, sei auch Grund für die er­streb­te Un­ter­su­chung beim neu­ro­lo­gi­schen The­ra­pie­cen­trum in Köln ge­we­sen. Als es nicht ge­lun­gen sei, sie auf die­se Art und Wei­se los­zu­wer­den, ha­be man es mit dem Vor­wurf des Ar­beits­zeit­be­tru­ges ver­sucht. Nach dem Ge­winn des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses sei sie ins Kli­ni­kum ab­ge­scho­ben und mit un­zu­mut­ba­ren Ar­beits­be­din­gun­gen, die erst nach Ein­lei­tung des vor­lie­gen­den Rechts­strei­tes nach und nach be­sei­tigt wor­den sei­en, kon­fron­tiert wor­den. Seit Er­tei­lung des Prüfauf­tra­ges vom 21.09.2010, den sie man­gels ge­eig­ne­ter Aus­bil­dung nicht er­le­di­gen könne, las­se man sie, da man ihr auch kei­nen an­de­ren Auf­trag er­tei­le, nicht mehr ver­trags­gemäß ar­bei­ten. Flan­kiert würde die­se Ver­hal­tens­wei­se durch wei­te­re Vorfälle: So ha­be Herr L. ihr in ei­ner Mail vom 03.12.2010 - nach ih­rem Ur­laub ver­schwie­gen, mit dem Per­so­nal­di­rek­tor des Kli­ni­kums C. über die Prüfung des Kli­ni­kums Gespräche geführt zu ha­ben. Da­zu pas­se es, dass Herr L. sie vor den un­be­rech­tig­ten Vorwürfen, die Herr C. im Schrei­ben vom 05.01.2011 ge­gen sie er­ho­ben ha­be, nicht schütze. Da­durch, dass Herr L. die von ihr an­be­raum­te Schluss­be­spre­chung oh­ne Rück­spra­che ab­ge­sagt ha­be, und sie zu­gleich an­ge­wie­sen ha­be, sich persönlich mit Herrn C. in Ver­bin­dung zu set­zen, sei sie bloßge­stellt wor­den. Auch ha­be Herr L., ob­gleich er da­zu ver­pflich­tet sei, ih­re Prüfungs­be­rich­te bis­her nicht ge­gen­ge­zeich­net. Ihr sei auch ein be­rech­tig­ter Lohn­an­spruch auf­grund der leis­tungs­ori­en­tier­ten Be­zah­lung ver­wei­gert wor­den und das vor­ge­schrie­be­ne Mit­ar­bei­ter­gespräch mit Herrn L. fin­de auf­grund von des­sen Wei­ge­rungs­hal­tung nicht statt. Die Einführung ei­nes Ab­we­sen­heits­bu­ches durch Herrn L. die­ne ih­rer Über­wa­chung und sei auch zu Un­recht zum An­lass dafür ge­nom­men wor­den, ihr be­reits an­er­kann­te St­un­den zu strei­chen. Sie ha­be sich auch nie ge­wei­gert, kon­struk­tiv an ei­ner Lösung der be­ste­hen­den Pro­ble­ma­tik mit­zu­wir­ken. Dass es nicht zur Me­dia­ti­on ge­kom­men sei, lie­ge nicht an ihr. So­lan­ge nicht ein­geräumt würde, dass sie ge­mobbt wer­de, sei­en wei­te­re Gespräche sinn­los, so­dass sie auch auf das An­ge­bot ei­ner Me­dia­ti­on durch den ihr be­nann­ten ex­ter­nen Me­dia­tor nicht ha­be ein­ge­hen können. Die Zu­wei­sung des Auf­trags zur Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung sei, wie den Vor­ge­setz­ten be­kannt, in den in den vor­ge­ge­be­nen Zei­ten oh­ne Schu­lung nicht zu lösen ge­we­sen. Die ge­ziel­te Über­for­de­rung sei ein Ver­such, die Kläge­rin zu dis­kre­di­tie­ren.

65

Die Kläge­rin ist der An­sicht, die Be­klag­te schul­de ihr we­gen der Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts ein Schmer­zens­geld, des­sen Höhe sie auf ei­ne im Zu­sam­men­hang mit ei­nem An­trag auf Streit­wert­fest­set­zung er­folg­te An­fra­ge des Ge­richts auf EUR 893.000,00 be­zif­fert hat. "In An­leh­nung an ei­ne Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts Wies­ba­den (5 Ca 46/08)" (Schrift­satz vom 21.11.2011, BI. 483 d. Ak­ten) set­ze sie das Schmer­zens­geld in Be­zug zu ei­nem Bußgeld we­gen Falsch­par­kens. Ein sol­ches Bußgeld in Höhe von 30,00 EUR ent­spre­che bei ei­nem Durch­schnitts­ver­die­ner mit ei­nem Durch­schnitts­jah­res­ein­kom­mens von 30.000,00 EUR 1 % sei­nes Brut­to­jah­res­ver­diens­tes (rich­tig wohl: 0,1 %). Aus­ge­hend von ei­nem Jah­res­er­geb­nis der Be­klag­ten für das Jahr 2008 in Höhe von 357 Mio. Eu­ro und ei­nem Um­satz­an­teil von 0,25 % kommt sie auf das be­rech­ne­te Schmer­zens­geld.

66

Die Kläge­rin hat wei­ter die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Vergütung nach Vergütungs­grup­pe E 13 auf­grund ih­rer Hoch­schul­aus­bil­dung erfüllt sei­en. Die ihr ab dem 01.01.2008 über­tra­ge­nen Tätig­kei­ten er­for­der­ten auch ei­ne ab­ge­schlos­se­ne wis­sen­schaft­li­che Hoch­schul­aus­bil­dung. Die­se um­fass­ten die Prüfung der Eröff­nungs­bi­lanz/Jah­res­ab­schluss Stadt So­lin­gen (Mit­wir­kung); Prüfung Ge­samt­ab­schluss (Kon­zern Stadt So­lin­gen), (Mit­wir­kung); Lau­fen­de Prüfung der Vorgänge der Fi­nanz­buch­hal­tung zur Vor­be­rei­tung der Prüfung des Jah­res­ab­schlus­ses (Mit­wir­kung). Auf­grund der Einführung des neu­en Kom­mu­na­len Fi­nanz­ma­nage­ments (NKF) ha­be die Be­klag­te be­reits für 2008 auf die dop­pi­sche Buch­hal­tung um­ge­stellt und ei­ne Eröff­nungs­bi­lanz zum 01.01.2008 er­stellt. Um das Ho­no­rar für ex­ter­ne Wirt­schafts­prüfer ein­zu­spa­ren sei der in­ter­ne Re­vi­si­ons­dienst mit der Bi­lanz­prüfung und auch der Jah­res­ab­schluss­prüfung be­auf­tragt. Für die Be­wer­tung der Auf­ga­ben sei da­her das Be­rufs­bild ei­nes ex­ter­nen Wirt­schafts­prüfers her­an­zu­zie­hen. Sie ha­be 2005/2006 an vier Lehrgängen zur Bi­lanz­prüfung teil­ge­nom­men, sie sei aber nur im Zu­sam­men­hang mit ih­rem wis­sen­schaft­li­chen Hoch­schul­stu­di­um in der La­ge, die ge­stell­ten Prüfauf­ga­ben ord­nungs­gemäß und um­fas­send zu bewälti­gen.

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Die Kläge­rin hat zu­letzt be­an­tragt, 68

1.die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an die Kläge­rin ein Schmer­zens­geld, des­sen Höhe in das Er­mes­sen des Ge­richts ge­stellt wird, nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Zu­stel­lung die­ser Kla­ge­er­wei­te­rung zu zah­len;

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2.fest­zu­stel­len, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin ab dem 01.05.2010 ei­ne Vergütung nach der Ent­gelt­grup­pe 13, Stu­fe 6 des Ta­rif­ver­tra­ges für den öffent­li­chen Dienst zu zah­len und et­wai­ge Brut­to­nach­zah­lungs­beträge ab dem je­wei­li­gen Fällig­keits­zeit­punkt mit 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz jähr­lich zu ver­zin­sen.

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Die Be­klag­te hat be­an­tragt, 71
die Kla­ge ab­zu­wei­sen. 72

Die Be­klag­te hat die Vorwürfe zurück­ge­wie­sen und vor­ge­tra­gen, dass der Dienst­stel­len­lei­ter bei Prüftätig­kei­ten im Re­vi­si­ons­be­reich "vor Ort" in den Diens­ten und Be­trie­ben be­rech­tigt sei, zu fra­gen, wo der Mit­ar­bei­ter ge­we­sen sei. Zur ge­sund­heit­li­chen Un­ter­su­chung der Kläge­rin ha­be sie sich auf­grund ih­rer Fürsor­ge­pflicht ver­pflich­tet ge­se­hen, nach­dem die Kläge­rin bei ei­nem Gespräch in Wein­krämp­fe aus­ge­bro­chen sei. Die Kläge­rin sei da­mit ein­ver­stan­den ge­we­sen. Die dann ein­ge­lei­te­te wei­te­re neu­ro­lo­gi­sche Un­ter­su­chung in ei­ner Fach­kli­nik sei nur ein An­ge­bot ge­we­sen. Die Kläge­rin sei, wie sich ja auch aus dem amtsärzt­li­chen Gut­ach­ten vom 13.02.2009 er­ge­be, da­mit zunächst ein­ver­stan­den ge­we­sen. Die außer­or­dent­li­che Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses sei aus­sch­ließlich des­halb er­folgt, weil die Be­klag­te auf­grund ent­spre­chen­der Be­ob­ach­tun­gen da­von aus­ge­gan­gen sei, dass die Kläge­rin ih­re Ar­beits­zeit nicht ord­nungs­gemäß fest­ge­hal­ten ha­be. Ein Ar­beit­ge­ber ha­be das Recht, die Ein­hal­tung der Ar­beits­zeit zu über­prüfen. Nach Ab­schluss des Pro­zes­ses sei es ihr Be­stre­ben ge­we­sen, wie­der ein Ver­trau­ens­verhält­nis auf­zu­bau­en. Die Kläge­rin sei zunächst außer­halb des frühe­ren Um­fel­des ein­ge­setzt wor­den, um für al­le Be­tei­lig­ten die Möglich­keit zu eröff­nen evtl. noch be­ste­hen­de Emo­tio­nen ab­zu­bau­en. Nach­dem die Kläge­rin mit ih­ren Mails und schließlich mit den ursprüng­li­chen Kla­ge­anträgen die im Kli­ni­kum auf­ge­fun­de­nen Ar­beits­be­din­gun­gen und die wei­te­ren sich aus dem Ein­satz im Kli­ni­kum er­ge­ben­den Pro­ble­me wie bei­spiels­wei­se die Teil­nah­me am Pos­tum­lauf - pro­ble­ma­ti­siert ha­be, ha­be die­se Pro­ble­me auch so schnell wie möglich gelöst.

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Ent­ge­gen der An­sicht der Kläge­rin stel­le der neue, nach Ab­schluss der Prüfung des Kli­ni­kums er­teil­te Prüfauf­trag kei­ne Schi­ka­ne dar. Die Be­klag­te ha­be sich auch ei­ner er­neu­ten Schu­lung nicht ver­schlos­sen. Ei­ne vernünf­ti­ge Lösung der of­fen­sicht­li­chen Kon­flikt­si­tua­ti­on sei nicht an ihr ge­schei­tert, son­dern an der Kläge­rin. Wenn die­se ei­ne Teil­nah­me an ei­nem Me­dia­ti­ons­gespräch da­von abhängig ma­che, dass man vor­weg auf ih­re For­de­run­gen ein­ge­he, so sei die­ses Ver­hal­ten maßlos und nicht ge­eig­net, zu ei­nem ef­fek­ti­ven Er­geb­nis zu führen. Die Kläge­rin ver­su­che Wei­sun­gen im Rah­men des Di­rek­ti­ons­rechts als Mob­bing er­schei­nen zu las­sen.

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Die Be­klag­te hat wei­ter die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Kläge­rin die Vor­aus­set­zun­gen für die be­gehr­te Ein­grup­pie­rung nicht dar­ge­legt ha­be.

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Mit Ur­teil vom 03.02.2012 hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ins­ge­samt ab­ge­wie­sen. Es hat im We­sent­li­chen aus­geführt, dass die Kläge­rin als dar­le­gungs- und be­weis­pflich­ti­ge Par­tei nicht aus­rei­chend ei­nen Mob­bingsach­ver­halt auf­ge­zeigt ha­be. Für die Zeit bis zum Aus­spruch der außer­or­dent­li­chen Kündi­gung ergäbe sich kein Sach­ver­halt, der Vor­wurf ei­nes sys­te­ma­tisch an­fal­len­den Schi­ka­nie­rens oder Dis­kri­mi­nie­rens stützen könn­te. Der Vor­ge­setz­te, der ei­nen Mit­ar­bei­ter nicht am Nach­mit­tag an der Dienst­stel­le an­tref­fe, sei be­rech­tigt, nach­zu­fra­gen, wo er ge­we­sen sei. Der Um­stand, dass der Ar­beit­neh­mer fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten ha­be, schließe ei­ne Kon­trol­le nicht aus. Es sei nicht nach­voll­zieh­bar, war­um die Kläge­rin des­we­gen in Pa­nik ge­ra­ten sei. Es ergäben sich auch kei­ne aus­rei­chen­den Umstände bis Ja­nu­ar 2009, an dem die Kläge­rin ei­nen Ner­ven­zu­sam­men­bruch ge­habt ha­ben soll. Die zu dem Zeit­punkt kri­ti­sier­te Leis­tung der Kläge­rin könne nicht als Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung ge­wer­tet wer­den. Nicht je­de über­zo­ge­ne oder un­be­rech­tig­te Kri­tik so­wie un­wirk­sa­me Kündi­gung stel­le ei­ne Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung dar, selbst wenn der Aus­druck "Sie ma­chen null" ge­fal­len sein sol­le. Es sei auch nicht nach­voll­zieh­bar, in­wie­weit die dar­an an­sch­ließen­den amtsärzt­li­chen Un­ter­su­chun­gen ge­eig­net sein soll­ten, ei­nen Mob­bing­vor­wurf zu stützen. Zu­dem ha­be die Amtsärz­tin selbst auf ei­ne Zu­stim­mung der Kläge­rin zu den Un­ter­su­chun­gen in ih­rem Be­richt auf­geführt. Die außer­or­dent­li­che Kündi­gung sei auch kein Mo­sa­ik­stein im Rah­men ei­nes Mob­bing­ze­na­ri­os. Die Kläge­rin ver­ken­ne, dass die Be­klag­te an­ge­sichts der Be­ob­ach­tun­gen über ih­re Ab­we­sen­heit vom Ar­beits­platz und der Dif­fe­renz zu den Ar­beits­zeit­auf­zeich­nun­gen An­lass ha­be, da­von aus­zu­ge­hen, dass sie un­rich­ti­ge Ar­beits­zei­ten no­tiert hat­te. Ar­beits­zeit­be­trug sei ge­eig­net, ei­ne außer­or­dent­li­che Kündi­gung zu recht­fer­ti­gen. Ge­won­nen ha­be die Kläge­rin den Kündi­gungs­schutz­pro­zess des­halb, weil das Ge­richt die nach der Be­weis­auf­nah­me er­folg­te wei­te­re Ein­las­sung der Kläge­rin, dass sie als er­heb­lich an­ge­se­hen ha­be und die Wi­der­le­gung die­ser Ein­las­sung der Be­klag­ten nicht möglich ge­we­sen sei. Die wei­te­ren Vorfälle und der E-Mail­ver­kehr zeig­ten nach An­sicht der Kam­mer, dass es den Par­tei­en auch nach Aus­gang des Kündi­gungs­schutz­ver­fah­rens nicht ge­lun­gen sei, die schwie­ri­ge Si­tua­ti­on un­ter­ein­an­der zu bewälti­gen. Zu dem Um­stand pas­se auch die Aus­ein­an­der­set­zung über die Aus­stat­tung des Büros im Kli­ni­kum. Je­des De­tail würde dis­ku­tiert und hier­zu un­ter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen ver­tre­ten. Da­zu gehöre auch die Zu­wei­sung des Auf­trags im Kli­ni­kum, dass die Kläge­rin als Mob­bing be­wehr­te, ob­wohl das Di­rek­ti­ons­recht des Ar­beit­ge­bers durch die Ver­ur­tei­lung zur Wei­ter­beschäfti­gung nicht ein­ge­schränkt wor­den sei. Es dränge sich auch nicht auf, dass die Kläge­rin im Kli­ni­kum ein­ge­setzt wor­den sei, um sie zu schi­ka­nie­ren. Die von der Be­klag­ten be­ab­sich­tig­te Tren­nung der Be­tei­lig­ten, um die Span­nun­gen ab­zu­bau­en, sei nach­voll­zieh­bar. Auch die Zu­wei­sung des neu­en Prüfer­auf­trags ände­re nichts an der Be­ur­tei­lung. Es fehl­ten aus­rei­chen­de An­halts­punk­te dafür, dass der Auf­trag al­lei­ne er­teilt wor­den sei, um sie zu schi­ka­nie­ren. Zu­dem ha­be sie ei­nen sol­chen Auf­trag be­reits 2008 er­hal­ten und da­mals Schu­lun­gen er­hal­ten. Darüber hin­aus er­ge­be sich nicht, wel­che kon­kre­ten Schu­lun­gen fehl­ten. Die Aus­ein­an­der­set­zung zei­ge auch in­so­weit ei­ne Hilf­lo­sig­keit der Be­tei­lig­ten. An­ge­sichts der Umstände erübri­ge es sich auch, auf die wei­te­ren Vorwürfe, sei es die Auf­he­bung des Ter­mins für die Schluss­be­spre­chung durch Herrn L., sei es die feh­len­de Ge­gen­zeich­nung des Prüfungs­auf­tra­ges, sei es das un­ter­las­se­ne Mit­ar­bei­ter­gespräch mit Herrn L. usw. ein­zu­ge­hen. Die Be­tei­lig­ten hätten bis­her kei­nen Weg ge­fun­den, auf­ein­an­der zu­zu­ge­hen. Das ge­gen­sei­ti­ge Ver­hal­ten sei nur ge­prägt von Miss­trau­en und Furcht. Das die­se Si­tua­ti­on fort­be­ste­he, sei auch ein Ver­dienst der Kläge­rin, die ei­ne Me­dia­ti­on und wei­te­re Gespräche da­von abhängig ge­macht ha­be, dass ihr Vor­ge­setz­ter zu­ge­ste­he, sie in der Ver­gan­gen­heit ge­mobbt zu ha­ben. Auf­grund der Un­be­gründet­heit des An­trags ha­be man auf die Höhe des gel­tend ge­mach­ten Schmer­zens­gel­des nicht mehr ein­ge­hen brau­chen.

76

Die Ein­grup­pie­rungs­kla­ge sei eben­falls un­be­gründet. Vor­aus­set­zung für die Ein­grup­pie­rung in ei­ne be­stimm­te Vergütungs­grup­pe sei, dass min­des­tens die Hälf­te der Tätig­keit aus Ar­beits­vorgängen be­ste­he, die die An­for­de­run­gen der Tätig­keits­merk­ma­le der be­gehr­ten Vergütungs­grup­pe erfüll­ten. Hierfür sei die Kläge­rin dar­le­gungs- und be­weis­pflich­tig. Sie müsse auch Tat­sa­chen vor­tra­gen, die den Schluss ei­ner Be­wer­tung zu­ließen, dass die aus­geübten Tätig­kei­ten die nach der Vergütungs­grup­pe benötig­ten Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten er­for­der­ten. Dar­an feh­le es. Die Be­haup­tung, die Prüfungs­auf­ga­ben könn­ten nur auf­grund des Stu­di­ums er­lang­ten Kennt­nis­se durch­geführt wer­den, genüge nicht.

