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Eil­an­trä­ge ge­gen Ta­rif­ein­heits­ge­setz ge­schei­tert

Be­rufs­grup­pen­ge­werk­schaf­ten schei­tern mit Eil­an­trä­gen in Karls­ru­he: Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Be­schluss vom 06.10.2015, 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 1582/15
Streik viele Streikende Sie­ges­zug der Ta­rif­ein­heit?

19.10.2015. Al­len ver­fas­sungs­recht­li­chen und po­li­ti­schen Be­den­ken zum Trotz ver­ab­schie­de­te die gro­ße Ko­ali­ti­on im Som­mer die­ses Jah­res das um­strit­te­ne Ge­setz zur Ta­rif­ein­heit (Ta­rif­ein­heits­ge­setz).

Das Ge­setz ent­wer­tet die von sog. Min­der­heits­ge­werk­schaf­ten ab­ge­schlos­se­nen Ta­rif­ver­trä­ge, in­dem es die Ta­rif­ver­trä­ge der­je­ni­gen Ge­werk­schaf­ten, die im je­wei­li­gen Be­trieb die meis­ten Ar­beit­neh­mer or­ga­ni­sie­ren, vor­ran­gig zur An­wen­dung kom­men lässt.

Drei Spar­ten­ge­werk­schaf­ten woll­ten das Ta­rif­ein­heits­ge­setz da­her mit Eil­an­trä­gen vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) stop­pen. Das BVerfG hat die An­trä­ge zu­rück­ge­wie­sen: BVerfG, Be­schluss vom 06.10.2015, 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 1582/15.

War­um steht das Ta­rif­ein­heits­ge­setz in dem Ver­dacht, ver­fas­sungs­wid­rig zu sein?

Gemäß § 4 Abs.1 Ta­rif­ver­trags­ge­setz (TVG) gel­ten die Rechts­nor­men ei­nes Ta­rif­ver­trags, die den In­halt, den Ab­schluss oder die Be­en­di­gung von Ar­beits­verhält­nis­sen ord­nen, un­mit­tel­bar und zwin­gend zwi­schen den Ar­beits­ver­trags­par­tei­en, die an den Ta­rif­ver­trag ge­bun­den sind und un­ter sei­nen Gel­tungs­be­reich fal­len. Und ta­rif­ge­bun­den sind gemäß § 3 Abs.1 TVG auf Ar­beit­neh­mer­sei­te die Mit­glie­der der Ge­werk­schaft, die ei­nen Ta­rif­ver­trag mit der Ar­beit­ge­ber­sei­te ver­ein­bart hat, so­wie auf Ar­beit­ge­ber­sei­te die Ar­beit­ge­ber, die ei­nen sol­chen Ta­rif­ver­trag im ei­ge­nen Na­men ab­ge­schlos­sen ha­ben ("Haus­ta­rif­ver­trag") oder Mit­glied ei­nes ta­rif­ab­sch­ließen­den Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des sind.

Ist da­her z.B. ein Kran­ken­pfle­ger Mit­glied der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft ver.di und sein Ar­beit­ge­ber (als Ta­rif­ver­trags­par­tei ei­nes Haus­ta­rifs oder als Mit­glied ei­nes Ar­beit­ge­ber­ver­ban­des) eben­falls an die Kran­ken­haus­ta­rif­verträge der ver.di ge­bun­den, dann ste­hen dem Kran­ken­pfle­ger gemäß § 4 Abs.1 TVG au­to­ma­tisch al­le Rech­te zu, die sich aus den für das Kran­ken­haus gel­ten­den ver.di-Ta­rif­verträgen er­ge­ben, an­ge­fan­gen vom Lohn über Ur­laubs­ta­ge bis hin zu ta­rif­li­chen Unkünd­bar­keits­re­geln.

