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Arbeitsrecht aktuell: 11/243 Europäischer Betriebsrat (EBR) kann Betriebsschließung nicht verhindern
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Kein Unterlassungsanspruch des Europäischen Betriebsrat (EBR) bei geplanter Betriebsschließung
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 08.09.2011, 13 Ta 267/11
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06.11.2011. Das Gesetz über europäische Betriebsräte (Europäische Betriebsräte-Gesetz - EBRG) schreibt für Großunternehmen, die in mehreren EU-Staaten tätig sind, eine zusätzliche Arbeitnehmervertretung vor - den Europäischen Betriebsrat (EBR).
Der EBR soll dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer über wichtige Entscheidungen der EU-zentralen Unternehmens- bzw. Konzernleitung wie z.B. Betriebsstillegungen frühzeitig unterrichtet werden und dazu ihre Meinung vortragen können. Was aber kann der EBR tun, wenn die Arbeitgeberseite seine Informations- und Anhörungsrechte nach dem EBRG missachtet und eine Betriebsschließung umsetzt, ohne den EBR vorab informiert und seine Meinung angehört zu haben. Steht dem EBR dann ein Anspruch auf Unterlassung der Betriebsschließung zu, d.h. kann er die Betriebsschließung durch ein gerichtliches Eilverfahren einstweilen verhindern?
Nein, kann er nicht, so das Landesarbeitsgerichts (LAG) Köln in einer aktuellen Entscheidun(Beschluss vom 08.09.2011, 13 Ta 267/11).
von Rechtsanwalt Benjamin Biere, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Frankfurt am Main
Hensche Rechtsanwälte, Büro Frankfurt
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Der EBR ist gemäß § 30 Abs.1 EBRG über außergewöhnliche Entscheidungen, die erhebliche Auswirkungen auf die Interessen der Arbeitnehmer haben, rechtzeitig unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen zu unterrichten und auf Verlangen anzuhören.
Was passiert, wenn die Arbeitgeberseite diese Vorschrift missachtet, ist im EBRG nicht klar geregelt - oder vielleicht doch? Denn immerhin enthält das EBRG eine Bußgeldvorschrift, wonach die Missachtung der Informations- und Anhörungspflicht mit einer Geldbuße bis zu fünfzehntausend EUR geahndet werden kann (§ 45 EBRG). Aber ist diese für Großunternehmen lächerlich geringe finanzielle "Sanktion" alles, was die Arbeitgeberseite nach dem EBRG riskiert, wenn sie gegen bei geplanten Betriebsschließungen gegen § 30 Abs.1 EBRG verstößt und den EBR links liegen lässt?
Dagegen spricht, dass der Betriebsrat auf der Grundlage seiner Mitbestimmungsrechte nach dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) vom Arbeitgeber verlangen kann, mitbestimmungspflichtige Vorhaben einstweilen zu unterlassen, bis der Betriebsrat seine Mitbestimmungsrechte ausgeübt hat. In einer so starken Weise abgesichert sind zumindet die Mitbestimmungsrechte in sozialen Angelegenheiten gemäß § 87 Abs. 1 BetrVG. Andererseits ist ein solcher Unterlassungsanspruch nur bei einigen Mitbestimmungsrechten des Betriebsrats anerkannt, d.h. gerade nicht bei allen.
Im Streitfall plante ein in Deutschland und Spanien tätiger Automobilkonzern, eines seiner spanischen Werke zu schließen. Der im Konzern bestehende EBR erfuhr davon erstmals aus der Presse. Eilig organisierte er eine Sondersitzung. Erst dort legte die zentrale Unternehmensleitung Unterlagen zu ihren Planungen vor.
Der EBR wollte dem Unternehmen daraufhin im arbeitsgerichtlichen Eilverfahren die Durchführung der Betriebsschließung vorläufig untersagen lassen, nämlich bis zur Information und Konsultation des EBR. Damit hatte der EBR weder vor dem Arbeitsgericht Köln (Beschluss vom 04.08.2011, 8 BVGa 17/11) noch in der Beschwerde vor dem LAG Köln Erfolg. Der EBR hat keinen Unterlassungsanspruch, mit dem er eine geplante Betriebsstilllegung verhindern könnte, so das LAG. Denn selbst wenn man die Grundsätze des BetrVG auf das EBRG übertragen könnte, hätte der EBR nur dann einen Unterlassungsanspruch, wenn mit ihm ein echtes Mitwirkungsrecht und nicht nur ein Informationsrecht gesichert werden würde.
Fazit: Die Entscheidung ist rechtskräftig und bestätigt, was die dürftigen gesetzlichen Rechte des EBR vermuten lassen: Der EBR ist ein zahnloser Tiger. EU-weit tätige Großunternehmen können ihn letztlich links liegen lassen und sich bei Verhandlungen auf die örtlichen Arbeitnehmervertretungen konzentrieren.
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Letzte Überarbeitung: 12. Januar 2012
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Berlin, 22.05.2012 Konkurrentenklage:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2383/11
Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
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Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
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Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
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Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
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Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
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Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
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