77

Ge­gen das der Kläge­rin am 06.03.2012 zu­ge­stell­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richts hat die Kläge­rin mit dem am 02.04.2012 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 06.06.2012 mit dem am 05.06.2012 beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz be­gründet.

78

Die Kläge­rin ist der Auf­fas­sung, dass die ge­sam­ten Umstände nur als Mob­bing be­wer­tet wer­den könn­ten. Es han­de­le sich um ei­ne Viel­zahl von Na­del­sti­chen. Sie sei ei­ner ständi­gen Be­dro­hungs­si­tua­ti­on aus­ge­setzt. Das Mob­bing­ver­hal­ten ha­be schon 2008 mit der Zu­wei­sung der Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung, oh­ne die not­wen­di­gen Schu­lun­gen zu gewähr­leis­ten, be­gon­nen. In dem Gespräch vom 20.01.2009 sei sie mas­siv be­lei­digt wor­den. Die ge­for­der­ten Un­ter­su­chun­gen, ins­be­son­de­re die neu­ro­lo­gi­sche Tes­tung sei ein schwer­wie­gen­der Ein­griff in die Men­schenwürde und In­tim­sphäre der Kläge­rin. Am 04.09.2009 sei sie in ei­ner Dienst­be­spre­chung von Herrn G. mit den Wor­ten vor­geführt wor­den, dass "das ih­ren geis­ti­gen Ho­ri­zont" über­stei­ge. Die un­be­rech­tig­te außer­or­dent­li­che Kündi­gung könne nur als schwer­wie­gen­de Ver­trags­ver­let­zung an­ge­se­hen wer­den, da ihr nicht die dafür not­wen­di­ge Ab­be­ru­fung als vom Rat be­stell­te Prüfe­rin vor­aus­ge­gan­gen sei. Die pro­to­kol­lier­ten Zeu­gen­aus­sa­gen mach­ten auch deut­lich, dass die vor­ge­brach­ten An­schul­di­gun­gen hin­sicht­lich des Ar­beits­zeit­be­tru­ges völlig halt­los ge­we­sen sei­en. Zu­dem ha­be sich die Be­klag­te die be­haup­te­ten Ver­dachts­mo­men­te durch ei­ne un­zulässi­ge Aus­wer­tung der Zu­gangs­da­ten be­schafft. Bei der Be­ur­tei­lung dürfe nicht außer Acht ge­las­sen wer­den, dass man in der Dienst­ver­ein­ba­rung be­wusst auf ei­ne Zeit­er­fas­sung bei fle­xi­bler Ar­beits­zeit ver­zich­tet ha­be. Die Er­tei­lung des un­ter­durch­schnitt­li­chen Zeug­nis­ses vom 20.10.2009 sei als Einschüchte­rungs­ver­such zu wer­ten. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richt zeig­ten auch die wei­te­ren Vorfälle nach Ab­schluss des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses, dass der Lei­ter und Stell­ver­tre­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes so­wie der für die Kläge­rin zuständi­ge Ab­tei­lungs­lei­ter und die Mehr­zahl der Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen des Re­vi­si­ons­diens­tes nicht mehr be­ab­sich­tig­ten, mit der Kläge­rin zu­sam­men­zu­ar­bei­ten. So ha­be man ver­sucht, sie in der Sit­zung des Rech­nungs­prüfungs­aus­schus­ses vom 28.06.2010 ab­set­zen zu las­sen und dafür ge­sorgt, dass sie ih­re Po­si­ti­on nicht ha­be dar­stel­len können und den Raum ver­las­sen muss­te. Dafür spre­che auch, dass sie erst am 30.06.2010 ih­ren Dienst wie­der an­tre­ten konn­te und ihr ein Ar­beits­platz iso­liert von den Kol­le­gen und Ge­scheh­nis­sen im Re­vi­si­ons­dienst im Kli­ni­kum zu­ge­wie­sen wor­den sei. Selbst wenn man da­von aus­ge­he, dass die Zu­wei­sung ei­nes sol­chen Prüfauf­tra­ges im Di­rek­ti­ons­recht der Be­klag­ten lie­ge, könne die Maßnah­me nur als Schi­ka­ne an­ge­se­hen wer­den, da an­de­re Prüfer im Rah­men ei­ner sol­chen Prüfung Ihr Büro be­hal­ten hätten. Zu­dem sei der Ar­beits­platz im Kli­ni­kum nicht so aus­ge­stat­tet ge­we­sen sei, dass sie Ih­re Ar­beit ord­nungs­gemäß ha­be wie­der auf­neh­men können. Es ha­be ein lan­ger E-Mail Ver­kehr geführt wer­den müssen, um ei­ne ord­nungs­gemäße Aus­stat­tung und Auf­nah­me der Tätig­keit zu ermögli­chen. Sie sei auch vom Pos­tum­lauf aus­ge­schlos­sen ge­we­sen und ha­be das Ar­chiv nicht al­lei­ne be­tre­ten dürfen. Im Übri­gen ha­be man sie mit dem Ein­satz im Kli­ni­kum in ih­rer fle­xi­blen Ar­beits­zeit ein­ge­schränkt, da sie ih­re Tätig­keit nicht ab 6:00 Uhr ausüben, son­dern den Ar­beits­platz nur mit der Chip­kar­te ab 7:30 Uhr er­rei­chen konn­te. Die Miss­ach­tung des Ge­richts­ur­teils und der Ein­satz im Kli­ni­kum könn­ten nur als Bloßstel­lung und De­mon­ta­ge ei­ner Prüfe­rin ver­stan­den wer­den. Trotz der nicht ord­nungs­gemäßen Ar­beits­be­din­gun­gen sei ih­re Ar­beits­leis­tung gerügt und sie da­mit zu Un­recht un­ter Druck ge­setzt wor­den. Ihr Vor­ge­setz­ter ha­be sich auch nicht im Rah­men der Aus­ein­an­der­set­zung über ih­ren Prüfbe­richt des Kli­ni­kums schützend vor sie ge­stellt, son­dern sie bloßge­stellt. Er ha­be sich nicht ge­gen die Be­lei­di­gun­gen und un­zu­tref­fen­den Vorwürfe von Herrn C. ge­wehrt und auch ei­ne Schluss­be­spre­chung ver­langt, ob­wohl sie nicht in der Dienst­an­wei­sung vor­ge­se­hen sei. Er ha­be oh­ne Rück­spra­che mit ihr hin­ter ih­rem Rücken mit den Mit­ar­bei­tern des Kli­ni­kums ge­spro­chen und letzt­lich, ent­ge­gen sei­ner Ver­pflich­tung, nicht den Prüfbe­richt ge­gen­ge­zeich­net. Sie ha­be da­mit für den Pa­pier­korb ge­ar­bei­tet. Ei­ne wei­te­re Schi­ka­ne stel­le die er­neu­te Über­tra­gung des Auf­trags zur Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung dar, ob­wohl sie ihn schon 2008 mit­ge­teilt ha­be, dass sie da­zu we­gen feh­len­der Aus­bil­dung nicht in der La­ge sei. Die­se Schu­lungs­an­ge­bo­te ih­res Vor­ge­setz­ten sei­en völlig un­zu­rei­chend ge­we­sen. Das ha­be die Be­klag­te letzt­lich auch ein­ge­se­hen, da sie ei­ne Schu­lung an­ge­bo­ten ha­be, die aber eben­falls un­zu­rei­chend sei. Im We­ge ei­nes Selbst­stu­di­ums par­al­lel zur Prüfung könn­ten die Kennt­nis­se nicht er­langt wer­den. Sie sei auch mas­siv un­ter Druck ge­setzt wor­den, da in­ner­halb der bei­den Jah­res­ab­schlüsse 2010 und 2009 nur ei­ne sehr kur­ze Prüfzeit an­ge­setzt ge­we­sen sei. Dass die Vor­ge­setz­ten der Be­klag­ten mit dem Ziel ge­han­delt hätten, die Kläge­rin zu schi­ka­nie­ren, er­ge­be sich auch dar­aus, dass in der Frühstücks­grun­de ei­ne Hetz­kam­pa­gne ge­gen sie geführt wor­den sei. So sei ei­ne E-Mail der Kläge­rin vom 08.11.2012 an Herrn G. an an­de­re Prüfer wei­ter­ge­lei­tet wor­den. Außer­dem ha­be sich Herr G. nach dem ver­lo­re­nen Kündi­gungs­schutz­pro­zess da­hin­ge­hend geäußert, dass er dafür Sor­ge tra­gen wer­de, dass die "Al­te" kei­nen Fuß in die Räum­lich­kei­ten des Re­vi­si­ons­diens­tes set­ze. Auf die Fra­ge, wann die Kläge­rin zurück­keh­re, ha­be Herr G. ge­ant­wor­tet: "So­lan­ge ich hier lei­te, bleibt die " Al­te" ein­ge­la­gert im Kli­ni­kum. Herr G. ha­be die po­li­ti­schen Kon­tak­te ge­nutzt, um ihr ei­nen Ab­stell­raum als Büro im Kli­ni­kum her­zu­rich­ten und ei­nen pseu­do Prüfauf­trag zu for­mu­lie­ren. Er ha­be sich ge­genüber der Zeu­gin H. da­mit gerüstet, dass die "N. " so­wie­so zu blöd sei, ei­nen Prüfauf­trag zu er­le­di­gen, und es egal sei, wo­mit sie beschäftigt wer­de, Haupt­sa­che sie blei­be ab­be­ru­fen. Im Ju­li 2012 ha­be er erklärt, dass sie das Be­triebs­kli­ma be­las­te und ein Ver­bleib im Re­vi­si­ons­dienst nicht möglich sei. Im Zu­sam­men­hang mit ei­nem mo­di­fi­zier­ten Prüfbe­richt ha­be Herr G. über­fall­ar­tig ihr Büro be­tre­ten und sie be­fehls­ha­be­risch auf­ge­for­dert, den Be­richt zu un­ter­schrei­ben. Ih­re Re­ak­ti­on per E-Mail vom 08.11.2012 ha­be er an an­de­re Prüfer wei­ter­ge­lei­tet, um sie zu de­s­kre­di­tie­ren. Es ha­be auch an­de­ren ih­ren Ar­beits­platz an­ge­bo­ten. Herr G. ha­be auch ge­zielt ge­han­delt, um sie von Dienst­be­spre­chun­gen aus­zu­gren­zen. Der Ter­min vom 12.11.2012 sei an­ge­setzt wor­den, ob­wohl sie im Bil­dungs­ur­laub ge­we­sen sei. Das An­ge­bot per E-Mail auf Führung ei­nes Ein­zel­gesprächs bestäti­ge den Aus­gren­zungs­wil­len. Er ha­be auch ei­ne be­rech­tig­te For­de­rung auf Pro­to­kol­lie­rung der Dienst­be­spre­chung ab­ge­lehnt. In­so­fern ha­be sie sich zu Recht ge­gen die Ab­leh­nung ge­wehrt. In der Dienst­be­spre­chung vom 16.10.2012 sei sie von Herrn G. mit der Auf­for­de­rung, auf den Wand­ka­len­der zu schau­en, ge­maßre­gelt wor­den. In der Dienst­be­spre­chung vom 22.11.2012 ha­be ei­ne feind­se­li­ge At­mo­sphäre be­stan­den. Herr G. und Herr L. hätten sie zu Un­recht an­ge­grif­fen. In der Per­so­nal­ver­samm­lung vom 30.11.2011 sei sie zu­dem mit dem Hin­weis, dass sie nur Halb­wahr­hei­ten sa­ge, her­ab­gewürdigt wor­den. Ins­ge­samt er­ge­be sich ei­ne an­dau­ern­de Schi­ka­nie­rung und Her­abwürdi­gung ih­rer Per­son durch Vor­ge­setz­te und Führungs­kräfte der Be­klag­ten, die ein Schmer­zens­geld recht­fer­ti­ge. Wie das Pri­vat­gut­ach­ten von Dr. S. zei­ge, sei sie durch das Ver­hal­ten der Be­klag­ten im Zu­sam­men­hang mit der Kündi­gung und nach der Leis­tungsfähig­keit und der Grad der Be­ein­träch­ti­gung zu berück­sich­ti­gen. Es könne nur ein Schmer­zend­geld in emp­find­li­cher Höhe der Sa­che ge­recht wer­den und ins­be­son­de­re wei­te­re Pflicht­ver­let­zun­gen ver­hin­dern.

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Die Vor­rau­set­zun­gen für die höhe­re Ein­grup­pie­rung sei­en erfüllt. Sie ha­be ein Hoch­schul­stu­di­um mit ei­ner Min­dest­stu­di­en­zeit von 6 Se­mes­tern mit ei­nem Di­plom ab­ge­schlos­sen und er­le­di­ge als Prüfe­rin Tätig­kei­ten, die ein ab­ge­schlos­se­nes Hoch­schul­stu­di­um er­for­der­ten.

80
Die Kläge­rin be­an­tragt, 81
1. Das Ur­teil des Ar­beits­ge­richt So­lin­gen vom 03.02.2012, 3 Ca 1050/10 wird ab­geändert. 82
2. Die Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an die Kläge­rin ein Schmer­zens­geld, des­sen Höhe in das Er­mes­sen des Ge­richts ge­stellt wird, nebst Zin­sen i.H.v.5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Zu­stel­lung der Kla­ge­er­wei­te­rung zu zah­len. 83
3. Es wird fest­ge­stellt, dass die Be­klag­te ver­pflich­tet ist, der Kläge­rin ab dem 01.05.2010 ei­ne Vergütung nach der Ent­gelt­grup­pe 13, Stu­fe 6 des Ta­rif­ver­tra­ges für den öffent­li­chen Dienst zu zah­len und et­wai­ge Brut­to­nach­zah­lungs­beträge ab dem je­wei­li­gen Fällig­keits­zeit­punkt mit 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz jähr­lich zu ver­zin­sen. 84
Die Be­klag­te be­an­tragt, 85
die Kla­ge ab­zu­wei­sen. 86

Die Be­klag­te be­strei­tet die Mob­bing­vorwürfe. Die Kläge­rin sei in der Dienst­be­spre­chung vom 20.01.2009 nicht be­lei­digt wor­den. Es sei auch nicht ge­sagt wor­den, "Sie ma­chen null". An­lass für das Gespräch sei ge­we­sen, dass die Klägern ge­sund­heit­lich an­ge­grif­fen er­schien. Die ärzt­li­chen Un­ter­su­chun­gen sei­en mit Ih­rem Ein­verständ­nis er­folgt. In der Dienst­be­spre­chung vom 04.09.2009 ha­be sich die Kläge­rin in schar­fer Form zum Um­struk­tu­rie­rungs­pro­zess geäußert, ob­wohl sie die De­tails auf­grund ih­rer Ab­we­sen­heit von vie­len Be­spre­chun­gen nicht ha­be er­ken­nen können. Die Dis­kus­si­on ha­be le­dig­lich mit dem Vor­wurf ge­en­det, dass der Kom­plex der Neu­or­ga­ni­sa­ti­on ih­ren Ho­ri­zont über­schrei­ten dürf­te. Für die frist­lo­se Kündi­gung hätten kon­kre­te Ver­dachts­mo­men­te be­stan­den, dass die Kläge­rin ih­re Ar­beits­zei­ten nicht rich­tig an­ge­ge­ben hätte. Ih­ren Vor­trag hätte sie aber vor Ge­richt nicht be­wei­sen können und sei des­we­gen im Kündi­gungs­schutz­pro­zess un­ter­le­gen. In­so­fern könn­ten aus ih­rem Ver­hal­ten kei­ne Mob­bing­vorwürfe her­ge­lei­tet wer­den. Der Ver­weis auf ei­ne vor­he­ri­ge not­wen­di­ge Ab­be­ru­fung als Prüfer als Wirk­sam­keits­vor­aus­set­zung für ei­ne Kündi­gung führe nicht wei­ter, da man die Stel­lung als Prüfer von der ar­beits­recht­li­chen Maßnah­me tren­nen müsse. Die Kläge­rin sei auch nicht da­durch be­ein­träch­tigt wor­den, dass sie nicht so­fort nach Ob­sie­gen im Pro­zess beschäftigt wor­den sei. Sie sei un­ter Fort­zah­lung der Bezüge frei­ge­stellt wor­den. Sie ha­be auch nicht ver­sucht, dar­auf Ein­fluss zu neh­men, dass die Kläge­rin als Prüfe­rin ab­be­ru­fen wird. Die Zu­wei­sung der Tätig­keit im Kli­ni­kum sei nicht zu be­an­stan­den. Sie lie­ge in ih­rem Di­rek­ti­ons­recht. Es lie­ge auch kei­ne Schi­ka­ne­maßnah­me vor. Die Auf­ga­ben­zu­wei­sung sei er­folgt, um für die Zu­kunft ei­ne ver­trau­ens­vol­le Zu­sam­men­ar­beit zu ermögli­chen. Man ha­be es für er­for­der­lich ge­hal­ten, die Be­tei­lig­ten für ei­nen vorüber­ge­hen­den Zeit­raum räum­lich zu tren­nen. Auch an­de­re Prüfun­gen würden je­weils vor Ort vor­ge­nom­men. Es sei zwar rich­tig, dass das Büro im Ver­wal­tungs­gebäude in den Fällen be­ste­hen blei­be. Hier sei man aber da­von aus­ge­gan­gen, im Kündi­gungs­schutz­pro­zess zu ob­sie­gen und ha­be des­we­gen das kläge­ri­sche Büro ge­leert. Sie ha­be die Un­ter­la­gen der Kläge­rin in Kis­ten ver­staut und im Ar­chiv ge­la­gert. Das von der Kläge­rin an­ge­spro­che­ne Pri­vat­buch sei nicht be­kannt. Sie sei da­von aus­ge­gan­gen, dass Sie es mit­ge­nom­men ha­be, als sie bei ih­rem Aus­schei­den nach der Kündi­gung ih­re pri­va­ten Ge­genstände mit­ge­nom­men ha­be. Man ha­be ihr auf An­fra­ge ein ent­spre­chen­des Buch zum dienst­li­chen Ge­brauch zur Verfügung ge­stellt. Das Büro selbst sei nicht zu be­an­stan­den. Es würde auch von an­de­ren Prüfern in An­spruch ge­nom­men. Die Kläge­rin hat zwar Kri­tik an der Aus­stat­tung übt. Dar­auf ha­be man je­doch dar­auf re­agiert und das Büro im Rah­men des Mögli­chen aus­ge­stat­tet. Die meis­ten strei­ti­gen Punk­te sei­en in ei­nem an­ge­mes­se­nen Zeit­raum schon vor der Kla­ge­er­he­bung er­le­digt wor­den. Die Kri­tik an der im­pro­vi­sier­ten EDV-Aus­stat­tung sei nicht ge­recht­fer­tigt. Der Kläge­rin sei auch nicht der Zu­gang zum Ar­chiv oder zur Post ver­wei­gert wor­den. So­weit die Kläge­rin den Aus­schluss von der mor­gend­li­chen Dienst­be­spre­chung rüge, sei dies nicht nach­voll­zieh­bar, da sich die Kol­le­gen mor­gens le­dig­lich zu Frühstücks­pau­se träfen. Auf ih­re Be­schwer­de sei ihr le­dig­lich ge­sagt wor­den, dass es nicht wirt­schaft­lich sinn­voll sei, die Ent­fer­nung zwi­schen dem Kli­ni­kum und der Ver­wal­tung aus die­sem Grund auf sich zu neh­men. An­sons­ten sei ein je­der­zei­ti­ger Kon­takt mit den Kol­le­gen möglich ge­we­sen. So­weit die feh­len­de Ar­beits­auf­nah­me gerügt wor­den sei, sei dies in le­gi­ti­mer Wei­se er­folgt, und stel­le kein Mob­bing dar. Die Kläge­rin sei auch nicht im Zu­sam­men­hang mit der Er­stel­lung des Be­richts für das Kli­ni­kum bloßge­stellt wor­den. Der Vor­ge­setz­te ha­be von dem Kli­ni­kum Kri­tik an der Ar­beit der Kläge­rin er­fah­ren. Dies sei wei­ter­ge­lei­tet wor­den. Die Schluss­be­spre­chung sei vom Kli­ni­kum gewünscht wor­den. Da die übli­cher­wei­se in den Diensträum­en des zu prüfen­den Be­trie­bes ab­ge­hal­ten wer­de, ha­be Herr L. die Kläge­rin ge­be­ten, dies ein­zu­hal­ten. So­weit die Kläge­rin rüge, dass der Prüfbe­richt nicht ab­ge­zeich­net wor­den sei, sei dem ent­ge­gen­zu­hal­ten, dass noch kei­ne Schluss­be­spre­chung er­folgt sei. Die Kläge­rin könne auch nicht mit Er­folg rügen, dass sich ih­re Vor­ge­setz­ten wei­ger­ten, mit ihr Gespräche zu führen. Der Lei­ter der Re­vi­si­on ha­be mehr­fach Gespräche un­ter Be­tei­li­gung ei­ner Ver­trau­ens­per­son an­ge­bo­ten. Die Kläge­rin ha­be aber auf ein 4-Au­gen­gespräch be­stan­den. Dies sei aber an­ge­sichts der pro­ble­ma­ti­schen Si­tua­ti­on zwi­schen den Be­tei­lig­ten als nicht ge­eig­net emp­fun­den wor­den. Die Klägern ha­be im Übri­gen selbst den Ver­such ei­ner Verände­rung der Si­tua­ti­on ver­hin­dert, in­dem sie als Vor­aus­set­zung für die Durchführung der Me­dia­ti­on ver­langt ha­be, dass Herr G. zu­ge­ste­he, sie in der Ver­gan­gen­heit ge­mobbt zu ha­ben. Ei­ne ver­gleich­ba­re Si­tua­ti­on ha­be es im Zu­sam­men­hang mit den Gesprächen über die Strei­chung von St­un­den aus Mai und Ju­ni 2011 ge­ge­ben. Der Per­so­nal­rat sei zu ei­nem Gespräch zwi­schen den Be­tei­lig­ten be­reit ge­we­sen. Die Kläge­rin ha­be aber ein sol­ches Gespräch wie­der­um mit den Wor­ten ab­ge­lehnt, dass zu­erst die Strei­chung von St­un­den zurück­ge­nom­men wer­den müsse. Sie ha­be zu Recht ei­ni­ge St­un­den und zwar die Be­su­che bei der Ge­werk­schaft vom Ar­beits­zeit­kon­to ge­stri­chen. Ihr könne nicht als Mob­bing­hand­lung vor­ge­wor­fen wer­den, der Kläge­rin die Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung über­tra­gen zu ha­ben. Die Kläge­rin sei in­so­fern ge­schult wor­den. Zu­dem sei Herr L. auf Ih­re Hin­wei­se zu den feh­len­den Kennt­nis­sen ein­ge­gan­gen und ha­be kon­kre­te Hil­fe­stel­lun­gen an­ge­bo­ten. Es sei nicht nach­voll­zieh­bar, war­um es der Kläge­rin nicht möglich sei, mit den Ar­bei­ten zu be­gin­nen und dann bei kon­kre­ten Fra­ge­stel­lun­gen die an­ge­bo­te­ne Hil­fe­stel­lung in An­spruch zu neh­men. Die Aus­bil­dungs­for­de­run­gen der Kläge­rin sei­en über­zo­gen und hätten das Fort­bil­dungs­bud­get der ge­sam­ten Ab­tei­lung bei wei­tem über­stie­gen. Sie ha­be zu dem mit den Ar­bei­ten bis zum heu­ti­gen Tag nicht be­gon­nen.