Das­sel­be gilt gemäß § 4 Abs.1 TVG auch für ei­nen Kran­ken­haus­arzt des­sel­ben Kran­ken­hau­ses, wenn er Mit­glied der Ärz­te­ge­werk­schaft Mar­bur­ger Bund ist, vor­aus­ge­setzt sein Ar­beit­ge­ber ist nicht nur an die ver.di-Ta­rif­verträge, son­dern außer­dem an die vom Mar­bur­ger Bund aus­ge­han­del­ten Kran­ken­haus­ta­rif­verträge ge­bun­den. Dann kann der Arzt ver­lan­gen, nach die­sen Ta­rif­verträgen be­zahlt, be­ur­laubt und vor Kündi­gun­gen geschützt zu wer­den.

Die­ses Ne­ben­ein­an­der von ver.di-Ta­rif­verträgen, die für Kran­ken­pfle­ger, für sons­ti­ges Kran­ken­haus­per­so­nal (aber auch für Ärz­te) gel­ten, und von Mar­bur­ger-Bund-Ta­rif­verträgen, die nur für Ärz­te gel­ten, ist vie­len Po­li­ti­kern der großen Ko­ali­ti­on, vor al­lem der SPD, ein Dorn im Au­ge, letzt­lich weil große Ge­werk­schaf­ten den so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Wünschen nach ei­ner (an­geb­lich) "so­li­da­ri­schen" und möglichst brei­ten Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung näher ste­hen als (an­geb­lich) "ego­is­ti­sche" Be­rufs­grup­pen­ge­werk­schaf­ten.

Da­her ha­ben sich die SPD und die an die­ser Stel­le hin­ter ihr ste­hen­den großen DGB-Ge­werk­schaf­ten im Som­mer die­ses Jah­res mit ih­rer For­de­rung durch­ge­setzt, der Ta­rifp­lu­ra­lität in­ner­halb ei­nes Be­trie­bes ein En­de zu ma­chen. Seit­dem soll das Prin­zip "Ein Be­trieb, ei­ne Ge­werk­schaft" zur An­wen­dung kom­men, d.h. der Grund­satz der Ta­rif­ein­heit. Er wur­de in­fol­ge des Ta­rif­ein­heits­ge­set­zes vom 03.07.2015 mit Wir­kung vom 10.07.215 in dem neu­en § 4a Abs.2 Satz TVG fest­ge­schrie­ben und be­sagt:

"So­weit sich die Gel­tungs­be­rei­che nicht in­halts­glei­cher Ta­rif­verträge ver­schie­de­ner Ge­werk­schaf­ten über­schnei­den (kol­li­die­ren­de Ta­rif­verträge), sind im Be­trieb nur die Rechts­nor­men des Ta­rif­ver­trags der­je­ni­gen Ge­werk­schaft an­wend­bar, die zum Zeit­punkt des Ab­schlus­ses des zu­letzt ab­ge­schlos­se­nen kol­li­die­ren­den Ta­rif­ver­trags im Be­trieb die meis­ten in ei­nem Ar­beits­verhält­nis ste­hen­den Mit­glie­der hat."

Prak­tisch heißt das: Ei­ne Ge­werk­schaft wie die ver.di, die in ei­nem Kran­ken­haus­be­trieb nicht nur das Pfle­ge­per­so­nal, son­dern auch die Rei­ni­gungs­kräfte, die Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter und das Küchen­per­so­nal or­ga­ni­siert und da­her mehr Mit­glie­der in dem Kran­ken­haus­be­trieb hin­ter sich hat als der Mar­bur­ger Bund, der ja nur die Ärz­te­schaft ver­tre­ten will, setzt sich bei der Ta­rif­an­wen­dung auf die Ar­beits­verhält­nis­se der Kran­ken­hausärz­te mit sei­nen Ärz­te­ta­rif­verträgen ge­genüber den vom Mar­bur­ger Bund aus­ge­han­del­ten Ärz­te­ta­rif­verträgen durch, auch wenn in der Be­rufs­grup­pe der Ärz­te die Mit­glie­der des Mar­bur­ger Bun­des ge­genüber den ver.di-Mit­glie­dern deut­lich in der Über­zahl sein soll­ten.

