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ARBEITSRECHT AKTUELL // 26/005

Ge­setz­li­che Än­de­run­gen zum Jah­res­be­ginn 2026

Ab Ja­nu­ar 2026 gel­ten neue Grenz­wer­te in der So­zi­al­ver­si­che­rung und ein hö­he­rer Min­dest­lohn: Fünf­te Ver­ord­nung zur An­pas­sung der Hö­he des Min­dest­lohns (Fünf­te Min­dest­lohn­an­pas­sungs­ver­ord­nung – MiLoV5)
Mindestlohn Geldmünzen 8,84 Euro

20.01.2026. Zum Jah­res­an­fang 2026 stei­gen die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­zen (BBG) in der ge­setz­li­chen Kran­ken und Ren­ten­ver­si­che­rung.

Die BBG legt fest, bis zu wel­chem Ein­kom­men Bei­trä­ge zur So­zi­al­ver­si­che­rung er­ho­ben wer­den. Ein­kom­men ober­halb der BBG bleibt ver­si­che­rungs­frei bzw. wird nicht mit wei­te­ren Bei­trä­gen be­las­tet.

Für 2026 stei­gen die BBG-Wer­te so­wohl für die Kran­ken­ver­si­che­rung (KV) als auch die Ren­ten­ver­si­che­rung (RV) ge­gen­über 2025.

Die BBG der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­se lag 2025 noch bei 66.150 EUR im Jahr und so­mit bei ei­nem mo­nat­li­chen Ein­kom­men von 5.512,50 EUR. Ab 2026 er­höht sich die Gren­ze auf ein Jah­res­ein­kom­men von 69.750 EUR bzw. auf 5.812,50 EUR mo­nat­lich.

Die Ver­si­che­rungs­pflicht­gren­ze, al­so der Ein­kom­mens­be­trag, bis zu dem Ar­beit­neh­mer ge­setz­lich kran­ken­ver­si­chert sein müs­sen, liegt 2026 bei jähr­lich 77.400 EUR bzw. Bei 6.450 EUR mo­nat­lich. 2025 wa­ren es dem­ge­gen­über noch 73.800 Eu­ro bzw. 6.150 EUR im Mo­nat.

Die Bei­trags­be­mes­sungs­gren­ze in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung steigt eben­falls. Ab 2026 be­trägt sie jähr­lich 101.400 EUR und so­mit 8.450 EUR im Mo­nat.

In der knapp­schaft­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung er­höht sich die Ein­kom­mens­gren­ze so­gar auf 124.800 EUR im Jahr bzw. auf 10.400 EUR im Mo­nat.

Zum 01.01.2026 tritt die Ak­tiv­ren­te in Kraft. Sie rich­tet sich an so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer, die das ge­setz­li­che Ren­ten­al­ter er­reicht ha­ben und frei­wil­lig wei­ter ar­bei­ten möch­ten. Da­bei kön­nen sie mo­nat­lich bis zu 2.000 EUR steu­er­frei hin­zu­ver­die­nen.

Zu An­fang 2026 wird der über­all in Deutsch­land gel­ten­de ge­setz­li­che Min­dest­lohn von bis­her 12,82 EUR brut­to pro St­un­de auf 13,90 EUR brut­to pro St­un­de an­ge­ho­ben.

In Kom­bi­na­ti­on mit dem Min­dest­lohn steigt auch die Ver­dienst­gren­ze für Mi­ni­jobs. Lag sie 2025 noch bei 556,00 EUR pro Mo­nat, be­trägt sie 2026 im­mer­hin 603,00 EUR mo­nat­lich.

Der neue Min­dest­lohn von 13,90 EUR gilt bis En­de 2026. Ge­mäß der fünf­ten Ver­ord­nung zur An­pas­sung der Hö­he des Min­dest­lohns steigt er im Jahr 2027 auf 14,60 EUR pro St­un­de.

Im Lau­fe des Jah­res 2026 könn­te sich die Be­zeich­nung des Bür­ger­gelds er­neut än­dern (ehe­mals Ar­beits­lo­sen­geld II).

Als neue Be­zeich­nung soll die Leis­tung „Grund­si­che­rung“ hei­ßen und im Lau­fe des Jah­res 2026 das bis­he­ri­ge Bür­ger­geld ab­lö­sen bzw. re­for­mie­ren.

Dies be­deu­tet für Bür­ger­geld­be­zie­her vor­aus­sicht­lich ver­schärf­te Re­ge­lun­gen in al­len Be­rei­chen. So könn­ten et­wa ver­pass­te Ter­mi­ne beim Job­cen­ter schär­fer als bis­her sank­tio­niert wer­den.

Vor­erst bleibt das Bür­ger­geld im Jahr 2026 al­ler­dings noch auf dem bis­he­ri­gen Stand.

bun­des­re­gie­rung.de, Bun­des­rat stimmt für Ver­ord­nung - Re­chen­grö­ßen in der So­zi­al­ver­si­che­rung, Stand 21.11.2025

bun­des­re­gie­rung.de, Im Bun­des­rat be­schlos­sen - Mit Ak­tiv­ren­te bis zu 2.000 Eu­ro mo­nat­lich steu­er­frei hin­zu­ver­die­nen, Stand 19.12.2025

bun­des­re­gie­rung.de, Lohn­un­ter­gren­ze wird an­ge­passt - Min­dest­lohn steigt in zwei Stu­fen, Stand 18.12.2025

Fünf­te Ver­ord­nung zur An­pas­sung der Hö­he des Min­dest­lohns

ta­ges­schau.de, Re­form des Bür­ger­gelds - Ka­bi­nett be­schließt neue Grund­si­che­rung, Stand 17.12.2025

Letzte Überarbeitung: 26. Januar 2026

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