87

So­weit die Kläge­rin die leis­tungs­ori­en­tier­te Be­zah­lung für 2010 rüge, sei dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sie es bei ih­rer Rück­kehr un­ter­las­sen ha­be, ein Ziel­ver­ein­ba­rungs­gespräch zu führen. Des­we­gen ha­be sie auch das ar­beits­ge­richt­li­che Ver­fah­ren ver­lo­ren. Für das fol­gen­de Jahr 2012 sei die Kläge­rin, wie al­le Mit­ar­bei­ter, in­for­miert wor­den und es sei ein um­fang­rei­cher E-Mail-Ver­kehr geführt wor­den. Un­ter Mit­hil­fe ei­nes Ver­mitt­lers sei dann ei­ne Ver­ein­ba­rung er­reicht wor­den. Ins­ge­samt sei die Kläge­rin in kei­ner Wei­se schi­ka­niert wor­den, son­dern man ha­be von ihr die Erfüllung der ar­beits­ver­trag­li­chen Auf­ga­ben zulässi­ger­wei­se ver­langt. Die von der Kläge­rin be­haup­te­ten Äußerun­gen des Herrn G. nach ver­lo­re­nem Kündi­gungs­schutz­pro­zess ha­be es nicht ge­ge­ben, ge­nau­so wie Hetz­kam­pa­gnen ge­gen die Kläge­rin. Sie sei auch nicht in der Per­so­nal­ver­samm­lung bloßge­stellt wor­den. Auf ih­re Fra­gen sei sach­lich re­agiert wor­den. Die Frist­set­zung für den Prüfbe­richt bis zum 09.11.2012 sei auch nicht zu be­an­stan­den. An­ge­sichts der kur­zen Zeit­abläufe ha­be nur ei­ne pau­scha­le Prüfung ver­langt wor­den. Es ha­be kei­ne Ab­sicht be­stan­den, die Kläge­rin aus­zu­gren­zen. Sie sei auch nicht in der Dienst­be­spre­chung be­ein­träch­tigt wor­den. Es sei nur ihr Ver­hal­ten und ih­re Auf­fas­sung dis­ku­tiert und die Veröffent­li­chung ih­rer Kri­tik be­an­stan­det wor­den, weil es der Ab­tei­lung scha­de. Die Wei­ter­lei­tung der E-Mail vom 08.11.2012 sei er­for­der­lich ge­we­sen weil dar­in Be­haup­tun­gen auf­ge­stellt wor­den sei­en, die sich mit Abläufen zu den Prüfbe­rich­ten be­fass­ten, und auch an­de­re be­tra­fen wie auch die Ent­schei­dung, Herrn G. als Ver­tre­ter des Re­vi­si­ons­lei­ters ein­zu­set­zen. So­weit es die Veröffent­li­chung von E-Mails be­tref­fe, ha­be die Kläge­rin im­mer die hal­be Ver­wal­tung in­for­miert, so auch über die Mails vom 08.11.2012 und 20.11.2011. Ei­nen über­fall­ar­ti­gen Be­such von Herr G. ha­be es am 07.11.2011 nicht ge­ge­ben. Die Frist­set­zung für den Prüfbe­richt bis zum 09.11.2012 sei auch nicht zu be­an­stan­den. An­ge­sichts der kur­zen Zeit­abläufe ha­be nur ei­ne pau­scha­le Prüfung ver­langt wor­den. Ins­ge­samt sei ein Mob­bing­vor­wurf nicht ge­recht­fer­tigt. Bei der Be­ur­tei­lung dürfe nicht außer Acht ge­las­sen wer­den, dass die Kläge­rin ih­re Vor­setz­ten selbst dau­ernd in schar­fer Form kri­ti­siert und nicht zur Ent­span­nung der Si­tua­ti­on bei­ge­tra­gen ha­be.

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We­gen der wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Sach- und Streit­stan­des wird auf den Ak­ten­in­halt, die ge­wech­sel­ten Schriftsätze nebst An­la­gen so­wie die ge­richt­li­chen Pro­to­kol­le in bei­den In­stan­zen ergänzend Be­zug ge­nom­men.

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ENT­SCHEI­DUN­GSGRÜNDE 90
A. Die Be­ru­fung ist bezüglich des An­trags zu 1. zulässig. 91
I. Sie ist an sich statt­haft (§ 64 Abs. 1 ArbGG), nach dem Wert des Be­schwer­de­ge­gen­stan­des zulässig (§ 64 Abs. 2 Zif­fer b ArbGG) so­wie in ge­setz­li­cher Form und Frist ein­ge­legt und be­gründet wor­den (§§ 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, 66 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 ArbGG, §§ 519, 520 ZPO). 92
II. Die Be­ru­fung hat­te kei­nen Er­folg. 93

Die Kläge­rin hat ge­gen die Be­klag­te kei­nen An­spruch auf Zah­lung ei­ner bil­li­gen Entschädi­gung in Geld (Schmer­zens­geld) gern. §§ 280 Abs. 1 Satz 1, 278 BGB i. V. m. §§ 241 Abs. 2, 253 Abs. 2 we­gen der Ver­let­zung ar­beits­ver­trag­li­cher Pflich­ten durch ih­re Erfüllungs­ge­hil­fen. Die Kläge­rin be­zieht sich im We­sent­li­chen auf das Ver­hal­ten der Führungs­kräfte des Re­vi­si­ons­diens­tes (Herr L., ehe­ma­li­ger Lei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes; Herr G. (Ver­tre­ter), Herr L. (Nach­fol­ger von Herrn K., ehe­ma­li­ger Ab­tei­lungs­lei­ter) und Herrn C. vom Per­so­nal­ma­nage­ment. Die Erfüllungs­ge­hil­fen der Be­klag­ten ha­ben kei­ne Pflicht­ver­let­zung be­gan­gen, die ei­nen Schmer­zens­geld­an­spruch recht­fer­tigt.

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1. Gemäß § 278 BGB haf­tet der Ar­beit­ge­ber dem be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer für schuld­haft be­gan­ge­ne Ver­let­zun­gen ar­beits­ver­trag­li­cher Pflich­ten durch von ihm als Erfüllungs­ge­hil­fen ein­ge­setz­te an­de­re Ar­beit­neh­mer und Vor­ge­setz­te. Der Ar­beit­ge­ber hat dem­zu­fol­ge für schuld­haf­te Pflicht­ver­let­zun­gen der auf sei­ne Erfüllungs­ge­hil­fen über­tra­ge­nen ar­beits­ver­trag­li­chen Fürsor­ge- und Schutz­pflich­ten ein­zu­ste­hen. Dies be­trifft Mit­ar­bei­ter, die ge­genüber dem be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer die Fürsor­ge­pflicht kon­kre­ti­sie­ren bzw. Wei­sungs­rech­te ha­ben. Ei­ne Zu­rech­nung kommt hin­ge­gen nicht in Be­tracht, wenn gleich­ge­stell­te Kol­le­gen agie­ren (BAG 25.10.2007 - 8 AZR 593/06 - AP Nr. 6 zu § 611 BGB Mob­bing; BAG 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - NZA 2007, 1154; ErfK/Preis, 9. Aufl. § 619a BGB Rz. 64; Pa­landt/Hein­richs, 69. Aufl. § 278 Rz.16). 95
2. Die Kläge­rin be­haup­tet, durch ih­re Vor­ge­setz­ten und de­ren Stel­le­ver­tre­ter, so­wie Mit­ar­bei­ter des Per­so­nal­ma­nage­ment seit 2008 ge­mobbt wor­den zu sein. 96

a) "Mob­bing" ist kein Rechts­be­griff und da­mit auch kei­ne An­spruchs­grund­la­ge für Ansprüche des Ar­beit­neh­mers ge­gen den Ar­beit­ge­ber oder ge­gen Vor­ge­setz­te bzw. ei­nen oder meh­re­re Ar­beits­kol­le­gen. In­so­fern muss je­weils ge­prüft wer­den, ob der in An­spruch Ge­nom­me­ne in den von der Kläge­rin ge­nann­ten Ein­z­elfällen ar­beits­recht­li­che Pflich­ten, ein ab­so­lu­tes Recht des Ar­beit­neh­mers iSd. § 823 Abs. 1 BGB, ein Schutz­ge­setz iSd. § 823 Abs. 2 BGB ver­letzt oder ei­ne sit­ten­wid­ri­ge vorsätz­li­che Schädi­gung iSd. § 826 BGB be­gan­gen hat (BAG 24.04.2008 - 8 AZR 347/07 - NZA 2009, 38; BAG 13.03.2008 - 2 AZR 88/07 - DB 2009, 68; BAG 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - NZA 2007, 115).

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b) Für den Be­griff "Mob­bing" gibt es kei­ne ein­heit­li­che De­fi­ni­ti­on. Mob­bing wird "als sys­te­ma­ti­sches An­fein­den, Schi­ka­nie­ren oder Dis­kri­mi­nie­ren von Ar­beit­neh­mern un­ter­ein­an­der oder durch Vor­ge­setz­te" (BAG 15.01.1997 - 7 ABR 14/96 - AP Be­trVG 1972 § 37 Nr. 118) oder "fort­ge­setz­te, auf­ein­an­der auf­bau­en­de oder in­ein­an­der überg­rei­fen­de, der An­fein­dung, Schi­ka­ne oder Dis­kri­mi­nie­rung die­nen­de Ver­hal­tens­wei­se, die nach ih­rer Art und ih­rem Ab­lauf im Re­gel­fall ei­ner über­ge­ord­ne­ten, von der Rechts­ord­nung nicht ge­deck­ten Ziel­set­zung förder­lich sind und je­den­falls in ih­rer Ge­samt­heit das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht, die Eh­re oder die Ge­sund­heit des Be­trof­fe­nen ver­let­zen", ver­stan­den (LAG Thürin­gen 15.02.2001 - 5 Sa 102/2000 - LA­GE BGB § 626 Nr. 133; 10.04.2001 - 5 Sa 403/2000 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 2; LAG Rhein­land-Pfalz 16.08.2001 - 6 Sa 415/01 - NZA-RR 2002, 121; LAG Bre­men 17.10.2002 - 3 Sa 78/02 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 5; LAG Hamm 25.06.2002 - 18 (11) Sa 1295/01 - NZA-RR 2003, 8). 98

Es geht um ei­ne kon­flikt­be­las­te­te Kom­mu­ni­ka­ti­on am Ar­beits­platz zwi­schen Ar­beit­neh­mern oder zwi­schen ih­nen und den Vor­ge­setz­ten, bei der je­mand sys­te­ma­tisch und oft über ei­nen länge­ren Zeit­raum mit dem Ziel oder dem Er­geb­nis des Aus­s­toßes aus der Ge­mein­schaft di­rekt oder in­di­rekt an­ge­grif­fen wird und dies als Dis­kri­mi­nie­rung emp­fin­det. Die zahl­reich in Be­tracht kom­men­den Hand­lun­gen können dar­in be­ste­hen, dass der Be­trof­fe­ne tätlich an­ge­grif­fen oder auch nur ge­ringschätzig be­han­delt, von der Kom­mu­ni­ka­ti­on aus­ge­schlos­sen, be­lei­digt oder dis­kri­mi­niert wird (LAG Schles­wig-Hol­stein 25.07.2008 - 2 Ta 106/08 - ju­ris; LAG Schles­wig-Hol­stein 01.04.2004 - 3 Sa 542/03 - NZA-RR 2005, 15; LAG Thürin­gen 15.02.2001 - 5 Sa 102/00 - LA­GE BGB § 626 Nr. 133). Der Ar­beit­neh­mer darf kei­nem Ver­hal­ten aus­ge­setzt wer­den, das be­zweckt oder be­wirkt, dass sei­ne Würde ver­letzt und ein von Einschüchte­run­gen, An­fein­dun­gen, Er­nied­ri­gun­gen, Entwürdi­gun­gen und Be­lei­di­gun­gen ge­kenn­zeich­ne­tes Um­feld ge­schaf­fen wird (BAG 24.04.2008 - 8 AZR 347/07 -NZA 2009, 38; BAG 13.03.2008 - 2 AZR 88/07 - DB 2009, 68; BAG 25.10.2007 - 8 AZR 593/06 - NZA 2008, 223; BAG v. 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - NZA 2007, 1154; LAG Meck­len­burg-Vor­pom­mern 13.01.2009 - 5 Sa 86/08 - ju­ris; LAG Rhein­land-Pfalz 30.10.2008 ­10 Sa 340/08 - ju­ris). Dies ent­spricht dem Be­griff der Belästi­gung, wie er im AGG ver­wen­det wird. Denn § 3 Abs. 3 AGG de­fi­niert den Be­griff, der ei­ne ver­bo­te­ne Be­nach­tei­li­gung nach §§ 1, 2 AGG dar­stellt.

99
c) Bei der Be­ur­tei­lung ist zu berück­sich­ti­gen, dass im Ar­beits­le­ben übli­che Kon­flikt­si­tua­tio­nen, die sich durch­aus auch über ei­nen länge­ren Zeit­raum er­stre­cken können, nicht ge­eig­net sind, der­ar­ti­ge recht­li­che Tat­bestände zu erfüllen (BAG 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - NZA 2007, 1154; u. Ver­weis auf LAG Schles­wig-Hol­stein 19.03.2002 - 3 Sa 1/02 - NZA-RR 2002, 457) und es da­her gilt sog. fol­gen­lo­ses (Ben­ecke NZA-RR 2003, 225, 228) oder so­zi­al- und recht­s­adäqua­tes Ver­hal­ten (Rieb­le/Klumpp ZIP 2002, 369) auf­grund ei­ner ob­jek­ti­ven Be­trach­tungs­wei­se, dh. oh­ne Rück­sicht auf das sub­jek­ti­ve Emp­fin­den des be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mers, von der recht­li­chen Be­wer­tung aus­zu­neh­men. Wei­sun­gen, die sich im Rah­men des dem Ar­beit­ge­ber zu­ste­hen­den Di­rek­ti­ons­rechts be­we­gen und bei de­nen sich nicht ein­deu­tig ei­ne schi­kanöse Ten­denz ent­neh­men lässt, dürf­ten nur in sel­te­nen Fällen ei­ne Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts dar­stel­len. Glei­ches kann für den Rah­men des Di­rek­ti­ons­rechts über­schrei­ten­de Wei­sun­gen gel­ten, de­nen je­doch sach­lich nach­voll­zieh­ba­re Erwägun­gen des Ar­beit­ge­bers zu­grun­de lie­gen (vgl. Ben­ecke aaO; Rieb­le/Klumpp aaO). 100

An der meh­re­re Ein­zel­hand­lun­gen zu­sam­men­fas­sen­den Sys­te­ma­tik kann es darüber hin­aus feh­len, wenn ein Ar­beit­neh­mer von ver­schie­de­nen Vor­ge­setz­ten, die nicht zu­sam­men­wir­ken und die zeit­lich auf­ein­an­der fol­gen, in sei­ner Ar­beits­leis­tung kri­ti­siert oder schlecht be­ur­teilt wird oder wenn die Ar­beits­leis­tung nicht nur kri­ti­siert oder igno­riert, son­dern aus­drück­lich glei­cher­maßen auch po­si­tiv gewürdigt wird. Eben­falls können Ver­hal­tens­wei­sen von Ar­beit­ge­bern oder Vor­ge­setz­ten nicht in die Prüfung ein­be­zo­gen wer­den, die le­dig­lich ei­ne Re­ak­ti­on auf Pro­vo­ka­tio­nen durch den ver­meint­lich ge­mobb­ten Ar­beit­neh­mer dar­stel­len. In­so­weit fehlt es an der von der In­stanz­recht­spre­chung und Leh­re so be­zeich­ne­ten ein­deu­ti­gen Täter-Op­fer-Kon­stel­la­ti­on (vgl. Thürin­ger LAG 10.04.2001 - 5 Sa 403/2000 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 2; Ben­ecke aaO; dies. Mob­bing Rn. 19 ff.). Fer­ner kann es an der für die Ver­let­zungs­hand­lung er­for­der­li­chen Sys­te­ma­tik feh­len, wenn zwi­schen den ein­zel­nen Teil­ak­ten lan­ge zeit­li­che Zwi­schenräume lie­gen (vgl. Ben­ecke Mob­bing Rn. 34).

