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ARBEITSRECHT AKTUELL // 08/006

Ge­setz­ent­wurf zur Än­de­rung der Zi­vil­pro­zess­ord­nung und des Ar­beits­ge­richts­ge­set­zes

Die Be­ru­fungs­sum­me, d.h. die wirt­schaft­li­che Min­dest­be­deu­tung des Streit­fal­les, soll von 600,00 EUR auf 1.000,00 EUR an­ge­ho­ben wer­den: Ent­wurf ei­nes Ge­set­zes zur Än­de­rung der Zi­vil­pro­zess­ord­nung und des Ar­beits­ge­richts­ge­set­zes, Ge­setz­ent­wurf des Bun­des­ra­tes, vom 07.11.2007
Mann hinter hohem Papierstapel Die Län­der wol­len künf­tig we­ni­ger Be­ru­fungs­fäl­le

09.01.2008. Am 07.11.2007 hat der Bun­des­rat ei­ne Ge­set­zes­vor­la­ge in den Bun­des­tag ein­ge­bracht, die die Vor­aus­set­zun­gen für die Durch­füh­rung des Be­ru­fungs­ver­fah­rens be­tref­fen.

Nach dem Vor­schlag soll die sog. Be­ru­fungs­sum­me, d.h. die für die Be­ru­fung ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne wirt­schaft­li­che Min­dest­be­deu­tung des Be­ru­fungs­ver­fah­rens, von der­zeit 600,00 EUR auf 1.000,00 EUR an­ge­ho­ben wer­den.

Be­trof­fen wä­ren da­von so­wohl das Ver­fah­ren vor den Zi­vil­ge­rich­ten, d.h. den Amts- und Land­ge­rich­ten, als auch das Ver­fah­ren vor den Ar­beits­ge­rich­ten. Für bei­de Ver­fah­ren soll der Wert des „Be­schwer­de­ge­gen­stan­des“ her­auf­ge­setzt wer­den (§ 511 Abs.2 Nr.1 ZPO, § 64 Abs.2 Buchst. b ArbGG).

Zur Be­grün­dung die­ses Vor­schlags heißt es, man kön­ne da­durch die An­zahl der Be­ru­fungs­ver­fah­ren sen­ken und letzt­lich Geld spa­ren, näm­lich durch ei­ne Ver­rin­ge­rung der Rich­ter­stel­len in den Bun­des­län­dern. Bun­des­weit könn­ten „im rich­ter­li­chen Be­reich“ 65 Stel­len ein­ge­spart wer­den.

Die Bun­des­re­gie­rung un­ter­stützt die­sen Vor­schlag nicht, und zwar mit gu­ten Grün­den.

Zum ei­nen ist näm­lich die An­zahl der tat­säch­lich ein­ge­leg­ten Be­ru­fun­gen seit ei­ner Rei­he von Jah­ren rück­läu­fig, so dass ei­ne wei­te­re ge­setz­li­che Bar­rie­re über­flüs­sig er­scheint.

Zwei­tens sind Be­ru­fungs­ver­fah­ren al­les an­de­re als be­son­ders zeit- und kos­ten­auf­wen­dig. Dies gilt ge­ra­de im Be­reich der Ar­beits­ge­richts­bar­keit, wo Be­ru­fungs­ver­fah­ren zu et­wa 40 Pro­zent im We­ge des Ver­gleichs er­le­digt wer­den.

Schließ­lich muss man sich klar­ma­chen, dass auch das Eins­par­ar­gu­ment nicht plau­si­bel ist: War­um durch ei­ne sol­che Re­form 65 Rich­ter­stel­len ein­ge­spart wer­den könn­ten und vor al­lem, in wel­chem zeit­li­chen Rah­men, ist bis­her das Ge­heim­nis der Ent­wurf­ver­fas­ser.

Fa­zit: Die Zi­vil­ge­richts­bar­keit und Ar­beits­ge­richts­bar­keit ist ein staat­li­cher "Ser­vice", der den Staat ver­hält­nis­mä­ßig we­nig Geld kos­tet und da­für in Form von Rechts­si­cher­heit viel Nut­zen für die Bür­ger stif­tet. Aus­ge­rech­net hier den Rot­stift an­zu­set­zen, ist nicht be­son­ders weit­sich­tig.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Vor­gang fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 3. Januar 2014

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