|
|
 |
Arbeitsrecht aktuell: 07/23 Streik bei der Deutschen Bahn
|
 |

|
von Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin
16.07.2007. Nachdem die Deutsche Bahn AG für das Geschäftsjahr 2006 Rekordzahlen verkünden konnte und DB-Chef Hartmut Mehdorn daraufhin die Absicht erklärte, bereits 2008 an die Börse gehen zu wollen, sieht sich das Unternehmen nun mit hohen Lohnforderungen ihrer gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten konfrontiert, denen diese mittlerweile mit Warnstreiks Nachdruck verleihen.
Während die Gewerkschaften Transnet und GDBA, die Vereinigung der bei der DB tätigen Beamten, für ihre Mitglieder "nur" sieben Prozent, mindestens jedoch 150,00 EUR mehr Lohn und Gehalt pro Monat fordern, verlangt die kleinere, dafür aber aggressivere Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für die Streckenlokomotivführer einen eigenständigen Tarifvertrag ("Fahrpersonaltarifvertrag - FPTV") sowie ein aufgebessertes Monatsgehalt von 2.500,00 bis 2.999,74 EUR. Derzeit verdienen die Lokführer 1.970,00 bis 2.142,00 EUR, so dass die Forderung der GDL auf eine durchschnittliche Erhöhung des Lokführergehaltes um über 30 Prozent hinausliefe. Neben den Lokführern sollen auch Zugbegleiter und Servicemitarbeiter in Speisewagen in den FPTV einbezogen werden.
Die DB AG lehnt einen eigenen ("Sparten"-)Tarifvertrag mit der GDL derzeit ab und bestreitet die rechtliche Zulässigkeit der von der GDL mit dem Ziel eines solchen Tarifvertrags geführten Streiks.
Um der GDL Streiks zu untersagen, strengte die DB bereits am 02.12.2006, also lange vor Bekanntwerden der Tarifforderungen der GDL, eine Klage beim Arbeitsgericht Mainz mit dem Ziel an, der GDL Streiks zur Durchsetzung des FPTV zu untersagen bzw. derartige Streiks für unzulässig zu erklären. Nach Auskunft von Jan Manfras, des Vorsitzenden der GDL-Ortsgruppe Hannover, vom 03.07.2007 wurde der Verhandlungstermin mehrfach verschoben, zuletzt auf den 19.09.2007.
Ob sich die DB AG mit ihrer Rechtsauffassung vor Gericht durchsetzen kann, ist unwahrscheinlich: Bereits am 02.05.2003 hatte das Hessische Landesarbeitsgericht nämlich entschieden, dass es der GDL prinzipiell erlaubt sei, mit dem Ziel eines Spartentarifvertrags zu streiken (Hess. LAG, Urteil vom 02.05.2003, 9 SaGa 637/03).
Damit hatte sich das LAG gegen die in den letzten Jahren häufig von Arbeitgeberverbänden vertreten Rechtsmeinung gestellt, der (seinerseits umstrittene!) "Grundsatz der Tarifeinheit" lasse es nicht zu, dass kleinere Gewerkschaften für die von ihnen vertretenen Beschäftigtengruppen Sonder- bzw. Spartentarifverträge erstreiken dürften. Der vom BAG entwickelte Grundsatz der "Tarifeinheit" besagt aber lediglich, dass in einem Betrieb bei miteinander konkurrierenden Tarifverträgen letztlich nur einer zur Anwendung kommen könne. Somit setzt auch der Grundsatz der Tarifeinheit die Konkurrenz von - rechtlich geltenden - Tarifverträgen voraus, so dass auch die Tarifverträge kleinerer Gewerkschaften, deren Anwendung in bestimmten Betrieben möglicherweise dem "Grundsatz der Tarifeinheit" zum Opfer fallen, erst einmal abgeschlossen und folglich auch erstreikt werden dürfen.
Die DB AG lehnt aber nicht nur die Forderung der GDL nach einem eigenständigen FPTV ab, sondern natürlich auch Lohnerhöhungen von über 30 Prozent.
Obwohl diese Forderung auf den ersten Blick extrem hoch erscheint, sind die Argumente der GDL nicht ganz von der Hand zu weisen, wenn man sich das derzeitige Gehalt der Lokführer anschaut.
Manfred Schell, Vorsitzender der GDL, begründet die GDL-Forderungen denn auch mit einem Vergleich der Gehälter von Facharbeitern bei BMW in Leipzig, die 2.574 EUR brutto verdienten, mit der derzeitigen Gehaltsspanne der Lokomotivführer (1.980,00 bis 2.142,00 EUR).
Derzeit ringen die drei miteinander konkurrierenden Gewerkschaften und die DB AG nicht nur um tarifliche Forderungen, sondern natürlich auch um ihr Bild in der Öffentlichkeit:
Jeder weist die Verantwortung für streikbedingte Serviceausfälle von sich. Wie auch immer der derzeitige Tarifkonflikt entschieden wird: Der Traum von Höhenflügen an der Börse ist erst einmal auf dem Boden der Tatsachen angelangt.
Nähere Informationen finden Sie hier:
Arbeitsrecht aktuell: 07/60 Darf die GDL für einen Lokführertarif streiken?