101
d) Die recht­li­che Be­son­der­heit der als Mob­bing be­zeich­ne­ten tatsächli­chen Er­schei­nun­gen liegt letzt­lich dar­in, dass nicht ei­ne ein­zel­ne, ab­grenz­ba­re Hand­lung, son­dern die Zu­sam­men­fas­sung meh­re­rer Ein­zel­ak­te in ei­nem Pro­zess zu ei­ner Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts oder der Ge­sund­heit des be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mers führen kann, wo­bei die ein­zel­nen Teil­ak­te je­weils für sich be­trach­tet recht­lich wie­der­um "neu­tral" sein können. Recht­lich be­trach­tet geht es da­mit zunächst um die Qua­li­fi­zie­rung ei­nes be­stimm­ten Ge­samt­ver­hal­tens als Ver­let­zungs­hand­lung im Rechts­sin­ne. Die Zu­sam­men­fas­sung der ein­zel­nen Ver­hal­tens­wei­sen er­folgt da­bei durch die ih­nen zu­grun­de lie­gen­de Sys­te­ma­tik und Ziel­rich­tung, Rech­te und Rechtsgüter - im Re­gel­fall das Persönlich­keits­recht und/oder die Ge­sund­heit des Be­trof­fe­nen - zu be­ein­träch­ti­gen (vgl. (BAG 24.04.2008 - 8 AZR 347/07 -NZA 2009, 38; BAG 13.03.2008 - 2 AZR 88/07 - DB 2009, 68; BAG v. 25.10.2007 - 8 AZR 593/06 - NZA 2008, 223; BAG v. 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - NZA 2007, 1154; LAG Nie­der­sach­sen v. 09.03.2009 - 9 Sa 378/08 - ju­ris; Thürin­ger LAG 15. 02.2001 - 5 Sa 102/2000 - aaO; 10.06. 2004 - 1 Sa 148/01 - LA­GE GG Art. 2 Persönlich­keits­recht Nr. 8a; LAG Schles­wig-Hol­stein 19.03.2002 - 3 Sa 1/02 - NZA-RR 2002, 457). Die Fra­ge, ob das all­ge­mei­ne Persönlich­keits­recht ver­letzt ist, ist auf Grund ei­ner Güter- und In­ter­es­sen­abwägung un­ter sorg­sa­mer Würdi­gung al­ler Umstände zu be­ur­tei­len (BAG 18.12.1984 - 3 AZR 389/83 - AP BGB § 611 Persönlich­keits­recht Nr. 8). 102
e) Nach all­ge­mei­nen Grundsätzen ist ein Kläger für die an­spruchs­be­gründen­den Tat­sa­chen dar­le­gungs- und be­weis­pflich­tig. Er hat im Rechts­streit die ein­zel­nen Hand­lun­gen oder Maßnah­men, aus de­nen er die an­geb­li­chen Pflicht­ver­let­zun­gen her­lei­tet, kon­kret un­ter An­ga­be de­ren zeit­li­cher La­ge zu be­zeich­nen. Nur da­durch wer­den die Tat­sa­chen­ge­rich­te in die La­ge ver­setzt, zu über­prüfen, ob die be­haup­te­ten Vorgänge für sich al­lein be­trach­tet oder in der Ge­samt­schau zu ei­ner Rechts­be­ein­träch­ti­gung des Ar­beit­neh­mers geführt ha­ben, um dann ge­ge­be­nen­falls über je­den be­haup­te­ten Vor­gang Be­weis zu er­he­ben (BAG 24.04.2008 - 8 AZR 347/07 - NZA 2009, 38; BAG 13.03.2008 - 2 AZR 88/07 - DB 2009, 68; BAG v. 25.10.2007 - 8 AZR 593/06 - NZA 2008, 223; BAG 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - NZA 2007, 1154). 103

3. Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Kündi­gung hat die Kläge­rin kei­ne aus­rei­chen­den Tat­sa­chen vor­ge­tra­gen, aus de­nen sich er­gibt, dass das Ver­hal­ten der Vor­ge­setz­ten als Mob­bing be­wer­tet wer­den kann.

104
Im Ein­zel­nen: 105
a) Die Bit­te von Herr L. an die Kläge­rin am 04.01.2008 um Erläute­rung, wo sie am Nach­mit­tag des Vor­tags ge­we­sen ist, ist, wie das Ar­beits­ge­richt zu Recht aus­geführt hat, nicht zu be­an­stan­den. Dass ein Ar­beit­neh­mer fle­xi­ble Ar­beits­zei­ten hat, be­deu­tet nicht, dass er kei­nen Kon­trol­len un­ter­liegt. Es kann ei­ne wei­te­re Erläute­rung be­gehrt wer­den, wenn die münd­li­chen Erklärun­gen nach Auf­fas­sung des Vor­ge­setz­ten nicht aus­rei­chen, um den Grund für die Ab­we­sen­heit nach­zu­voll­zie­hen. 106
b) Die Durchführung des Dienst­gesprächs am 20.01.2009 mit Herrn L. und C. kann nicht be­an­stan­det wer­den. Dass zum da­ma­li­gen Zeit­punkt Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die Er­le­di­gung von Auf­ga­ben be­stan­den und auch krank­heits­be­ding­te Fehl­zei­ten vor­la­gen, hat die Kläge­rin selbst vor­ge­tra­gen. War­um sie in dem Zu­sam­men­hang ein Kri­tik­gespräch und die Fra­ge nach ih­rer ge­sund­heit­li­chen Eig­nung in Pa­nik ver­setzt hat, wie sie das im Schrift­satz vom 21.01.2009 an ih­re Rechts­anwältin ge­schrie­ben hat, ist nicht nach­zu­voll­zie­hen. Selbst wenn Wor­te ge­fal­len sind wie: "Sie ma­chen Null", dürfen ein­ma­li­gen Äußerun­gen nicht über­be­wer­tet wer­de, wenn Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die Ar­beits­leis­tung be­stan­den ha­ben. Nicht je­de be­rech­tig­te oder über­zo­ge­ne Kri­tik stellt ei­ne Persönlich­keits­ver­let­zung dar. So­weit die Kläge­rin darüber hin­aus von wei­te­ren mas­si­ven Be­lei­di­gun­gen in dem Gespräch spricht, fehlt es an ei­nem aus­rei­chen­den Sach­vor­trag, um dies an­zu­neh­men. Un­abhängig da­von hat sie für die be­haup­te­ten Äußerun­gen, die von der Be­klag­ten be­strit­ten wer­den, kei­nen Be­weis an­ge­bo­ten. 107
c) Die Kri­tik an der Durchführung ei­ner ärzt­li­chen Un­ter­su­chung durch das Ge­sund­heits­amt der Stadt ist nicht ge­recht­fer­tigt. Wenn Krank­heits­zei­ten vor­lie­gen, oder sonst Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die Leis­tungsfähig­keit ei­nes Ar­beit­neh­mers be­ste­hen, ist es nicht un­an­ge­mes­sen, son­dern na­he­lie­gend und er­for­der­lich, die Ar­beits- und Ein­satzfähig­keit auch me­di­zi­nisch über­prüfen zu las­sen. Nach dem un­wi­der­spro­che­nen Be­klag­ten­vor­trag hat sich die Kläge­rin im Übri­gen zu ei­ner Un­ter­su­chung in dem Gespräch am 20.01.2009 ein­ver­stan­den erklärt. 108
d) Die Ein­ord­nung der be­ab­sich­tig­ten Durchführung ei­ner neu­ro­lo­gi­schen Tes­tung als Persönlich­keits­ver­let­zung ist eben­falls nicht nach­zu­voll­zie­hen. Wie sich aus dem Schrei­ben der Me­di­zi­ne­rin vom 13.02.2009 er­gibt, hat die Un­ter­su­chung kei­ne Ein­schränkung der Leis­tungsfähig­keit er­ge­ben. Wenn bei die­sem Er­geb­nis die Fra­ge nach wei­te­ren Un­ter­su­chun­gen zur Er­mitt­lung der Dia­gno­se ge­stellt wird, ist dies nach­voll­zieh­bar und nicht zu be­an­stan­den. Wie sich aus dem Schrei­ben der Me­di­zi­ne­rin vom 13.02.2009 er­gibt, hat sich die Kläge­rin zu­dem da­mit ein­ver­stan­den erklärt. Erst auf­grund die­ses Ein­verständ­nis­ses wur­de der Kon­takt zu dem Kran­ken­haus her­ge­stellt und Ter­mi­ne vor­ge­schla­gen. Die Kläge­rin kann im Übri­gen je­der­zeit selbst ent­schei­den, ob sie, bzw. wel­che Un­ter­su­chung sie durchführen lässt. Die­se hat sie ja dann nach Über­le­gung ab­ge­lehnt. Von ei­nem Zwang zur Durchführung ei­ner neu­ro­lo­gi­schen Tes­tung kann nicht aus­ge­gan­gen wer­den. Dass sich der Vor­ge­setz­te im Zu­sam­men­hang mit ärzt­li­chen Un­ter­su­chun­gen bei der Kläge­rin nach dem Stand der Un­ter­su­chun­gen und ih­rer Leis­tungsfähig­keit er­kun­digt, ist auch nicht zu kri­ti­sie­ren, son­dern er­gibt sich von selbst. 109
e) Die Äußerun­gen von Herrn G. in der Dienst­be­spre­chung vom 04.09.2009 las­sen auch nicht den Schluss auf ein Mob­bing­ver­hal­ten zu. Es kann da­hin­ste­hen, ob Herr G. die von der Kläge­rin be­haup­te­ten Äußerun­gen ab­ge­ge­ben hat, oder ob sie, wie von der Be­klag­ten be­haup­tet, an­ders ge­fal­len und aus dem Zu­sam­men­hang ge­ris­sen wor­den sind. Selbst wenn man von der Be­haup­tung der Kläge­rin aus­geht, und die Äußerung als Ent­glei­sung an­sieht, darf bei 110

der Be­ur­tei­lung nicht außer Acht ge­las­sen wer­den, dass sie nach An­ga­ben der Be­klag­ten, de­nen die Kläge­rin in­so­weit nicht kon­kret wi­der­spro­chen hat, im Rah­men ei­ner Aus­ein­an­der­set­zung über den im Re­vi­si­ons­dienst durch­geführ­ten Um­struk­tu­rie­rungs­pro­zess er­folgt ist. Es kann auch nicht un­berück­sich­tigt blei­ben, dass die Äußerung nach An­ga­ben der Be­klag­ten dar­auf be­ruh­te, dass die Kläge­rin Kri­tik in hef­ti­ger Form übte, oh­ne an al­len Vor­gesprächen teil­ge­nom­men zu ha­ben. Im Übri­gen darf nicht je­de Äußerung bei ei­ner in­halt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung auf die Gold­waa­ge ge­legt wer­den. Da sich nicht er­gibt, dass bei fol­gen­den Dienst­be­spre­chun­gen ver­gleich­ba­re Äußerun­gen durch die­sen Vor­ge­setz­ten er­folgt sind, kann der Äußerung, selbst wenn sie so ge­fal­len ist, kein Ge­wicht im Rah­men der Be­ur­tei­lung ei­nes an­dau­ern­den Ver­hal­tens bei­ge­mes­sen wer­den.

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f) Die Be­ru­fungs­kam­mer folgt auch der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts, dass die außer­or­dent­li­che Kündi­gung nicht als Mo­sa­ik­stein im Rah­men ei­nes Mob­bingsze­na­ri­os an­ge­se­hen wer­den kann. 112

aa) Al­lein durch den Aus­spruch ei­ner un­wirk­sa­men Kündi­gung ver­letzt ein Ar­beit­ge­ber nicht sei­ne dem Ar­beit­neh­mer ge­genüber be­ste­hen­den Rück­sicht­nah­me­pflich­ten. Die im Ar­beits­le­ben übli­chen Kon­flikt­si­tua­tio­nen sind grundsätz­lich nicht ge­eig­net, die Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen ei­ner Ver­trags­pflicht­ver­let­zung oder ei­ner un­er­laub­ten Hand­lung zu erfüllen (BAG 24.04.2008 - 8 AZR 347/07 - NZA 2009, S. 38). Ei­ne sol­che in der Pra­xis häufig vor­kom­men­de Kon­flikt­si­tua­ti­on ist der Aus­spruch ei­ner Ar­beit­ge­berkündi­gung. Der Ge­setz­ge­ber hat durch das Kündi­gungs­schutz­ge­setz kon­kret ge­re­gelt, dass und wie sich der Ar­beit­neh­mer ge­gen die­se Maßnah­me des Ar­beit­ge­bers zur Wehr set­zen kann. Außer­dem sind die Fol­gen ei­ner rechts­un­wirk­sa­men Kündi­gung ge­setz­lich ge­re­gelt (vgl. z.B. An­nah­me­ver­zug des Ar­beit­ge­bers nach § 11 KSchG, § 615 BGB, Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses, Möglich­keit ei­nes Auflösungs­an­trags durch den Ar­beit­neh­mer oder Ar­beit­ge­ber nach § 9 KSchG). Da­mit geht der Ge­setz­ge­ber da­von aus, dass der Aus­spruch ei­ner Kündi­gung durch den Ar­beit­ge­ber sich im Re­gel­fall als ein so­zi­al adäqua­tes Ver­hal­ten dar­stellt, des­sen Rechts­un­wirk­sam­keit der Ar­beit­neh­mer im Ein­zel­fall ge­richt­lich über­prüfen las­sen kann. Ei­ne nicht mehr so­zi­al adäqua­te Maßnah­me könn­te ei­ne Kündi­gung nur dann dar­stel­len, wenn sie den Ar­beit­neh­mer über den bloßen Kündi­gungs­aus­spruch hin­aus in sei­nem Persönlich­keits­recht be­ein­träch­tigt und dies vom Ar­beit­ge­ber auch so ge­wollt ist (BAG 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - aaO).

113

bb) Umstände, die ei­nen sol­chen Schluss zu­las­sen, sind im Streit­fal­le aber we­der von der Kläge­rin kon­kret dar­ge­legt noch er­kenn­bar. Da­ge­gen spricht ins­be­son­de­re nicht der Er­folg der Kündi­gungs­schutz­kla­ge. Wenn dem rechts­wid­ri­gen Ar­beit­ge­ber­han­deln ei­ne sach­lich nach­voll­zieh­ba­re Erwägung zu­grun­de liegt, schei­det ei­ne Ver­let­zung des Persönlich­keits­rechts aus (BAG 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - aaO; Ben­ecke, NZA-RR 2003, 225; Rieb­le/Klumpp ZIP 2002, 369). Auch bei ei­ner ge­richt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung han­delt es sich in der Re­gel um im Ar­beits­le­ben nor­ma­le Kon­flik­te, die un­ter Zu­hil­fe­nah­me der Ar­beits­ge­rich­te geklärt wer­den, auch wenn sich nach­her die Rechts­wid­rig­keit ei­ner Maßnah­me her­aus­stellt (LAG Schles­wig-Hol­stein 15.10.2008 - 3 Sa 196/08 - ju­ris; BAG 24.04.2008 - 8 AZR 347/07 - NZA 2009, 38).

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An­lass für die Kündi­gung der Kläge­rin wa­ren Dif­fe­ren­zen zwi­schen Ar­beits­zeit­auf­zeich­nun­gen der Kläge­rin und Be­ob­ach­tun­gen über ih­re An­we­sen­heits­zeit. Die Kläge­rin rügt zwar in dem Zu­sam­men­hang die un­be­rech­tig­te Über­prüfung ih­rer Ar­beits­zeit bzw. die Aus­wer­tung der Zeit­sum­men­kar­te. Wenn sich aber aus Sicht des Ar­beit­ge­bers Un­ge­reimt­hei­ten über die Ein­hal­tung der Ar­beits­zeit er­ge­ben, ist er be­rech­tigt, dem nach­zu­ge­hen. Im Kündi­gungs­schutz­pro­zess hat der Ar­beit­ge­ber kon­kre­te Ab­wei­chun­gen von den An­ga­ben in der Zeit­sum­men­kar­te und dem be­ob­ach­te­ten Ar­beits­zei­t­en­de an ver­schie­de­nen Ta­gen im Sep­tem­ber 2009 vor­ge­tra­gen und un­ter Be­weis ge­stellt. Un­ter an­de­rem wur­de vor­ge­tra­gen, dass am 07.09.2010 feh­ler­haf­te Auf­zeich­nun­gen er­folgt sind, ins­be­son­de­re die Kläge­rin um 16.10 Uhr ih­re Ar­beit be­en­det hat und kei­ne Plus­stun­den, wie auf­geführt, an­ge­fal­len sein können. Das Ar­beits­ge­richt hat die Fra­ge, ob feh­ler­haf­te Auf­zeich­nun­gen er­folgt sind, für die Be­ur­tei­lung der Wirk­sam­keit der frist­lo­sen Kündi­gung für er­heb­lich ge­hal­ten und über die Be­ob­ach­tun­gen der Zeu­gen L. und G. über den Zeit­punkt des Ver­las­sens des Dienst­gebäudes und ei­ne mögli­che Rück­kehr der Kläge­rin am 07.09.20010 ei­ne Be­weis­auf­nah­me durch­geführt. Es hat das Ur­teil im We­sent­li­chen da­mit be­gründet, dass die Be­klag­te als be­weis­pflich­ti­ge Par­tei die feh­ler­haf­ten Auf­zeich­nun­gen nicht ha­be be­wei­sen können, weil sie die nach der Be­weis­auf­nah­me er­folg­te Ein­las­sung der Kläge­rin, dass sie im Nach­hin­ein das Gebäude wie­der be­tre­ten ha­be, nicht ha­be wi­der­le­gen können. An­ge­sichts die­ser Ge­samt­umstände kann der Be­klag­ten nicht vor­ge­wor­fen wer­den, dass sie nicht nur die ar­beits­recht­li­chen Kon­se­quen­zen aus ei­ner ih­rer Auf­fas­sung nach vor­lie­gen­den schwer­wie­gen­den Ar­beits­ver­trags­ver­let­zung zie­hen woll­te, son­dern die Kläge­rin da­mit auch in ih­rem Persönlich­keits­recht ver­let­zen woll­te. In­so­fern kann der Aus­spruch der Kündi­gung nicht als nicht mehr so­zi­al adäquat an­ge­se­hen wer­den.

