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Arbeitsrecht aktuell: 10/105 Tarifeinigung bei Schlecker
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Schlecker beugt sich offenbar öffentlichem Druck
Schlecker hatte alte Filialen geschlossen und in unmittelbarer Nähe so genannte XL-Märkte errichtet. Den Beschäftigten der alten Filialen wurde dann gekündigt, und ihnen über eine offenbar extra dafür gegründetes Leiharbeitsunternehmen eine Neueinstellung in den XL-Märkten angeboten, zu bis zu 50 Prozent niedrigeren Stundenlöhnen.
Die „Schlecker XL GmbH“, die die XL-Märkte betreibt ist zudem nicht tarifgebunden.
Schlecker stand deshalb wegen Lohndumping, des Missbrauchs von Leiharbeit und „Tarifflucht“ in der öffentlichen Kritik.
Diese Kritik hat offensichtlich gefruchtet und Schlecker hat sich zu Tarifverhandlungen mit Verdi bereit erklärt. Für die rund 34.000 Beschäftigten wurde eine Einigung erzielt. „Durch das selbstbewusste und entschiedene Eintreten der Beschäftigten und ihrer Betriebsräte ist es uns gemeinsam gelungen, eine kritische Öffentlichkeit aufzurütteln. Es ist der Hartnäckigkeit der Beschäftigten und ihren massiven Protesten und Demonstrationen zu verdanken, dass Schlecker jetzt bei den XL-Märkten zur tariflichen Normalität und Verantwortung gefunden hat“, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane am Dienstag in Frankfurt am Main (Verdi, Pressemitteilung vom 01.06.2010).
Für die Mitarbeiter der alten Filialen wurde ein Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung abgeschlossen, nach dem freiwerdende Stellen in den XL-Märkten bevorzugt mit Mitarbeitern der alten Filialen besetzt oder alternativ Ersatzarbeitsplätze angeboten werden müssen.
Zudem wurde ein Sozialtarifvertrag abgeschlossen, in dem Abfindungen für den Fall von Entlassungen vorgesehen sind.
Für die Mitarbeiter der XL-Filialen wurde ein Vertrag zur Tarifbindung geschlossen. Der baden-württembergische Flächentarifvertrag für den Einzelhandel, der bundesweit gelten soll, wird danach ab dem 01.07.2010 nicht nur auf die Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiter der alten Filialen sondern auch auf die der XL-Markt-Mitarbeiter angewendet.
Künftig sollen Verkäufer bzw. Kassierer 1.481 EUR brutto pro Monat erhalten, nach sechs Jahren Tätigkeit 2.108 EUR. Für selbstständigere Tätigkeiten ist ein Einstiegsgehalt von 1.925 EUR brutto vorgesehen, das sich nach sechs Jahren Beschäftigung auf 2.367 EUR erhöht (Tagesspiegel vom 01.06.2010, „Schlecker zahlt jetzt Tarif“). Außerdem soll die umstrittene Leiharbeit zum Jahresende auslaufen.
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Letzte Überarbeitung: 9. März 2012
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Arbeitsrecht aktuell: |
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Berlin, 19.05.2012 Teilzeitanspruch:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14.03.2012, 15 SaGa 2286/11
Berlin, 17.05.2012 Outsourcing:
Bundesarbeitsgericht, Urteile vom 16.05.2012, 4 AZR 320/10 und 321/10
Berlin, 17.05.2012 Öffentlicher Dienst:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 16.05.2012, 10 AZR 202/11
München, 16.05.2012 Altersversorgung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.05.2012, 3 AZR 128/11
Hannover, 15.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.02.2012, 5 Sa 1370/11
Frankfurt, 14.05.2012 Leiharbeit:
Hessisches Landessozialgericht, Beschluss vom 23.04.2012, L 1 KR 95/12 B ER
Berlin, 12.05.2012 Betriebsübergang:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 10.05.2012, 8 AZR 639/10
Köln, 09.05.2012 Whistleblowing:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 02.02.2012, 6 Sa 304/11
Köln, 08.05.2012 Lohnrückzahlung:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 12.10.2011, 9 Sa 156/11
München, 07.05.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht München, Urteil vom 13.10.2011, 3 Sa 1187/10
Frankfurt, 04.05.2012 Urlaub und Krankheit:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 03.05.2012, Rs. C-337/10 - Neidel
Köln, 03.05.2012 Korruption:
Landesarbeitsgericht Köln, Urteil vom 23.01.2012, 5 Sa 371/11
Köln, 02.05.2012 Kündigung und Krankheit:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 08.12.2011, 3 Ca 936/11
Köln, 30.04.2012 Fristlose Kündigung:
Landesarbeitsgericht Köln, Beschluss vom 27.07.2011, 9 TaBVGa 2/11
Frankfurt, 25.04.2012 Urlaubsabgeltung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13.12.2011, 9 AZR 399/10
Köln, 24.04.2012 Diskriminierungsschutz:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 23.04.2012, II ZR 163/10
Frankfurt, 23.04.2012 Fristlose Kündigung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 258/11
Hamburg, 20.04.2012 Lohnuntergrenzen:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.04.2012, 4 AZR 139/10, Beschluss vom 18.04.2012, 4 AZR 168/10
Hamburg, 20.04.2012 Diskriminierung:
Europäischer Gerichtshof, Urteil vom 19.04.2012, C-415/10 (Meister)
Hannover, 18.04.2012 Gleichbehandlung:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 17.04.2012, 3 AZR 280/10
Hamburg, 13.04.2012 Kündigungsschutzklage:
Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein, Urteil vom 27.09.2011, 1 Sa 538 e/10
Stuttgart, 12.04.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.11.2011, 10 Sa 329/11
Köln, 28.03.2012 Ermahnung:
Arbeitsgericht Trier, Urteil vom 20.12.2011, 3 Ca 1013/11
Frankfurt, 26.03.2012 Mitarbeitergespräche:
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 06.02.2012, 16 Sa 1134/11
Berlin, 22.03.2012 Massenentlassungsanzeige
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 21.03.2012, 6 AZR 596/10
Berlin, 21.03.2012 Gleicher Urlaub:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 20.03.2012, 9 AZR 529/10
Berlin, 18.03.2012 Änderungskündigung:
Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 19.12.2011, 15 Sa 1264/11, 15 Sa 1461/11
Berlin, 16.03.2012 Bewerberdiskriminierung
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 15.03.2012, 8 AZR 160/11
Berlin, 15.03.2012 Urlaubsrecht:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 18.10.2011, 9 AZR 303/10
Berlin, 14.03.2012 Wettbewerbsverbot:
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14.09.2011, 10 AZR 198/10
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