In der Zu­kunft sol­len die von den Be­rufs­grup­pen­ge­werk­schaf­ten aus­ge­han­del­ten Ta­rif­verträge da­her im Pa­pier­korb lan­den, d.h. gemäß § 4a Abs.2 Satz TVG sol­len sie nicht zur An­wen­dung ge­lan­gen.

Und an die­ser Stel­le kommt die Ver­fas­sung ins Spiel, nämlich Art.9 Abs.3 Grund­ge­setz (GG), der al­len Ar­beit­neh­mern und ih­ren Ge­werk­schaf­ten ein Grund­recht zur ta­rif­ver­trag­li­chen Mit­ge­stal­tung der Ar­beits- und Wirt­schafts­be­din­gun­gen gewährt. Fal­len die Ta­rif­verträge der klei­ne­ren Be­rufs­grup­pen­ge­werk­schaf­ten künf­tig dem ju­ris­ti­schen Fall­beil des § 4a Abs.2 Satz TVG zum Op­fer, bleibt von die­sem Grund­recht prak­tisch nichts übrig.

Denn dass man als Ar­beit­neh­mer Ver­ei­ne gründen und im Ver­eins­lo­kal über So­zi­al­po­li­tik de­bat­tie­ren kann, folgt schon aus Art.9 Abs.1 GG, der Ver­ei­ni­gungs­frei­heit. Und auch die Be­rufs­ge­werk­schaf­ten, die sich ne­ben den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mern eben­falls auf das Ko­ali­ti­ons­grund­recht be­ru­fen können, wer­den in ih­rem Be­stand gefähr­det. Denn es ist we­nig sinn­voll, sich als Ar­beit­neh­mer für ei­ne mit Kos­ten ver­bun­de­ne Mit­glied­schaft in ei­ner "Ge­werk­schaft" zu ent­schei­den, die ge­setz­lich für ta­rif­unmündig erklärt wird und da­her nur Pa­pier­korb-Ta­rif­verträge ab­sch­ließen kann.

Im Streit: Mar­bur­ger Bund, Deut­scher Jour­na­lis­ten-Ver­band und die Pi­lo­ten-Ver­ei­ni­gung Cock­pit in Karls­ru­he

Auf­grund des auf sie un­ter­nom­me­nen po­li­ti­schen und ju­ris­ti­schen Fron­tal­an­griffs ist es nicht er­staun­lich, dass Be­rufs­grup­pen­ge­werk­schaf­ten wie der Mar­bur­ger Bund, die Pi­lo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit, die Ge­werk­schaft Deut­scher Lokführer und an­de­re bis zu­letzt ge­gen das Ta­rif­ein­heits­ge­setz Sturm ge­lau­fen sind (s. da­zu Hand­buch Ar­beits­recht: Ta­rif­ein­heit, Grund­satz der Ta­rif­ein­heit).

Die­se Ge­werk­schaf­ten ha­ben auch bald nach der Ver­ab­schie­dung des Ta­rif­ein­heits­ge­set­zes Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt. Da das BVerfG über die Be­schwer­den aber vor­aus­sicht­lich erst En­de 2016 ent­schei­den wird, ha­ben drei Ge­werk­schaf­ten ne­ben ih­ren re­gulären Ver­fas­sungs­be­schwer­den auch ein Eil­ver­fah­ren vor dem BVerfG an­ge­strengt, um die Ge­set­zes­an­wen­dung be­reits jetzt vorläufig stop­pen zu las­sen, nämlich der Mar­bur­ger Bund e.V., der Deut­scher Jour­na­lis­ten-Ver­band e.V. und die Ver­ei­ni­gung Cock­pit e.V.