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Die­ser Be­ur­tei­lung steht nicht ent­ge­gen, dass die Kündi­gung nach Auf­fas­sung der Kläge­rin be­reits we­gen feh­len­der Ab­be­ru­fung als Prüfe­rin un­wirk­sam war. Es kann da­hin­ste­hen, wel­che Aus­wir­kun­gen ei­ne feh­len­de Ab­be­ru­fung ei­ner be­stell­ten Prüfe­rin für die Wirk­sam­keit ei­ner Kündi­gung hat. Das Ar­beits­verhält­nis und das Be­stel­lungs­verhält­nis ste­hen ne­ben­ein­an­der. Es ist nicht dar­ge­tan, dass die Be­stel­lungs­reg­lun­gen vor ei­ner Kündi­gung ei­nes Prüfers des­sen Ab­be­ru­fung ver­lan­gen. Die­se Fra­ge war zu­dem nicht Ge­gen­stand des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses und wur­de vom Ge­richt nicht be­han­delt. Es ging al­lei­ne um die Be­wer­tung des Ver­hal­tens der Be­klag­ten, die ei­ne Ar­beits­ver­trags­ver­let­zung gerügt hat und als Kon­se­quenz die vom Ge­setz­ge­ber vor­ge­se­he­nen Maßnah­men bei der An­nah­me ei­ner Ver­trags­ver­let­zung ein­ge­lei­tet hat. Nach al­le­dem folgt die Kam­mer wei­ter dem Ar­beits­ge­richt, dass die außer­or­dent­li­che Kündi­gung nicht als Teil ei­nes ge­sam­ten Mob­bingsze­na­ri­os an­ge­se­hen wer­den kann.

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g) Vor die­sem Hin­ter­grund kann auch nicht der Be­wer­tung des Zeug­nis­ses vom 20.10.2009 durch die Kläge­rin ge­folgt wer­den. Es enthält zwar ein­schränken­de For­mu­lie­run­gen, "im We­sent­li­chen, über­wie­gend", die in der übli­chen Zeug­nis­spra­che als ne­ga­tiv an­zu­se­hen sind. Zu dem Zeit­punkt ging die Be­klag­te aber von den Ver­trags­ver­let­zun­gen der Kläge­rin aus. Un­ter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen über den In­halt ei­nes Zeug­nis­ses sind zu­dem im ar­beits­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren zu klären. Grenzüber­schrei­tun­gen er­ge­ben sich in­so­weit nach Auf­fas­sung der Kam­mer nicht. Im Übri­gen ha­ben die Par­tei­en die­se Fra­gen nach Verände­rung der Umstände durch den ge­won­nen Kündi­gungs­schutz­pro­zess übe­rein­stim­mend er­le­digt. Die Kläge­rin er­hielt ein neu­es nicht strei­ti­ges Zwi­schen­zeug­nis. Es han­delt sich um ei­nen ab­ge­schlos­se­nen Sach­ver­halt han­delt, dem im Rah­men der Be­ur­tei­lung ei­ner an­dau­ern­den Be­ein­träch­ti­gung kein be­son­de­res Ge­wicht mehr zu­zu­mes­sen ist. 117
h) Die Kläge­rin sieht es wei­ter­hin als Schi­ka­ne an, dass sie trotz des ob­sie­gen­den Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses und der Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten auf Wei­ter­beschäfti­gung zu un­veränder­ten Ar­beits­be­din­gun­gen als "Prüfe­rin im Be­reich des Re­vi­si­ons­diens­tes" nicht so­fort nach der Verkündung des Ur­teils beschäftigt wor­den ist. Dem kann aber nicht ge­folgt wer­den. Die Fol­gen der Nicht­beschäfti­gung sind ge­setz­lich ge­re­gelt. So ste­hen der Kläge­rin für die­sen Fall An­nah­me­ver­zugs­ansprüche zu, die die Be­klag­te auch be­gli­chen hat. Darüber hin­aus liegt es an der Kläge­rin, Voll­stre­ckungs­maßnah­men zu er­grei­fen. Das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts ist vorläufig voll­streck­bar. Im Übri­gen wur­de die Kläge­rin noch vor der Zu­stel­lung des Ur­teils an die Be­klag­te am 24.06.2010 mit Schrei­ben vom 11.06.2010 darüber in­for­miert wor­den, dass man sich mit ihr in Ver­bin­dung set­zen wol­le, um das wei­te­re Vor­ge­hen zu be­spre­chen. In­so­fern er­gi­ben sich kei­ner­lei An­halts­punk­te für die An­nah­me ei­ner Persönlich­keits­ver­let­zung durch ei­ne vorüber­ge­hen­de Nicht­beschäfti­gung. 118
i) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Be­klag­ten können die Umstände im Zu­sam­men­hang mit der Sit­zung des Rech­nungs­prüfungs­aus­schus­ses am 28.06.2010 nicht als Mob­bing­hand­lung ge­wer­tet wer­den. Für die Sit­zung und den Ab­lauf ist der Vor­sit­zen­de des Rech­nungs­prüfungs­aus­schus­ses ver­ant­wort­lich. In­so­fern hat er zu ent­schei­den, wel­che Un­ter­la­gen ver­wer­tet und wel­che Per­so­nen in wel­chem Zu­sam­men­hang sich äußern sol­len. Ein Zu­sam­men­wir­ken des Vor­sit­zen­den des Rech­nungs­prüfungs­aus­schus­ses mit den Vor­ge­setz­ten der Kläge­rin, den Her­ren L. und G., zum Nach­teil der Kläge­rin ist nicht dar­ge­tan. So­weit die Kläge­rin be­haup­tet, von ih­ren Vor­ge­setz­ten L. und G. be­wusst igno­riert wor­den zu sein, fehlt es an ei­nem aus­rei­chen­den Vor­trag, um die­ses an­zu­neh­men. Ei­ne Ver­pflich­tung, je­den per Hand­schlag zu be­grüßen, gibt es nicht. Un­abhängig da­von kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass auf­grund des vor­he­ri­gen Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses, in dem die Vor­ge­setz­ten als Zeu­gen ver­nom­men wor­den sind, zwi­schen den Be­tei­lig­ten noch er­heb­li­che Span­nun­gen be­stan­den. Bei der Be­ur­tei­lung der Umstände darf zu­dem nicht außer Acht ge­las­sen wer­den, dass sich die Kläge­rin be­reits mit Schrei­ben vom 17.06.2010 an den Oberbürger­meis­ter ge­wandt und ei­nen even­tu­el­len Be­schluss des Gre­mi­ums über ih­re Ab­be­ru­fung als Ge­set­zes­ver­s­toß be­zeich­net hat­te. Un­abhängig da­von, dass nicht aus­rei­chend dar­ge­legt wor­den ist, dass ei­ne Ab­be­ru­fung ei­nes Prüfers durch das zuständi­ge Gre­mi­um rechts­wid­rig ist, er­gibt sich von selbst, dass ei­ne im Vor­griff vor­ge­nom­men Be­wer­tung ei­nes mögli­chen Ver­hal­tens des Aus­schus­ses Ge­gen­re­ak­tio­nen auslöst und be­ste­hen­de Span­nun­gen verstärkt. 119
j) Die Zu­wei­sung des Prüfauf­trags im Kli­ni­kum kann nicht als schuld­haf­te Schi­ka­ne­maßnah­me ge­wer­tet wer­den. Dass die Über­tra­gung ei­nes sol­chen Auf­trags nicht im Di­rek­ti­ons­recht der Ar­beit­ge­be­rin liegt, er­gibt sich nicht und hat die Kläge­rin auch nicht in Zwei­fel ge­zo­gen. 120

aa) Dem Ar­beits­ge­richt ist zu fol­gen, dass die Be­klag­te sach­lich nach­voll­zieh­ba­re und da­mit ver­tret­ba­re Erwägun­gen für ih­re Ent­schei­dung dar­ge­tan hat. In dem vor­an­ge­gan­ge­nen Kündi­gungs­schutz­pro­zess wa­ren die Vor­ge­setz­ten der Kläge­rin, Herr L. und Herr G., di­rekt be­tei­ligt. Aus den zu­sam­men­ge­tra­gen Tat­sa­chen er­gab sich nach ih­rer Auf­fas­sung ei­ne er­heb­li­che Ver­trags­ver­let­zung der Kläge­rin und ein da­mit ver­bun­de­ner Ver­trau­ens­ver­lust, der zum Aus­spruch der frist­lo­sen Kündi­gung führ­te. Dass die Vor­ge­setz­ten im Pro­zess als Zeu­gen ver­nom­men wur­den, zeigt, dass der Vor­trag nach Auf­fas­sung des Ge­richts er­heb­lich war. Da­mit konn­ten trotz der Ent­schei­dung des Ge­richts wei­te­re Span­nun­gen zwi­schen den Be­tei­lig­ten nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Wenn sich die Be­klag­te an­ge­sichts die­ser Umstände ent­schließt, die Kläge­rin im Kli­ni­kum ein­zu­set­zen, um die Be­tei­lig­ten für ei­nen vorüber­ge­hen­den Zeit­raum räum­lich zu tren­nen, ist dies nach­voll­zieh­bar und ver­tret­bar. Die sich er­ge­be­ne räum­li­che Dis­tanz zu den an­de­ren Mit­ar­bei­tern, er­gibt sich aus dem neu­en Ar­beits­platz. Darüber, dass es sich um ei­ne vorüber­ge­hen­de Maßnah­me han­del­te, wur­de die Kläge­rin im Gespräch am 29.06.2010 von Herrn C. in­for­miert. Dass kein End­da­tum des Ein­sat­zes ge­nannt wur­de, wie die Kläge­rin be­haup­tet hat, ändert nichts an der Be­ur­tei­lung, dass die Maßnah­me auch von der Kläge­rin nur als Neu­an­fang ver­stan­den wer­den konn­te. Dass die Kläge­rin al­ler­dings mit die­ser Art des Neu­an­fangs nicht ein­ver­stan­den war, hat sie deut­lich ge­macht, in­dem sie die feh­len­de Un­ter­schrift und Be­fug­nis des Herr C. zur Er­tei­lung des Prüfauf­trags gerügt hat. Selbst wenn die Be­klag­te in­so­weit ei­nen Feh­ler ge­macht hat, zeigt die Re­ak­ti­on der Kläge­rin nicht den di­rek­ten Wil­len, zur Entschärfung der Si­tua­ti­on bei­zu­tra­gen. Die in dem Zu­sam­men­hang er­ho­be­ne Kri­tik, dass ihr Herr L., ein ehe­ma­li­ger Kol­le­ge, als Vor­ge­setz­ter zu­ge­wie­sen wor­den sei, ist nicht nach­zu­voll­zie­hen. Sie über­sieht, dass die Be­set­zung der Dienst­stel­len der Be­klag­ten ob­liegt.

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bb) Die Kläge­rin rügt wei­ter die Auflösung ih­res Büros im Ver­wal­tungs­gebäude, den Um­gang mit ih­ren Ak­ten und Un­ter­la­gen, so­wie die tech­ni­sche Aus­stat­tung des Büros im Kli­ni­kum und die da­mit ver­bun­de­nen Ar­beits­be­din­gun­gen als Schi­ka­ne. Nach Auf­fas­sung der Kam­mer ist die­sen Umständen kei­ne Mob­bing­hand­lung zu ent­neh­men. Dass die Be­klag­te das Büro der Kläge­rin nach Aus­spruch der frist­lo­sen Kündi­gung räum­en, die Ak­ten und Un­ter­la­gen in Kis­ten ver­stau­en und ins Ar­chiv brin­gen ließ, mag zwar aus Sicht der Kläge­rin als Af­front zu wer­ten sein. Die Be­klag­te hätte, um zur De­es­ka­la­ti­on bei­zu­tra­gen, das En­de des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses in ers­ter In­stanz ab­war­ten können. An­der­seits ging die Be­klag­te of­fen­sicht­lich von der Wirk­sam­keit der Kündi­gung und ei­nem Aus­schei­den der Kläge­rin aus. Dass der Kündi­gung aus Sicht der Be­klag­ten er­heb­li­che Gründe zu­grun­de la­gen, wur­de be­reits oben aus­geführt. In­so­fern kann es auch nicht als Schi­ka­ne an­ge­se­hen wer­den, wenn die Be­klag­te an­ge­sichts ei­ner nicht ab­seh­ba­ren Pro­zess­dau­er das Büro nicht leer ste­hen lässt, son­dern mit dem Nach­fol­ger des Ab­tei­lungs­lei­ters be­setzt. Die Rüge des feh­len­den pri­va­ten Fach­buchs ist in dem Zu­sam­men­hang nicht nach­zu­voll­zie­hen. Die Be­klag­te hat vor­ge­tra­gen, dass die Kläge­rin im Zu­sam­men­hang mit der Kündi­gung ge­be­ten wor­den sei, ih­re pri­va­ten Ge­genstände aus dem Raum zu ent­fer­nen und dass sie da­von aus­ge­gan­gen sei, dass sie al­le pri­va­ten Ge­genstände mit­ge­nom­men ha­be. An­halts­punk­te dafür, dass die Be­klag­te das Buch hat be­sei­ti­gen las­sen, er­ge­ben sich nicht. Zu­dem wur­de das Fach­buch auf ih­ren Wunsch an­ge­schafft und ihr dienst­lich zur Verfügung ge­stellt.

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cc) Das Ver­hal­ten der Be­klag­ten im Zu­sam­men­hang mit der Aus­stat­tung des Büros kann nicht als Teil ei­nes Mob­bing­ze­na­ri­os an­ge­se­hen wer­den. Die von der Kläge­rin hef­tig gerügte Be­schränkung ih­rer Ar­beits­zeit­ge­stal­tung hat­te sach­li­che Gründe, da im Kli­ni­kum aus be­trieb­li­chen Gründen ein Ar­beits­be­ginn erst ab 7.30 Uhr möglich war. Dies hätte auch für die Kläge­rin ge­gol­ten, wenn sie als Prüfe­rin mit ei­nem Büro im Ver­wal­tungs­gebäude des Re­vi­si­ons­diens­tes im Rah­men ei­ner Prüfung im Kli­ni­kum vor Ort Tätig­kei­ten ausführen woll­te. Der Ver­weis auf ei­ne Aus­gren­zung, den ein­ge­schränk­ten In­for­ma­ti­ons­aus­tausch und die feh­len­de Teil­nah­memöglich­keit an den mor­gend­li­chen Gesprächen in der Kan­ti­ne führt nicht wei­ter. Nach dem un­wi­der­spro­che­nen Be­klag­ten­vor­trag wur­de die Kläge­rin zu den Dienst­be­spre­chun­gen ein­ge­la­den. Die Kläge­rin hat im Übri­gen nicht dar­ge­tan, dass sie an be­stimm­ten Dienst­be­spre­chun­gen nicht teil­neh­men konn­te. Dass bei der Ent­fer­nung des Ar­beits­plat­zes vom Ver­wal­tungs­gebäude nicht an den frei­wil­li­gen Zu­sam­menkünf­ten anläss­lich der Frühstücks­pau­se teil­ge­nom­men wer­den kann, er­gibt sich von selbst.

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dd) Die sons­ti­ge tech­ni­sche Aus­stat­tung hat war zwar of­fen­sicht­lich nicht 1:1 der Aus­stat­tung ih­res al­ten Büros ent­spro­chen. Es han­del­te sich aber um das Zim­mer, das zu­vor auch von an­de­ren Prüfern ge­nutzt wur­de. Die Kläge­rin wur­de nach Auf­fas­sung der Kam­mer nicht mit den Pro­ble­men al­lei­ne ge­las­sen. Am 30.06.2010 nahm die Kläge­rin ih­ren Dienst im Kli­ni­kum auf. Nach ih­rer Rüge kam es be­reits am 02.07.2010 vor Ort zu ei­nem Gespräch zwi­schen der Kläge­rin und ih­ren Vor­ge­setz­ten Herr L. und Herr L. über die von ihr auf­geführ­ten Mängel, die die Kläge­rin noch­mals in ih­rer E-Mail vom 05.03.2010 zu­sam­men­fass­te. Es kann da­hin­ste­hend, ob die Kri­tik­punk­te al­le be­rech­tigt wa­ren. Der nach­fol­gen­de um­fang­rei­che E-Mail­ver­kehr zwi­schen der Kläge­rin und ih­ren Vor­ge­setz­ten zeigt, dass sich die Be­klag­te ernst­haft dar­um bemüht hat, dem nach­zu­kom­men und we­sent­li­che Kri­tik­punk­te (u.a. EDV, Dienst­lap­top usw.) er­le­digt wur­den. Das im­mer noch Fra­gen of­fen blie­ben, steht dem nicht ent­ge­gen. Bei der Be­ur­tei­lung über die Aus­stat­tung darf nicht außer Acht ge­las­sen wer­den, dass es sich nur um ei­ne vorüber­ge­hen­de Maßnah­me han­deln soll­te, und in­so­weit ge­wis­se Un­zuläng­lich­kei­ten, die auch mit ei­ner Außen­stel­le ver­bun­den sind, hin­zu­neh­men sind. So­weit die Kläge­rin be­haup­tet, dass ihr ver­bo­ten wur­de, das Ar­chiv al­lei­ne zu be­tre­ten, kann da­von man­gels kon­kre­ten Sach­vor­trags und Be­weis­an­tritts nicht aus­ge­gan­gen wer­den. Im Übri­gen be­darf die Um­set­zung von Maßnah­men in der Ver­wal­tung ei­nes ge­wis­sen Zeit­ab­laufs. Die Kläge­rin hat nur ca. zwei Wo­chen nach Dienst­an­tritt mit dem am 15.07.2010 ein­ge­reich­ten An­trag ein wei­te­res ge­richt­li­ches Ver­fah­ren ein­ge­reicht, um die nach ih­rer Auf­fas­sung of­fe­nen Fra­gen zu klären. Über die­se Punk­te hat man sich dann verständigt.

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ee) So­weit die Kläge­rin rügt, dass ihr im Zu­sam­men­hang mit der Aus­ein­an­der­set­zung über die Aus­stat­tung des Büros zu Un­recht vor­ge­wor­fen wor­den sei, ih­re Ar­beit nicht ord­nungs­gemäß nach­zu­kom­men und ar­beits­recht­li­che Kon­se­quen­zen an­ge­droht wor­den sei­en, führt dies nicht zur An­nah­me ei­ner rechts­wid­ri­gen Ver­hal­tens­wei­se der Be­klag­ten. Als dar­le­gungs- und be­weis­pflich­ti­ge Par­tei hat sie be­reits nicht aus­rei­chend dar­ge­tan, dass die Kri­tik der Be­klag­ten in je­dem Fall un­be­rech­tigt war. Un­abhängig da­von ist, wie be­reits aus­geführt, nicht je­de auch un­be­rech­tig­te Kri­tik ei­ner Mob­bing­hand­lung zu­zu­ord­nen. Der Sach­vor­trag spricht un­ter Berück­sich­ti­gung des in die­sem Zu­sam­men­hang geführ­ten E-Mail­ver­kehrs dafür, dass es sich um sach­be­zo­ge­ne Aus­ein­an­der­set­zun­gen han­del­te. Ein auf Be­ein­träch­ti­gung der Kläge­rin ge­rich­te­ter Wil­le, ist nicht zu er­ken­nen. Dafür, dass es der Be­klag­ten, wie von ihr aus­geführt, nicht dar­um ging, die Kläge­rin auf Dau­er aus dem Ver­wal­tungsbüro zu ent­fer­nen, spricht zu­dem, dass die Maßnah­me wie­der zurück­ge­nom­men wur­de. Be­reits per E-Mail vom 30.08.2010 wur­de der Kläge­rin von Herrn L. mit­ge­teilt, dass sie wie­der ihr al­tes Büro erhält. Dies ist auch ge­sche­hen.

