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Arbeitsrecht aktuell: 11/132 Keine Diskriminierung bei Onlinebewerbung durch Abfrage von Geschlecht und Geburtsdatum
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Die Abfrage von Geschlecht (Herr/Frau) und Geburtsdatum in einem Online-Bewerbungs-Formular ist kein Hinweis auf eine Diskriminierung wegen des Geschlechts oder des Alters
Arbeitsgericht Hamburg, Urteil vom 15.12.2010, 26 Ca 260/10
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11.07.2011. Diskriminierungen wegen des Geschlechts und des Alters sind nach §§ 7, 1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verboten. Das gilt auch für Bewerbungen: Die Stellenausschreibung und Bewerberauswahl müssen diskriminierungsfrei sein (§11, § 2 Abs. 1 Nr. 1 AGG). Da Bewerber die Auswahlkriterien meist nicht kennen, erleichtert das AGG den Nachweis von Diskriminierungen: Um Schadensersatz bzw. eine Entschädigung verlangen zu können (vgl. § 15 Abs.1, Abs. 2 AGG), müssen Bewerber nicht die Diskriminierung selbst, sondern nur Indizien beweisen, die eine Diskriminierung vermuten lassen (§ 22 AGG).
Ein Diskriminierungsindiz wäre z.B. eine Ausschreibung, mit der „ein erfahrener Betriebsleiter“ oder ein „junger Verkäufer “ gesucht wird. Das Arbeitsgericht Hamburg hatte zu entscheiden, ob auch die Abfrage des Geschlechts (Herr/Frau) für eine korrekte Anrede sowie des Geburtsdatums in einem Online-Formular für eine Diskriminierung sprechen (Urteil vom 15.12.2010, 26 Ca 260/10).
Die 1961 geborene, seit 2001 arbeitslose Klägerin bewarb sich 2010 per Online-Formular bei dem beklagten Arbeitgeber, wobei sie in das Formular die Anrede „Frau“ sowie ihr Geburtsdatum eintrug. Drei Tage später erhielt sie eine Absage und verlangte daraufhin sechs Monatsgehälter Entschädigung wegen geschlechts- und altersbedingter Diskriminierung. Damit hatte sie keinen Erfolg, weil diese Angaben nach Ansicht des Gerichts üblicherweise für die Identifikation und korrekte Anrede abgefragt werden.
Fazit: Das Urteil überzeugt, weil sich die rasche Absage auch mit der langen Arbeitslosigkeit und der deshalb fehlenden aktuellen Berufserfahrung erklären lässt. Trotzdem fragt sich, warum eigentlich das Geburtsdatum eine Personenverwechslung besser als z.B. eine E-Mail-Adresse vermeiden soll. Arbeitgeber sollten bei Bewerbungen daher besser nicht mehr nach dem Geburtsdatum fragen, und Arbeitnehmer sollten Absagen stets individuell auf Diskriminierungsindizien überprüfen (lassen).
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Letzte Überarbeitung: 20. April 2012
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
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Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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