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Arbeitsrecht aktuell: 04/07 Ortszuschlag bei Lebenspartnerschaft
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Ortszuschlag nach dem BAT auch für Gleichgeschlechtliche
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.04.2004, 6 AZR 101/03
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Mit dem "Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft" (LPartG) vom 16.02.2001 hat der Gesetzgeber Schwulen und Lesben endlich die Möglichkeit einer durch staatlichen Akt begründeten, der Ehe nachgebildeten bzw. ehegleichen Lebensaprtnerschaft an die Hand gegeben.
Die nach den Vorschriften dieses Gesetzes in den letzten Jahren begründeten Lebensaprtnerschaften sind allerdings noch lange nicht überall in der Rechtsordnung einer Ehe gleichgestellt worden, da hierzu eine große Vielzahl von die Ehe betreffenden Rechtsvorschriften geändert bzw. ergänzt werden müßte. Dieser Prozeß der Rechtsanpassung ist noch in vollem Gang, wie eine aktuelle Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zeigt, BAG, Urteil vom 29.04.2004, 6 AZR 101/03.
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Nach dem BAT (Bundes-Angestelltentarifvertrag) besteht die Vergütung eines Angestellten aus verschiedenen Komponenten, unter anderem aus dem Ortszuschlag. Der Ortszuschlag verfolgt den Zweck, die mit einem bestimmten Familienstand typischerweise verbundenen finanziellen Belastungen auszugleichen. Seine Höhe richtet sich daher nach den Familienverhältnissen des Angestellten. Ledige und geschiedene Angestellte erhalten den Ortszuschlag der Stufe 1. Verheirateten, verwitweten und geschiedenen Angestellten, die aus der früheren Ehe unterhaltsverpflichtet sind, steht der höhere Ortszuschlag der Stufe 2 zu. Für Angestellte, die in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, enthält der BAT keine speziellen Vorschriften.
Das Bundesarbeitsgericht hat nunmehr über die Frage entschieden, ob einem Arbeitnehmer, der in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, finanzielle Vergünstigungen nach dem BAT zustehen, die nach dem Wortlaut des BAT Eheleuten vorbehalten sind. Konkret ging es um die Frage, ob ein in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft lebender Arbeitnehmer einen Ortszuschlag in der Höhe verlangen kann, wie er einem verheirateten Arbeitnehmer zusteht, d.h. einen Ortszuschlag der Stufe 2.
Das Arbeitsverhältnis des Klägers, auf das der BAT anzuwenden ist, bestand seit Januar 2001. Im Oktober 2001 begründete der Kläger mit einer Person gleichen Geschlechts eine Lebenspartnerschaft nach dem LPartG.
Der Kläger hat im Klageweg vor dem Arbeitsgericht und vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf die Auffassung vertreten, er könne wie ein verheirateter Angestellter den höheren Ortszuschlag nach Stufe 2 beanspruchen. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht haben seine darauf gerichtete Zahlungsklage abgewiesen.
Die Revision des Klägers hatte vor dem Bundesarbeitsgericht Erfolg. Zur Begründung verweist das Bundesarbeitsgericht auf folgende rechtliche Gegebenheiten:
Das durch das LPartG geschaffene Rechtsinstitut der Lebenspartnerschaft begründet einen neuen gesetzlichen Familienstand. Die mit diesem Familienstand verbundenen Unterhaltspflichten entsprechen denen der Ehe. Wie die Ehe ist auch eine Lebenspartnerschaft eine exklusive, auf Dauer angelegte und durch staatlichen Akt begründete Verantwortungsgemeinschaft, deren vorzeitige Auflösung einer gerichtlichen Entscheidung bedarf.
Die Lebenspartnerschaft erfüllt aus diesen Gründen nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts alle Merkmale, an die der BAT den Bezug eines höheren familienstandsbezogenen Vergütungsbestandteils anknüpft. Da der neue Familienstand nach dem LPartG in dem Stufensystem des Ortszuschlags nach dem BAT (noch) nicht berücksichtigt ist, ist der BAT durch die Schaffung des Rechtsinstituts der Lebenspartnerschaft und mit deren familienrechtlicher Ausgestaltung nachträglich lückenhaft geworden. Diese Tariflücke muß nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts entsprechend dem Regelungskonzept und dem Zweck des Ortszuschlags durch die Gleichstellung von verheirateten Angestellten mit Angestellten, die eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind, geschlossen werden.
Nähere Informationen finden Sie hier:
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Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.04.2004, 6 AZR 101/03
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Letzte Überarbeitung: 15. Februar 2012
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München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Berlin, 05.04.2012 Unkündbarkeit:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 07.02.2012, 7 Sa 2164/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
Hamburg, 12.03.2012 Provision:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 06.12.2011, 1 Sa 13 a/11
Hannover, 11.03.2012 Befristung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 29.06.2011, 7 AZR 6/10
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