125

k) Ins­ge­samt er­ge­ben sich nach Auf­fas­sung der Kam­mer aus dem Ver­hal­ten der Be­klag­ten oder ih­rer Vor­ge­setz­ten im Ein­zel­nen in der Zeit bis zur Rück­kehr in das Ver­wal­tungs­gebäude kei­ne Umstände, aus de­nen die Sys­te­ma­tik und Ziel­rich­tung der Be­klag­ten oder ih­rer Vor­ge­setz­ten zu ent­neh­men ist, die Kläge­rin auf Dau­er in ih­rer Persönlich­keit zu be­ein­träch­ti­gen. Auch ei­ne Ge­samt­be­trach­tung lässt kei­nen an­de­ren Schluss zu, ins­be­son­de­re kei­ne Ten­denz, die Kläge­rin aus­zu­gren­zen. Die Sach­ver­hal­te hat­ten ei­nen nach­voll­zieh­ba­ren sach­li­chen Hin­ter­grund. Der Um­fang der Aus­ein­an­der­set­zung ist auch der je­wei­li­gen Re­ak­ti­on der Kläge­rin ge­schul­det. Dass die Be­klag­te ernst­haft ver­sucht hat, ein "nor­ma­les Verhält­nis" wie­der her­zu­stel­len zeigt sich dar­in, dass sie sich auf An­re­gung des Ge­richts in ers­ter In­stanz um ei­ne Ver­mitt­le­rin (Frau L.-M.) bemüht hat. Dem ist die Kläge­rin zu Un­recht per E-Mail vom 13.09.2010 mit dem Vor­wurf ent­ge­gen­ge­tre­ten, dass Herr C. mit sei­nem An­schrei­ben vom 30.08.2010 an die Ver­mitt­le­rin ver­sucht ha­be, die­se ge­gen sich zu ver­ein­nah­men, weil er un­ter­schwel­lig an­ge­deu­tet ha­be, dass sie aus Man­gel an Be­wei­sen wie­der ein­zu­stel­len ge­we­sen sei. Wie sich aus dem Ur­teil des Ar­beits­ge­richts er­gibt, war dies ein we­sent­li­cher Grund für die statt­ge­ben­de Ent­schei­dung. Das Gespräch am 17.09.2010 zwi­schen der Ver­mitt­le­rin, Herrn G. und der Kläge­rin schei­ter­te im Übri­gen, weil die Kläge­rin zu Un­recht zunächst ver­langt hat­te, dass Herr G. sei­ne Mob­bing­hand­lun­gen ihr ge­genüber einräumt. Sie ließ die Einwände die Herr G. im Zu­sam­men­hang mit ein­zel­nen Sach­ver­hal­ten dar­stell­te, nicht gel­ten. Zum Ei­nen sind sol­che Mob­bing­hand­lun­gen in der Ver­gan­gen­heit durch Herrn G., wie aus­geführt, nicht aus­rei­chend fest­zu­stel­len. Zum An­de­ren er­schwert ei­ne sol­che Hal­tung der Kläge­rin ei­ne "nor­ma­le" ver­trau­ens­vol­le wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit für die Zu­kunft. Die wei­te­ren Ver­su­che der Be­klag­ten zu ei­ner Me­dia­ti­on hat die Kläge­rin eben­falls nicht an­ge­nom­men. Per E-Mail vom 11.10.2010 re­agier­te sie auf die Ein­la­dung von Herrn C. mit dem Hin­weis dar­auf, dass sie nicht wis­se, was be­spro­chen wer­den sol­le und das Ziel nicht de­fi­niert sei. Auf das Schrei­ben von Herrn C. vom 14.10.2010, in dem er noch ein­mal ei­ne Re­de- und Klärungs­be­reit­schaft der Be­klag­ten an­sprach und dar­auf hin­wies, dass für das ers­te Gespräch die Kläge­rin und ihr Vor­ge­setz­ter Herr L. vor­ge­se­hen sei, re­agier­te sie mit der Ab­leh­nung vom 06.12.2010, ob­wohl sie beim ers­ten Ei­ni­gungs­ver­such ge­ra­de die feh­len­de Be­tei­li­gung von Herrn L. gerügt hat­te. Sie wies dar­auf hin, dass sie ein wei­te­res Kla­ge­ver­fah­ren bei Ge­richt ein­ge­lei­tet ha­be und es des­halb nach ih­rer Auf­fas­sung zum jet­zi­gen Zeit­punkt kei­nen Sinn ma­che, Gespräche auf frei­wil­li­ger Ba­sis zu führen. Im Übri­gen er­hob sie Vorwürfe, dass die Ver­fah­rens­wei­se al­lein durch Herrn L. und Herrn G. ver­schul­det sei. Die Kläge­rin ist zwar nicht ver­pflich­tet, ei­ne Me­dia­ti­on durch­zuführen. Sol­che al­lei­ni­gen Schuld­zu­wei­sun­gen sind aber bei der Be­wer­tung der Re­ak­ti­on der An­ge­grif­fe­nen zu berück­sich­ti­gen. Sie ver­fes­ti­gen die Störung des Ver­trau­ens­verhält­nis­ses und ste­hen ei­ner Annäherung und "nor­ma­len" Kom­mu­ni­ka­ti­on der Be­tei­lig­ten ent­ge­gen. So­weit die Kläge­rin zu­dem vor­ge­tra­gen hat, dass Herr G. ver­brei­tet ha­be, dass es sich bei der von der Be­klag­ten be­ab­sich­tig­ten Me­dia­ti­on um ei­ne Fal­le han­de­le und die­se nur da­zu die­ne, ein ver­nich­ten­des Ur­teil über ih­rer so­zia­le Kom­pe­tenz ab­zu­ge­ben, kann hier­von man­gels Kon­kre­ti­sie­rung und Be­weis­an­tritts nicht aus­ge­gan­gen wer­den. Zu­dem hätte die Kläge­rin dem ge­ra­de durch ihr Ver­hal­ten in der Me­dia­ti­on ent­ge­gen­tre­ten können. Der Vor­trag zeigt ein grundsätz­li­ches Miss­trau­en der Kläge­rin ge­genüber ih­ren Vor­ge­setz­ten, in Be­zug de­ren dienst­li­chen An­wei­sun­gen und Äußerun­gen.

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I) Das wei­te­re Ver­hal­ten der Be­klag­ten (Vor­ge­setz­ten) im Zu­sam­men­hang mit den Prüfbe­rich­ten des Kli­ni­kums, den die Kläge­rin am 22.10.2010 vor­ge­legt hat, kann auch nicht als Mob­bing­hand­lung ge­wer­tet wer­den. Die Kläge­rin wirft ih­rem Vor­ge­setz­ten Herrn L. im We­sent­li­chen vor, dass er sei­ne Fürsor­ge­pflicht ihr ge­genüber da­durch ver­letzt ha­be, dass er sich nicht im Zu­sam­men­hang mit An­schul­di­gun­gen von Herrn C. vom Kli­ni­kum vor sie ge­stellt, ge­gen ih­re Wünsche auf ei­ne Schluss­be­spre­chung be­stan­den und ent­ge­gen der Dienst­an­wei­sung, ih­ren Prüfbe­richt nicht ge­gen­ge­zeich­net ha­be. Da­mit kann die Kläge­rin aber nicht gehört wer­den. Über den Schluss­be­richt des Kli­ni­kums gab es eben­falls ei­nen um­fang­rei­chen E-Mail­ver­kehr zwi­schen der Kläge­rin und Herrn L.. Es kann Herr L. nicht vor­ge­wor­fen wer­den, dass er mit dem Kli­ni­kum ge­spro­chen hat. Als Lei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes ist sei­ne Auf­ga­be, u.a. Gespräche zu führen, wenn über den Ab­lauf der Prüfung ei­nes Prüfers Kon­flik­te be­ste­hen. Auf das Schrei­ben vom 05.01.2011 des Per­so­nal­di­rek­tors des Kli­ni­kums, Herrn C., hat Herr L. kei­nen Ein­fluss. Es ist auch sach­ge­recht, wenn Herr L. zwi­schen den Be­tei­lig­ten ver­sucht, zu ver­mit­teln. Der Hin­weis der Be­klag­ten, dass die Schluss­be­spre­chun­gen in der Re­gel in den Räum­en des zu prüfen­den Be­trie­bes statt­fin­den und die Bit­te, dort ei­nen ent­spre­chen­den Ter­min ab­zu­stim­men, ist nicht zu kri­ti­sie­ren, zu­mal die Kläge­rin auch nicht sub­stan­ti­iert dar­ge­tan hat, dass dies nicht in der Ver­gan­gen­heit der Üblich­keit ent­spro­chen hat. Es kann auch da­hin­ste­hen, ob die ge­gen sie er­ho­be­nen Vorwürfe sei­tens des Kli­ni­kums be­rech­tigt oder un­be­rech­tigt wa­ren. Es gab je­den­falls sol­che, die An­lass zu Gesprächen ga­ben. In­so­fern hat sich auch der Lei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes ein­zu­schal­ten. Die Schluss­be­spre­chung dient ge­ra­de der Ausräum­ung der un­ter­schied­li­chen Stand­punk­te. Wenn die Kläge­rin die Not­wen­dig­keit ei­ner sol­chen in Fra­ge stellt, zeigt sie, dass sie nicht be­reit ist, sich im Gespräch kri­ti­schen Fra­gen zu stel­len. Die Re­ak­ti­on der Kläge­rin auf die Äußerun­gen des Kli­ni­kums mit dem Hin­weis auf die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens zeigt im Übri­gen, dass sie selbst mit Kri­tik nur ein­ge­schränkt um­ge­hen kann. Es kann ih­rem Vor­ge­setz­ten im Übri­gen nicht als ne­ga­tiv vor­ge­hal­ten wer­den, dass er vor ei­ner Ge­gen­zeich­nung bis zum Schluss auf ei­ne Schluss­be­spre­chung be­steht, um den aus sei­ner Sicht not­wen­di­gen Aus­tausch zwi­schen Prüfer und Ge­prüften zu gewähr­leis­ten. Dies stellt nicht die Po­si­ti­on ei­nes un­abhängi­gen Prüfers in Fra­ge.

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m) Die Kläge­rin kann die Mob­bing­vorwürfe auch nicht mit Er­folg auf die Zu­wei­sung der un­terjähri­gen Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung stützen.

128

aa) Die am 21.09.2010 von Herrn L. er­teil­ten Prüfaufträge wur­den we­gen an­de­re vor­ran­gi­ge Auf­ga­ben und der Einwände der Kläge­rin zunächst nicht um­ge­setzt. Mit Schrei­ben vom 07.07.2011 er­hielt sie je­doch wie­der­um zwei Prüfaufträge zur lau­fen­den Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung und dau­ern­den Über­wa­chung der Zah­lungs­ab­wick­lung der Ge­mein­de mit der Bit­te um Er­le­di­gung bis zum 31.08.2011. Auch die­se Auf­ga­ben­zu­wei­sung und das Be­ste­hen des Vor­ge­setz­ten auf Durchführung sol­cher Ar­bei­ten kann nach Auf­fas­sung der Kam­mer nicht als Schi­ka­ne­maßnah­me ver­stan­den werr­den. Es darf nicht über­se­hen wer­den, dass selbst den Rah­men des Di­rek­ti­ons­rechts über­schrei­ten­de Wei­sun­gen des Ar­beit­ge­bers nicht den Tat­be­stand ei­ner Persönlich­keits­rechts­ver­let­zung erfüllen, wenn ih­nen sach­lich nach­voll­zieh­ba­re Erwägun­gen des Ar­beit­ge­bers zu­grun­de lie­gen (BAG 16.05.2007 - 8 AZR 709/06 - AP BGB § 611 Mob­bing Nr. 5). Dies ist hier ge­ge­ben. Die­se Auf­ga­ben gehörten zu­dem der Kläge­rin zum 01.01.2008 zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­ben­be­reich. Die Not­wen­dig­keit die­ser Prüfun­gen hat die Kläge­rin selbst nicht in Zwei­fel ge­zo­gen.

129

bb) So­weit die Kläge­rin be­haup­tet, zur Auf­ga­ben­er­le­di­gung auf­grund feh­len­der Schu­lun­gen in der La­ge ge­we­sen zu sein, führt dies nicht zu ei­ner an­de­ren Be­ur­tei­lung. Der Auf­trag wur­de nicht oh­ne Erläute­rung er­neut über­tra­gen. Im Hin­blick auf die von der Kläge­rin zu­vor geäußer­te Kri­tik er­hielt sie mit dem Schrei­ben vom 07.07.2011 kon­kre­te Hin­wei­se zur Auf­ga­ben­er­le­di­gung, ins­be­son­de­re, wo sie sich wel­che In­for­ma­tio­nen be­schaf­fen kann. Der um­fang­rei­che wei­te­re Schrift­ver­kehr im Zu­sam­men­hang mit der Durchführung der Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung zeigt zu­dem, dass sich der Vor­ge­setz­te der Kläge­rin mit ih­ren Einwänden aus­ein­an­der­ge­setzt und ih­nen teil­wei­se ge­folgt ist. Mit Schrei­ben vom 10.02.2012 for­der­te Herr L. die Kläge­rin zwar un­ter Hin­weis dar­auf, nun­mehr nach Ab­schluss der ers­ten In­stanz ei­nen nor­ma­len Be­rufs­all­tag zu ge­stal­ten, auf, die Prüfung vom 07.07.2011 (Fi­nanz­buch­hal­tung) zum 17.02.2012 an­zu­mel­den. Er bot ihr aber gleich­zei­tig an, ihn während der Prüfung an­zu­spre­chen. Auf die An­re­gung der Kläge­rin per E- Mail vom 13.02.2012, den Be­ginn der Prüfung zu ver­schie­ben und die Bit­te um ei­nen Gesprächs­ter­min zu den Schu­lun­gen und zur Prüfauf­ga­be, bestätig­te Herr L. per E- Mail vom 14.02.2012 die Vor­ran­gig­keit der von der Kläge­rin an­ge­spro­che­nen an­de­ren Prüfun­gen und ver­schob den Prüfungs­be­ginn. Gleich­zei­tig erklärte er sich zu ei­nem Gespräch nach Be­ginn der Prüfun­gen un­ter An­we­sen­heit ei­ner Ver­trau­ens­per­son der Kläge­rin ab Mit­te April be­reit. Dass er ein 4-Au­gen­gespräch im Hin­blick auf den dau­ern­den Vor­wurf des Mob­bings zurück­wies, ist in der Sa­che nach­zu­voll­zie­hen und nicht zu be­an­stan­den.

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cc) Letzt­lich ist der wei­te­ren Aus­ein­an­der­set­zung über die Not­wen­dig­keit von Schu­lun­gen und das Be­har­ren auf der Erfüllung des Auf­trags durch den Vor­ge­setz­ten kei­ne Ab­sicht zu ent­neh­men, die Kläge­rin zu schi­ka­nie­ren. Es ist nicht zu be­an­stan­den, dass Se­mi­nar­vor­schläge ab­ge­lehnt wer­den, die das Fort­bil­dungs­bud­get der Re­vi­si­ons­ab­tei­lung er­heb­lich über­schrei­ten und dass die Kläge­rin im Hin­blick auf die wirt­schaft­li­chen Möglich­kei­ten der Be­klag­ten auf die Nut­zung der vor­lie­gen­den Ma­te­ria­li­en hin­ge­wie­sen wird. Per E-Mail vom 28.02.2012 von Herrn L. wur­de zu­dem auf in NKF-In­tra­net­sei­ten veröffent­lich­ten Schu­lungs­un­ter­la­gen für die zen­tra­le Fi­nanz­buch­hal­tung und das Hand­buch (275 Sei­ten) ver­wie­sen. Er bat außer­dem zur Hil­fe­stel­lung Kon­takt zu Herrn X. (Fi­nanz­ma­nage­ment) auf­zu­neh­men. So­weit die Kläge­rin auf die Un­zu­mut­bar­keit ei­nes Selbst­stu­di­ums bei ei­nem Hand­buch von 275 Sei­ten ver­weist, hat dem die Be­klag­te nach­voll­zieh­bar dar­ge­tan, dass man sich den Pro­ble­men bei Ab­wick­lung des Prüfaus­auf­trags schritt­wei­se nähert und da­mit auch nur je­weils Be­rei­che des Hand­buchs von Be­deu­tung sind. Ins­ge­samt ist je­den­falls nicht aus­rei­chend dar­ge­tan, dass die Kläge­rin mit den an­ge­bo­te­nen Hilfs­mit­teln nicht zu­min­dest mit der Prüfung hätte be­gin­nen können. Es ist auch nicht nach­voll­zieh­bar, war­um die Kläge­rin nicht im Hin­blick auf den lan­gen Zeit­ab­lauf seit der erst­ma­li­gen Zu­wei­sung des Auf­trags und der Tat­sa­che, dass sie, wie von ihr aus­drück­lich kri­ti­siert, zeit­wei­se nicht an­der­wei­tig beschäftigt war, zu­min­dest mit dem Selbst­stu­di­um oder der In­an­spruch­nah­me der an­de­ren Hil­fe­stel­lun­gen be­gin­nen konn­te. Es war ihr nach Auf­fas­sung der Kam­mer zu­zu­mu­ten, nicht pau­schal den Be­ginn der Ar­beit zu ver­wei­gern, son­dern sich schritt­wei­se bei Auf­tre­ten von Ein­zel­pro­ble­men er­neut an ih­ren Vor­ge­setz­ten bzw. die Be­klag­te zu wen­den. So­weit durch die­se Ver­fah­rens­wei­se Feh­ler auf­tre­ten und sich Zeit­verzöge­run­gen er­ga­ben, wären sie nicht der Kläge­rin an­zu­las­ten. Der per E-Mail vom 01.03.2012 geäußer­ten Bit­te der Kläge­rin um Zurück­stel­lung des Prüfungs­be­ginns zum Selbst­stu­di­um mit Ver­weis dar­auf, dass sie die Dau­er noch nicht abschätzen kann, brauch­te die Be­klag­te nicht in der Form zu fol­gen. Sie be­inhal­tet ei­nen al­lein vom Wil­len der Kläge­rin abhängi­gen Prüfungs­be­ginn oh­ne je­de Berück­sich­ti­gung be­trieb­li­cher Er­for­der­nis­se. So­weit die Kläge­rin letzt­lich dar­auf ver­weist, dass die Be­klag­te durch das Zu­ge­ste­hen ei­ner außer­be­trieb­li­chen Schu­lung selbst er­kannt hat, dass die Ar­bei­ten von vorn­her­ein zu Un­recht über­tra­gen wor­den sind, kann dem nicht ge­folgt wer­den. Dem kann nur ent­nom­men wer­den, dass die Be­klag­te den Wünschen der Kläge­rin nach­kom­men und da­mit zur Kon­fliktlösung bei­tra­gen woll­te.

