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Arbeitsrecht aktuell: 09/012 Irreführende Werbung durch DEKRA-Zertifizierung im Arbeitsrecht?
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Beschluss des Gesamtvorstandes der Rechtsanwaltskammer Berlin vom 10.12.2008
von Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin
03.02.2009. Die 1925 als „Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein“ gegründete DEKRA ist in Deutschland die größte und weltweit die drittgrößte Prüfgesellschaft, die sich vor allem mit der Sicherheitsüberprüfung von Kraftfahrzeugen und technischen Anlagen befasst. Verantwortlich für das operative Geschäft ist die Dekra AG, deren Anteile der Dekra e. V. hält.
Die DEKRA ist auch im Bereich der Zertifizierungen tätig und hat erstmals Mitte 2008 eine Zertifizierung von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten im Arbeitsrecht angeboten. In der an Anwälte gerichteten Werbung für diese Zertifizierung heißt es:
„DEKRA zertifiziert Ihre fachliche Fortbildung. Von nun an können Sie sich mit einer speziellen Qualifizierung am Markt kenntlich machen und sich von anderen Anwälten im Arbeitsrecht abheben. Voraussetzung ist das erfolgreiche Bestehen einer Prüfung. In Zusammenarbeit mit Herrn Prof. … haben DEKRA und das Deutsche Anwalts Zentrum gemeinsam einen Zertifizierungstest entwickelt, der Ihr aktuelles arbeitsrechtliches Wissen prüft.
- Multiple Choise Test
- Dauer: 2,5 Stunden / empfohlene Vorbereitungszeit: 4 Wochen
- sämtliche Materialien zur soliden Vorbereitung werden zugesandt“
Angesichts dieser „smarten“ Möglichkeit, mit vergleichsweise geringem Aufwand als Anwalt zu einer TÜV- bzw. DEKRA-Plakette im Arbeitsrecht zu gelangen, stellt sich die Frage, warum man sich noch die Mühe machen sollte, in jahrelanger mühseliger Arbeit 100 eigenständig bearbeitete Fälle aus den verschiedensten Bereichen des Arbeitsrechts zu dokumentieren und einen mehrwöchigen Vollzeitkursus mit mehreren fünfstündigen Klausuren zu absolvieren, um am Ende dieser Mühen die Bezeichnung „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ führen zu können. Warum also einen so langen und beschwerlichen Weg wählen?
Die Antwort lautet: Weil das anwaltliche Wettbewerbs- und Berufsrecht dies vorschreibt. Wer mit besonderen Qualifikationen außerhalb der anerkannten Fachanwaltsbezeichnungen wirbt, muss gemäß § 7 Abs.1 der anwaltlichen Berufsordnung (BORA) Kenntnisse nachweisen können, die in der Ausbildung, durch Berufstätigkeit, Veröffentlichungen oder in sonstiger Weise erworben wurden; qualifizierende Bezeichnungen darf nur verwenden, wer zusätzlich über theoretische Kenntnisse verfügt und in dem von ihm benannten Spezialgebiet „in erheblichem Umfang tätig gewesen“ ist. Bei alledem sind solche Spezialisierungshinweise unzulässig, soweit sie die Gefahr der Verwechslung mit Fachanwaltschaften begründen oder sonst irreführend sind (§ 7 Abs.2 BORA).
Unter Hinweis auf diese Rechtsvorschriften hat der Gesamtvorstand der Rechtsanwaltskammer (RAK) Berlin in einem Beschluss vom 10.12.2008 vor der werbenden Verwendung eines „DEKRA-Zertifikats für Anwälte“ im Arbeitsrecht gewarnt. In dem Beschluss heißt es:
„Der Gesamtvorstand der Rechtsanwaltskammer Berlin ist der Auffassung, dass die Werbung von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten mit dem DEKRA-Zertifikat „§ Zertifiziert im Arbeitsrecht gültig bis…“ gegen § 7 Abs. 2 der Berufsordnung (BORA) verstößt.
Gleiches gilt für DEKRA-Zertifikate auf anderen Rechtsgebieten. Eine entsprechende Werbung würde berufsrechtlich und wettbewerbsrechtlich verfolgt werden.
Der Vorstand hält eine derartige Werbung für irreführend. Die Öffentlichkeit nimmt die DEKRA als siegelführenden Beliehenen auf dem Gebiet der Qualitätskontrolle von Kraftfahrzeugen wahr. Dem rechtsuchenden Bürger wird durch Verwendung des DEKRA-Siegels suggeriert, dass der DEKRA-zertifizierte Anwalt herausgehobene Fähigkeiten auf dem angesprochenen Rechtsgebiet besitzt und diese besonderen Fähigkeiten staatlich anerkannt sind.
Davon kann jedoch vor dem Hintergrund eines lediglich 2,5stündigen Multiple-choice-Tests nicht die Rede sein.“
Nähere Informationen zu diesem Vorgang finden Sie hier:

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Letzte Überarbeitung: 22. Juni 2010
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Arbeitsrecht aktuell: |
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München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Berlin, 05.04.2012 Unkündbarkeit:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 07.02.2012, 7 Sa 2164/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
Hamburg, 12.03.2012 Provision:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 06.12.2011, 1 Sa 13 a/11
Hannover, 11.03.2012 Befristung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.06.2011, 7 AZR 6/10
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