Sie woll­ten das BVerfG da­zu brin­gen, durch vorläufi­ge An­ord­nun­gen auf der Grund­la­ge von § 32 Abs.1 Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­ge­setz (BVerfGG) die An­wen­dung des neu­en § 4a Abs.2 Satz TVG vorläufig, d.h. bis zu der Ent­schei­dung über die Ver­fas­sungs­be­schwer­den En­de 2016, zu stop­pen. § 32 Abs.1 BVerfGG lau­tet:

"Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kann im Streit­fall ei­nen Zu­stand durch einst­wei­li­ge An­ord­nung vorläufig re­geln, wenn dies zur Ab­wehr schwe­rer Nach­tei­le, zur Ver­hin­de­rung dro­hen­der Ge­walt oder aus ei­nem an­de­ren wich­ti­gen Grund zum ge­mei­nen Wohl drin­gend ge­bo­ten ist."

In dem Eil­ver­fah­ren brach­ten die drei an­trags­stel­len­den Ge­werk­schaf­ten im We­sent­li­chen ähn­li­che Ar­gu­men­te vor. Sie tru­gen vor, dass sich be­reits ei­ni­ge Ar­beit­ge­ber un­ter Hin­weis auf die Neu­re­ge­lung ge­wei­gert hätten, Ta­rif­ver­hand­lun­gen auf­zu­neh­men bzw. die­se ab­ge­bro­chen hätten. Bei Loh­nerhöhun­gen stünden Ar­beit­ge­ber auf dem Stand­punkt, dass die­se höchs­tens in Höhe der von der Mehr­heits­ge­werk­schaft er­ziel­ten Ta­rif­ab­schlüssen möglich sei­en. Die An­trag­stel­ler befürch­te­ten außer­dem, auf­grund ih­res ge­rin­ger wer­den­den Ein­flus­ses Mit­glie­der zu ver­lie­ren und aus den Be­trie­ben ver­drängt zu wer­den.  

Ergänzend trug ei­ne der an­trag­stel­len­den Ge­werk­schaft vor, dass die Neu­re­ge­lung die bis­lang gu­te Ko­ope­ra­ti­on mit den Mehr­heits­ge­werk­schaf­ten gefähr­de. Für die Mehr­heits­ge­werk­schaf­ten bestünde nämlich, so das Ar­gu­ment, in­fol­ge der Neu­re­ge­lung kein An­reiz mehr zu ei­ner wei­te­ren Ko­ope­ra­ti­on.

BVerfG: Den Ge­werk­schaf­ten ist das Ab­war­ten der endgülti­gen Ent­schei­dung durch das BVerfG zu­zu­mu­ten

Am 06.10.2015 hat das BVerfG die Eil­anträge zurück­ge­wie­sen (BVerfG, Be­schluss vom 06.10.2015, 1 BvR 1571/15, 1 BvR 1588/15, 1 BvR 1582/15). Die um­strit­te­ne Neu­re­ge­lung des § 4a Abs.2 Satz TVG bleibt da­mit vorläufig in Kraft.

In der Be­gründung stell­ten die Ver­fas­sungs­rich­ter klar, dass es bei der Ent­schei­dung über ei­ne einst­wei­li­ge An­ord­nung nicht um die Er­folgs­aus­sich­ten im Haupt­sa­che­ver­fah­ren geht, son­dern nur um ei­ne Abwägung der Fol­gen, die mit den be­an­trag­ten vorläufi­gen Maßnah­men ver­bun­den wären bzw. sich oh­ne sol­che Eil­maßnah­men er­ge­ben würden.

Denn das BVerfG kann ei­ne ver­fas­sungs­recht­lich um­strit­te­ne Ge­set­zes­re­ge­lung für die Dau­er des Haupt­sa­che­ver­fah­rens nur dann vorläufig außer Kraft set­zen, wenn de­ren Wei­ter­gel­tung bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che zu schwe­ren und nicht wie­der gut­zu­ma­chen­den ("ir­re­ver­si­blen") Nach­tei­len führen könn­te. Da­bei müssen die Ver­fas­sungs­rich­ter we­gen der an­ge­stamm­ten Zuständig­keit des Par­la­ments für die Ge­setz­ge­bung Zurück­hal­tung üben.