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Ins­ge­samt kann dem Ver­hal­ten der Be­klag­ten im Zu­sam­men­hang mit der Zu­wei­sung die­ses Prüfauf­tra­ges kei­ne Ver­trags­ver­let­zung ent­nom­men wer­den. Die Be­klag­te hat auf die Vorwürfe an­ge­mes­sen re­agiert. In­so­fern er­gibt sich dar­aus kei­ne Ziel­rich­tung, die Kläge­rin zu ver­let­zen. Dies ist bei den Re­ak­tio­nen der Kläge­rin nicht im­mer der Fall. Wenn man ihr auch nicht vor­wer­fen kann, sich mit Schrei­ben vom 14.07.2011 beim Oberbürger­meis­ter über die Zu­wei­sung die­ses Auf­trags und die Nicht­zu­wei­sung an­de­rer Auf­träge be­schwert zu ha­ben, so ist der wei­te­re In­halt des Schrei­bens, "dass Ge­halt ge­zahlt wird, oh­ne ei­ne Leis­tung zu ver­lan­gen", nicht nach­zu­voll­zie­hen. Der dar­in lie­gen­de Vor­wurf des nicht sach­ge­rech­ten Ein­sat­zes öffent­li­cher Gel­der durch den Vor­ge­setz­ten kann an­ge­sichts der an­sons­ten sach­lich geführ­ten Aus­ein­an­der­set­zung über die An­for­de­run­gen an den Prüfungs­auf­trag, den Kennt­nis­stand der Kläge­rin und die Not­wen­dig­keit von in­ter­nen bzw. ex­ter­nen Schu­lun­gen nur als über­zo­gen an­ge­se­hen wer­den. Dass die Be­klag­te trotz der Wei­ge­rungs­hal­tung der Kläge­rin mit dem Prüfauf­trag zu be­gin­nen von wei­te­ren ar­beits­recht­li­chen Maßnah­men ab­ge­se­hen hat, spricht zu­dem eher dafür, dass sie an ei­ner Entschärfung der Si­tua­ti­on in­ter­es­siert ist und es ihr nicht dar­um geht, die Kläge­rin zu be­nach­tei­li­gen. 132
n) Die Kläge­rin rügt zu­dem die feh­len­de Be­reit­schaft ih­res Vor­ge­setz­ten zur Führung ei­nes persönli­chen Gesprächs bzw. Mit­ar­bei­ter­gesprächs als Maßnah­me der Aus­gren­zung. Dem kann nicht ge­folgt wer­den. Ihr Vor­ge­setz­ter, Herr L., hat nicht grundsätz­lich ein Gespräch mit der Kläge­rin ver­wei­gert. Auf die For­de­rung zu ei­nem Gespräch hat er, wie aus­geführt, mehr­fach re­agiert und sei­ne Be­reit­schaft zu ei­nem Gespräch un­ter Hin­zu­zie­hung ei­ner Ver­trau­ens­per­son hin­ge­wie­sen. (u.a. E-Mail vom 05.05.2011 mit dem Ver­weis auf den Rat sei­nes Rechts­an­walts). An­ge­sichts der an­ge­spann­ten Si­tua­ti­on zwi­schen der Kläge­rin und ih­ren Führungs­per­so­nen und den wie­der­hol­ten Mob­bing­vorwürfen der Kläge­rin auch nach Be­en­di­gung des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­ses, ist die Ein­schränkung nicht zu be­an­stan­den. Darüber hin­aus hat Herr L. in wei­te­ren Mails die Gesprächs­be­reit­schaft zu sei­nen Be­din­gun­gen si­gna­li­siert. Dies er­gibt sich u.a. aus der E-Mail vom 14.02.2012 in Be­zug auf das gewünsch­te dienst­li­che Gespräch über die Prüfung der Fi­nanz­buch­hal­tung und die LOW 2012. Die Kläge­rin hat aber (et­wa per E-Mail vom 15.02.2012) auf ein 4- Au­gen­gespräch be­stan­den und da­mit da­zu bei­ge­tra­gen, dass ein sol­ches Gespräch nicht geführt wur­de. 133
o) Die Einführung ei­nes Ab­we­sen­heits­buchs kann nicht als Mo­sa­ik­stein ei­nes Mob­bing­ze­na­ri­os an­ge­se­hen wer­den. Dies ver­pflich­tet nicht nur die Kläge­rin, son­dern al­le Mit­ar­bei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes. Im Übri­gen wur­de das Ab­we­sen­heits­buch mit Zu­stim­mung des Per­so­nal­rats ein­geführt. Der Kri­tik der Kläge­rin an der Einführung des Bu­ches ist der Per­so­nal­rat mit Schrei­ben vom 17.11.2011 ent­ge­gen­ge­tre­ten und hat u.a. dar­auf hin­ge­wie­sen, dass das Führen der Ab­we­sen­heitsbücher in vie­len Be­rei­chen üblich und von den Kol­le­gen nicht be­an­stan­det wor­den sei. So­weit die Kläge­rin in dem Zu­sam­men­hang wei­ter rügt, dass nachträglich ei­ne un­zulässi­ge Ab­glei­chung des Ab­we­sen­heits­buchs mit dem Ar­beits­zeit­kon­to er­folgt und für Mai und Ju­ni St­un­den ge­stri­chen wor­den sei­en, kann hier­in auch kei­ne Ver­trags­ver­let­zung ge­se­hen wer­den. Gekürzt wur­den St­un­den, die die Kläge­rin für Ge­werk­schafts­be­su­che ein­ge­tra­gen hat­te. Hier­bei han­delt es sich aber nicht um dienst­lich ver­an­lass­te Ar­beits­zeit. Der Ver­weis der Kläge­rin auf die not­wen­di­ge Be­ra­tung ist nicht nach­zu­voll­zie­hen. Die nachträgli­che Strei­chung mag zwar über­ra­schend ge­we­sen sein. Der Kläge­rin ist auch zu fol­gen, dass es zu ei­ner ge­deih­li­chen Zu­sam­men­ar­beit gehört, zu­vor mit dem Mit­ar­bei­ter zu spre­chen, wenn die St­un­den zunächst ab­ge­zeich­net wor­den sind. Dies ändert aber nichts an der Sa­che selbst. Zu­dem hat die Kläge­rin das im Nach­hin­ein an­ge­bo­te­ne Gespräch mit dem Hin­weis ab­ge­lehnt, dass ihr St­un­den oh­ne Rück­spra­che ge­stri­chen wor­den sei­en und da­durch das Ver­trau­ens­verhält­nis gestört sei. Sie ver­kennt, dass sie Auslöser für die Aus­ein­an­der­set­zung war und zeigt da­mit gleich­zei­tig, dass sie nicht aus­rei­chend an ei­ner Lösung die­ser Pro­ble­me mit­wir­ken will. So­weit die Kläge­rin dar­auf ver­weist, dass sie un­gleich be­han­delt wer­de, weil von ihr Ein­tra­gun­gen in das Ab­we­sen­heits­buch ver­langt würden, während die Ab­we­sen­heit der Führungs­kräfte und Mit­ar­bei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes anläss­lich ei­nes Gespräch mit dem Oberbürger­meis­ter nicht ein­ge­tra­gen wor­den sei­en, kann dem nicht ge­folgt wer­den. Hier­bei han­delt es sich um ein ein­ma­li­ges Er­eig­nis, dass nicht mit dem tägli­chen Ar­beits­ab­lauf ver­gli­chen wer­den kann. Dass in­so­weit ei­ne un­ter­schied­li­che Be­hand­lung er­folgt ist, er­gibt sich nicht. 134
p) Das Ver­hal­ten der Be­klag­ten im Zu­sam­men­hang mit der Gewährung ei­nes Leis­tungs­ent­gelts kann eben­falls nicht be­an­stan­det wer­den. Ein Fehl­ver­hal­ten für das Jahr 2011 ist nicht aus­rei­chend dar­ge­tan. Für das Jahr 2012 wur­den al­le Mit­ar­bei­ter des Re­vi­si­ons­diens­tes per E-Mail vom 02.02.2012 dar­auf hin­ge­wie­sen, dass mit LOB 2012 ge­star­tet wer­den könne und sie über ei­ne Teil­nah­me in­for­mie­ren und ge­eig­ne­te Zie­le vor­schla­gen sol­len. Die­ses Schrei­ben hat die Kläge­rin er­hal­ten. Aus dem in die­sem Zu­sam­men­hang geführ­ten um­fang­rei­chen E-Mail­ver­kehr er­gibt sich ein Aus­tausch der ge­gen­sei­ti­gen Mei­nun­gen zur Ge­eig­net­heit der vor­ge­schla­ge­nen Zie­len. Bei ei­nem ent­spre­chen­den Streit sieht die Dienst­ver­ein­ba­rung die Ein­schal­tung ei­ner Ver­mitt­lungs­per­son vor. Dar­auf hat Herr L. die Kläge­rin zu Recht hin­ge­wie­sen. Der Vor­schlag von Herrn T. als Ver­mitt­lungs­per­son kann nicht be­an­stan­det wer­den, da er un­strei­tig seit Jah­ren als Kon­flikt­lot­se im Kon­zern der Stadt So­lin­gen tätig war. Die Kri­tik der Kläge­rin, dass er als von ihr ge­prüfte Per­son nicht ge­eig­net sei, ist nicht nach­zu­voll­zie­hen. In­so­weit sind die Ar­beits­auf­ga­ben und die Auf­ga­ben als Kon­flikt­lot­se zu tren­nen. Im Übri­gen hat sich die Be­klag­te auf die Ein­wen­dun­gen der Kläge­rin ein­ge­las­sen und ei­ne an­de­re Ver­mitt­lungs­per­son ak­zep­tiert. Die in die­sem Zu­sam­men­hang von der Kläge­rin er­ho­be­ne Mob­bin­grüge, dass sich Herr L. ge­wei­gert ha­be, sei­ne ab­leh­nen­de Hal­tung bezüglich ih­rer Ziel­ver­ein­ba­rungs­vor­schläge im Ein­zel­nen vor­her schrift­lich zu be­gründen, geht fehl. Es kann an­ge­sichts des um­fang­rei­chen Schrift­ver­kehrs mit der Kläge­rin bei un­ter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen über dienst­li­che Be­lan­ge nicht als Ver­trags­ver­let­zung an­ge­se­hen wer­den, wenn Herrn L. das Ver­mitt­lungs­gespräch ab­war­ten will, um mit Hil­fe des Ver­mitt­lers ei­ne Lösung möglichst in ei­nem Ter­min her­bei­zuführen. Dass die von Herrn C. bzw. der be­triebsübli­chen Kom­mis­si­on LOW vor­ge­schla­ge­ne Be­gren­zung der Punkt­zahl auf ma­xi­mal 18 als Schi­ka­ne zu wer­ten ist, ist nicht nach­zu­voll­zie­hen. In­so­fern fehlt es an ei­nem aus­rei­chen­den Vor­trag. Un­ter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen über die Ar­beits­leis­tung sind im Ar­beits­verhält­nis ständig möglich. Das bei an­de­ren die Ziel­vor­ga­be ak­zep­tiert wur­de, führ­tauch nicht wei­ter. Um ei­nen Ver­gleich vor­zu­neh­men, be­darf es ver­gleich­ba­re Umstände. Sol­che sind nicht dar­ge­tan. Letzt­lich ha­ben sich die Par­tei­en auch auf Zie­le ge­ei­nigt un­d­da­mit das vor­ge­se­hen Ver­fah­ren aus­geschöpft. 135
q) Dem Ab­lauf der Per­so­nal­ver­samm­lung vom 30.11.2011 kann ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Kläge­rin kei­ne un­ge­recht­fer­tig­te Zurück­wei­sung ent­nom­men wer­den, ins­be­son­de­re er­gibt sich dar­aus nicht, dass sich al­le Führungs­kräfte ge­gen die Kläge­rin ge­wandt hätten. Die Äußerun­gen von Herr X., "sie sol­le die gan­ze Wahr­heit sa­gen und nicht nur Halb­wahr­hei­ten ver­brei­ten, schließlich lie­ge die Sa­che beim Ar­beit­ge­ber" sind nicht zu be­an­stan­den. Die Be­klag­te kann dar­auf ver­wei­sen, dass sie die Per­so­nal­ver­samm­lung als fal­sche Platt­form an­sieht, um ih­re ar­beits­recht­li­che Strei­tig­keit zu erörtern. Dass die An­ga­ben der Kläge­rin in der Ver­samm­lung, die von Herrn X. vor­ge­nom­men Be­wer­tung im Übri­gen nicht zu­las­sen, hat die Kläge­rin nicht aus­rei­chend dar­ge­tan, zu­mal die Ver­wal­tungs­spit­ze über Herrn C. und X. mit ihr im schrift­li­chen Kon­takt stand. 136
r) Der Rüge der Kläge­rin, dass sie im Zu­sam­men­hang mit den Jah­res­ab­schlüssen 2009 und 2010 An­fang 2012 auf­grund ex­trem kur­zer Prüfungs­fris­ten un­ter Druck ge­setzt wur­de, kann nicht ge­folgt wer­den. Dem hat die Be­klag­te ent­ge­gen ge­hal­ten, dass es sich um ei­ne vor­dring­li­che Auf­ga­be han­del­te, weil die Jah­res­ab­schlüsse Vor­aus­set­zung für die Gewährung von Lan­des­mit­teln wa­ren. Die ge­sam­te Prüfgrup­pe ha­be sich da­mit in­ten­siv be­fasst. Außer­dem ha­be nur ei­ne stich­pro­ben­ar­ti­ge Prüfung vor­ge­nom­men wer­den sol­len. Auf die nur pau­scha­le Prüfung hat die Kläge­rin auch hin­ge­wie­sen. Es ist nicht dar­ge­tan, dass die Auf­ga­be nicht in der Frist zu er­le­di­gen war. In­so­fern er­gibt sich kein aus­rei­chen­der An­halts­punkt für ein ge­ziel­tes Fehl­ver­hal­ten. 137

s) So­weit die Kläge­rin die Über­sen­dung von Un­ter­la­gen am 16.05.2012 während ih­rer Ar­beits­unfähig­keit rügt, kann dies nicht als Schi­ka­ne­maßnah­me ge­wer­tet wer­den. Die Be­klag­te hat dies nach­voll­zieh­bar be­gründet. Sie hat aus­geführt, dass die Post auch ex­ter­ne pri­va­te Zu­schrif­ten und die mo­nat­li­chen Ge­halts­zet­tel ent­hal­ten ha­be und man der Kläge­rin auf­grund ei­ner länge­ren Krank­heits­zeit die ge­sam­mel­te Post kom­plett nach Hau­se ge­schickt ha­be, um ih­rem In­for­ma­ti­ons­bedürf­nis Rech­nung zu tra­gen. Der Hin­weis auf die Prüfaufträge ha­be kei­nen zeit­li­chen Be­zug zum Zeit­raum der Er­kran­kung ge­habt. An-

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ge­sichts des mehr­fach er­ho­be­nen Vor­wurfs, aus­ge­grenzt zu wer­den, kann der Be­klag­ten nicht vor­ge­wor­fen wer­den, dass sie die Un­ter­la­gen über­sen­det, um ei­nem mögli­chen In­for­ma­ti­ons­bedürf­nis der Kläge­rin Rech­nung zu tra­gen. Bei ei­ner Nichtüber­sen­dung der ge­sam­ten Un­ter­la­gen hätte sie sich an­sons­ten dem Vor­wurf der Kläge­rin aus­set­zen können, von In­for­ma­tio­nen aus­ge­schlos­sen zu wer­den. An­ge­sichts die­ser Umstände er­ge­ben sich kei­ne An­halts­punk­te für ei­ne Be­nach­tei­li­gungs­ab­sicht.

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t) Die in zwei­ter In­stanz ein­geführ­ten Be­haup­tun­gen die Kläge­rin über die Äußerun­gen ih­res Vor­ge­setz­ten (Herrn G.) im Zu­sam­men­hang mit dem Kündi­gungs­schutz­pro­zess ge­genüber der Zeu­gin H. und in der Kan­ti­ne anläss­lich der Frühstücks­pau­se bzw. der Mit­tags­pau­se führen nicht zu ei­ner an­de­ren Be­ur­tei­lung der auf­geführ­ten Streit­punk­te. Es kann da­hin­ste­hen, ob die Äußerun­gen, die von der Be­klag­ten be­strit­ten wer­den, in der Form ge­fal­len sind. Sol­che oder ver­gleich­ba­re Äußerun­gen sind zwar als In­di­zi­en für die Be­wer­tung von Hand­lun­gen von Be­deu­tung. Für die Be­ur­tei­lung und Ein­ord­nung von Äußerun­gen kommt es auf die Ge­samt­umstände und nicht auf ein­zel­ne Wor­te an. Die­se sind aber nicht aus­rei­chend dar­ge­stellt. Un­mutsäußerun­gen über ge­richt­li­che Ent­schei­dun­gen sind nicht unüblich und können sich auch in sol­cher Form ent­la­den. Es darf nicht über­se­hen wer­den, dass Herr G. so­wie Herr L. im Kündi­gungs­schutz­pro­zess als Zeu­gen ver­nom­men sind und of­fen­sicht­lich von den dort be­haup­te­ten Ver­trags­ver­let­zun­gen der Kläge­rin über­zeugt wa­ren. Die be­haup­te­ten Äußerun­gen al­lei­ne bie­ten in­so­fern kei­nen aus­rei­chen­den An­lass, um da­von aus­zu­ge­hen, dass die vor­ge­gan­ge­nen oder da­nach vor­ge­nom­me­nen Hand­lun­gen der Vor­ge­setz­ten nicht mehr sach­be­zo­gen er­folgt sind, son­dern von dem Wil­len ge­tra­gen wa­ren, die Kläge­rin in ih­rer Persönlich­keit zu be­ein­träch­ti­gen. Es kann auch nicht als Mob­bing­hand­lung an­ge­se­hen wer­den, wenn sich ein Vor­ge­setz­ter dafür ein­ge­setzt, dass ein Mit­ar­bei­ter, mit dem er in ständi­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen lebt und des­we­gen von ei­ner er­heb­li­chen Be­ein­träch­ti­gung des Ver­trau­ens­verhält­nis­ses aus­geht, sei­nen Be­reich verlässt. Dies ist le­dig­lich dann für die vor­lie­gend zu be­ur­tei­len­de Fra­ge von Be­deu­tung, wenn aus­rei­chen­de An­halts­punk­te dafür vor­lie­gen, dass dies mit Mit­teln be­wirkt wer­den soll, die als Ver­trags­ver­let­zung zu wer­ten sind. Sol­che Umstände lie­gen aber nicht vor, wie oben im Ein­zel­nen dar­ge­stellt. An ei­ner Ver­tragsände­rung sind zu­dem meh­re­re Gre­mi­en u.a auch der Per­so­nal­rat be­tei­ligt. Die Kläge­rin ist bis zum heu­ti­gen Tag in der Re­vi­si­ons­ab­tei­lung tätig.

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Der Hin­weis dar­auf, dass Herr G. und Herr L. nach dem Vor­trag der Kläge­rin bei Ih­rem Er­schei­nen in der Kan­ti­ne am 07.04.2011 und 11.07.2011 auf­ge­stan­den sind, führt auch nicht wei­ter. Die Be­klag­te hat die Be­haup­tun­gen be­strit­ten. Es kann da­hin­ste­hen, ob ein sol­ches Ver­hal­ten vor­lag. Es han­delt sich bei der Pau­se um pri­va­te Zeit, die je­der selbst ge­stal­ten kann. Ei­ne Be­schränkung des Kon­takts auf rein dienst­li­che Vorgänge kann auch ei­nem Vor­ge­setz­ten bei ständi­gen Mob­bing­vorwürfen und Aus­ein­an­der­set­zun­gen nicht vor­ge­wor­fen wer­den.