Unsere Büros können Sie von Montag bis Freitag, jeweils von 09:00 Uhr bis 20:00
Uhr, unter folgenden Anschriften in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg
und Stuttgart erreichen:
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Berlin
Lützowstraße 32
10785 Berlin
Tel: 030 / 26 39 62 0
Fax: 030 / 26 39 62 499
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Berlin
E-Mail: berlin@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Frankfurt
Gutleutstraße 169 - 171
60327 Frankfurt
Tel: 069 / 71 03 30 04
Fax: 069 / 71 03 30 05
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Frankfurt
E-Mail: frankfurt@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hamburg
Neuer Wall 80
20354 Hamburg
Tel: 040 / 69 20 68 04
Fax: 040 / 69 20 68 08
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Hamburg
E-Mail: hamburg@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Hannover
Georgstraße 38
30159 Hannover
Tel: 0511 / 899 77 01
Fax: 0511 / 899 77 02
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Hannover
E-Mail: hannover@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Köln
Hansaring 61
50670 Köln
Tel: 0221 / 709 07 18
Fax: 0221 / 709 07 31
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Köln
E-Mail: koeln@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei München
Nymphenburger Straße 4
80335 München
Tel: 089 / 21 56 88 63
Fax: 089 / 21 56 88 67
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro München
E-Mail: muenchen@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Nürnberg
Zeltnerstraße 3
90443 Nürnberg
Tel: 0911 / 953 32 07
Fax: 0911 / 953 32 08
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Nürnberg
E-Mail: nuernberg@hensche.de
Anfahrt
|
|
Hensche Rechtsanwälte
Kanzlei Stuttgart
Königstraße 26
70173 Stuttgart
Tel: 0711 / 470 97 10
Fax: 0711 / 470 97 96
Kontakt:
Rechtsanwalt im Büro Stuttgart
E-Mail: stuttgart@hensche.de
Anfahrt
|
|

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.
Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.
Letzte Überarbeitung: 9. März 2012
| © 1997 - 2012: |
| Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin |
| Lützowstraße 32, 10785 Berlin |
| Telefon: |
030 - 26 39 62 0 |
| Telefax: |
030 - 26 39 62 499 |
| E-mail: |
hensche@hensche.de |
|
 |
|
 |
 |
Arbeitsrecht aktuell: |
 |
|
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Berlin, 05.04.2012 Unkündbarkeit:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 07.02.2012, 7 Sa 2164/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
Hamburg, 12.03.2012 Provision:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 06.12.2011, 1 Sa 13 a/11
Hannover, 11.03.2012 Befristung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.06.2011, 7 AZR 6/10
|
|
 |
|