Kon­kret ha­ben die Ver­fas­sungs­rich­ter sich von der Über­le­gung lei­ten las­sen, dass ex­trem schwer­wie­gen­de und ir­re­ver­si­ble Nach­tei­le durch die vorläufi­ge Wei­ter­gel­tung von § 4a Abs.2 Satz TVG bis En­de 2016 nicht wahr­schein­lich sind. Es ist, so das BVerfG, der­zeit

"nicht fest­stell­bar, dass es bei Fort­gel­tung der an­ge­grif­fe­nen Vor­schrif­ten bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che zu so gra­vie­ren­den, nur schwer re­vi­dier­ba­ren Nach­tei­len kommt, dass es zum jet­zi­gen Zeit­punkt un­ab­ding­bar wäre, das an­ge­grif­fe­ne Ge­setz auf der Grund­la­ge des § 32 BVerfGG außer Voll­zug zu set­zen." (Be­schluss, Rand­num­mer 15)

Denn die Neu­re­ge­lung un­ter­sagt den be­trof­fe­nen Spar­ten­ge­werk­schaf­ten we­der das Führen von Ta­rif­ver­hand­lun­gen noch von Streiks noch den Ab­schluss neu­er Ta­rif­verträge.

An­de­rer­seits be­ton­ten die Karls­ru­her Rich­ter, dass die Ver­wei­ge­rung der Auf­nah­me von Ta­rif­ver­hand­lun­gen sei­tens ein­zel­ner Ar­beit­ge­ber un­ter Hin­weis auf den Ta­rif­ein­heits­grund­satz "durch­aus ge­wich­ti­ge Nach­tei­le" sind (Be­schluss, Rand­num­mer 17). Auch die Auf­ga­be bis­lang geführ­ter Ko­ope­ra­tio­nen von Mehr­heits- und Spar­ten­ge­werk­schaf­ten sei nach­tei­lig. Im Er­geb­nis sind al­le die­se Nach­tei­le aber für die Zeit bis zu ei­ner endgülti­gen Ent­schei­dung über die anhängi­gen Ver­fas­sungs­be­schwer­den En­de 2016 hin­zu­neh­men.

Auch ein exis­tenz­gefähr­den­des Sin­ken der Mit­glie­der­zahl ist laut BVerfG für die Zeit bis En­de 2016 nicht zu er­war­ten. Eher dürf­ten man­che Ge­werk­schafts­mit­glie­der die Ent­schei­dung des BVerfG in der Haupt­sa­che ab­war­ten, be­vor sie sich für ei­nen Ge­werk­schafts­wech­sel ent­schei­den.

Ergänzend weist das BVerfG dar­auf hin, dass die kla­gen­den Ge­werk­schaf­ten das Recht ha­ben, je­der­zeit ei­nen er­neu­ten Eil­an­trag zu stel­len, wenn sich die Umstände zu ih­ren Un­guns­ten er­heb­lich ändern soll­ten. In ei­nem sol­chen Fall kann so­gar von Amts we­gen, d.h. oh­ne er­neu­ten An­trag, ei­ne einst­wei­li­ge An­ord­nung er­las­sen wer­den.

Fa­zit: Die Zurück­wei­sung der Eil­anträge vor dem BVerfG kann nicht als An­zei­chen für ein Schei­tern der Ver­fas­sungs­be­schwer­den En­de 2016 ge­wer­tet wer­den. Die Ver­fas­sungs­rich­ter wei­sen dar­auf hin, dass die Ent­schei­dung im Haupt­sa­che­ver­fah­ren noch völlig of­fen ist. Die Be­gründung des jetzt er­gan­ge­nen Be­schlus­ses zeigt um­ge­kehrt, dass die Ver­fas­sungs­rich­ter die Pro­ble­me der Neu­re­ge­lung, nämlich die Schwächung der Ver­hand­lungs­po­si­ti­on der klei­nen Ge­werk­schaf­ten und die dro­hen­de Ab­wan­de­rung ih­rer Mit­glie­der, durch­aus ernst neh­men. Die Eil­anträge schei­ter­ten schlicht an der man­geln­den Eil­bedürf­tig­keit ei­ner Ent­schei­dung.

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Letzte Überarbeitung: 14. September 2016

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