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u) Die wei­te­ren Ausführun­gen zum Ver­hal­ten von Herrn G. im Jahr 2012 führen nicht wei­ter. Die Kläge­rin be­wer­tet ei­ne Viel­zahl von Ver­hal­tens­wei­sen ih­rer Vor­ge­setz­ten als Schi­ka­ne, oh­ne dass die Umstände ei­ne sol­che Be­ur­tei­lung zu­las­sen. In­so­weit wird nur auf die nach Auf­fas­sung der Kam­mer we­sent­li­chen Ge­sichts­punk­te ein­ge­gan­gen. Zunächst ist dem Schrift­ver­kehr kei­ne ständi­ge Aus­ein­an­der­set­zung zu ent­neh­men. Er be­han­delt zum großen Teil Fra­gen, die sich im übli­chen Be­triebs­ab­lauf stel­len. Es wird sich auch für die Über­sen­dung ei­nes Be­richts be­dankt oder sich ent­schul­digt (Ter­mi­nie­rung durch Herrn G.). Den Dar­le­gun­gen der Kläge­rin zu dem am 28.09.2012 fer­tig ge­stell­ten Prüfbe­richt kann nicht ge­folgt wer­den. Ge­ra­de die­ser Schrift­ver­kehr zeigt ei­ne sach­li­che Ab­stim­mung über die an­ste­hen­den Fra­gen. Die von der Kläge­rin kri­ti­sier­te An­spra­che durch ih­ren Vor­ge­setz­ten Herrn G. in der Sit­zung vom 16.10.2012, "dass sie auf den Wand­ka­len­der schau­en soll­te", darf nicht über­be­wer­tet wer­den. Sie spie­gel­ten die Span­nun­gen zwi­schen den Be­tei­lig­ten wie­der. Zu­dem über­schrei­tet es nicht die Gren­zen, wenn ein Mit­ar­bei­ter an­ge­spro­chen wird, von dem der Vor­tra­gen­de den Ein­druck hat, dass er den Ausführun­gen nicht folgt. 142

Die Kläge­rin kann nicht mit dem Vor­wurf gehört wer­den, ihr Vor­ge­setz­ter Herr G. sei am 07.11.2012 über­fall­ar­tig in ih­rem Büro er­schie­nen und ha­be sich be­fehls­ha­be­risch ver­hal­ten. Zum Ei­nen fehlt es an ei­nem Vor­trag, der ei­ne sol­che Be­wer­tung als zu­tref­fend er­schie­nen lässt. Zum An­de­ren hat sie für ih­ren Vor­trag, den die Be­klag­te be­strit­ten hat, kei­nen Be­weis an­ge­bo­ten. Sie ist da­mit be­weisfällig.

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Der pau­scha­le Ver­weis der Kläge­rin auf ge­gen sie geführ­te Hetz­kam­pa­gnenführt nicht wei­ter. In­so­fern fehlt es ins­ge­samt an ei­nem aus­rei­chen­den Sach­vor­trag. Darüber hin­aus dürfen in dem Zu­sam­men­hang bei der Be­wer­tung nicht die Vorwürfe ge­gen die Lei­tung des Re­vi­si­ons­diens­tes außer Acht ge­las­sen wer­den. Es kann da­hin­ste­hen, ob, was die Be­klag­te be­strei­tet, E-Mail vor­ge­le­sen wur­den. Die Kläge­rin hat in vie­len Fällen selbst den In­halt von E-Mails mit zum Teil er­heb­li­chen Vorwürfe ge­genüber ih­ren Vor­ge­setz­ten, wie in der E-Mail vom 08.11.2012, durch An­ga­be von Per­so­nen un­ter (cc) ei­nem größeren Per­so­nen­reis kennt­lich ge­macht. Im Übri­gen ist es auch nicht zu be­an­stan­den, wenn ein Vor­ge­setz­ter ge­gen ihn von der Kläge­rin er­ho­be­ne Vorwürfe den Mit­ar­bei­tern sei­ner Ab­tei­lung mit­teilt und da­zu en­ga­giert Stel­lung nimmt.

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Die an­geführ­te Kri­tik an der Ter­mi­nie­rung der Dienst­be­spre­chung im No­vem­ber 2012 ist nicht nach­zu­voll­zie­hen. Das über­se­hen wird, dass die Kläge­rin we­gen ei­nes Bil­dungs­ur­laubs an ei­ner Dienst­be­spre­chung (12.11.11) nicht teil­neh­men kann, lässt an­ge­sichts der wei­te­ren Umstände nicht den Schluss ei­ner Aus­gren­zung zu. Hierfür hat sich Herr G. nach dem Hin­weis der Kläge­rin per E- Mail vom 08.11.2011 aus­drück­lich ent­schul­digt. So­weit die Kläge­rin die­ser Ent­schul­di­gung die Ernst­haf­tig­keit ab­spricht und das An­ge­bot von Herrn G. ei­ner Ein­zel­be­spre­chung als Bestäti­gung ei­ner Aus­gren­zung an­sieht, kann dem nicht ge­folgt wer­den. Die Kläge­rin hat kei­ne aus­rei­chen­den wei­te­ren Umstände dar­ge­tan, die die­se Be­ur­tei­lung zu­las­sen. Dies spricht viel­mehr für ei­ne Über­be­wer­tung ein­zel­ner Vorwürfe. Hierfür spricht eben­falls nicht die von der Kläge­rin per E-Mail vom 09.11.2011 re­kla­mier­te und von Herrn G. per E-Mail vom 12.11.2009 ab­ge­lehn­te Pro­to­kol­lie­rung ei­ner Dienst­be­spre­chung. Dar­in wird plau­si­bel erläutert, war­um er ei­ne Pro­to­kol­lie­rung für nicht er­for­der­lich hält. An der in die­sem Schrei­ben gleich­zei­tig an­ge­setz­ten neu­en Dienst­be­spre­chung am 22.11.2012 hat die Kläge­rin teil­ge­nom­men.

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Den Dar­le­gun­gen der Kläge­rin über ih­re Her­abwürdi­gung in die­ser Dienst­be­spre­chung vom 22.11.2012 kann nicht ge­folgt wer­den. Aus­ein­an­der­set­zun­gen auch in schar­fer Form sind im Ar­beits­verhält­nis nicht unüblich. An­ge­sichts der in den E-Mails der Kläge­rin ent­hal­ten hef­ti­gen Kri­tik an dem Ver­hal­ten ih­rer Vor­ge­setz­ten bzw. ei­ner Kri­tik an der Ar­beit der Ab­tei­lung ist es nicht zu be­an­stan­den, dass an­de­re Ab­tei­lungs­mit­ar­bei­ter mit ei­ner an­de­ren Auf­fas­sung ih­re Un­zu­frie­den­heit ge­genüber der Kläge­rin äußern. Die Kläge­rin muss da­mit rech­nen, dass ihr Schrei­ben vom 20.11.2012 nicht nur in Be­zug auf In­halt und Form, son­dern auch in Be­zug die Wei­ter­ga­be an Mit­ar­bei­ter die nicht zur Re­vi­si­ons­ab­tei­lung gehören, kri­ti­siert und ei­ne an­de­re Be­wer­tung ab­ge­ge­ben wird. Aus dem vor­ge­tra­ge­nen Ab­lauf er­gibt sich nicht, dass die Äußerun­gen ih­rer Vor­ge­setz­ten oder Kol­le­gen im Rah­men der Aus­ein­an­der­set­zun­gen grenzüber­schrei­tend wa­ren. Bei der Ge­samt­be­ur­tei­lung des Ein­zel­ver­hal­tens darf nicht außer Acht ge­las­sen wer­den, dass die Kläge­rin nicht nur ih­re un­mit­tel­ba­ren Vor­ge­setz­ten, son­dern auch die Per­so­nal­ab­tei­lung (Herrn C.) in die Vorwürfe mit ein­be­zieht. Auf die E-Mail vom 11.09.2012, in dem sie ihm u.a. "böse Ab­sicht" un­ter­stellt, wird ge­nau­so Be­zug ge­nom­men, wie auf ein Schrei­ben an Herrn C. und G. vom 16.10.12 in dem sie die Rich­tig­keit ih­rer Stel­len­be­wer­tung auf­grund ih­res Stu­di­ums ge­genüber Herrn L. u.a. mit den Wor­ten be­zwei­felt, " dass er nur ein Fach­stu­di­um auf­wei­se und dem­nach nur ein so­ge­nann­ter "Haus­frau­en­be­triebs­wirt" sei.

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v) Ins­ge­samt er­ge­ben sich aus den Ein­zel­hand­lun­gen kei­ne aus­rei­chen­den An­halts­punk­te für Mob­bing­hand­lun­gen der Be­klag­ten bzw. de­ren Vor­ge­setz­ten. Die Be­trach­tung der Ge­samt­heit al­ler Vorfälle führt nicht zu ei­ner an­de­ren Be­ur­tei­lung. Die un­ter um­fang­rei­chem Auf­wand in schrift­li­cher Form geführ­ten Aus­ein­an­der­set­zun­gen vor und auch nach Be­en­di­gung des Kündi­gungs­schutz­pro­zes­se sind letzt­lich Aus­druck ei­nes be­ste­hen­den ge­gen­sei­ti­gen Miss­trau­ens und er­heb­lich be­ein­träch­tig­ten Ver­trau­ens­verhält­nis­ses. Dienst­an­wei­sun­gen und ab­leh­nen­de Ent­schei­dun­gen des Ar­beit­ge­bers wie sie auch in "nor­ma­len " Ar­beits­verhält­nis­sen vor­kom­men, wer­den von der Kläge­rin zu Un­recht als Na­del­sti­che ge­wer­tet, um sie in ih­rer Persönlich­keit zu be­ein­träch­ti­gen. Die Kam­mer über­sieht hier­bei nicht, dass die Be­klag­te mit be­stimm­ten nicht zwin­gend not­wen­di­gen Maßnah­men da­zu bei­ge­tra­gen hat, das Miss­trau­en der Kläge­rin eher zu ver­fes­ti­gen als zu be­sei­ti­gen. Selbst wenn die Be­klag­te, wir oben aus­geführt, sach­lich nach­voll­zieh­ba­re Erwägun­gen für die Ent­schei­dun­gen vor­la­gen, hätte Im Zu­sam­men­hang mit dem Kündi­gungs­schutz­pro­zess als po­si­ti­ves Zei­chen z.B. auf die Auflösung des Büros und die Zu­wei­sung ei­nes an­de­ren Ar­beits­plat­zes ver­zich­tet wer­den können. An­der­seits hat die Be­klag­te mehr­mals durch die Ein­schal­tung ei­nes Ver­mitt­lers ver­sucht, die Pro­ble­me ei­ner Lösung zu­zuführen. Dem ist die Kläge­rin aber nicht ge­folgt und hat durch die Bei­be­hal­tung ih­rer Einschätzung ei­ner jah­re­lan­gen Mob­bing­hand­lung durch ih­re Vor­ge­setz­ten ei­ne Annäherung mit ver­hin­dert. Dass die er­heb­li­chen Vorwürfe, die teil­wei­se ei­nem brei­te­ren Per­so­nen­kreis zugäng­lich ge­macht wur­den, die Re­ak­ti­on der Ge­gen­sei­te je­weils be­ein­flus­sen, ist bei der Be­wer­tung des Ver­hal­tens und der Be­klag­ten und ih­rer Führungs­kräfte als Mob­bing­hand­lun­gen zu berück­sich­ti­gen, wie oben im Ein­zel­nen aus­geführt.

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Die nach der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung im Rah­men von Gesprächen über ei­ne gütli­che Ei­ni­gung geäußer­ten Vor­stel­lun­gen über ei­ne dau­er­haf­te Frei­stel­lung (Schrei­ben vom 21.06.2012 an Herr X. Lei­tung und Per­so­nal) der Kläge­rin un­ter Fort­zah­lung der Bezüge bestätigt nur ei­ne Verhärtung der Fron­ten. Nach Auf­fas­sung der Kam­mer scheint trotz­dem die zwi­schen den Be­tei­lig­ten be­ste­hen­de "Sprach­lo­sig­keit" nur da­durch be­heb­bar, dass er­neut oh­ne Vor­be­din­gun­gen im We­ge ei­ner Me­dia­ti­on ver­sucht wird, das Ver­trau­ens­verhält­nis als not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für ei­ne wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit wie­der auf­zu­bau­en.

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Da be­reits kei­ne schuld­haf­ten rechts­wid­ri­gen Ver­trags­ver­let­zun­gen bzw. Persönlich­keits­ver­let­zun­gen durch die Be­klag­te bzw. Vor­ge­setz­te der Kläge­rin fest­ge­stellt wer­den können und da­mit kein An­spruch auf Schmer­zens­geld be­steht, kann da­hin­ste­hen, wie ein Schmer­zens­geld zu be­mes­sen ist.

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B. Die Be­ru­fung ist bezüglich des An­trags zu 2. un­zulässig. 150
I. Bei meh­re­ren Streit­ge­genständen muss für je­den ei­ne Be­gründungs­be­gründung ge­ge­ben wer­den. Feh­len Ausführun­gen zu ei­nem Streit­ge­gen­stand, ist das Rechts­mit­tel in­so­weit un­zulässig (BAG 24. 02.2010 - 4 AZR 657/08 - AP ZPO § 551 Nr. 68; BAG 18.02.1999 - 8 AZR 70035/97 - BA­GE 91,49; BAG 22.11.2000 - 4 AZR 608/99 - EzA ZPO § 554 Nr. 10 mwN). 151
II. Die Be­ru­fung ge­gen die Ab­wei­sung des Ein­grup­pie­rungs­an­trags ist nicht zulässig. 152
1. Mit der Be­ru­fungs­be­gründungs­schrift ist die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung nicht aus­rei­chend iSv. § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO, § 64 Abs. 6 ArbGG an­ge­grif­fen wor­den. Es fehlt an ei­ner hin­rei­chen­den Aus­ein­an­der­set­zung mit den tra­gen­den Gründen des ar­beits­ge­richt­li­chen Ur­teils. 153
2. Ei­ne Be­ru­fungs­be­gründung genügt den An­for­de­run­gen des § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 bis Nr. 4 ZPO nur dann, wenn sie er­ken­nen lässt, in wel­chen Punk­ten tatsäch­li­cher oder recht­li­cher Art das an­ge­foch­te­ne Ur­teil nach An­sicht des Be­ru­fungsklägers un­rich­tig ist und auf wel­chen Gründen die­se An­sicht im Ein­zel­nen be­ruht. Gemäß § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO muss die Be­ru­fungs­be­gründung die Umstände be­zeich­nen, aus de­nen sich die Rechts­ver­let­zung durch das an­ge­foch­te­ne Ur­teil und de­ren Er­heb­lich­keit für das Er­geb­nis der Ent­schei­dung er­gibt. Die Be­ru­fungs­be­gründung muss des­halb auf den zur Ent­schei­dung ste­hen­den Fall zu­ge­schnit­ten sein und sich mit den recht­li­chen oder tatsächli­chen Ar­gu­men­ten des an­ge­foch­te­nen Ur­teils be­fas­sen, wenn sie die­se bekämp­fen will. Ei­ne schlüssi­ge, recht­lich halt­ba­re Be­gründung kann zwar nicht ver­langt wer­den, doch muss die Be­ru­fungs­be­gründung sich mit den recht­li­chen oder tatsächli­chen Ar­gu­men­ten des an­ge­foch­te­nen Ur­teils be­fas­sen, wenn es die­se bekämp­fen will (BAG 15.08.2002 - 2 AZR 473/01 - AP ZPO § 519 Nr. 55 mwN). Für die er­for­der­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit den Ur­teils­gründen der an­ge­foch­te­nen Ent­schei­dung reicht es nicht aus, die tatsächli­che oder recht­li­che Würdi­gung durch das Ar­beits­ge­richt mit for­mel­haf­ten Wen­dun­gen zu rügen und le­dig­lich auf das erst­in­stanz­li­che Vor­brin­gen zu ver­wei­sen oder die­ses zu wie­der­ho­len (BAG 16.05.2012 - 4 AZR 245/10 - NZA-RR 2012, 599-601 Ein­grup­pie­rungs­kla­ge; BAG 18.05.2011 - 4 AZR 552/09 - AP ArbGG 1979 § 64 Nr. 45 mwN). 154

3. Die Be­ru­fungs­be­gründung der Kläge­rin ge­gen das im Ein­zel­nen be­gründe­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richts genügt die­sen An­for­de­run­gen nicht.

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a) Das Ar­beits­ge­richt hat aus­geführt, dass maßgeb­lich für ei­ne Ein­grup­pie­rung in ei­ne be­stimm­te Vergütungs­grup­pe sei, dass die aus­zuüben­de Tätig­keit min­des­tens zur Hälf­te aus Ar­beits­vorgängen be­ste­he, die für sich ge­nom­men, die An­for­de­run­gen der Tätig­keits­merk­ma­le der be­gehr­ten Vergütungs­grup­pe erfüllen. Das Ge­richt müsse da­her auf­grund des Vor­tra­ges der kla­gen­den Par­tei in der La­ge sein, die er­for­der­li­chen Ar­beits­vorgänge zu be­stim­men. Hierfür müss­ten zwar nicht die Ar­beits­vorgänge sel­ber, wohl aber die Tat­sa­chen vor­ge­tra­gen wer­den, die es dem Ge­richt ermögli­chen, Schlüsse auf die Ar­beits­vorgänge zu zie­hen. Es müsse nicht nur die Tätig­keit selbst im Ein­zel­nen dar­ge­stellt wer­den, son­dern es sei auch dar­zu­le­gen, wie die Auf­ga­ben aus­geführt wer­den und wel­che Tätig­kei­ten Zu­sam­men­hangstätig­kei­ten zur ei­gent­li­chen Auf­ga­be sei­en. Ei­ne der­ar­ti­ge Ein­ord­nung sei dem Ge­richt man­gels ei­nes auch nur an­satz­wei­se kon­kre­ten Tat­sa­chen­vor­tra­ges der Kläge­rin nicht möglich. Auch da­zu, dass die von der Kläge­rin durch­zuführen­den Tätig­kei­ten, Kennt­nis­se und Fähig­keit er­for­der­ten, wie sie in ei­nem ab­ge­schlos­se­nen wis­sen­schaft­li­chen Hoch­schul­stu­di­um von vor­ge­schrie­be­nen mehr als sechs Se­mes­tern er­wor­ben wer­den, feh­le es an je­dem Tat­sa­chen­vor­trag. 156
b) Die Kläge­rin hat in ih­rer Be­ru­fungs­be­gründung le­dig­lich pau­schal die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass sie aus­rei­chend vor­ge­tra­gen ha­be und auf be­stimm­te erst­in­stanz­li­che Schriftsätze ver­wie­sen. Der Be­ru­fungs­be­gründung ist ei­ne ar­gu­men­ta­ti­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit den Erwägun­gen des Ar­beits­ge­richts nicht zu ent­neh­men; ins­be­son­de­re aus wel­chen vor­ge­tra­gen Tat­sa­chen der Schluss auf kon­kre­te Ar­beits­vorgänge und ihr an­fal­len in zeit­li­cher Hin­sicht möglich ist. Es er­gibt sich auch nicht, aus wel­chen kon­kre­ten Dar­le­gun­gen es ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ar­beits­ge­richts möglich war, zu ent­neh­men, dass die Tätig­kei­ten die Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten der be­gehr­ten Vergütungs­grup­pe E 13 TVöD er­for­der­ten. 157
C. Die Kos­ten des er­folg­los ge­blie­be­nen Rechts­mit­tels hat gemäß § 64 Abs. 6 ArbGG, § 97 158 ZPO die Kläge­rin zu tra­gen. 158
D. Die Re­vi­si­on war gemäß § 72 Abs. 2 ArbGG nicht zu­zu­las­sen, da we­der Fra­gen von grundsätz­li­cher Be­deu­tung ent­schie­den wur­den, noch die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Di­ver­genz­re­vi­si­on er­sicht­lich sind. 159
RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG: 160
Ge­gen die­ses Ur­teil ist kein Rechts­mit­tel ge­ge­ben. 161

We­gen der Möglich­keit der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de wird auf § 72 a Abs. 1 ArbGG ver­wie­sen.

162
Jan­sen Böhm Ja­eckel 163

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