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Arbeitsrecht aktuell: 10/207 "Minus-Ossi"-Fall endet durch Vergleich
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Buchhalterin und Fensterbauer einigen sich im Stillen - Rechtsfrage bleibt ungeklärt
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, 8 Sa 31/10
Nach einer erfolglosen Bewerbung hatte die gebürtige ostdeutsche Klägerin, die seit rund zwanzig Jahren "im Westen" lebt, ihre Unterlagen zurückgehalten und musste bemerken, dass in ihrem Lebenslauf der Vermerk "Ossi" mit einem daneben eingekreisten Minus angebracht und im Übrigen an zwei Stellen "DDR" notiert war. Sie klagt daraufhin auf eine Entschädigung auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), da sie sich wegen ihrer ethnischen Herkunft benachteiligt sah. Vor dem in erster Instanz zuständigen Arbeitsgericht Stuttgart blieb sie jedoch erfolglos (Urteil vom 15. April 2010,17 Ca 8907/09). Das Gericht entschied sinngemäß, die Klägerin sei zwar möglicherweise wegen ihrer Herkunft, nicht jedoch wegen ihrer ethnischen Herkunft und damit nicht im Sinne des AGG benachteiligt worden. "Ossis" seien keine eigene Ethnie (Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 15.04.2010, 17 Ca 8907/09 - wir berichteten in Arbeitsrecht aktuell 10/093: Minus-Ossi-Fall - Diskriminierung als "Ossi"?).
Daraufhin legte die Klägerin Berufung beim Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg ein (Aktenzeichen: 8 Sa 31/10).
Rund ein halbes Jahr später teilte das LAG kurz und knapp mit, im "Ossi-Fall" sei zwischen den Parteien außerhalb einer mündlichen Verhandlung ein Vergleich abgeschlossen worden. Der Rechtsstreit sei damit beendet.
Die großen deutschen Presseagenturen, allen voran die deutsche Presseagentur (dpa), gaben sich damit nicht zufrieden und erkundigten sich bei dem Anwalt der Klägerin Wolfgang Nau. Wegen eines Stillhalteabkommens wollte er jedoch keine inhaltlichen Details des Vergleichs nennen. Er beließ es bei der allgemeinen Aussage, beide Seiten seien zufrieden.
Zu der Einigung sei es nur durch Zufall gekommen. Der Geschäftsführer des Fensterbau-Unternehmens habe ihn bei anderer Gelegenheit angesprochen und Vergleichsbereitschaft signalisiert.
Die Anwälte beider Seiten bedauerten, dass nun kein Präzedenzfall geschaffen werde.
Fazit: Wie so oft in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten wurde auch hier ganz pragmatisch eine vermutlich wirtschaftlich sinnvolle gütliche Einigung erzielt. Die Klägerin, die übrigens kurz danach eine andere Stelle gefunden hatte, kann damit ebenso erhobenen Hauptes einen Schlussstrich unter die Angelegenheit ziehen wie das Fensterbauunternehmen. Der Fall zeigt sehr schön, dass Vergleiche einen langen, teueren Konflikt mit ungewissem Ausgang auf eine für alle Beteiligten befriedigende Weise vernünftig lösen kann.
Es ist angesichts der allgemeinen Berichterstattung über den Fall nicht anzunehmen, dass die ohnehin eher selten auftretende Frage, was eine "Ethnie" im Sinne des AGG ist, in absehbarer Zeit eine praktische Rolle spielen wird.
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Letzte Überarbeitung: 19. September 2011
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Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
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Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
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