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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/018

Ju­gend­li­che ha­ben oft tra­di­tio­nel­le Be­rufs­wün­sche

Vie­le 15-jäh­ri­ge stre­ben eta­blier­te Be­rufs­rol­len an und in­ter­es­sie­ren sich we­ni­ger stark für die neu­en Be­ru­fe der di­gi­ta­len Welt
Kinder verschiedener Hautfarbe

11.08.2020. Im 21. Jahr­hun­dert ste­hen jun­gen Men­schen so vie­le Be­rufs­mög­lich­kei­ten be­reit wie nie zu­vor: Das In­ter­net, die Di­gi­ta­li­sie­rung von Ar­beits­ab­läu­fen und die so­zia­len Me­di­en ha­ben die Ar­beits­welt stark ge­wan­delt und vie­le neue Be­ru­fe sind ent­stan­den.

Den­noch se­hen vie­le jun­ge Men­schen ih­re be­ruf­li­che Zu­kunft nicht in die­sem Be­reich, son­dern ori­en­tie­ren sich an klas­si­schen Be­rufs­bil­dern. Dies er­gab ei­ne ak­tu­el­le Un­ter­su­chung der Or­ga­ni­sa­ti­on for Eco­no­mic Co­ope­ra­ti­on and De­ve­lop­ment (OECD) bei ei­ner Aus­wer­tung ak­tu­el­ler Da­ten des „Pro­gram­me for In­ter­na­tio­nal Stu­dent As­sess­ment“ (PISA).

Da­für wur­den 15-jäh­ri­ge Ju­gend­li­che in den 30 Mit­glieds­län­dern der OECD nach ih­ren Be­rufs­wün­schen be­fragt, spe­zi­ell wo sie sich mit 30 Jah­ren se­hen. Die Hälf­te der be­frag­ten Ju­gend­li­chen, 47 Pro­zent der Jun­gen und 53 Pro­zent der Mäd­chen, nann­ten ei­nen von zehn be­son­ders be­kann­ten Be­ru­fen, un­ter an­de­rem die Be­ru­fe Arzt/Ärz­tin, Leh­rer/Leh­re­rin, Po­li­zist/Po­li­zis­tin oder Un­ter­neh­mens­ma­na­ger/-ma­na­ge­rin.

Da­bei sind aber auch Un­ter­schie­de in den Mit­glieds­staa­ten zu ver­zeich­nen: Wäh­rend in ei­ni­gen Län­dern die Zahl der Ju­gend­li­chen mit die­sen klas­si­schen Be­rufs­vor­stel­lun­gen be­son­ders hoch liegt, sind die Be­rufs­wün­sche in Deutsch­land, Ös­ter­reich und Schweiz di­ver­ser: Nur ca. 40 Pro­zent der Be­frag­ten nann­ten ei­nen die­ser Be­ru­fe. Die OECD sieht ei­ne mög­li­che Ur­sa­che in dem früh­zei­ti­gen Kon­takt der Schü­le­rin­nen und Schü­ler mit der Ar­beits­welt durch die Schu­len.

Un­ter­schie­de er­ge­ben sich nicht nur nach Her­kunfts­land, son­dern auch durch so­zia­le Her­kunft und schu­li­sche Leis­tung. Ju­gend­li­che mit bes­se­ren No­ten und ei­ner pri­vi­le­gier­ten So­zia­len Her­kunft stre­ben zu hö­he­ren An­teil am­bi­tio­nier­te Be­ru­fe an, wel­che ei­ne hö­he­re Bil­dung vor­aus­set­zen. Im OECD-Schnitt nann­ten die­se Schü­le­rin­nen und Schü­ler vier­mal häu­fi­ger sol­che Be­ru­fe als ih­re Al­ters­ge­nos­sen aus be­nach­tei­lig­ten Ver­hält­nis­sen.

Zu­dem un­ter­schei­den sich auch die Be­rufs­zie­le von Jun­gen und Mäd­chen: Jun­gen mit gu­ten Leis­tun­gen bei PISA-Un­ter­su­chun­gen im Be­reich der Ma­the­ma­tik und der Na­tur­wis­sen­schaf­ten nann­ten häu­fi­ger na­tur- und in­ge­nieurs­wis­sen­schaft­li­che Be­ru­fe als Ziel, wäh­rend Mäd­chen mit ver­gleich­ba­ren ma­the­ma­ti­schen und na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Leis­tun­gen ih­re be­ruf­li­che Zu­kunft eher im Ge­sund­heits­we­sen sa­hen.

Ab­schlie­ßend sieht die OECD ei­ne er­höh­te Not­wen­dig­keit, Schü­le­rin­nen und Schü­lern von der Brei­te und dem Wan­del des Ar­beits­markts ein um­fas­sen­des Bild zu ge­ben, und dies schon früh­zei­tig durch Prak­ti­ka, Be­rufs­be­ra­tung und Job­mes­sen. Denn ge­ra­de tra­di­tio­nel­le Be­ru­fe sind be­son­ders von dem Ri­si­ko be­droht, in Zu­kunft der Di­gi­ta­li­sie­rung und Au­to­ma­ti­sie­rung zum Op­fer zu fal­len.

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Letzte Überarbeitung: 27. Oktober 2020

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